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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Es atmet, aber es ist kein Hund

Sie sind allein, erwachsen, reden von Auflösung, Begehren und nie endendem Rausch, wenn sie über eine Beziehung nachdenken? Und dann fragen Sie mich, warum Sie so schrecklich einsam sind?*Ich kann nur sagen: Sadomasochisten ermüden ungemein.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...791129,00.html
  1. #50

    Danke fuer den Text

    Zitat von Don_Corleone Beitrag anzeigen
    Es ist gelinde gesagt unschön, Menschen die Zweckgemeinschaften eingehen, eine Art Vernunftabsolution zu erteilen. Befürwortende Texte zu derart arrangierten Hochzeiten .....
    es gibt hier aso doch noch Menschen, die lieber nach der wahren Liebe suchen, als sich mit den Gegebenheiten abzugeben. Bei solche einer Einstellung wundert es mich auch nicht mehr, dass die Meschen in Deutschland nicht mehr demonstrieren oder die Politik aendern wollen, wie in dern 60ern und 70ern. Koennte schliesslich schlimmer sein, aendern ist so anstrengend, akzeptieren viel einfacher vor allem, wenn man doch lieber gemuetlich Tee trinken kann. Gute Nacht Deutschland...
  2. #51

    ja dann

    Verbindungen aus "Liebe" werden ja eigentlich nur in der neueren christlichen Welt eingegangen. In den meisten Gegenden wird aus Vernunft, Tradition oder wirtschaftlichen Gründen vermält. Gegen Zweckgemeinschften spricht wie Sie richtig sagen eigentlich nichts. Somit aber auch nicht gegen Vielehe (solange für beide Geschlechter möglich) und sogar Zwangsheiraten (von Eltern organisiert) sind so vertretbar, da die Eltern ja ohnehin den Ausbildungsweg der Kinder weitestgehend bestimmen. Das ist alles ein sehr heikles Thema.
  3. #52

    Vernunft hier ...

    ... romantische Liebe dort - was eine verschwiemelte Diskussion hier, die mal wieder einen entscheidenden Gesichtspunkt außer acht lässt! Da setze ich doch einfach mal den folgenden Einwurf dagegen:
    Letzlich geht's doch eh nur ums Schnackseln ... und im Grunde stören da bloß beide - Vernunft und romantische Liebe :-)
  4. #53

    Bitte das Gesamt-Paket

    Zitat von Don_Corleone Beitrag anzeigen
    Mit diesem Vorgehen entstehen keine vollwertigen Beziehungen. Es wird immer eine unerfüllte Leere und Sehnsucht bleiben nach der echten Leidenschaft und wirklichen Liebe. Das eigene Herz belügt man nicht.
    Ganz genau! Wobei auch hier gilt: es gibt ganz sicher Leute, für die
    dieser Weg der richtige ist und die auch wirklich nichts vermissen, aber
    er ist es eben nicht für alle.
    Ihr Fazit gilt jedenfalls auch für mich: Lieber allein als in einer Verbindung,
    in der Liebe und Leidenschaft als pubertäre, rein hormonelle Verirrung
    ad acta liegen. Aber auch lieber allein, als gleichzeitig ohne echte Intimität
    und Einverständnis in wichtigen Lebenseinstellungen.

    Beides muss da sein, mehr oder minder ausgewogen, sonst bleibt
    zumindest für mich eine Beziehung eindimensional.
  5. #54

    Sehe

    Zitat von mephisto1997 Beitrag anzeigen
    jeder soll nach seiner façon glücklich werden.
    aber das, was frau s. beschreibt, nimmt mir die luft zum atmen. es ist ein modell für ängstliche menschen, die das risiko scheuen. anregende gespräche.....
    ich genau so.
    Das sind die Leute die sich irgendwann mit "Mutti" und "Vati"
    anreden... Ein Alptraum
  6. #55

    Wieso?

    Zitat von baiatul Beitrag anzeigen
    Hätte ich nicht mehr für möglich gehalten. Etwas Sinnvolles aus Berg's Feder!
    M.E steht's allerdings im krassen Widerspruch zu dem, was sie letztes Mal über den Durchschnittsmann abgelassen hat...
    ...passt doch prima zusammen: Sie hat doch nur sich (und ihren Alters- und Leidensgenossinnen) Mut zusprechen wollen.
  7. #56

    Ganz unter uns?

    Zitat von keerborstel Beitrag anzeigen
    guter Sex oder gutes Essen?
    ...'n guter Hund! Fuer Essen, Sex, Buegeln & Staubsaugen gibt's Personal.
  8. #57

    Bravo...

    Zitat von Potenz Beitrag anzeigen
    Letzlich geht's doch eh nur ums Schnackseln ... und im Grunde stören da bloß beide - Vernunft und romantische Liebe :-)
    ...aber: Durch 'Romantik' wird das Schnackseln erst richtig schoen. Und a bisserl 'Vernunft' schuetzt vor den schlimmsten Folgen.
  9. #58

    Thema und Variation

    Zitat von saarstudentin Beitrag anzeigen
    Oder warum nicht ganz auf eine Art WG-Modell umsteigen? Der normalen Partnerschaft zwischen Mann und Frau ade sagen und nur noch mit einer Handvoll Freunden zusammen wohnen? Man wäre nicht einsam, könnte sich die Hausarbeit teilen und bei Bedarf gäbe es sicher einen Kanidaten, bei dem man seine biologischen Gelüste abbauen kann.
    Hatte ich mal Ende der 70er. Wir Kerle im III. Stock, die Weiber im I. (ginge auch andersrum). Obendrueber 'ne heute beruehmte Galeristin mit ihrem Lebensabschnittspàrtner, der gerne auch schon mal 14 Tage stumm blieb, so dass sie oefters - mal bei uns, mal bei den Maedels - zum Jammern vorbeischaute. Dazwischen 'ne Faschofamilie als Gegenentwurf, zur Abgrenzung.

    Zwei- bis dreimal pro Woche war die Bude voll mit interessanten Leuten. Freitag oder Samstag grosses Essen (auch schon mal zwei Martinsgaense auf zwei Etagen). Gross in der Weltgeschichte herumfliegen fuer'n bisschen Abwechslung war nicht noetig, der Fuererschein nie in Gefahr. Bei Beziehungskrisen gab's immer jemanden, der einen auffing (und fuer den die Krankenkasse nicht blechen musste). Und wer trotzdem 'mal vom Paradies die Schnauze voll hatte, zog sich einfach auf sein Zimmer zurueck und setzte die Sennheiser auf...

    Eindeutig die beste Zeit meines Lebens (ich hatte einige gute;) und fuer mich bis heute das einzig akzeptable Modell fuer ein... Altersheim!
  10. #59

    D'accord

    Zitat von realistischer_pessimist Beitrag anzeigen
    es gibt hier aso doch noch Menschen, die lieber nach der wahren Liebe suchen, als sich mit den Gegebenheiten abzugeben. Bei solche einer Einstellung wundert es mich auch nicht mehr, dass die Meschen in Deutschland nicht mehr demonstrieren oder die Politik aendern wollen, wie in dern 60ern und 70ern. Koennte schliesslich schlimmer sein, aendern ist so anstrengend, akzeptieren viel einfacher vor allem, wenn man doch lieber gemuetlich Tee trinken kann. Gute Nacht Deutschland...
    Das kann ich nur unterschreiben. Letztendlich ist es eine Frage des Selbstbewusstseins bzw. des Grades an persönlicher Emanzipation, ob man den Mut hat für das, was man tief innerlich fühlt zu kämpfen und auch Nachteile in Kauf zu nehmen. Freiheit hat ihren Preis und es dünkt mir, das er für manche inzwischen zu hoch ist. In Bezug auf Demonstrationen, Engagement in Parteien etc. braucht eine für meine Begriffe kultivierte und aufgeklärte Gesellschaft Menschen, die den Mut zur Freiheit aufbringen und eben diesen hohen Preis dann und wann zahlen. Die Unfreien wiederrum profitieren dann letztendlich auch von den Errungenschaften der wenigen "Freiheitskämpfer". Das Problem jedoch ist, wenn keiner mehr bereit ist sich für seine Werte und Überzeugungen einzusetzen - eine Gesellschaft würde zu fremdbestimmten Lämmern verkommen, das Leben in ihr in freudlosen Restriktionen und Verboten ersticken. Eine Gesellschaft, in die ein denkender Mensch (der diesen Namen verdient) ganz sicher keine Kinder mehr setzen will.
    Um den Bogen zum Text von Frau Sybille zu ziehen: Die Gesellschaft der gleichmütigen und unkritischen, anspruchslosen Lämmer ist letztendlich das Ideal, das sie hier propagieren mit ihren pragmatischen "Vernunft-Ehen", die in ihrer Konsequenz das genaue Gegenteil vom aufklärerischem Gedanken darstellen. Damit tun sie niemandem einen Gefallen. Lassen sie sich nicht davon täuschen, das manche ihnen dennoch Beifall klatschen (meist diejenigen, die in Vernunftehen leben) - das ist nur ein Zeichen dafür, das die Gehirnwäsche funktioniert hat.
    Es ist ein Begleiteffekt, das es Lämmern egal ist, neben wem sie gerade in der Herde stehen - auch wenn das haltbarer aussieht, qualitativ ist es nicht viel wert.


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