Wie kann es sein, dass die Morde der Zwickauer Rechtsextremen so lange unbemerkt blieben? Und was kann man tun, damit sich so etwas nie wiederholt? Wer einmal kurz in seiner Empörung innehält und sich nicht von der nächsten Katastrophe ablenken lässt, weiß, dass wir Verbote brauchen.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...799932,00.html
danke für die - überflüssige - empfehlung.
ließe sich das ns-herrschaftssystems sinnvoll als 'sozialistisch' beschreiben, wäre mir das ebenso recht, da ich weder sozialist noch an irgendwelchen dogmatischen geschichtsanpassungen interessiert bin.
eine solche charakterisierung gilt in der seriösen forschung aber als (ideen)historisch unzutreffend, entsprechende vergleiche als analytisch unfruchtbar.
daher nur soviel:
hitler hat der staatssozialistischen und antikapitalistischen emphase strassers gegenüber unmissverständlich klargestellt, dass er eingriffe in den kapitalistischen produktionsmodus für "wahnsinn" und enteignung und staatliches mitbestimmungsrecht für unzweckmäßig hielt (vgl. joachim fest: hitler. eine biographie, s.392). und programm der nsdap war, was hitler ausgab ('führerprinzip').
das wirtschaftskonzept stand "spätestens nach abschluss der strasser-kontroverse und der endgültigen etablierung der führerschaft... 1926 fest auf dem boden kapitalistischer besitzverhältnisse." (avraham barkai: das wirtschaftssystem des ns, s.32). oder wie es ab 1928 im 'unabänderlichen' parteiprogramms heißt: "die nsdap (steht) auf dem boden des privateigentuns." (zit. n. ebd.).
wie schon gesagt, das ns-regime war ein autoritärer führerstaat und wies entsprechend auch 'staatssozialistische' züge auf. seine umstandslose einordnung als 'sozialistisch' ist von der historischen realität und dem selbstverständnis der nazis aber weit entfernt.
dass eine solche einordnung immer wieder versucht wird, hat selbst recht durchsichtige ideologische (und in dtld. wohl auch 'kollektivpsychologische') gründe.
Was Sie sehen oder auch nicht nicht Ihre persönliche Sicht der Sache. Ihre Antwort hatte ich sehr wohl in diesem Kontext gesehen und auch beantwortet, das Sie das nicht erkennen wollen ist, ich wiederhole mich ungern, Ihre Sache.
Klar Himbeeren schmecken ja auch irgendwie wie Erdbeeren, alles das Gleiche.
Also DER deutsche Bürger. Das ist nett. Sind Sie das?
Glauben Sie wirklich, diesem wird überhaupt nicht zugehört? Das glaube ich aber doch. Es ist ja auch erst ein Jahr her, dass wir fürchterliche Angst hatten vor islamistischem Terror, versteckelt in Weihnachtsmannsäcken. Und wir haben noch immer kein Problem mit Muslimen. Stört das wen?
Ich beschuldige niemanden. Dazu fehlen mir die genauen Kenntnisse der Fakten.
Aus Erfahrung bin ich aber misstrauisch, wenn tröpfchenweise Informationen freigegeben werden. Vieles ist unglaubwürdig.
Aus der Geschichte wissen wir, dass die Wahrheit oft erst später das Licht der Welt erblickt hat.
So haben angeblich die Kommunisten den Reichstag angezündet, polnische Soldaten den Sender Gleiwitz überfallen und der Irak hatte Massenvernichtungswaffen. Haben nicht irakische Soldaten Säuglinge aus den Brutkästen auf die Straße geworfen?
Jetzt sollten 2, unter seltsamen Umständen ums Leben gekommene Männer, alle bisher ungeklärten Morde begangen haben.
Der Bundespräsident wollte sogar deswegen im Bundestag eine Gedenkfeier organisieren. Wohlgemerkt nicht für gefallenen Soldaten!
Sie sollten NPD-Mitglieder nicht mit Schreibtischtätern der Nazizeit vergleichen.
Zur Erinnerung: Schreibtischtäter, wie zum Beispiel Eichmann, haben Massenmorde organisiert und geplant.Sie haben damals aktiv die Vernichtungsmaschinerie unterstützt.
Die allermeisten Parolen der Rechtsradikalen" würde ich als "Hurrapatriotismus" bezeichnen. Im zusammenwachsenden Europa ein Anachronismus, aber keine Straftat.
Die Wiedervereinigung ermöglichten die Demonstranten der DDR, sowie Gorbatschows Politik und die USA, nicht die Sowjets oder die SED-Führung. Die Wiederverinigung wurde auch durch den Bankrott der UdSSR und der DDR möglich, sowie durch ihren gesellschaftlichen Zusammenbruch.
Das sind sie auch. Ihr Vergleich verharmlost die Schrecken des Schreckensregimes der UdSSR, sowie die Gulags. Weder in Guantánamo, noch in Abu Ghuraib werden/wurden vorsätzlich Menschen umgebracht, bzw. ausgehungert.Ironie der Geschichte, ca. 40 Jahre später gibt es Guantanamo und Abu Ghuraib, organisiert von dem Land, das besser sein wollte als die UdSSR.
Völkermorde gab es auch im Osten, die UdSSR ist dafür ein gutes Beispiels, sowie im Orient und der Antike. Das hat nichts mit dem Kapitalismus zu tun. Außerdem geht es um die Zeit nach dem 2. WK.Das "G20" hier als Synonym für Kapitalismus und Kolonialismus steht, ist Ihnen aber schon klar, oder?! Und die hatten nie was mit Concentration Camps (Briten) und Völkermord (Herreros usw.) zu tun?
Sie wollen doch nicht im ernst Patriotismus mit Nationalismus und den rechtsradikalen Parolen der NPD vergleichen? Das verharmlost die NPD und kriminalisiert Patrioten. Patriotismus ist die Liebe zum eigenen Land, ohne die kein Staat auf Dauer lebensfähig ist. Nationalisten erheben ihr Land über andere. Das sind wesentliche Unterschiede.
Allgemeiner Patriotismus ist in fast allen EU-Länder der Normalfall.
Ein Verbot? Das ist doch albern! Es gibt keinen ideologischen Überbau, der nicht second hand wäre. Es gibt keine beeindruckende Ästhetik und es gibt schon gar kein Marketing, das gefährlich werden könnte. Wo es Straftaten gibt, ist zu bestrafen. Selbstverständlich.
Wenn aber eine neue nationale Ideologie in faszinierender Überwältigung erschiene, würde wohl das Subalterne, wie eh und überall, sich um die Drecksarbeit kümmern. Wie wollen Sie dem vorbeugen. Mit einem Verbot dessen, was unausrottbar ist: das stets präsente Subalterne?
Nein, es war David Hasselhoff. Manchmal wünsche ich mir auch, so eine naive Sichtweise zu haben - wenn Gorbatschow als Generalsekretär der KPdSU (die UdSSR/Sowjetunion gab es noch) "Nein" gesagt hätte, wären wir immer noch geteilt. Da hätten die in der DDR so viel demonstrieren können wie sie wollen, ein US-Präsident hätte so viel reden können wie er will.
Nein, weil sie jeder kennt, da gibt es nichts zu verharmlosen. Sie verharmlosen die Taten und die Politik der USA, weil Sie darauf verweisen, dass ja in der UdSSR alles viel schlimmer war. Die Vertreter einer angeblichen Demokratie und dem angeblich freiesten Land der Welt, dürfen so was wie Guantanamo und Abu Ghuraib gar nicht erst zulassen. Zumal die USA ja selbst von sich glauben, das Gute zu vertreten.
Ach so, den Kapitalismus gab's erst nach dem 2. WK? Na gut, die ca. 3 Millionen Toten des Vietnam-Krieg zählen Sie aber?
Der letztendlich auch geführt wurde, um sich geostrategische Vorteile zum Wohle des Kapitalismus zu verschaffen! Und die Hunderttausend Toten des Irak-Krieg auch, oder? Der Irak-Krieg hat auch nichts mit Kapitalismus (Öl?)zu tun? (Die vielen kleinen Stellvertreterkriege für die USA lasse ich hier mal weg).