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S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Pack die Perücken ein, Opa!

Verkleidungskünstler und Volksaufklärer - Günter Wallraff ist beides. Doch auch der Hape Kerkeling der Investigativrecherche ist nicht gefeit vor den Tücken des Alters. 69 Jahre alt ist er inzwischen. Er darf mit bestem Gewissen im Altenheim weiterrecherchieren.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...836441,00.html
  1. #10

    respektlos

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verkleidungskünstler und Volksaufklärer - Günter Wallraff ist beides. Doch auch der Hape Kerkeling der Investigativrecherche ist nicht gefeit vor den Tücken des Alters. 69 Jahre alt ist er inzwischen. Er darf mit bestem Gewissen im Altenheim weiterrecherchieren.

    Silke Burmester über Günter Wallraff und sein fortgeschrittenes Alter - SPIEGEL ONLINE
    Ich verstehe überhaupt nicht, warum Sie Frau Burmeister, diesen Mann so respektlos runtermachen. Was haben Sie denn schon bisher beigetragen, außer gehässige und belanglose Kolumnen zu schreiben? Herr Wallraf mag schon mal über das Ziel hinausgeschossen sein, aber das passiert wohl jedem, der sich beispielsweise für Gerechtigkeit einsetzt.

    Das gleiche haben Sie ja schon mal mit Herrn Grass versucht, dem es so offenkundig weder um seine Person ging, noch darum, ein Gedicht von literarischem Wert zu schreiben.

    Die Person anzugreifen ist die am meisten dumpfe Methode, das Anliegen dahinter zu demontieren.
  2. #11

    subtile Abwertung ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verkleidungskünstler und Volksaufklärer - Günter Wallraff ist beides. Doch auch der Hape Kerkeling der Investigativrecherche ist nicht gefeit vor den Tücken des Alters. 69 Jahre alt ist er inzwischen. Er darf mit bestem Gewissen im Altenheim weiterrecherchieren.

    Silke Burmester über Günter Wallraff und sein fortgeschrittenes Alter - SPIEGEL ONLINE
    Beim Lesen dieses "Briefes" an Wallraff kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass es eigentlich um etwas ganz Anderes geht.

    Wäre es nicht logisch auf die Zustände und einzelnen Schicksale der Menschen (hier bei General Logistics Systems, aber auch im Allgemeinen) einzugehen, die die "Methode Wallraff" verdienstvollerweise versucht in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken ?

    Sicher - aufgeklärt-kritische Zeitgenossen, die sich ihrer Empathie und so etwas wie des Kant'schen kategorischen Imperativs noch nicht völlig entledigt haben, wissen um diese Zustände oder erahnen diese und sie bereiten ihnen wahlweise Angst, Wut, Resignation oder Verzweiflung.

    Die SPON-Autorin aber redet über das Alter - nicht etwa der betroffenen Beschäftigten, sondern des Autors -, ergeht sich in Betrachtungen über die Medien, Hape Karkeling, die Sicht als Frau und dass man eben nicht mehr ganz fit (bei Verstand ?) ist - mit 69.

    Da hilft es auch nicht, dass sie sich zumindest verbal Nachfolger von Wallraff wünscht und einige Erfolge würdigt. Aber eben in Alten- und Pflegeheimen. In anderen Worten: er soll endlich gehen.

    Die mögliche Wirkung beim schnellen Lesen ist: der Autor ist zwar ok, seine Themen (waren) mal wichtig, aber gegenwärtig ist er nicht mehr so ganz befähigt - ergo können die diesmal beschriebenen Zustände vielleicht gar nicht so schlimm sein, zumindest nicht so wichtig.

    Nach dem direkten SPON-Artikel zu Wallraff - der ebenfalls mehr über den Autor reflektierte - ein weiterer Beitrag im SPON, der die Zustände ad acta legt und zur Tagesordnung übergeht.

    good job - well done.

    Oder habe ich die ironische laissez faire attitude a la Harald Schmidt Show nur falsch verstanden ?
  3. #12

    ...sich damit auch noch zu brüsten. Gratuliere!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verkleidungskünstler und Volksaufklärer - Günter Wallraff ist beides. Doch auch der Hape Kerkeling der Investigativrecherche ist nicht gefeit vor den Tücken des Alters. 69 Jahre alt ist er inzwischen. Er darf mit bestem Gewissen im Altenheim weiterrecherchieren.

    Silke Burmester über Günter Wallraff und sein fortgeschrittenes Alter - SPIEGEL ONLINE
    Werte Frau Burmeister

    Sie scheinen in Zeitgeschichte weniger bewandert zu sein, sonst würden Sie hier nicht billig den Wallraff abbürsten wollen.

    Wem, glauben Sie, reden Sie dadurch nach dem Mund?

    Sie lassen durchklingen, dass die Strapazen des Jobs, den Wallraff als Ausbeutung bezeichnete, in Wirklichkeit gar nicht so schlimm sind. Sie meinen, ein 49-Jähriger könnte das ohne Probleme leisten.

    Und sie relativieren damit die Kritik Wallraffs an den inakzeptablen Verhältnissen.

    Ihr Fazit: Alles nicht so schlimm. Und Wallraff sollte ins Altersheim, da kann er ja dann recherchieren, und zwar altersgerecht, ob die Zustände dort angemessen sind.

    Sie haben nichts verstanden, und bringen es fertig, sich damit auch noch zu brüsten. Gratuliere!
  4. #13

    Na, Frau Burmester? Ist das junge Gemüse wohl neidisch auf den Scoop? Oder gelangweilt ob der Aufdeckung der sich nicht ändern wohlenden sozialen Gemeinheiten?
    Ernsthalft jetzt: Was hat denn das Alter von Herrn Wallraff mit der Aufdeckung der Verhältnisse zu tun?
  5. #14

    Alter ist relativ

    Wie alt ein Mann ist, spielt in unserer Gesellschaft erfreulicherweise keine Rolle. Für Frauen sieht es leider anders aus. Für mich, etwas über sechzig, wäre eine Kolumnistin über 35 eine Oma. Die sollte sich lieb um ihre Enkel kümmern.
  6. #15

    Tralala-Journalismus

    Silke Burmester ist mir bisher nicht durch herausragende publizistische Erfolge aufgefallen. Durch Investigative Journalism schon gar nicht. Geschätzte 99 Prozent der deutschen Journalisten beschränken sich auf das Abschreiben von Pressemitteilungen der Unternehmen und der Bundesregierung (zu mehr bleibt die Zeit nicht). Deshalb ist mir Günter Wallraff schon noch ganz recht, auch wenn er etwas angestaubt wirken mag. Denn ansonsten hat die Medienlandschaft nur einen bunten unverbindlichen Tralala-Journalismus zu bieten, wie die Kolumnen von SPON beispielsweise.
  7. #16

    Altersdiskriminierung

    Wie konnte der Artikel die FSK überwinden? "Alter Sack" etc sind massiv diskriminierend, und da der Artikel keinerlei Distanz zu dem erkennen lässt, was diese Formulierungen ausdrücken, kann hier auch der Satire-Schutz nicht greifen. Artikel bitte löschen und schämen!
  8. #17

    .

    Zitat von Selamat2009 Beitrag anzeigen
    Silke Burmester ist mir bisher nicht durch herausragende publizistische Erfolge aufgefallen. Durch Investigative Journalism schon gar nicht. Geschätzte 99 Prozent der deutschen Journalisten beschränken sich auf das Abschreiben von Pressemitteilungen der Unternehmen und der Bundesregierung (zu mehr bleibt die Zeit nicht). Deshalb ist mir Günter Wallraff schon noch ganz recht, auch wenn er etwas angestaubt wirken mag. Denn ansonsten hat die Medienlandschaft nur einen bunten unverbindlichen Tralala-Journalismus zu bieten, wie die Kolumnen von SPON beispielsweise.
    Dies ist auch meine Meinung zum Großteil der heutigen Journalisten. Man bemerkt schon einen deutlichen Unterschied, wenn man mal wieder in alten Zeitschriften und Magazinen blättert. Da fällt doch auf, dass die generell viel mehr Biss hatten!
  9. #18

    ...

    Ich weiß nicht, was ich von Günter Wallraff halten soll.

    Einerseits ist er mir sehr sympathisch, mit seiner Chuzpe. Und seine Anliegen sind berechtigt. Andererseits ist er trotzdem irgendwie aus der Zeit gefallen. Seine Reportagen werden doch am Ende von einer satten Mittelschicht konsumiert, die sich dadurch besser fühlt. Ändern tut sich deswegen nichts. Die Wallraffsche Subversion ist außerdem eine analoge. Das Beleuchten der schlechten Arbeitsbedingungen von Paketdienstmitarbeitern ist schön und gut, aber im Detail lenkt es nur davon ab, daß 80% in diesem Land in irgendeiner Form ausgebeutet werden oder in prekären Situationen leben. Vom Studenten bis zum Rentner. Es geht auch nicht darum, die Arbeitsbedingungen im bestehenden System zu ändern, es geht darum, das System an sich zu ändern. Insofern, so traurig es ist, unterstützt Wallraff am Schluß noch das System, weil er es in seiner Gänze nicht in Frage stellt, weil er ein Teil davon ist und ja auch davon profitiert.

    Und ganz allgemein, Wallraffs Anliegen zielen auf eine Zukunft, die er in ihrer Konsequenz nicht mehr erleben wird, selbst wenn er 120 wird. Ältere Menschen mögen einen großen Erfahrungsschatz haben, aber irgendwann ist es auch mal an der Zeit, abzutreten. Die Plätze in der ersten Reihe freizumachen. Die Welt, so wie sie jetzt ist, leidet massiv darunter, daß sich alle möglichen Ü70 berufen fühlen ihre Visionen durchzusetzen. Man braucht sich nur die Greise überall anzuschauen, z.B. auch in Israel, z.B. auch bei uns, in allen möglichen Kirchen und Religionen etc. Daneben gibt es Millionen Jugendliche, denen keine Perspektive gegeben wird. Millionen Jugendliche, denen eine ausgebeutete Welt hinterlassen wird, weil sich wenige Alte über jedes Maß hinaus bereichern. Der Reichtum der Welt ist nicht nur geographisch höchst asymmetrisch verteilt, er ist es auch hinsichtlich des Alters. Alte Menschen sollten keine Milliarden besitzen, junge sollten es, um damit etwas zu tun, nicht nur, um sie auf irgendwelchen Konten zu horten und mit irgendwelchen Spekulationen Unglück zu produzieren.
  10. #19

    Recht hat sie.

    Über eineN NachfolgerIn vom Wallraff muss man sich schleunigst Gedanken machen. Was liegt näher in der heutigen Zeit, als mit einer Sendung bei RTL unter dem Titel "The next Gunther Wallraff" dIeN NachfolgerIn zu bestimmen.


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