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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Das Schleudertrauma des Geistes

Warum leiden die Bewohner der westlichen Welt kollektiv an Burnout? Bestehen wir auf Heizung und Kleinwagen, müssen wir*uns gegen*sieben Milliarden Menschen behaupten, die auch eine Heizung und einen Kleinwagen wollen. Und das macht krank, egal, wie wir es nennen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...808748,00.html
  1. #40

    Bis auf den letzten Satz mag........

    Zitat von lilli42 Beitrag anzeigen
    Als jemand, der selbst jahrelang mit Burn-Out und Angstzuständen zu kämpfen hatte, kann ich hier über die Aussagen vieler Mitforisten nur verständnislos den Kopf schütteln.
    Zunächst einmal schränkt dieses Krankheitsbild die Lebensqualität extrem ein - und ist sicher kein eingebildeter "Mir-ist-das-alles-ein-bisschen-zuviel-Zustand".
    Und: Die Gründe bei anderen zu suchen - und damit meine ich auch "die Gesellschaft", "den Kapitalismus", "das System", etc. - ist zwar zunächst eine recht typische aber dennoch völlig falsche Reaktion. Solange ein Erkrankter selbst so denkt, wird er nie gesund werden.
    Denn das Wichtigste ist zu erkennen, dass jeder sein Leben ganz alleine in der Hand hat. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wen er sich als Partner aussucht, was für eine Art von Beziehung er führt, welche Dinge er im Leben meint, zu brauchen, welchen Job er wählt, welche Art von Beschäftigung, wie viel Druck er annimmt, wie er allgemein mit sich umgehen lässt und nicht zuletzt: wie er mit sich selbst umgeht.

    Auch ich habe mir lange Zeit viele plausibel klingende Ausreden dafür gesucht, warum die Dinge bei mir so waren, wie sie waren. Ich habe vermeintliche Zwänge konstatiert.
    Heute weiß ich, dass das alles Quatsch ist. Ich habe vieles komplett umgekrempelt. Ich arbeite nicht weniger, aber anders - nach meiner Kündigung nämlich selbständig. Ich habe ein glückliche Beziehung und keine mehr, die mir nicht gut tut. Etc. pp.
    Aber der wesentliche Unterschied zu früher liegt darin, dass ich meine eigenen Bedürfnisse und Grenzen besser kenne. Und dass ich mich nach ihnen richte und nicht nach denen, die nur von außen an mich heran getragen werden. Denn Druck macht man sich tatsächlich meist selbst, oder man lässt es zu, dass er einem gemacht wird.

    Burn-Out hat weniger etwas mit der Menge der Arbeit/Belastung zu tun, sondern viel mehr mit der eigenen inneren Einstellung.
    ich Ihnen uneingeschränkt recht geben. Wenn Burn Out nicht mit Menge/Arbeit/Belastung zu tun hätte, hätten Sie sich wohl nicht Selbstständig machen müssen, sonder wären mit anderer innerer Einstellung in ihrem alten Job geblieben. Ist es nicht vielmehr so dass dies ein Rad ist welches sich mit unbefriedigender Arbeit und erhöhtem Druck an zu drehen fängt, sich dann auf das Privatleben ausdehnt und letztendlich in Ausweglosigkeit mündet? Das als Geschenk zu betrachten in dem mir mein Geist zeigt das ich falsch leben und im Zusammenbruch die Change habe mich neu zu definieren, dann verliert der Burn-Out seinen negativen Charakter
  2. #41

    Zitat von w b a Beitrag anzeigen
    ich Ihnen uneingeschränkt recht geben. Wenn Burn Out nicht mit Menge/Arbeit/Belastung zu tun hätte, hätten Sie sich wohl nicht Selbstständig machen müssen, sonder wären mit anderer innerer Einstellung in ihrem alten Job geblieben. Ist es nicht vielmehr so dass dies ein Rad ist welches sich mit unbefriedigender Arbeit und erhöhtem Druck an zu drehen fängt, sich dann auf das Privatleben ausdehnt und letztendlich in Ausweglosigkeit mündet? Das als Geschenk zu betrachten in dem mir mein Geist zeigt das ich falsch leben und im Zusammenbruch die Change habe mich neu zu definieren, dann verliert der Burn-Out seinen negativen Charakter
    Ja, ich betrachte diese jahrelange Erkrankung mittlerweile als Geschenk. Denn so wurde ich dazu gezwungen, mich mit mir und meinem Leben stark auseinanderzusetzen. Und ohne den Leidensdruck hätte ich es wohl nicht geschafft, so viele Probleme anzupacken. Wobei es sich natürlich in der akuten Phase so gar nicht wie ein Geschenk anfühlt.

    Die neue innere Einstellung in den alten Job mitzunehmen war insoweit nicht möglich, als dort natürlich ganz andere Regeln gelten als die, die ich mir in der Selbständigkeit geben kann. Man ist als abhängig Beschäftigte natürlich ganz anderen Zwängen ausgesetzt. Für viele Menschen ist das völlig ok, andere - so wie ich - leiden darunter, sofern diese Regeln nicht ihrer eigenen Einstellung entsprechen.
    Was ich also mit dem letzten Satz sagen wollte war vielleicht eher: Allein die Menge an Arbeit und Belastung ist nicht der Auslöser von Burn-Out. Dazu wird sie erst, wenn man sich dabei zu sehr verbiegen muss.

    Ich arbeite heute mehr als in meinem Angestellten-Dasein. Und da ich nebenbei auch noch zwei Kinder habe, bin ich natürlich auch oft erschöpft - aber körperlich und nicht emotional und seelisch.
  3. #42

    ...

    Zitat von lilli42 Beitrag anzeigen
    Als jemand, der selbst jahrelang mit Burn-Out und Angstzuständen zu kämpfen hatte, kann ich hier über die Aussagen vieler Mitforisten nur verständnislos den Kopf schütteln.
    Zunächst einmal schränkt dieses Krankheitsbild die Lebensqualität extrem ein - und ist sicher kein eingebildeter "Mir-ist-das-alles-ein-bisschen-zuviel-Zustand".
    Und: Die Gründe bei anderen zu suchen - und damit meine ich auch "die Gesellschaft", "den Kapitalismus", "das System", etc. - ist zwar zunächst eine recht typische aber dennoch völlig falsche Reaktion. Solange ein Erkrankter selbst so denkt, wird er nie gesund werden.
    Denn das Wichtigste ist zu erkennen, dass jeder sein Leben ganz alleine in der Hand hat. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wen er sich als Partner aussucht, was für eine Art von Beziehung er führt, welche Dinge er im Leben meint, zu brauchen, welchen Job er wählt, welche Art von Beschäftigung, wie viel Druck er annimmt, wie er allgemein mit sich umgehen lässt und nicht zuletzt: wie er mit sich selbst umgeht.

    Auch ich habe mir lange Zeit viele plausibel klingende Ausreden dafür gesucht, warum die Dinge bei mir so waren, wie sie waren. Ich habe vermeintliche Zwänge konstatiert.
    Heute weiß ich, dass das alles Quatsch ist. Ich habe vieles komplett umgekrempelt. Ich arbeite nicht weniger, aber anders - nach meiner Kündigung nämlich selbständig. Ich habe ein glückliche Beziehung und keine mehr, die mir nicht gut tut. Etc. pp.
    Aber der wesentliche Unterschied zu früher liegt darin, dass ich meine eigenen Bedürfnisse und Grenzen besser kenne. Und dass ich mich nach ihnen richte und nicht nach denen, die nur von außen an mich heran getragen werden. Denn Druck macht man sich tatsächlich meist selbst, oder man lässt es zu, dass er einem gemacht wird.

    Burn-Out hat weniger etwas mit der Menge der Arbeit/Belastung zu tun, sondern viel mehr mit der eigenen inneren Einstellung.
    Die Voraussetzungen für die verantwortlichen inneren Einstellungen - die sog. inneren Arbeitsmodelle - werden bereits in der frühkindlichen Phase (1-4 Jahre) gebildet. In ihnen gewöhnt sich das Kind Überzeugungen an, insbesondere, welche Bedeutung soziale Beziehungen haben, ob es angenommen wird oder ob es dafür Leistung zeigen muss und ob es seine Umwelt beeinfussen oder kontrollieren kann.

    Je geringer das Vertrauen in soziale Beziehungen, je geringer die eigene Einschätzung des eigenen Wertes oder je geringer die Kontrollüberzeugung, umso höher das Stressniveau und die Anfälligkeit für Depressionen.

    Nicht zuletzt Vorgesetzte mit solchermaßen ausgebildeten inneren Arbeitsmodellen führen bei ihren Untergebenen verstärkt zu Burn Out, da sie den von Ihnen als hoch empfundenen Stress auch noch in besonders ungeeigneter Weise an ihre Mitarbeiter weitergeben.
  4. #43

    Zitat von lilli42 Beitrag anzeigen
    Als jemand, der selbst jahrelang mit Burn-Out und Angstzuständen zu kämpfen hatte, kann ich hier über die Aussagen vieler Mitforisten nur verständnislos den Kopf schütteln.
    Zunächst einmal schränkt dieses Krankheitsbild die Lebensqualität extrem ein - und ist sicher kein eingebildeter "Mir-ist-das-alles-ein-bisschen-zuviel-Zustand".
    Und: Die Gründe bei anderen zu suchen - und damit meine ich auch "die Gesellschaft", "den Kapitalismus", "das System", etc. - ist zwar zunächst eine recht typische aber dennoch völlig falsche Reaktion. Solange ein Erkrankter selbst so denkt, wird er nie gesund werden.
    Die Selbsterkenntnis und -kritik spricht für Sie. Ihrer Kritik an "Burnout" stimme ich zu. Nur dass die Umwelt, in der Sie leben, keinen Einlfluss auf Sie hat, bezweifele ich doch stark.

    Denn das Wichtigste ist zu erkennen, dass jeder sein Leben ganz alleine in der Hand hat. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wen er sich als Partner aussucht, was für eine Art von Beziehung er führt, welche Dinge er im Leben meint, zu brauchen, welchen Job er wählt, welche Art von Beschäftigung, wie viel Druck er annimmt, wie er allgemein mit sich umgehen lässt und nicht zuletzt: wie er mit sich selbst umgeht. Auch ich habe mir lange Zeit viele plausibel klingende Ausreden dafür gesucht, warum die Dinge bei mir so waren, wie sie waren. Ich habe vermeintliche Zwänge konstatiert.
    Ist das so? Wenn ja, blendeten Sie die ständige äußere Beeinflussung komplett aus und machten sich selbst für alles verantwortlich. Das sehe ich anders. Jeder ist ständig irgendwelcher (gerade psychologischer) Beinflussung, z.B. durch Werbung ausgesetzt.
    Natürlich ist jeder erst mal für sich selbst verantwortlich, aber viele Leute werden einfach "über den Tisch gezogen" und das System lässt es zu, um die Wirtschaft zu fördern. Jeder erliegt irgendwann einmal diesen Zwängen oder wird übervorteilt. Das ist ja gerade die Hauptkritik an unserem System. Wie stark der Einfluss wird, beginnt bei der Erziehung.

    Heute weiß ich, dass das alles Quatsch ist. Ich habe vieles komplett umgekrempelt. Ich arbeite nicht weniger, aber anders - nach meiner Kündigung nämlich selbständig. Ich habe ein glückliche Beziehung und keine mehr, die mir nicht gut tut. Etc. pp.
    Aber der wesentliche Unterschied zu früher liegt darin, dass ich meine eigenen Bedürfnisse und Grenzen besser kenne. Und dass ich mich nach ihnen richte und nicht nach denen, die nur von außen an mich heran getragen werden. Denn Druck macht man sich tatsächlich meist selbst, oder man lässt es zu, dass er einem gemacht wird.
    Druck entsteht auch, wenn Sie müssen; Sie müssen die Raten für das Auto und das Haus leisten, sie dürfen ihren Job nicht verlieren. Kurz: Ihnen wurde in den letzten 20 Jahren die Möglichkeiten genommen, anzusparen und dann davon etwas zu kaufen. Nur wenige haben diese Möglichkeit noch. Mit dem ersten Kredit geraten Sie in diesen Kreislauf.

    Burn-Out hat weniger etwas mit der Menge der Arbeit/Belastung zu tun, sondern viel mehr mit der eigenen inneren Einstellung.
    Auch das. Aber Burnout von Arbeit und Belastung zu trennen, ist auch etwas weit hergeholt. Individuell ist es sicherlich.
  5. #44

    Das ist sicher alles richtig

    Zitat von Scheidungskind Beitrag anzeigen
    Die Voraussetzungen für die verantwortlichen inneren Einstellungen - die sog. inneren Arbeitsmodelle - werden bereits in der frühkindlichen Phase (1-4 Jahre) gebildet. In ihnen gewöhnt sich das Kind Überzeugungen an, insbesondere, welche Bedeutung soziale Beziehungen haben, ob es angenommen wird oder ob es dafür Leistung zeigen muss und ob es seine Umwelt beeinfussen oder kontrollieren kann.

    Je geringer das Vertrauen in soziale Beziehungen, je geringer die eigene Einschätzung des eigenen Wertes oder je geringer die Kontrollüberzeugung, umso höher das Stressniveau und die Anfälligkeit für Depressionen.

    Nicht zuletzt Vorgesetzte mit solchermaßen ausgebildeten inneren Arbeitsmodellen führen bei ihren Untergebenen verstärkt zu Burn Out, da sie den von Ihnen als hoch empfundenen Stress auch noch in besonders ungeeigneter Weise an ihre Mitarbeiter weitergeben.
    Die gute Nachricht ist aber: Man kann diese erlernten Einstellungen ändern und/oder verstehen lernen - was allerdings ein hartes Stück Arbeit ist.
    Und da sich hier so viel um den Job dreht: Krankmachende Beziehungen, ob zu dem Partner, der Familie, dem Umfeld oder auch sich selbst, sind sicherlich genauso oft Auslöser von Burn-Out. Dafür "nur" den Beruf verantwortlich zu machen, greift zu kurz. Hier kommen zahlreiche Faktoren zusammen. Und solange man nicht auch an sich selbst arbeitet, bringt die Änderung der äußeren Umstände höchstens kurzfristige Erfolge.
  6. #45

    [QUOTE=lautilus;9455166]Die Selbsterkenntnis und -kritik spricht für Sie. Ihrer Kritik an "Burnout" stimme ich zu. Nur dass die Umwelt, in der Sie leben, keinen Einlfluss auf Sie hat, bezweifele ich doch stark.

    Natürlich hat die Umwelt Einfluss auf mich. Aber wie weit ich den zulasse und annehme, kann ich selbst bestimmen. Das musste ich aber lernen. Und das hat nichts mit Ausblenden zu tun. Denn Beeinflussung funktioniert nur, wenn beide Seiten mitmachen. Hier klare Grenzen zu ziehen und die eigenen zu kennen, eigene Werte und Maßstäbe zu entwickeln, macht doch sehr unabhängig von dem, was die Umwelt so an einen heran trägt.

    Druck entsteht auch, wenn Sie müssen; Sie müssen die Raten für das Auto und das Haus leisten, sie dürfen ihren Job nicht verlieren. Kurz: Ihnen wurde in den letzten 20 Jahren die Möglichkeiten genommen, anzusparen und dann davon etwas zu kaufen. Nur wenige haben diese Möglichkeit noch. Mit dem ersten Kredit geraten Sie in diesen Kreislauf.

    Auch ich muss Raten für eine Wohnung aufbringen. Und das als Alleinerziehende. Aber ich bin doch auch ganz bewußt diesen Schritt gegangen und habe eine Wohnung gekauft. Dazu hat mich niemand gezwungen. Wenn ich das nicht mehr will, kann ich die Wohnung verkaufen und mir eine günstigere Mietwohnung suchen. Und meinen Job habe ich ebenfalls ganz bewußt "verloren". Es gibt immer Alternativen.

    Ich empfinde diese ganzen Umstände nicht (mehr) als Druck, weil ich jede Entscheidung bewusst getroffen habe. Und sie wieder ändern kann, wenn ich merke, dass es mir damit nicht gut geht.

    Ich kann da natürlich nur für mich selbst sprechen. Aber ich wäre heute nicht da, wo ich bin, wenn ich nicht irgendwann aufgehört hätte, die Verantwortung für meine Lebensumstände irgendwo anders als bei mir selbst zu suchen.
  7. #46

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Warum leiden die Bewohner der westlichen Welt kollektiv an Burnout? Bestehen wir auf Heizung und Kleinwagen, müssen wir*uns gegen*sieben Milliarden Menschen behaupten, die auch eine Heizung und einen Kleinwagen wollen. Und das macht krank, egal, wie wir es nennen.

    S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Das Schleudertrauma des Geistes - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Hallo,

    jo und wenn die 7mrd da auch eine/n heizung/kleinwagen hätten wäre das bei denen auch nicht anders.
  8. #47

    Zitat von mauimeyer Beitrag anzeigen
    ...sinkt das Niveau der Lehrenden genau so, wie das der Studierenden. ...Wenn ich so die BWLer anschaue: Mit dem Bachelor können sie weniger...der Deutsche Dipl.Ing alter Schule...eine super Mittelbau aus Technikern und Meistern...einem guten Unterbau von hochqualifizierten Facharbeitern. ...Und heute: Dünnwandiges lernen zum Bachelor of sonstwas - und einen Anspruch, wie ein "richtiger" Akademiker. ...
    Kauri
    Sie sollten gelegentlich mal auf dem Friedhof spazieren gehen und die Ruhe genießen. Die Friedhöfe sind voll von unentbehrlichen "Spitzenkäften". Und, ist die Welt zusammengebrochen? Mehr Vertrauen in die Jugend, bitte! Und Hilfestellung bei Bedarf.
  9. #48

    Danke!

    Zitat von al2510 Beitrag anzeigen
    Es gibt immer eine Absolute und eine Relative Armut. Sie sollten aber nicht so auf die westlichen Menschen eindreschen.

    Vielleicht zeigt ja genau diese Haltung das Problem. Es ist der Mangel an Gnade. Wem man mit Gnadenlosigkeit begegnet, wird auf Dauer gnadenlos. Ich kann ja in Bangladesch mit einer billig Hose geachtet werden, da haben alle ein billig Hose. Hier bin ich nur etwas, wenn es eine Marken Hose ist. Viele habe nie eine andere Perspektive aufgezeigt bekommen. Daher sollte man von seinem hohen Ross herabsteigen.

    Der Grund für alle Depression ist der Mangel an Liebe. Man kann sie nicht bei anderen erleben und ist auch selber dazu nicht fähig.
    Unserer Welt ist falsch zentriert. Wie der Kardinal Meisner lehrt, ist beim Turmbau von Babel die Deklination der Personalpronomen in die falsche Reihenfolge geraten. Wir deklinieren ich, du, er. Damit steht das ich immer an erster Stelle. Aber wie in Babel, ist die Folge davon, dass jeder Einsam ist.
    Der Turm, das Symbol des menschlichen Hochmuts konnte nicht gebaut werden, weil sie sich nicht mehr verstehen konnten.

    Wenn jeder nur um sich selber kreist, dann ist er einsam, ist ja logisch, es interessiert sich sonst keiner um ihn.
    Ändert man aber das Weltbild. Wie an Pfingsten, da wo sich alle verstehen, steht dann Gott zu erst in der Mitte und dann der Andere und dann das Ego. Wer sich nicht so wichtig nimmt, der kann lieben, der hat Freude am wohlergehen des Anderen, und wenn man sich nicht nur um sich selber kümmert, dann ist es natürlich, dass sich auch die Anderen um einen kümmer.

    Hier liegt der Hase im Pfeffer.
    Der erste Schritt zu einer besseren Welt ist die Fähigkeit zur Gnade und zur Leidensfähigkeit.

    Wer nicht leiden kann, der leidet mehr als einer der das Ertragen gelernt hat. Wenn man an Prinzessin Diana denkt, dann wird das einem klar. Daher müssen wir mehr als alles andere Demut und Leidensfähigkeit lernen. Es ist wie mit einer Konservendose. Wer sie nicht öffnen kann ist genau so schlecht dran, wie einer der keine hat. Und wer mit Leid nicht umgehen gelernt hat, der ist schlechter dran. Wenn er einen Daimler hat, sich aber einen BMW wünscht und den nicht bekommt, (Chef ist dagegen ), ist schlimmer dran als einer der überhaupt keinen hat.

    Ich versuche mich immer über das zu freuen was ich habe. Ich habe nicht einmal den Namen meines Hundes selbst bestimmt. Und heute denke ich, es gab keinen schöneren.
    Danke für diesen klaren Standpunkt, war für mich ein sehr wertvoller Denkanstoss !!
  10. #49

    Aus der Philosophie...

    Sehr geehrte Frau Berg,

    zufällig stieß ich auf folgendes Zitat von Odo Marquard, dem ich nichts hinzufügen möchte:

    "Je besser es den Menschen geht, desto schlechter finden sie das, wodurch es ihnen besser geht: Die Entlastung vom Negativen verführt zur Negativierung des Entlastenden."

    Freundliche Grüße!


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