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S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Strammstehen vor der Hygieneschwester

Sauber mit Wappen und Siegel: Um einem Hotel-Konditor zur Hand gehen, muss sich die Kolumnisten beim Gesundheitsamt eine Bescheinigung abholen - und lernt dabei, wie pragmatisch die Behörde auf die Infektionsgefahren der Zukunft reagiert.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...833845,00.html
  1. #1

    Da ist schon was dran...aber ich würde eher die Art der "Unterweisung" verändern, statt sie tatsächlich durch eine ärztliche Untersuchung zu ersetzen.

    Grund: So hilfreich eine Gesundheitsuntersuchung oder eine Kacka-Probe für den Moment ist, so sinnlos ist sie langfristig gesehen! Sinnvoll wäre eine ärztliche Untersuchung nur regelmäßig (vielleicht jedes Quartal) aber das wäre dann wiederum zu aufwändig, als nicht praktikabel.

    Fazit: Die Aufklärung und Unterweisung ist nicht grundsätzlich falsch, sondern lediglich in dieser Form unsinnig!
  2. #2

    27 Euro

    das ist eine teure Kinovorstellung :)
    Gabs wenigstens Popkorn umsonst?

    War übrigens ein Teil der FDP Gesundheitreform die Idee mit dem Film schauen anstelle einer Überprüfung ob man gesund wäre.
    Deswegen das Essen aushäusig nur noch beim Restaurant meines Vertrauens.
    Gewisse Fastfoodelikatessen aus Hochglanzwerbung
    die ohne Plastikhandschuhe oder mit, dargereicht werden tragen übrigens erheblich zur Abhärtung des Immunhaushaltes bei.
  3. #3

    Realitätsfern

    Wie stellt sich die Autorin denn eine praktikable Lösung vor? Jeden Tag eine Stuhluntersuchung des gesamten Personals in der Gastronomie? Wenn Sie an dem Tag beim Gesundheitsamt eine Stuhlprobe mit negativen Ergebnis hat und sich am Tag nach der Bescheinigung etwas einfängt, hat das genau was genutzt? Nada. Vorbeugende Sicherheit bei der Lebensmittelproduktion geht nur über Aufklärung und Belehrung des Personal über die Risiken und deren Vermeidung.
    Und das Hände waschen ist nun mal das A und O in diesen Bereich.
    Im übrigen sind diese Plastikhandschuhe aus hygienischer Sicht absolut unnütz und verhindern eher eine saubere Arbeitsweise. Niemand wechselt an der Bedientheke nach jedem Kunden oder Fertigungsvorgang die Handschuhe und das Personal wird nachlässiger weil sie ja vermeintlich sauber sind.
  4. #4

    Waehrend

    in Deutschland ein Film gezeigt wird fuer 27.-mit anschliessender Bescheinigung.Wird Hygiene in Portugal ganz gross geschrieben.Schaffte jede Menge Arbeitsplaetze:Gesundheitspolizei,die auch schon auf privaten Festen auftauchten,um Essen in Muellsaecken zu entsorgen.Firmen,die pro Monat 35.-kassieren bei Leuten die Selbstaendig sind.Da kommt dann alle drei Monate ein kleiner Bus.Gemessen wird Blutdruck und Blutzucker.Dann wird der Aufkleber an der Tuer des Restaurantes,des Schuhgeschaeftes,des Blumenladens,der Autowerkstatt...erneuert,dass der Inhaber und eventuelle Angestellte. Frei von ansteckenden Krankheiten sind.Putzmittel werden auch verkauft,nur diese duerfen benutzt werden,sonst zahlt man Strafe....Eine Hygienebranche ist entstanden.Letzte Woche,als es sehr heiss war gab es im Ort dennoch gleich eine ansteckende Durchfallerkrankung.Herkunft unbekannt.
  5. #5

    Helden beim Krankfeiern

    Schön, dass die Autorin ihre Kurse zu lauen Artikeln hier ummünzt. Kommt demnächst die Kolumne über einen Erste-Hilfe-Kurs?
    Wenn sie aufgepasst hätte und nicht nur den Film geguckt, hätte sie gelernt, dass die Stuhlprobe und ähnliche Tests deshalb abgeschafft wurden, weil diese ja, um aussagekräftig zu sein, mindestens monatlich wiederholt werden müssten, wer weiss denn ob sich Herr Müller nicht 2 Tage nach dem Kurs infiziert?
    So gesehen gebe ich ihr recht, ein gewisser Pragmatismus hat sich zumindest hier bei der Behörde durchgesetzt.

    im Film freut sich übrigens der verständige Chef von Herr Müller über das Verantwortungsbewusstsein von Müller, bei Unwohlsein lieber einen Krankenschein zu machen statt als potenzieller Infektionsherd in der Küche zu stehen. Ob das in der Realität bei McDonalds und co. dann auch so aussieht, wage ich zu bezweifeln.
  6. #6

    Der Wurm liegt im Detail: Kandierte Kirschen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sauber mit Wappen und Siegel: Um einem Hotel-Konditor zur Hand gehen, muss sich die Kolumnisten beim Gesundheitsamt eine Bescheinigung abholen - und lernt dabei, wie pragmatisch die Behörde auf die Infektionsgefahren der Zukunft reagiert.

    Kolumnistin Silke Burmester auf dem Gesundheitsamt - SPIEGEL ONLINE

    Nach diesem Bericht haben Sie mir den Dessert-Appetit verdorben.
  7. #7

    Wo ist das eigentliche Problem?

    Es geht den Behörden gar nicht darum, ob Kacka-Probe oder das Anschauen eines Filmes die hygienische Situation verbessern. Warum? Weil es überhaupt nicht um eine Verbesserung geht, sondern nur darum, dass die Voraussetzungen für mit Lebensmitteln umgehendes Personal möglichst niedrigschwellig sind. Und das ist bei 27 Euro und 18 Minuten ja wohl der Fall. Grips oder gar Kompetenz sind nicht gefragt. Zu teuer, zu langwierig, will sich niemand mit aufhalten.
    Die Verbraucherschutzministerin macht ihren Job, sie schützt die Industrie vor den Verbrauchern. Und das sehr effizient. Damit die Lebensmittel weiter schön billig bleiben.
    Die eine oder andere Katastrophe, wie Ehec & Co. wird dann als Kollateralschaden verbucht, geändert wird aber nichts.
    Nur weiter so...
  8. #8

    Was soll das denn?

    Geht's noch? Selten einen so hintergrundlosen Artikel der Dame gelesen.
    Hygiene im Nahrungsmittelbereich ist unabdingbar, das habe sie ja begriffen.
    Dass sich Ärzte und Pflege die Häönde waschen müssen ist schlicht Bullshit!
    Das A& O dert Hygiene im Krankenhaus heißt Händedesinfektion und zwar nach Vorschrift und nicht mal eben so. Hygieneschwestern im Krankenhaus betonen, nach WC Besuch nicht Händewaschen sondern richtig desinfizieren. Bei der Pflege funktioniert das recht gut, bei den Ärzten gibt es leider immer noch zu Viele die glauben, das bräuchten sie nicht so ernst zu nehmen.
    Woher ich das weiß? Bin Stationsleitung im Krankenhaus.
  9. #9

    Treffer

    Das bezieht sich auf Lebensmittelhygiene und Hygiene im Gesundheitswesen. Wir lehren die Leute und die machen artig eine theoretische Pruefung, danach ist alles vergessen.
    Kontrollen gibt es nicht!
    Frau Burmester spricht das Thema Eigenverantwortung an- ja, klingt super. Ich habe Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet und bin an meinen Kollegen verzweifelt. Ich hatte eine Kollegin, ich habe in den 3 Jahren der Zusammenarbeit nicht ein Mal gesehen, dass sie sich die Haende gewaschen hat. Sie hat sich auch nicht geduscht und entsprechend hat sie gerochen. War die Osteuropaeaerin! Hatte aber wohl eine deutsche Berufsausbildung - nur leider hat sie uns nie die Note, trotz mehrmaliger Nachfrage- mittgeteilt.
    Ja, ja, es fehlen die Kontrollen. Wir bezahlen lieber die Behandlungskosten des Erkrankten, der sich dann wundert und fragt, wie es ausgerechnet ihn treffen konnte.


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