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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Strampeln gegen das Sterben

Wir wollen nicht sterben - schon gar nicht in Würde. Wir krallen uns an das Dasein, weil wir wissen, dass danach nichts kommt. Leben und Tod sind wie eine schlechte Internetverbindung: Wer abtritt, reißt ein Loch in die Realität.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...835773,00.html
  1. #40

    Hinweis

    Wohl keiner ist zuständig für ein "Danach", wenn er gestorben ist. Allenfalls zu Lebzeiten für das eigene Leben, gegebenenfalls für das Sterben anderer. Ein evolutionäres Verständnis des Lebens ist vermutlich hilfreicher als jegliche religiöse Spekulation. Das braucht nur "Augen auf", und ein bißchen Mut. Würde dem "Hier und jetzt" sehr gut tun.
  2. #41

    Seit ich 4 Jahre alt bin freue ich mich auf den Tod. Das sind nun schon einige Jahrzehnte.
    Der Zustand der ewigen Ruhe ist mein angestrebtes Endziel. Ich freue mich über jedes kleine Blümchen und jeder Schmetterling, jedes zwitschernde Vögelchen bereitet mir Vergnügen. Diese Welt wurde perfekt geschaffen und ich liebe das Leben. Aber nur weil ich weiß, es hat ein Ende - irgendwann einmal ist Schluss der Vorstellung.
    Entweder ist dann ein Nichts und ich bin gewesen oder aber mein Herr und Gott erwartet mich. Beide Möglichkeiten gefallen mir!
    Tod, wo ist dein Stachel?
  3. #42

    Guter Hinweis!

    Zitat von blowup Beitrag anzeigen
    Natürlich gibt es ein Leben nach dem Tod. Der Witz dabei ist allerdings, dass wir dort in der Verfassung der letzten Jahre vor dem Tod ewig weiterleben. Also für die meisten: alt, gebrechlich, kurzsichtig etc..
    Ich muss daran denken, in meinem Testament zu bestimmen, dass Spazierstock und Brille mit mir begraben werden sollen!
  4. #43

    Echte Unsterblichkeit

    Echte Unsterblichkeit bedeutet auch ewig dienen. Unsterblichkeit ist sehr anspruchsvoll, die kann nicht jeder haben. Warum sollte jemand ohne besondere Aufgabe ewig leben dürfen? Das wäre völlig sinnlos. In Zukunft wird man sich eine Lebensverlängerung kaufen oder in eine virtuelle Welt versetzen lassen können (was aber nicht alles Probleme löst und neue schafft) oder man hat besonders gute Gene für ein biblisches Alter aber echte Unsterblichkeit kann es nur mit göttlicher Hilfe geben. Echte Unsterblichkeit gibt es für den Messias und ihn begleitende Erzengel und hohes natürliches Alter für besonders gute Menschen.

    Wer länger leben will, muss sich erstmal fragen, was er denn so viel gutes tut, als dass er das verdient hätte. Bisschen länger leben, um mehr Spass zu haben? Echt schwach; ist schon ganz gut, dass Hedonisten nicht ewig leben.

    Warum haben einige Menschen eigentlich ein Problem damit, zu sterben? Der Tod ist easy, nerven tut doch nur das drumherum: ggf. Schmerzen, ggf. gegen Gegner zu verlieren, eine unerledigte wichtige Aufgabe. Ansonsten wäre es mir völlig egal, plötzlich tot zu sein. Der beste Grund, Angst vor dem Tod zu haben, ist die Angst vor einem nächsten Leben.

    Ansonsten vermute ich, dass es den allmächtigen Gott und Wiedergeburt gibt. Und, freut ihr euch auf die Wiedergeburt? Die Sache ist die: Leben ist leiden (Buddhismus) und gerade wer dieses Leben zu wenig geleistet hat und zu viel Spass hatte, braucht sich nicht auf die Wiedergeburt zu freuen. Je länger ein schlechtes & fröhliches Leben währt, desto höher die aufgelaufenen Schulden. Tja, aber einfach aussteigen is auch nich, das Nirwana ist nicht leicht zu erreichen und niemals mit dem Wunsch, aussteigen zu wollen (Catch-22).

    Gibt es die Hölle? Weiß nicht, ich halte sie für unlogisch und vermute, dass schlechte Menschen im nächsten Leben bestraft werden. Nun können Böse nicht ganz zu Unrecht sagen: hahaha, who cares? Im nächsten Leben bin das nicht mehr ich, sondern wer anders. - Macht nix, die Bösen sind sowieso zu bedauern, selbst wenn sie in einem Leben mehr Spass gehabt haben sollten, so würde kein Guter mit ihnen tauschen wollen und das ist auch ein Unterscheidungskriterium.

    Vielleicht wird einem nach dem Tod sein nächstes Leben im Schnelldurchlauf gezeigt, vielleicht gibt es für Sünder die Wahl zwischen einem harten Leben zur Buße und einem neuen schlechten Leben und weiterer Anhäufung der Schuld? Vielleicht gibt es eine befristete Zeit, z.B. 72 Wochen, wahlweise im Fegefeuer oder im Paradies (man unterscheide zwischen "Himmel", in dem all landen und "Paradies"), bevor die "Seele" (eigentlich mehr die logische Verbindung zwischen mehreren Leben) ohne subjektive Wartezeitzeit wiedergeboren wird. Übrigens kann man sich durchaus überlegen, wie es sein könnte, wenn es einen allmächtigen Gott gibt, nämlich: wie wäre es perfekt?

    Whatever, ihr habt keine Wahl (göttliche Vorherbestimmung), enjoy the show. Aber auch wenn alles vorherbestimmt ist, so ist es doch auch folgerichtig. Vorherbestimmung ist wünschenswert, sichert sie doch eine gute Geschichte. Nun, wie denkt ihr jetzt? Nachdenklich geworden? Oder Verleugnung und euphorische Ablehnung im Überlegenheitswahn lächerlicher Überheblichkeit? (alles imho)
  5. #44

    Der Tag danach!

    Sterben an sich wäre nichts, wäre man am Tag danach nicht so kaputt.
    UND:
    Was lebt, stirbt, was stirbt, lebt ( noch)
  6. #45

    Meine Meinung

    Zitat von si-ar Beitrag anzeigen
    Warum nur sind alle so scharf auf ewiges Leben? Wenn ich daran denke wird mir schlecht. Oder gehen die Menschen mit dem Begriff Ewigkeit zu locker um?
    ....
    Man stelle sich vor, die Menschheit entwickelt sich weiter und ich bleibe in meiner Entwicklung irgendwann stehen, weil mein Körper bzw. Gehirn nicht mehr in der Lage ist, mit den Gegebenheiten mitzuhalten. Was würde aus mir ?
    Ein Neandertaler, den man zu seinem eigenen Schutz in ein Reservat seiner Zeit einsperren müßte.

    Welch grausige Vorstellung....
  7. #46

    Was bleibt

    Zitat von schlummi1 Beitrag anzeigen
    Sterben tun wir ja nicht, wir leben weiter in unseren kindern, zumindest die, die welche haben ( die keine haben auch, halt bei denen in der verwandschaft vorher, allerdings ohne eigenen einfluss).
    Das ist aber eine sehr verkuerzte Idee davon, was bleibt. Selbst fuer Herdentiere trifft es nicht zu, das Gene das einzige sind, was von Generation zu Generation weitergegeben wird.

    Was aus einem Menschenkind wird, ist doch nicht nur von seinen Eltern bestimmt. Selbst Erwachsene werden noch von anderen Menschen beeinflusst.

    Also keine Angst, unsere Spur verweht zwar, aber Juengere sind unserer Spur gefolgt und noch Juengere deren Spur. Was wir getan oder nicht getan haben, veraendert den Lauf der Welt im Speziellen bis in alle Ewigkeit, obwohl der Lauf der Welt im Allgemeinen doch noch der gleiche ist wie zu der Zeit, als der Prediger Salomo seinen Beitrag zur Bibel geschrieben hat.

    Viele haben das schon hier im Forum gesagt: Nehmt Euch doch alle selbst nicht so wichtig. Ihr habt keine Kontrolle ueber Euer Leben und ueber die Welt, vor dem Sterben so wenig wie danach. Geniesst, was Ihr findet und helft anderen dabei, auch schoene Dinge zu finden. Das ist schon alles.
  8. #47

    Zitat von Schiebetürverriegler Beitrag anzeigen
    Man stelle sich vor, die Menschheit entwickelt sich weiter und ich bleibe in meiner Entwicklung irgendwann stehen, weil mein Körper bzw. Gehirn nicht mehr in der Lage ist, mit den Gegebenheiten mitzuhalten. Was würde aus mir ?
    Ein Neandertaler, den man zu seinem eigenen Schutz in ein Reservat seiner Zeit einsperren müßte.

    Welch grausige Vorstellung....
    Das ist in der Tat das vielleicht beste Argument gegen "ewiges" Leben. Es würde keine Evolution mehr stattfinden und eine Spezies würde in ihrer Entwicklung stehen bleiben (Nachkommen kann man sich ja nicht leisten, wenn alle "ewig" leben). Das würde, wenn es realisierbar wäre, auf längere Sicht womöglich das Ende der menschlichen Spezies auf diesem Planeten bedeuten. Keine Weiterentwicklung = Keine Anpassung an sich verändernde Bedingungen.
  9. #48

    ...für jemanden sterben ist relativ billig...

    und so kann ich sie für ihre lebenskrise nur bedauern. ...die schwierigkeit besteht darin, für etwas oder jemanden zu LEBEN... aber notwendig ist das auch nicht: SEIN, WISSEN und WONNE sind die Motoren unserer Existenz. Wer mehr Angst vor dem Tod hat, als Freude am Leben ist zu bedauern, und genau diese Angst strahlen ihre Beiträge seit ihrer ersten Kolumne aus. Sie sind leider ein negativer Mensch, und ich empfehle ihnen den Job zu wechseln, sich spirituell zu entwickeln, und dann auf einem Okö-Bauernhof Gemüsebau zu betreiben. Das nähme ihnen die Angst. :-) (und uns diese unnötig neurotischen Kolumnen)
    ps.: dieser Ratschlag ist wirklich ernst und lieb gemeint!
  10. #49

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen

    ...Ein solches Verhalten kann mit Fug und Recht als Wahn bezeichnet werden, der aus der Verdrängung der Lebenswirklichkeit, also auch des Todes, resultiert. Das ist um so schlimmer, als sie damit anderen Menschen materielle Ressourcen und Lebenschancen entziehen - ein dummes, egoistisches Verhalten.
    Egoistisch sicher, aber dumm? Der Egoismus war schon immer überlebenswichtig. Wenn wir schon beim Wichtignehmen sind, warum nehmen Sie denn das wohl der Anderen so wichtig?

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen
    ...zwingt die Menschen zu einer pragmatischen Bescheidenheit, die ein wichtiges humanes Potential freisetzt: Sich selbst zugunsten anderer Menschen zurücknehmen, kurz Nächstenliebe.
    Und wenn wir schon bei den berühmten Philosophen sind, schonmal nachgelesen, was F. Nietsche von der Nächstenliebe hält? Oder war der nun nicht weise? Oder wer beurteilt das? Sie?

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen
    Davon ist unsere heutige Welt weit entfernt, ...
    Das hört sich ja fast nach einem Endziel an. Spricht da etwa ein Idealist?

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen
    Schon eine Verlängerung der Lebensspanne durch die Wissenschaft würde zu enormen Problemen führen und die Lebenschancen Anderer reduzieren oder gar zunichte machen.
    Zu enormen Problemen führt ja nun das Leben an sich schonmal. Wären die entstehenden Probleme grösser? Und wieder, warum nehmen Sie das Wohl der Anderen so wichtig?

    Im übrigen kann man Ihrem Text entnehmen, dass Sie keine Kinder haben.

    Grüsse

    Ixtlan








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