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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Liebe Welt, mir graut's vor dir

Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...831015,00.html
  1. #30

    eigentlich ganz einfach!

    ...es gibt eigentlich einen ganz einfachen weg wieder seine 'ruhe' zu finden: ....TV u. Radio abdrehen, Zeitungen abbestellen und Internet kappen!! mfg, edi herz (...lebend auf dieser besagten insel)
  2. #31

    Resignation wird hier mit Weisheit gleichgesetzt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer jung ist, kann an die Veränderung glauben. Kann im hormonell umnachteten Tunnelblick mit Flashmobs, Empörung und Internetaktionen an die Weltrettung glauben. Der ältere Mensch weiß um die Unsinnigkeit der meisten Proteste, bleibt zu Hause.
    Nur gut, dass die Menschheit nicht ausschliesslich aus abgeklärten älteren Menschen besteht, sonst säßen wir nach dieser Denkart noch auf Bäumen oder fristeten unser Dasein noch immer in den Höhlen der Eiszeit. Jeder Wille bzw. Glaube an Veränderung ist demnach nur Illusion und bringt somit keine Besserung - nach der Lehre der Abgeklärten. Der naive Blick, der an die Kraft der Veränderung Glaubenden bewahrte mich (uns) vor einer drögen Höhlenmenschenexistenz.
    Immerhin! Das ist doch auch schon was.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der ältere Mensch weiß um die Unsinnigkeit der meisten Proteste, bleibt zu Hause.
    Nein, er hat nur aufgegeben und redet sich das ein, um seine eigene (Mit)Verantwortung für diese Welt abzulehnen, zu leugnen. Resignation wird hier mit Weisheit gleichgesetzt. Das ist unzulässig!
  3. #32

    Schon Udo Jürgens wußte...

    ... und immer, immer wieder geht die Sonne auf ...
    Daran wird der Mensch mit all seinen selbst erschaffenen Problemen jedenfalls nicht ändern können.
  4. #33

    Zitat von mr.feelgood Beitrag anzeigen
    Schließen Sie etwa auf irgendwelche Zusammenhänge zwischen
    Universum und den Vorgängen auf der Erde, die durch Menschen
    ausgelöst werden?
    Selbstverständlich.
    Der Mensch ist gespalten, er verdrängt es nur.
    Durch eine Verdrängung des Seinszustandes hin zu einer Illusion,
    kann es hier jedoch nicht besser werden, mit dem Menschen.
    Der Rest passt ja.
  5. #34

    Besinnung tut not

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.

    S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Kolumne von Sibylle Berg - SPIEGEL ONLINE
    Ach Frau Berg, warum so pessimistisch? Regnet es in Zürich oder ist es die Midlife-Crisis? Da geht es den Deutschen viel besser, sie wissen dank Kanzlerin Merkel, dass es "Deutschland gut geht". Ganz Deutschland? Aber lassen wir das.

    Wir Bürger sind nicht dem ganzen Unbill dieser Welt ausgesetzt, sondern lediglich den "Schreckensmeldungen" darüber und auch nur, wenn man sich diesen aussetzt. Viele ignorieren diese Informationsflut, entweder aus Desinteresse oder um sich zu schützen.
    Nicht wenige jedoch brauchen schon am Morgen den Kick bei Gipfeli und Kaffee, um sich mit wohligem Grauen zu vergewissern, dass es ihnen doch vergleichsweise gut geht. Die Medien verdienen nicht nur viel Geld mit ihren Sensationen, sondern erfüllen auch den für die Herrschenden wichtigen Auftrag, die Masse dergestallt zu befrieden.
    Der Mensch braucht eben den drastischen Kontrast, damit er allzeit willig und dankbar im Hamsterrad rennt.

    Interessant, Frau Berg, ist ihre Überlegung, dass es wohl auch an Alter und Erfahrung liegen könnte, wenn sich die Grautöne in unserer Wahrnehmung der Welt verdichten. Die Hormone spielen in der Tat eine wichtige Rolle bei diesem nicht gerade seltenen Phänomen. Solange der Mensch hormongeschwängert aus der Wäsche kuckt, erscheint ihm die Welt in satten Farben, es mangelt ihm nicht an Antrieb und Lebenssinn. Ausnahmen, oft krankheitsbedingt, bestätigen wie immer die Regel.
    Hinzu kommt die bewusste und mitunter beängstigende Erfahrung des Alterns, am Lebenshorizont taucht irgendwann das bevorstehende Ende auf. Gut nur, dass wir nicht wissen, wann genau wir entmastet und schiffbrüchig in den letzten Hafen einlaufen, um uns aufzulösen.

    Die gesamte Problematik des menschlichen Daseins und Todes hat freilich auch damit zu tun, dass ausgenommen in den alten asiatischen Kulturen dem Kult des (erfolgreichen) Individuums gefrönt wird. Mit anderen Worten: Wir nehmen uns viel zu wichtig als Menschen. Faktisch sind wir Teil eines grossen Ganzen wie die gesamte Natur. Diese Seinsvergessenheit ist kulturell in den monotheistischen Religionen begründet, die auch dem Kapitalismus den Boden bereitet haben, dessen Triebfeder der Egoismus ist.

    Notwendig wäre also eine Besinnung auf das Wesentliche der Existenz, den menschlichen Tod eingeschlossen: Liebe zu Menschen, Tieren und Pflanzen, Bescheidenheit statt Masslosigkeit, Gemeinschaft statt egoistischem Kampf, Vernunft statt kruder Zweckrationalität, Gelassenheit und vieles mehr.
    Hermann Hesse hat einmal gesagt, dass die Menschen in Wahrheit unendlich mehr miteinander verbindet, als was sie vermeintlich voneinander trennt. In diesem Sinne allen einen schönen Tag.
  6. #35

    Wer resigniert verliert

    Nicht verzagen - die Welt ist schon dabei, besser zu werden. Man kann im Internet einiges erreichen und gerade eine S.P.O.N.-Kolumnistin kann doch etwas tun - Sie tun zu wenig für eine bessere Welt! (imho)
  7. #36

    Ja Sie haben recht unser Leben ist fremd geworden und vor allem kompliziert - alles was früher einfach war wird so lange verbessert im Internet bis man gar nicht mehr weiss wie es eigentlich geht. Aber nicht verzweifeln den anderen Müll bekomme wir kostenlos ob wir wollen oder nicht. Heute gibt es kein Erdbeben dafür haben wir den Bauch von Julia (isst sie schon wieder). Mein Receiver hat gestern den Geist aufgeeben und das ist dann real.

    Danke.
  8. #37

    Sybille´s Welt

    Ausgezeichnete Sybillenweltbetrachtung. Der Knackpunkt ist, wir erfahren heut so viel über die Weltsituation, dass wir sie nicht mehr mit unserer persönlichen zur Deckung bringen können. Diese gewaltige Kluft macht ohnmächtig, ohne Hoffnung auf Besserung.
    Da schätze ich doch die erbaulichen Kleinigkeiten des Alltags, die mir die Welt wieder zurechtrücken. Wie zum Besispiel Sybille´s Kommentare, die mir jedesmal " du bist nicht allein" zuflüstern.
  9. #38

    Warum so pessimistisch?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Missbrauchte Kinder, gnadenlose Despoten, arme Alte: Wie sollen wir umgehen mit all den Schreckensmeldungen, die pausenlos auf uns einprasseln? Wer jung ist, kann hoffen und demonstrieren. Aber wenn die Haare erst einmal grau werden, bleibt die Welt grauenvoll.

    S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Kolumne von Sibylle Berg - SPIEGEL ONLINE

    Die Welt war schon immer nur aus der Ferne schön und blau. Seitdem die Menschen auf ihr herumlaufen, gibt es Mord und Totschlag. Allerdings erfahren wir in Zeiten von Masseninformationen überhaupt davon.

    Was hat das mit dem Alter zu tun? Welche Jugendlichen sind heute noch so blöde und glauben an die Rettung unserer Spezies? Als Alte werde ich einen Teufel tun und bitter werden. Warum auch?

    Mit über 50 teile ich meine Kräfte gut ein, lasse Nachrichten möglichst weg und schaue - wenn überhaupt - nur aus meiner Sicht erquickliche Sendungen im TV. Da ich nicht mehr vorhabe Kanzlerin zu werden, oder irgendeinen bekloppten Riesenkonzern zu leiten, reicht das völlig aus. Die köperliche Talfahrt kann man mit guter Ernährung und etwas Sport gut aufhalten. Bloß nicht im Sessel verbittern und verfetten....
  10. #39

    Strategie

    Zitat von MrStoneStupid Beitrag anzeigen
    Nicht verzagen - die Welt ist schon dabei, besser zu werden. Man kann im Internet einiges erreichen und gerade eine S.P.O.N.-Kolumnistin kann doch etwas tun - Sie tun zu wenig für eine bessere Welt! (imho)
    Tja, was kann man tun? Meine Antwort wäre: Bei sich selbst anfangen, den eigenen Idealen treu bleiben und sich um den Rest nicht gross zu kümmern. Letztlich kommt man dann zur Einsicht, dass das einzig machbare das eigene Seelenheil ist und mit dieser Einsicht kann man es auch in dieser Welt noch halbwegs glücklich und zufrieden aushalten.


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