Die von Hans-Werner Sinn losgetretene Debatte über Target-2-Salden muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Die Schlussfolgerung aus den gigantischen verdeckten Schulden der Währungsunion lautet: mehr Europa, nicht weniger Europa.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,819819,00.html
Warum sollte er auch? So kann er durchaus Beglückendes in vielen europäischen Sprachen über die Segnungen des Euro verfassen. Er dürfte eine Menge daran verdienen. Da sollte man doch nicht so kleinlich sein. Steuern müssen natürlich bezahlt werden, aber muß man denn in einem dieser Bundesländer wohnen und arbeiten? schreiben kann man doch auch auf Paros.
Also der Spanier hat einen Lkw bei uns von Mercedes gekauft,
das Geld hat er sich bei seiner Bank geliehen. Hat Mercedes sein Geld bekommen? JA haben sie! aber die Spanische Bank hat Geld herausgegeben für das es keinen Gegenwert gibt, sozusagen gedruckt.
Im letzten halben Jahr hat die EZB über eine Billion Euro an Banken herausgegeben für die es keinen Gegenwert gibt. Ist es da nicht egal wer druckt?
Nein, es ist ein Gegenwert geliefert worden, denn der Exporteur ist ja mit griechischen Euros bezahlt worden. Das Problem ist nicht, dass eine griechische Partei direkt einer deutschen Partei noch etwas schulden würde. Das Problem ist, dass der Export mit Schrottgeld bezahlt wurde, Geld, dass aufgrund unzureichenden Sicherheiten geschöpft wurde.
Platzen diese Sicherheiten, dann sinkt der Wert des Euros noch mehr als es ohnehin durch diese Zentralbankkreditvergaben verursacht wird.
Und die Griechen besitzen dadurch einen höheren Anteil an Euros als ihnen eigentlich aufgrund von echten Sachwerten zustehen würde - und können sich dafür dann schöne Sachen in Deutschland kaufen.
Alex
Die GIPS-Staaten sind extrem verschuldet bei Deutschland, das Geld müssen wir wohl zum großen Teil abschreiben.
Da kommt dann die übliche Botschaft von Münchau: Vergemeinschaftung der Schulden der GIPS-Staaten, für die GIPS Staaten, vor allem natürlich für die Finanzindustrie (!!), eine tolle Lösung, für Deutschland, seine Kinder und Enkel eine absolute finanzielle Katastrophe. Dann haften die Steuerzahler in Deutschland ohne Wenn und Aber. Das Geld ist natürlich ebenfalls verloren, nur in sehr viel höherem Umfang
Logisch, dass dann Deutschland auch einheitliche Renten in Europa finanziert. Was das für die Rentner in D bedeutet, kann man nur erahnen.
Sollten Politiker dies fordern, würde ich sie schon als kriminell einstufen.
Für Münchau geht es letztlich nur um die Sanierung und Absicherung der Finanzindustrie, ausschließlich zulasten der Bürger dieses Landes.
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen
Durchaus richtig, massive Lohnerhöhungen und deutliche Erhöhung der
Staatsverschuldung sind wohl vernünftige Lösungen, besser als für den Rest Europas zu Dumpinglöhnen zu malochen und Europa mit billigen deutschen Waren zu versorgen, die wir dann auch noch selbst bezahlen. Die GIPS-Länder müssen für ihren Wohlstand selbst arbeiten und ihn nicht importieren.
Dass damit aber eine Gesundung auf europäischer Ebene gelingt, ist doch eine ziemlich einfältige Annahme. Europa ist kein geschlossener Wirtschaftsraum. Griechenland wird keine Olive mehr exportieren und keinen einzigen Arbeitsplatz mehr schaffen, wenn die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sinkt. Davon profitiert nicht Europa, im Gegenteil, es wird Europa weiter runterziehen. Davon profitiert neben den Bürgern dieses Landes, die dann nicht mehr für das Ausland malochen müssen, vor allem Asien und Amerika
Die richtige Lösung wäre allerdings, die Missgeburt Euro endlich in der jetzigen Form zu beerdigen. Der Euro ist die Ursache der Krise. Mit allen Maßnahmen kann man die systemischen Grundfehler des Euro nicht beseitigen, Euro bedeutet Krise ohne Aussicht auf Ende.
Die Gedanken über Marx und Target 2 zur europäischen Fiskalunion, habe ich gerne gelesen.
Nun, Target 2 ist zur Zeit eine halbe Billionen Euro virtuelles Kapital. Warum eine Abschreibung katastrophale Folgen haben sollte, erschließt sich mir nach wie vor nicht. Gibt es Inflationsgefahren? Wohl kaum, denn da spielen andere Faktoren anscheinend eine größere Rolle (z.B. die Geldmenge), was ja bei der britischen Geldpolitik zu sehen ist.
Was mich viel eher beschäöftigt, ist die Frage, ob die Finanzspritzen der Notenbank an die Geschäftsbanken aktuell nicht 2007ff die Staaten von einer Rettungpficht befreit hätten und so die Hauptverantwortung der Lösung der Finanzkrise bei Noten- und Geschäftsbanken, den Verursachern, belassen hätte. Warum war das eigentlich damals keine Alternative, dass die Notenbank die faulen Papiere der Banken irgendwie noch als Sicherheit akzeptierten, anstatt das 3 Jahre später bei den Staaten zu praktizieren? Hat die Finanz- und Geldpolitik nicht auch bei der Bewältigung der Krise versagt?