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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Das Schleudertrauma des Geistes

Warum leiden die Bewohner der westlichen Welt kollektiv an Burnout? Bestehen wir auf Heizung und Kleinwagen, müssen wir*uns gegen*sieben Milliarden Menschen behaupten, die auch eine Heizung und einen Kleinwagen wollen. Und das macht krank, egal, wie wir es nennen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...808748,00.html
  1. #50

    Exerzitien

    Zitat von T.Novack Beitrag anzeigen
    Sehr geehrte Frau Berg,

    zufällig stieß ich auf folgendes Zitat von Odo Marquard, dem ich nichts hinzufügen möchte:

    "Je besser es den Menschen geht, desto schlechter finden sie das, wodurch es ihnen besser geht: Die Entlastung vom Negativen verführt zur Negativierung des Entlastenden."

    Freundliche Grüße!
    Ja, und nun? Wir können natürlich auch eine superbe Dankbarkeitssause abhalten. Mit Lobgesängen auf die Affirmation alles Bestehenden. Was für ein Stuss! Es geht uns so gut, dass wir uns selbst in Frage stellen können. Müssten wir uns um das Essen kümmern, könnten wir keine geistigen Exerzitien betreiben. Also auch keine Philosophie. Setzen. Sechs.
  2. #51

    Es stimmt

    Danke Frau Berg für einen mal wieder sehr guten Beitrag!

    Und wie immer muss ich feststellen dass sie recht haben ... Ich weis auch nicht wieso, aber mein Partner und ich arbeiten uns den Hintern ab. Aber wieso eigentlich?
    Ich weis es nicht - da wir weder Kleinwagen noch sonstige teure Hobbys haben, stapelt sich das Geld langsam auf unserem Konto, und wartet nur darauf von der nächsten Wirtschaftskrise als Wertlos abgestempelt zu werden. Investieren könnten wir, ja, aber ich bin eine der anfang-zwanziger die von Wirtschaft nichts wissen wollen.

    Eigentlich könnten wir Teilzeit arbeiten, und das Geld würde immernoch genügen. Aber irgendwie tun wir das nicht. Wieso? Gute Frage - es gehört sich einfach nicht. Allein schon wegen der Frage: Und was hast du heute gemacht - von diversen Verwandten. Und wehe man sagt dann nicht, man hätte zig Stunden gearbeitet und brav Geld verdient, wie es Mutti und Vati vor uns getan haben. Komisch, aber dem Gefühl des Unwohlseins bei Nichtstun kann ich irgendwie nicht entgehen. Und so wird weiter brav gearbeitet, für ein paar Zahlen auf dem Bankkonto, das schneller wertlos werden kann wie ich auf meinen Überstundenzettel schauen kann.
  3. #52

    Stil

    Zitat von BlackWidow Beitrag anzeigen
    Danke Frau Berg für einen mal wieder sehr guten Beitrag!
    Es gehört sich vor allem eines nicht: vom eigenen Geld zu schwadronieren. Vielleicht können Sie von der Kolumnistin ein wenig Stil annehmen. Ein Zeichen von solchem wäre es nämlich auch, das Lob ganz der Autorin zu zollen und dieses weniger zum Anlass für die Schilderungen des eigenen Elends zu nehmen. Es sei denn, ja, es sei denn, Ihr Lob wäre in seiner Banalität eine durch und durch vergiftete Form der Anerkennung. Ja dann allerdings wäre alles von höchstem Stil. Aber damit ist wohl eher nicht zu rechnen.


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