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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Strampeln gegen das Sterben

Wir wollen nicht sterben - schon gar nicht in Würde. Wir krallen uns an das Dasein, weil wir wissen, dass danach nichts kommt. Leben und Tod sind wie eine schlechte Internetverbindung: Wer abtritt, reißt ein Loch in die Realität.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...835773,00.html
  1. #1

    Ziemlich großartig!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wir wollen nicht sterben - schon gar nicht in Würde. Wir krallen uns an das Dasein, weil wir wissen, dass danach nichts kommt. Leben und Tod sind wie eine schlechte Internetverbindung: Wer abtritt, reißt ein Loch in die Realität.

    Sibylle Berg über das Sterben - SPIEGEL ONLINE
    Kompliment, Frau Sibylle! Sie haben es auf den Punkt gebracht. Besonders das mit dem "Streiten im Regen". Wie heißt es noch bei den Fab Four? Life's too short for fussing & fighting!
  2. #2

    wie heißt es doch so schön: jeder will in den himmel kommen aber niemand will sterben
  3. #3

    das Wort zum Samstag

    genau
  4. #4

    Alle wollen alt werden aber keiner älter.

    Ach, und wo wir schon mal dabei sind, gibt's wirklich nix danach?
  5. #5

    ...

    Die Frage bleibt: Und was tun wir dagegen?

    Wir geben Milliarden für das Militär aus und für die Rüstungsindustrie, seltsamerweise vorgeblich, um unser Leben, unsere Freiheit zu schützen, nur daß am Ende Menschen tot sind, man also das Leben verkürzt.

    Mal ehrlich, um die Atombombe zu entwickeln gab es ein Manhattan-Projekt.

    Wo ist das Manhattan-Projekt, um den Krebs zu besiegen? Wo das Manhattan-Projekt, um das Gehirn zu erforschen und das Bewusstsein, und ob es nicht möglich ist, das technisch nachzuahmen, oder vielleicht den Geist in elektronischer Form zu erhalten? Wo ist das Manhattan-Projekt, das an sich nur den Tod erforscht, was genau im Augenblick des Todes geschieht, vielleicht ohne den Versuch, "die Seele zu wiegen", aber im Prinzip ähnlich. Forschung auf diesem Gebiet findet nicht statt, aus vermeintlicher Ethik, besonders ironischerweise von Leuten verprochen, der Kirche, die keine Ahnung hat von Nichts. Diese Leute wollen Gott verherrlichen durch das Preisen seiner Werke? Und können nicht mal Quantenmechanik. Wenn es darum ginge, den Tod als ultimative Krankheit zu bekämpfen, dann hat die Menschheit heute die besten Voraussetzungen, die es je gab. Nur nutzen sie vergleichbar wenige. Exzentriker. Eigenbrötlerische Wissenschaftler. Visionäre.

    Aber er einen LHC bauen kann, als Leistung eines gigantischen Teams von Wissenschaftlern, wer des Genom entschlüsseln kann etc. der könnte tatsächlich auf diesem Gebiet mehr erreichen. Als gebündelte, kollektive Kraftanstrengung.

    Natürlich müsste man dafür erst alle Politiker zum Teufel jagen und eine Technokratie einführen. Und ernsthaft anzufangen, die Probleme der Menschheit ohne Ansehen der Nationalität etc. zu lösen. Als erstes also weltweit das Militär abschaffen und sämtliche Gelder in die zivile Forschung stecken.

    Ach, allein, so vernünftig unvernünftig das klingt, es ist alles eine Utopie, weil der Mensch dumm ist, im Großen und Ganzen, und lieber Texte schreibt, um sein Leid zu klagen. Und weil sie sich alle selbst täuschen und täuschen lassen, durch Gott, durch Religion, durch angebliches Leben nach dem Tod...die Erklärungen sind zu billig, als das man sie erwähnen sollte.

    In dieser traurigen Widersprüchlichkeit liegt fast schon ein kleiner Funke Amüsement. Gott, wenn es ihn gäbe, würde schmunzeln.
  6. #6

    Und altern sowieso nicht !!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wir wollen nicht sterben - schon gar nicht in Würde. Wir krallen uns an das Dasein, weil wir wissen, dass danach nichts kommt. Leben und Tod sind wie eine schlechte Internetverbindung: Wer abtritt, reißt ein Loch in die Realität.

    Sibylle Berg über das Sterben - SPIEGEL ONLINE
    Wir wollen nicht sterben. Und die Angst vor dem Tod zerbricht uns nicht so sehr den Kopf wie viele Psychoanalytiker behaupten.
    Wie sonst könnte man sich die Respektlosigkeit mit der der Mensch durchs Leben rast -nicht nur mit dem Auto oder Fahrrad- erklären.
    Keiner scheint seiner Zerbrechlichkeit bewusst zu sein.
    Als junger Mensch glaubt man unsterblich zu sein und als älterer wird’s alles Mögliche versucht, um ewig zu leben.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wir wollen nicht sterben - schon gar nicht in Würde. Wir krallen uns an das Dasein, weil wir wissen, dass danach nichts kommt. Leben und Tod sind wie eine schlechte Internetverbindung: Wer abtritt, reißt ein Loch in die Realität.

    Sibylle Berg über das Sterben - SPIEGEL ONLINE

    Und dann kommen wir dahinter und es ist nur ein kleiner, lächerlicher Satz: Wir wollen nicht sterben.

    Das Leben ist doch erst erstrebenswert, wenn man bereit ist für etwas oder für jemanden zum Sterben bereit zu sein. Das können auch durchaus Kleinigkeiten sein.
    (Gehört doch zum 1x1 der (Facebook-)Sinnsprüche.)

    Für Was oder Wen, wärt ihr bereit zu sterben?
  8. #8

    Es gibt nichts danach

    Endlich mal ein Artikel, in dem einen nicht irgendeine religiöse Vorstellung von einem sogenannten "Leben nach dem Tod" aufgezwungen wird.
    Es gibt nichts nach diesem Leben. Deswegen ist es wirklich bitter, dass wir so viel Zeit mit nutzlosen Dingen verschwenden.
  9. #9

    ...

    Zitat von Multum Beitrag anzeigen
    Das Leben ist doch erst erstrebenswert, wenn man bereit ist für etwas oder für jemanden zum Sterben bereit zu sein. Das können auch durchaus Kleinigkeiten sein.
    (Gehört doch zum 1x1 der (Facebook-)Sinnsprüche.)

    Für Was oder Wen, wärt ihr bereit zu sterben?
    Für ewiges Leben wär ich bereit zu sterben :-).

    Ansonsten ist mir das zu pathetisch. Leben wird nicht erst durch den Tod schön. Das sind alles Beschönigungen. Das gehört zu der Sorte einlullender Botschaft, die noch nie etwas verändert hat. Wären alle Menschen immer schon vernünftig gewesen, dann säßen wir heute noch in Höhlen. Man kann es akzeptieren, daß man sterben muß, es bleibt einem ja auch wirklich nicht viel anderes übrig, aber man muß es sich nicht schönreden. Und die Menschheit muß es nicht für alle Zeiten akzeptieren. Sonst könnte man sich direkt fragen, warum man überhaupt sowas wie Medizin entwickelt hat. Das Endziel der Medizin ist die Überwindung des Todes. Wer etwas anderes behauptet, hat das Grundkonzept nicht verstanden.


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