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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Sie finden sich furchtbar, und das zu Recht!

Ich rate Ihnen, brechen Sie schnell jede Beschäftigung mit Esoterik ab! Fast alle Gurus, Rückführungsgruppenleiter, Heiler, Seher, Rutengänger und Feuerspringer sind die Hedgefondsmanager 2.0. Hören Sie bloß auf, sich ständig nur mit sich selbst zu beschäftigen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...758594,00.html
  1. #1

    Exorbitant ;)

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Haben Sie sich schon einmal überlegt, dass es vielleicht kein Ego gibt, das es zu überwinden gilt, sondern dass Sie einfach kein Arschloch mehr sein wollen? Gute Idee. Dann hören Sie auf, sich mit sich selber zu beschäftigen. Gehen Sie in Kontakt mit dem Astralleib. Der wohnt neben Ihnen, verkehrt in Ihrer Familie, Sie arbeiten mit ihm zusammen...

    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...758594,00.html

    ... doch dann gibt es leider auch die anderen "Eperten"

    "Vielleicht sollten wir einfach die Bezeichnung ändern. Anstatt zu sagen: 'Ich möchte aggressiv auftreten' einfach 'Ich möchte mich für meine Träume engagieren.'"

    http://www.sueddeutsche.de/karriere/...lege-1.1087180
  2. #2

    Neue interessante Fragen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Man muss sich selber annehmen? Um Himmels Willen, warum denn!? Es geht doch auch ohne diesen ganzen Quatsch ganz hervorragend vorbei, das Leben.
    Die erste Frage die sich mir an dieser Stelle aufdrängte war, wissen die Betreffenden welches "sich" sie da annehmen wollen oder müssen sie auch dieses erst noch finden?

    Ich kann mich in dieses Thema nicht richtig reindenken, nicht hineinversetzen in die Gedankenwelt der Betroffenen.

    Denn meine zweite Frage ist, warum Menschen, die ihr ganzes Leben mit sich selbst zusammen sind, sich überhaupt von diesem Selbst lösen und auf Distanz gehen - sonst müssten sie es ja nicht annehmen müssen, sondern hätten es schon?

    Wieso ist es die Regel, dass Menschen während ihrer Sozialisation unkritisch Rituale, Regeln und Konformitäten übernehmen, sich daraus eine Lebenskulisse bauen und ihr Leben lang nur eine Rolle darstellen, ihre Träume und Ideale vergraben und damit ihr eigentliches Selbst leugnen?

    Das ist die interessantere Frage. Dass die Betroffenen irgendwann eine Diskrepanz zwischen der Identität ihrer Gedanken- und Gefühlswelt und ihrem gelebten Alltag bemerken, dass sie deshalb nach einer Brücke über die Kluft suchen, darin ist nichts Erstaunliches für mich zu finden. Dagegen ist die Ursache für diese persönlichen Dilemmata viel spannender zu hinterfragen. Was passiert mit Kindern, dass sie ihr Selbst verlieren?
  3. #3

    Sehr treffend!

    Liebe Sibylle,

    nach langer Zeit endlich einmal ein Artikel, der einfach den Nagel auf den Kopf trifft!

    Und Anonymität ist auch ein Grund für das Verhalten Vieler! Man schaue sich nur einmal in den Threads des SPON-Forums um. Die Arroganz gepaart mit Ignoranz in etwa 80% der Beiträge ist oft erschreckend.
  4. #4

    Gut gebrüllt, Löwin!

    Frau Sibylle, Sie haben mal wieder Recht.
    Meine Devise diese Eseltheriker betreffen ist: ihnen aus dem Weg gehen, den Typen mit einem "stadiongroßen" Ego und einer Herzensbildung aus dem Neckermannkatalog.
  5. #5

    Ganz einfach

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen
    Was passiert mit Kindern, dass sie ihr Selbst verlieren?
    Ganz einfach, sie wurden von Menschen geboren und aufgezogen, die ihrerseits ihr Selbst verloren und nicht wiedergefunden haben. Diktaturen über Jahrhunderte durch Feudalisten und Despoten auf allen Ebenen erzeugen orientierungslose Menschen, die leicht zu beeinflussen sind. Das Interessante dabei ist, dass dies immer so gewollt war und es heute noch ist.

    Schauen wir uns die Welt doch an, dann wissen wir auch, warum 80% der Leute eigentlich therapiebedürftig sind.

    Anwesende natürlich ausgenommen... *gniggl*
  6. #6

    Das Übelste...

    ...an den Esofuzzis ist die systematische Vernebelung des Denkens. Es gibt keine Grenzen von Begriffen mehr, alles wabert ineinander über, es gibt keine Ursachen und Wirkungen mehr, kein Gut oder Schlecht, keine Logik, keine Klarheit -- und wenn man danach sucht, ist man "verspannt". Und in diesem Nebel, den sie überall verbreiten, liegt ihr Biotop; da machen sie auch Geschäfte.

    Frau Sibylle schreibt: "...weil er ein Problem hat. Vielleicht Krebs..." Das isses ja: Da kommen die Esoteriker an und haben auch eine "Lösung", sie legen der Person irgendein Steinchen sonstwohin (das sie ihm zuvor verkaufen) oder tun ihm eins ins Wasser, das daraufhin seine "Schwingungen verändert" und irgendwas heilen soll -- und wenn die Person dann doch an Krebs stirbt, war sie irgendwie selbst schuld, weil zu unentspannt.

    Mööönsch, wenn ich bedenke, dass ich anfangs Frau Sibylle auch für sowas Verhuschtes gehalten habe...! Inzwischen wird sie beinah zu meiner Lieblingskolumne ;-)
  7. #7

    Vielen 1000 Dank!

    Ich habe schon einige Freunde an "buddhistische" Einrichtungen verloren. Der Unterschied zu den Seelenfängern unserer Amtskirchen ist ein marginaler. Aber die Exotik scheint ein besonderes Heilsversprechen bereit zu halten.
    Arme, verwirrte Kreaturen!!!
    Danke für diese Kolummne, habe sie gleich an die entsprechenden Adressen weitergeleitet ;-)
  8. #8

    Leider immer noch eine Goldgrube...

    ...zwar schon etwas ältere, aber die Intention scheint zeitlos...

    :-)

    Werden Sie Guru..

    Eine Geschäftsidee

    Es klänge wohl zynisch, den viereinhalb Millionen Arbeitslosen in Deutschland zuzurufen: Was wollt ihr? Es gibt Tausende von Stellen! Das Geld liegt auf der Straße!

    Und doch ist es nichts als die Wahrheit.

    Wer familiär ungebunden ist, sich bereit erklärt, gegebenenfalls auf eine sonnige Insel umzuziehen, wer mehrere Stunden lang lächeln und glücklich wirken kann und Lust hat, viel Geld zu verdienen, der sollte umgehend sein Glück als Unternehmer in die eigenen Hände nehmen und freischaffender Guru werden.

    Zunächst ein Blick auf den Markt: Die klassische und für das Umsatzziel interessanteste Klientel des freischaffenden Gurus ist eindeutig die Gruppe der Besserverdienenden, der Akademiker, der Intellektuellen. Millionen solcher Individuen warten allein in Deutschland darauf, von einem Guru angesprochen zu werden. Doch der gewöhnliche Kleinguru kann in aller Regel nur dreißig bis fünfzig "Anhänger" versorgen.

    Die am Berufsbild des Gurus besonders interessierten Sektenbeauftragten der Kirchen gehen von etwa 300 solcher Kleingurus bundesweit aus. Das bedeutet, daß maximal 15 000 Besserverdienende in Deutschland von kleinen Gurus betreut werden können. Auch wenn Groß- oder Supergurus wie L. R. Hubbard (Scientology) oder Gabriele Wittek (Universelles Leben) hinzugerechnet werden, muß doch von einer eklatanten Guru-Unterversorgung gesprochen werden. Mit anderen Worten: Hier besteht eine Marktlücke.

    Dazu kommt: Seit etwa zehn Jahren nimmt die Nachfrage nach Gurus überproportional zu.

    (...)

    Zum guten Schluß noch eine Warnung. Es besteht immer die Gefahr, daß der Guru selbst Opfer seiner eigenen Suggestionen und Weltuntergangsphantasien wird. Das ist unprofessionell und kontraproduktiv im Sinne der Geschäftsidee.

    Quelle und ganzer Artikel: http://www.sektenausstieg.net/zeugen...edien/505.html

    :-)

    ~~°~~
  9. #9

    Oh ja Frau Berg,

    danke, dass Sie mal wieder klartext reden. Sie haben ja so recht. Und all die Mystiker der vergangenen Jahrhunderte, die ihr Leben mit Meditation und dem Erforschen spiritueller Bereiche verbracht haben, sind nichts als ein Haufen Vollidioten gewesen. Darum sollte man sie auch alle in einen Topf mit Schweizer Käse werfen. Jesus, Buddha, das Tao, Mohammed, Franz von Asisi: alles Totalverblender, entbehrend jeder Grundlage. All das Gebrabbel von Gott, von Seele, von höhreren Regionen und VOR ALLEM dieses wideriche Geheule nach Erlösung, wenns ans Sterben geht. Man muss doch mal Schulss machen mit dem Quatsch in dieser aufgeklärt matriellen Zeit. Solche Betrüger gehören MINDESTENS ans Kreuz genagelt, wenn nicht mehr.
    Vielen Dank, Frau Berg, dass Sie Ihre wertvollen Erfahrungen an die Leser immer wieder weitergeben.


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