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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Liebe Welt, mir graut's vor dir

Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...831015,00.html
  1. #1

    so ist das nun mal

    ... ach Sibylle, gräme Dich nicht. So ist das nun mal. Auf diesem Planeten haben wir so ca. 80 Jahre • 300 = 24.000 Tage und danach gehts zurück, dahin wo wir vor unserer Geburt sowieso schon die ganze Zeit waren.
    Wünsch Dir trotzdem einen schönen Tag
    Christian
  2. #2

    Nichts Neues - nur heute

    Was hier beschrieben wird sind keine "neuen Entwicklungen". Das "Grauen" hat zu allen Zeiten existiert. Nur heute liefert man es uns zu jeder Tageszeit live auf den Bildschirm. Was wusste der Mensch vor 50 Jahren vom Sudan? Nichts. Was wusste der Mensch vor 100 Jahren von der Nachbarstadt? Das, was er in der Tageszeitung las (meist in der einzigen, die es gab).
    Glaubt man beispielsweise den Statistiken, dann gibt es heute weniger Kindesmissbrauch, als noch vor 20 Jahren. Subjektiv haben wir aber eine ganz andere Wahrnehmung, weil vor 20 Jahren kaum jemand darüber sprach, während es heute eben "Thema" ist.
    Die Welt ist nicht schlechter geworden - wir wissen nur mehr darüber...
  3. #3

    Meine Frage

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.

    S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Kolumne von Sibylle Berg - SPIEGEL ONLINE
    diesen Artikel lesend:Es heisst ,der Mensch ist ein soziales Wesen. Ist er das wirklich,oder waere er es einfach nur gerne?Dem Geanken,dass der Mensch zu jeder Zeit dachte,das Leben waere fuerchterlich,stimme ich auch zu.Und es wird weitergehen,wohin es fuehrt,werden unsere Nachfahren wissen.os
  4. #4

    BILD dir das Grauen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.
    Besonders grauslich ist das negative BILD in deutschen Medien.
    Da erscheint selbst eines der wohlhabensten Länder voller Armut und Not. Kein Monat vergeht ohne den Weltuntergang zu verkünden.
    Kein Wunder also, dass die Menschen in "German Wonderland" unglücklicher sind als in vielen anderen Ländern, selbst unglücklicher als in Burkino Faso, wo die meisten mit weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen!
    Warum das so ist - dort können die Leute nicht lesen!
  5. #5

    Ich halte das, was in dem Beitrag zur Sprache gebracht wird,

    tatsächlich für ein Problem unserer Zeit. Wir werden mit Informationen zu unterschiedlichsten Themen und Bereichen konfrontiert, ohne das diese einen Bezug zu unserem eigenen Leben haben, wir selten eine Möglichkeit zur Reaktion haben, was Ohnmacht auslösen kann, "ich kann eh nichts ändern", und auch eine gewisse Verrohung der Sitten insgesamt befördern kann, wenn es überall noch sittenloser zugeht, warum soll ich mich gerade hier vernünftig verhalten...
    In abgeschlossenen Systemen ohne Außenkontakt ist es relativ einfach, die Werte, Normen, Gesetze und Verhaltensregeln aufrecht zu erhalten, der Einfluß von außen ist so stark begrenzt, man kennt es halt nicht anders (siehe z.B. Nordkorea). Solche starren Strukturen können nur durch Isolation aufrecht erhalten werden, die Begnung mit anderen Kulturen, anderen Verhaltensweisen, anderen Wertesystemen führt dazu, dass das eigene Wertesystem sich bewähren muss, sonst läuft es Gefahr, durch andere Wertesysteme abgelöst zu werden.
    Und das teilweise Chaos auf unserer Welt mit dem wir uns mehr oder minder täglich auseinander zu setzen haben, führt auch dazu, dass wir unsere eigenen Koordinaten überprüfen, unser Wertesystem in Frage stellen, es sich festigt und /oder sich verändert.
    Noch vor wenigen Jahrhunderten war die Welt der meisten Menschen, ihr Wissen davon, auf ihre Region, ihren Lebensbereich beschränkt. Das bot Schutz, aber beförderte auch oft eine einseitige Weltsicht. (Hinterwäldler). Wir heuten wissen können viel mehr über die Komplexizität unserer Welt wissen, heute kann man fast sagen, die Welt ist "ein Dorf", wir erhalten Informationen aus dem letzten Winkel der Erde.
    Letztlich kommt es darauf an, wie wir heute und in Zukunft mit diesem Wissen umgehen.
  6. #6

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.

    S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Kolumne von Sibylle Berg - SPIEGEL ONLINE
    "Da versteht man jeden, der in Religionen flüchtet, in Sekten, irgendwelche Gruppierungen, da die Anhänger die Köpfe geneigt halten und in die matte Sonne blinzeln."

    Das kann ich leider nicht verstehen. Solche "Fluchmöglichkeiten" sind etwas für Realitätsverweigerer und Feiglinge. Wer hat denn behauptet, dass das Leben ein dauerhaftes Vergnügen sei. Wir als Generation ohne den direkten Einfluss von Kriegen (ich bin Jahrgang 1986 aber letztlich betrifft es in Deutschland ja bereits die Jahrgänge ab 1950) kennen die Schmerzen eines solchen Ereignisses nicht mehr und suchen irgendwo anders nach Dingen, an denen wir zerbrechen können. Hauptsache wir können zerbrechen. Man sollte diesbezüglich seinen Horizont erweitern. Wir jammern und meckern (bei vielen Dingen zurecht) auf sehr hohem Niveau und wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf Dinge, die keine Aufmerksamkeit verdienen während andere Wichtigkeiten in der Dunkelheit verschwinden oder wir sie sogar absichtlich ignorieren. Ich jedenfalls kann nicht in Depressionen verfallen. Ich habe ein Dach über dem Kopf. Ich kann (wenn ich will) 3 mal am Tag ausführlich essen. Ich verfüge über ein geringes Einkommen und kann mir dennoch mehr leisten als die meisten Inder und Chinesen. Ich gehöre, global gesehen, zu den oberen 10 % und kann mich deswegen eigentlich nicht beklagen. Natürlich hat die Autorin recht, dass etwas in diesem Land, in der westlichen Welt, gehörig schief läuft und das man daran kaum etwas ändern kann, verstimmt auch mich gelegentlich. Da ich es nicht ändern kann, versuche ich es zu ignorieren und meinen eigenen Weg zu gehen.
  7. #7

    Liebe Welt, mir graut vor Dir

    Wenn ich Depressionen habe - nach den Nachrichten - hast Du Recht, wenn es mir gut geht, seh ich das, was jedes Jahr wirklich vor meinen Augen explodiert: den Frühling.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.

    S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Kolumne von Sibylle Berg - SPIEGEL ONLINE
    Wie sagt der Buddhismus? Wir befinden uns so lange in dieser Schleife, bis uns die 'Erleuchtung' erlöst...
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.

    S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Kolumne von Sibylle Berg - SPIEGEL ONLINE
    Arme Frau Sibylle, dieser Schwermut des Atlanten, der denkt die Welt tragen zu müssen überkam mich auch schon.
    Heute weiss ich, das geht nicht.
    Der Hosentaschenkonfuzius hat mir geholfen.
    Der Weg ist das Ziel.
    Man darf nicht paternalistisch, Verzeihung: maternalistisch, versuchen für alle Andere zu entscheiden ihnen die Welt zu retten, dabei muss man ja scheitern und vergramen. Man muss nur für sich selbst die gefühlt richtigen Entscheidungen treffen um seinen eigenen Mikrokosmos in der Balance zu halten und diesen vielleicht sogar zu verbessern. Dann streut dieser Mikrokosmos einem gutartigen Tumor gleich vielleicht in den Makrokosmos.
    Die Welt ist grauenvoll, das muss man akzeptieren. Erst dann kann man glücklich sein, auch an den kleinen Dingen des Lebens.


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