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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Grauenhaftes Rauschen des Rechthabens

Das Universum ist von einem Grundrauschen der Rechthaberei erfüllt: Jeder ist davon überzeugt, dass seine Sichtweise die richtige ist. Am gefährlichsten aber sind die, die auch noch wissen, wie alles besser zu machen wäre.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...801398,00.html
  1. #80

    Es ist nicht die Zeit für Toleranz

    Wir stehen vor der Überkatastrohe, da kann mann nicht einfach andere Meinungen tolerieren.Schließlich geht es um die Existenz.
    Hatten wir glaub ich vor 70 Jahren schon mal.
    So und jetzt muss ich weiter die Welt retten.....
  2. #81

    Gelassene Amerikaner?

    Zitat von WolfHai Beitrag anzeigen

    Ich habe in den USA gelebt, da gibt es das natürlich auch, aber es ist nicht so schlimm. Dort lassen einem die Menschen mehr Raum für eine eigene Sichtweise, auch wenn sie nicht die ihre ist. (In einigen Bereichen geht es dort allerdings auch hart her.) Ein wenig mehr der US-amerikanischen Gelassenheit würde ich mir hier auch wünschen - das Leben würde so viel lebenswerter.
    Angesichts der verbiesterten ideologischen Blockaden zwischen Demokraten und Republikaneren auf politischer Ebene, habe ich gerade Schwierigkeiten damit mir "den Amerikaner" als gelassenere und damit gesellschaftsfähigere Spezies vorzustellen.
  3. #82

    Volltreffer - das gelungene Paradigma einer lupenreinen Autoreflexion!

    Zitat von keinzeitungsleser Beitrag anzeigen
    Ganz Ihrer Meinung! Der Stammtisch hat sich halt ins Netz verlagert. Und wenn ich mir hier so manche Forenbeiträge durchlese, finde ich viel gefährliches Halbwissen. Jeder gibt zu speziellen Fachthemen seinen Senf dazu. Und noch schlimmer: Auf eine legitime Meinungsäußerung wird unsachlich, mit Beleidigungen und alleinigem Wahrheitsanspruch reagiert. Dabei geht es in den meisten Fällen nur um Gedankenkonzepte, durch die Medien geformt, und durch Konditionierung kanalisiert.

    Sie fabulieren hier von "Halbwissen".
    Wie sieht denn Ihrer (unmassgeblichen) Meinung ein
    "Voll- bzw. Ganz- bzw. Alleswissen" aus?
    WIE real ist denn so etwas?

    Entweder Sie sind tatsächlich ein "Voll- und Ganz-
    bzw. Alleswisser", was völlig unmöglich ist,
    oder aber ihr Beitrag strotzt aufgrund Ihrer eigenen
    Unvollkommenheit vor absolut ungerechtfertigter
    Arroganz, was voll und ganz der Fall zu sein scheint.
    "Der Stammtisch hat sich..." ist der typischste Duktus
    dafür. Wirklich schade, daß Sie die erkenntnismässigen
    Mindestanforderungen unseres Stammtisches nicht im Ansatz
    erfüllen, sonst hätte ich Sie hierzu sehr gerne mal eingeladen. So aber ist es, wie Sie sich eventuell
    vorstellen können, völlig sinnlos.
    Mit den schon völlig abgedroschenen, abgenutzten, verblasten und ausgelutschten Wortphrasen des argumentativ
    nilpotenten ZeitgeistIntellektuellen machen Sie bei uns
    schon im Ansatz keinen Stich. Dafür sind Sie der wahre
    Musterdemokrat, welcher nur Alleswisser - und natürlich
    sich selbst - akzeptiert.
  4. #83

    Liebe Frau Sibylle

    Liebe Frau Sibylle, Sie schreiben: " ...setzt eine so ungeheure Überbewertung der eigenen Existenz voraus."

    Stimmt! Ich freue mich über meine Existenz und kann das auch gar nicht hoch genug überbewerten.

    Im übrigen gestehe ich das auch Ihnen zu, ganz klar! Damit haben wir dann alle gleich Recht ... hmmm aber was war dann nochmal Ihre Argumentation, Ihre Intention?
  5. #84

    Da hat sie Recht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Universum ist von einem Grundrauschen der Rechthaberei erfüllt: Jeder ist davon überzeugt, dass seine Sichtweise die richtige ist. Am gefährlichsten aber sind die, die auch noch wissen, wie alles besser zu machen wäre.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...801398,00.html
    Ist ja auch tautologisch: wer hat schon eine Sicht, die er für falsch hält. Und natürlich folgt daraus auch oft zu wissen, wie man was am Besten macht.

    Aber die Rechthaberei in den Foren ("Ich habe schon vor zwei hier erklärt, warum diese Politik nicht funktionieren kann" etc) geht gewaltig auf die Nerven. Ich benutze seit einiger Zeit daher Foren als Nur-Schreib-Speicher. Bis Menschen ein Mindestmass an Einsicht in ihre eigene Beschränktheit erlangt haben.
  6. #85

    Toleranz und dezidierte Meinung

    Zitat von w.blankschein Beitrag anzeigen
    Liebe Frau Sibylle,
    in meinem realen Berufsleben als Deutsch- und Philosophielehrer kommt eine solche Einschätzung eines Textes nur höchst selten vor: Im Ausdruck sehr talentiert, inhaltlich schlichweg ungenügend. Ganz ehrlich: Den Bildungsgrad (nicht: Ausbildungsgrad) einer Abiturientierin vermag ich in dieser Kolumne nicht mehr zu erkennen.
    Lieber Herr Blankschein,

    dass Sie hier eine köstliche Eigensatire über einen rechthaberischen Oberlehrer geschrieben haben, ist ja inzwischen schon von anderen Foristen angemerkt worden.

    Merken Sie das wirklich nicht? Statt sich unvoreingenommen mit der Meinung von Frau Sibylle auseinanderzusetzen, sprechen Sie ihrem Text gleich zu Anfang erst einmal den Bildungsgrad ab, der einer Abiturientin geziemt. Man könnte glatt denken, Sie hielten Leute ohne Abitur für irgendwie minderwertig.

    Frau Sibylle meint, dass manche Leute so von ihrer Meinung überzeugt sind, dass sie andere nicht mehr hören (und Texte anderer gar nicht mehr unvoreingenommen lesen können). Genau das demonstrieren Sie in Bezug auf ihren Text.

    Es gibt eben einen Unterschied zwischen zwei Verhaltensweisen. Es ist das Eine, sich zu engagieren und eine eigene Meinung zu vertreten und es ist etwas völlig Anderes, sich selbst für unfehlbar und die eigene Meinung für die absolute Wahrheit zu halten.

    Insofern verfehlt Ihr Text das Thema.
  7. #86

    Begrifflichkeiten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Universum ist von einem Grundrauschen der Rechthaberei erfüllt: Jeder ist davon überzeugt, dass seine Sichtweise die richtige ist. Am gefährlichsten aber sind die, die auch noch wissen, wie alles besser zu machen wäre.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...801398,00.html
    Gibt es da nicht ein Sprichwort, welches besagt, dass jeder, der mit dem Finger auf andere zeigt, dabei drei Finger auf sich selbst richtet?

    Und wieso schreibt Frau Berg eigentlich über "Idealisten" - ich dachte, in korrektem Neudeutsch heißt es "Gutmenschen"?
  8. #87

    Anmerkung zu den gelassenen Amerikanern

    Zitat von Schweigbrecher Beitrag anzeigen
    Angesichts der verbiesterten ideologischen Blockaden zwischen Demokraten und Republikaneren auf politischer Ebene, habe ich gerade Schwierigkeiten damit mir "den Amerikaner" als gelassenere und damit gesellschaftsfähigere Spezies vorzustellen.
    Korrekte Beobachtung. Und auch privat kochen die Gefühle bei politischen Diskussionen leicht hoch, wenn Demokraten auf Republikaner treffen. Bei Diversity-Themen an Universitäten, aber nicht ganz so stark außerhalb, kann es auch sehr intolerant zugehen.

    Wo ich war (die USA sind groß und vielfältig, so dass man für allgemeine Aussagen fast immer auch eine Gegenbeispiele findet), wurden deshalb politische Themen aus der persönlichen Diskussion weitgehend ausgeklammert, vielleicht sollte man sagen vermieden. Vielleicht deshalb, weil man in weiten Kreisen in den USA dem Gelingen der Party Vortritt gibt vor einer in feindseligen Gefühlen endenden und letztlich vergeblichen Missionierung der Welt, während in Deutschland "die Wahrheit" oft für wichtiger gehalten wird als die uns alle nährende Qualität guten menschlichen Kontaktes?
  9. #88

    Gutmenschen und Idealisten

    Zitat von Tom Joad Beitrag anzeigen
    Und wieso schreibt Frau Berg eigentlich über "Idealisten" - ich dachte, in korrektem Neudeutsch heißt es "Gutmenschen"?
    Gutmenschen sind immer die Anderen. Wenn Sie erreichen wollen, dass sich jemand getroffen fühlt, müssen Sie "Idealist" schreiben.

    Das ist nämlich positiv besetzt und Sie haben dann die Chance, dass sich einige Ihrer Leser wirklich für Idealisten halten, stolz darauf sind und aufschreien.

    Noch schöner wäre es, wenn diese Leser nachdenken würden- aber die Chance darauf bleibt sehr klein, egal wie gut Ihr Deustch ist.
  10. #89

    Ist klar.

    Zitat von prandtner Beitrag anzeigen
    Gutmenschen sind immer die Anderen. Wenn Sie erreichen wollen, dass sich jemand getroffen fühlt, müssen Sie "Idealist" schreiben.

    Das ist nämlich positiv besetzt und Sie haben dann die Chance, dass sich einige Ihrer Leser wirklich für Idealisten halten, stolz darauf sind und aufschreien.

    Noch schöner wäre es, wenn diese Leser nachdenken würden- aber die Chance darauf bleibt sehr klein, egal wie gut Ihr Deustch ist.
    Die, die nicht denken, sind ja auch immer die anderen.








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