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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Grauenhaftes Rauschen des Rechthabens

Das Universum ist von einem Grundrauschen der Rechthaberei erfüllt: Jeder ist davon überzeugt, dass seine Sichtweise die richtige ist. Am gefährlichsten aber sind die, die auch noch wissen, wie alles besser zu machen wäre.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...801398,00.html
  1. #70

    Jawoll...

    ....das Schlimme am modernen Idealisten ist,
    daß seine Vorstellungen quasi religiösen Charakter annehmen
    und seine Überzeugungsarbeit zur fundamentalistischen Mission pervertiert.

    Er hat nicht nur Ideale, er hat auch Sendungsbewußtsein.

    Und eine Moral, deren oberster Hüter nur er selber ist
    mit all seinen sehr persönlichen Befindlichkeiten UND seiner sehr unpersönlichen sogenannten politischen Korrektheit.
  2. #71

    Merkwürdig

    Warum denken viele, dass man keine eigene Meinung haben kann, wenn man sich auch die Meinung anderer anhört und diese respektiert? Das heisst doch nicht, das alle gleichgeschaltet, wischi-waschi oder meinungsfrei sein sollen.

    Lediglich die Art und Weise des Umgangs, der Missionierung und der Respektlosigkeit wird meines Erachtens von Frau Sibylle thematisiert.

    Ich bin bei weitem nicht immer einer Meinung mit ihr, aber üblicher Weise schätze ich die Art und Weise, wie sie diese vorträgt.

    Eigenartig. Das macht sie mir sympathischer, als die Menschen, deren Meinung ich teile, deren Missionierungsdrang ich aber ablehne.

    Aber hey, wer braucht Freunde, der eine Meinung hat!
  3. #72

    Wo wären wir nur...

    ... ja wo, wenn die Idealisten nicht wären, Leute, die so sehr an etwas glauben, dass sie diese Bilder aus dem Geist Realität werden lassen. Im Guten ebenso wie im Schlechten.

    Frau Berg, meinen Sie tatsächlich die Idealisten? Oder doch eher die Klugscheißer und Besserwisser, also auch uns, die wir uns hier von Ihnen zum Absondern einer
    Meinung provoziert fühlen? Einer Meinung, die außer uns Autoren wahrscheinlich keine zwei Forumsteilnehmer juckt? Wie oft liest man hier (auch ich habe den Quatsch schon im "Titel" geschrieben) von Foristen, die sich zensiert glauben. Als ob sie gehindert werden sollten, hier welterschütterndes Wissen ans Licht zu bringen. Letztlich kreisen wir doch nur um die Bedeutungslosigkeit unserer geistigen Ergüsse und halten sie für Aphorismen von begnadeter Qualität.

    Aber es gibt Hoffnung! Ich kann den Rechner ausschalten und vernünftige - reale - Gespräche mit anderen Menschen führen, ihnen sogar zuhören. Jawohl, das geht ich hab's ausprobiert, mit meiner Frau, meinen Kindern, meinen Kollegen, Freunden...
    Ja es gibt Hoffnung, NICHT zum Klugscheißer zu werden und hier 5000 Beiträge pro Jahr zu verfassen. Man muss nur WOLLEN!!!
  4. #73

    Eine schöne aber banale Beobachtung

    Sie reden alle von mir, wenn sie Abends ums Feuer sitzen, aber Niemand – denkt an mich! Friedrich Nietzsche schrieb es an Lou Andreas-Salomé. Man kann das "Leiden", also die literarischen Versuche, auch sparen, in dem man sich an The Clash erinnert "Life is hard - and then you die".
  5. #74

    Die Physilosophen

    Frau Sybille, Sie übertreiben. Ich glaube, Sie sollen ein Buch darüber schreiben, denn eine Kolumne ist in der Form doch wohl ein wenig überfordert, um rudimentäre hoch philosophische Fragen zu (er-)klären.

    Ein Fan.
  6. #75

    In Deutschland finde ich es besonders schlimm

    Ja, in Deutschland entscheidet sich schnell, ob man Lebensberechtigung als guter Mensch hat, z.B. bei Themen wie der nahenden Umweltkatastrophe in Relation zu meinem Abfallverhalten oder der Frage, ob eine Frau heutzutage ihre Kinder noch selbst erziehen sollte.

    Ich habe in den USA gelebt, da gibt es das natürlich auch, aber es ist nicht so schlimm. Dort lassen einem die Menschen mehr Raum für eine eigene Sichtweise, auch wenn sie nicht die ihre ist. (In einigen Bereichen geht es dort allerdings auch hart her.) Ein wenig mehr der US-amerikanischen Gelassenheit würde ich mir hier auch wünschen - das Leben würde so viel lebenswerter.
  7. #76

    Schwarz-Weiß-Denken und Sarkasmus sind auch unschön

    Nieder mit den Idealisten! Am besten gleich auf den Mond schießen das Gesindel.

    Der einzige Quell der Weisheit sind die Lobbyisten!...
    Hier ein Beispiel aus diesem Forum, dessen Teilnehmer ich nicht persönlich angreifen will - denn es ist nur ein Fall unter vielen, weshalb ich das Zitat anonymisiert habe.

    Dieser Beitrag ist verletzend aus zwei Gründen: er trieft von Sarkasmus und er legt der Autorin (Frau Berg) etwas in den Mund, was sie so nicht gesagt hat. Er ist verkehrt aus einem weiteren Grund, nämlich dass er so tut, als gäbe es nur Idealisten oder Lobbyisten - ein Beispiel für Schwarz-Weiß-Denken, also eine Verzerrung der Wirklichkeit.

    Was bringt Leute in Deutschland dazu, so zu argumentieren? Ein Mangel an Ausbildung in der Kunst der Diskussion? Fehlende Höflichkeitsformen in Deutschland? (In den USA reden die Menschen selten so, aber hier ist es häufig.) Oder eine in den Deutschen angestaute Wut (worüber?), die Anlässe nutzt, andere zu verletzen?

    Beiträge dieser Art sind es vielleicht, gegen die der Artikel sich richtet. Jedenfalls machen solche Beiträge Diskussionen hier vielfach sehr unerfreulich.
  8. #77

    Was denn sonst ;)

    Zitat von Waldbahner2 Beitrag anzeigen
    Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, die werte Dame
    stöbert zu oft im Spiegel Online Forum.

    Da kann sich so ein Artikel schon mal ergeben wenn man die Ballung an "Elite" hier erleben darf.

    Natürlich, selten gibt es soviele "Meinungsnarzissten im Selbstdarstellungswahn" aufeinmal wie in diesem Forum.

    Und manche Beiträge sind oft so furztrocken und hochpräzise,wie extra zurechtgefeilt und nachher drüber gefreut, und humorlos (selbst wenn der Versuch unternommen wird).
    Wenn das die Elite sein soll, wird die Zukunft noch düsterer.
  9. #78

    Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen

    Also, alles hat doch mal früher oder später mindesten drei Ansichten; Deine - meine und die Richtige, also doch meine. ;-)

    Denn die Erde ist doch in 24 Zeitzonen - mit jeweils 15° Längenabstand - eingeteilt.
    Von Zone zu Zone verändert sich die Zeit um eine Stunde.
    Vom eigenen Standpunkt aus betrachtet, ist es immer nach Westen später und nach Osten früher.

    War noch was? Ach ja!

    Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, dass man recht haben und ein Idiot sein kann.

    - Martin Kessel, dt. Schriftsteller

    :-)
  10. #79

    Wie geil

    Zitat von w.blankschein Beitrag anzeigen
    Liebe Frau Sibylle,

    in meinem realen Berufsleben als Deutsch- und Philosophielehrer kommt eine solche Einschätzung eines Textes nur höchst selten vor: Im Ausdruck sehr talentiert, inhaltlich schlichweg ungenügend. Ganz ehrlich: Den Bildungsgrad (nicht: Ausbildungsgrad) einer Abiturientierin vermag ich in dieser Kolumne nicht mehr zu erkennen. Geradezu jede(r) Engagierte kommt nicht gut weg in Ihrem Kommentar.
    Seltsam: Viele meiner KollegInnen beklagen schon seit vielen Jahren, dass nachwachsende Schülergenerationen weniger in der Lage sind, Kritik sinnvoll zu artikulieren, geschweige denn ihre Interessen sicher wahrzunehmen. Allerdings - und möglicherweise meinen Sie diese um sich greifende Haltung - können mobbernde Einstellungen durchaus lautstark vorgetragen werden.
    Die klassische Philosophie begann mit dem Zweifel: an vorgegebenem und eigenem Wissen, an der eigenen Urteilsfähigkeit. Die Grenzen des eigenen Wissens einzuräumen, hat die modernen Wissenschaften erst auf den Weg gebracht. In der heutigen Zeit regiert der Kotau vor dem (vermeintlichen) Wissen des bloß Faktischen, komplexe und widersprüchliche Zusammenhänge werden allzu gern ausgeblendet - entsprechend eingeschränkt bleibt das verantwortungsvolle Handeln.
    Unsere Welt wird in atemberaubenden Tempo verändert durch global wirksame Kräfte, deren Auswirkungen auf den Einzelnen kaum mehr durchschaubar sind. Gerade Spiegel online wirft der Bundesregierung - zu Recht - vor, nicht schnell und zukunftsgerichtet genug in Europa zu agieren. Die Bürger dieses Landes kommen in ihren Handlungen doch gar nicht hinterher, wie sollten sie sich denn bitteschön als mitverantwortliche Individuen und Teilhaber von Gruppeninteressen handelnd verhalten? Abwarten, hinnehmen und akzeptieren, was ihnen als Auswirkungen in ihrem Leben begegnen wird in den Jahren nach Entscheidungen der wirtschaftlichen und politischen Elite? Dass immer weniger real Einfluss genommen werden kann auf den Gang der Ereignisse, ist doch wohl kaum mehr bestreitbar. Meines Erachtens gibt es viel noch zu wenig verantwortungsvolle (!) Interessenartikulation und Einschaltung in die Machtverschiebungen! Eigentlich dürften nicht Grüppchen von Hunderten oder wenigen Tausend Menschen gegen das Diktat unkontrollierter Spekulanten und Großbanken auf die Straße ziehen, wirksamer wären vermutlich friedliche Zeichen des Protestes von Millionen. Ebenso unbedingt gefragt sind wissenschaftlich begründbare Entwürfe realistischer Alternativen - meines Erachtens versagen nicht nur Politiker, mindestens ebenso versagen die Fachwissenschaften. Ein wirklicher Rat (eine nachhaltige Mahnung) der Weisen ist schon lange verwaist in diesem Land.
    Sie sollten deutlicher artikulieren, welche anderen Haltungen und Handlungen Sie sich wünschen, Frau Sibylle!
    Wie schön!
    Inhalt ungenügend?
    Der Inhalt wurde genau mit diesem Kommentar grandios bewiesen!
    Was zu beweisen war!
    Erstaunlich nur, dass die Rechthaber niemals merken, dass sie Rechthaber sind.
    Ich frage mich seit Jahren woran das liegen mag.
    Vermutlich an Überschätzung der eigenen Wichtigkeit.
    Ich als "Deutsch- und Philosophielehrer"
    Köstlich!!!








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