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S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Der Scheinriese in der Schuldenkrise

Experten empfehlen uns jetzt den Schuldentilgungsfonds, um die Finanzkrise zu lösen. Klingt beim ersten Hinhören plausibel, beim zweiten schon nicht mehr. Wann denken wir endlich über Lösungen nach, die funktionieren - statt über solche, die in unser Weltbild passen?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,835867,00.html
  1. #70

    Nicht nur der nette Herr Rösler...

    Zitat von wespetzel Beitrag anzeigen
    Sie sind genau der Frosch im warmen Wasser, den Herr Rösler gern zu seinen Wählern zählt:-)
    auch die Frau Merkel, der Herr Gabriel, die Frau Roth und der Herr Seehofer drängen alle zusammen ins lauwarme Wässerchen in der nicht näher definierbaren "Mitte" des Teiches, um hinterher die dort (noch) vorgefundenen Frösche zu köpfen... ;-)
  2. #71

    Zitat von itroll Beitrag anzeigen
    Nur Deppen und Juristen glauben, dass Staaten Schulden jemals tilgen würden. Ökonomen wissen, dass Staaten aus ihren Schulen herauswachsen. Für Ökonomen, die für Buba oder BMF arbeiten, sei kurz erklärt, dass dazu das nominale Wachstum höher als der Nominalzins auf die Staatschulden sein müsste. (Die Erkenntnis ist ziemlich klassisch, ich habe aber mein altes VWL-Lehrbuch nicht ins Exil gerettet und bin auch zu betrunken zum Googeln). Das ist übrigens auch der Grund, warum das knickerige Deutschland unter den Schulden ächzt, während sich die ersehnte Schuldenkrise bei den unsoliden Chinesen einfach nicht einstellen will.
    Nein, das darf doch so nicht sein. Also ist das auch nicht so. Kommen Sie mit einer Erklärung wieder, die auf Fleiß, Rechtschaffenheit oder ähnlichem basiert ;-)
  3. #72

    Jau!

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen
    Diese Länder haben das grundsätzliche Problem, dass sie in dieser Gemeinschaftswährung nicht adäquat abwerten können und somit dem Märkten ausgeliefert sind, sofern keine Hilfsmassnahmen wie Rettungsschirm und EZB-Interventionen durchgeführt werden.

    Länder mit eigener Währung wie die USA, England oder Japan können mit der Druckerpresse die Zinsen für Anleihen niedrig halten, auch bei exorbitanter Staatsverschuldung.
    Was wieder einmal zeigt, dass die Zinsen für Anleihen mit den Staatsschulden nichts zu tun haben. Das ist rein spekulationsgetrieben!
    Deshalb ja mein Einsatz u.a. für die Regulierung der Finanzmärkte:
    1. Wie kann es sein, dass man Anleihen, die man gar nicht besitzt, mit CDS absichern kann? Das sind reine Wettgeschäfte - in der Regel gegen die Staaten.
    Und das geht so: Wenn große Player (z.B. JP Morgan, Goldman Sachs) im großen Stil CDS für eine Absicherung einer, z.B. spanischen Anleihe, kaufen, dann steigt der Preis für diese Versicherung. Daraus resultiert zwangsläufig ein höherer Risikoaufschlag auf diese Anleihe - weil, wenn die Versicherung so teuer ist, dann ist die Anleihe auch weniger sicher (so they say).
    Warum das immer noch nicht verboten wird, ist mir zumindest schleierhaft!
    2. Wenn immer noch marode Banken nicht verstaatlicht oder abgewickelt werden, dann zeigt das nur eines: sie sind mehrere Nummern zu groß und es fehlt offensichtlich an Kompetenz. Warum man diese nicht einfach zerschlägt bzw. ein Trennbankensystem zwangsweise einführt (ohne diese Trennung den Banken anzuvertrauen), damit Spielschulden von den (meist) hart erarbeiteten
    Einlagen der Arbeitnehmer abgekoppelt werden, ist m.E. nur der unergiebigen Verquickung von Politik und Finanzoligarchie geschuldet.
    Habe gerade noch gelesen: "Top-Ökonomen" (wenn mal die gefragt würden, die das ganze Desaster vorausgesehen haben, wäre ich ja schon aus dem Häuschen) sagen eine Katastrophe voraus, sollte G. aus dem Euro aussteigen. Und schon hat der Parlamentarier die Hosen gestrichen voll, weil er keine Ahnung hat, aber eine haben müsste: es ist verdammt noch mal der Job eines Abgeordneten, Ahnung zu haben - dann muss die "Milchquote" eben mal für eine Zeit hinten an stehen! Dazu kommen Parteispenden, Postengeschacher, Korruption, Ideologie, DUMMHEIT und eine Eitelkeit, die verbietet zu sagen: "Wir haben uns geirrt, wir müssen zurück!"
    Statt dessen werden die immer gleichen Parolen in den immergleichen Talkshows von den immergleichen Fuzzis im Namen aller neoliberalen Dummschwätzer wiederholt - und von denen, die von diesem "Krisenmanagement" profitieren. Das sind die wahren Gegner - nicht der "kleine" Grieche!
  4. #73

    Titel für heute aus...

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Ja, das weitere Räuchern der heiligen Dreifaltigkeit des freien Marktes – Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung – muss aufhören. Damit hat man den Karren in den Sumpf gefahren. Unsere „Geldelite“ hat den Karren gelenkt und musste mit Milliarden an Steuergeldern aus dem Sumpf geholt werden. Diesen Herrschaften ein „Wissen“ zu unterstellen ist vermessen, das sind bestenfalls Kalkulationsapparate, nur daraus, ihren Nutzen zu mehren.
    Das ist absoluter Nonsens. Die Agenda 2010 der Rot-Grünen Regierung hatte vor allem ein Ziel: Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung...die Erfolge sehen wir hier in Deutschland. Auch wenn Sie es nicht als Erfolg werten, aber über 40 Millionen Beschäftigte sprechen einen andere Sprache.

    Die Bankenkrise war zum überwiegenden Teil eine Krise der STAATLICHEN Institute und die paar geretten privaten Banken haben alle eine Grund, nämlich SOZIALISMUS. Im Kapitalismus hätte es keine Bankerettung gegeben. Punkt.

    Den Karren in den Sumpf gefahren haben ganz alleine die Griechen und zwar mit dem Gegenteil des deutschen Modells durch Regulierung, Verstaatlichung und Deliberalisierung. Das griechische Fiasko ist das Ergebnis hemmungslosen Sozialismuses auf Kosten der europäischen Nachbarn.

    Spanien, Italien, Irland und Frankreich sind noch nicht im Sumpf und selbst wenn, in jedem Land gibt es andere Ursachen für die Krise aber keine davon ist:Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung



    Ein dürftiges, armseliges Fazit![/QUOTE]
  5. #74

    Mr. Euro-Bonds

    Sie sollten Winston Churchill wirklich etwas ernster nehmen.
    Ihre heiß geliebten Euro-Bonds werden sicherlich allen anderen Eurostaaten etwas Luft verschaffen. Deutschland wird damit erdrosselt!
    Wollen Sie wirklich Deutschland zum Armenhaus machen, nur damit andere Euroländer noch ein paar Jahre über ihre Verhältnisse leben können?
  6. #75

    off-topic

    "Um sie alle zu beenden, bedarf es ebenfalls dreier Lösungen: einer Bankenunion, den Euro-Bonds und einer gemeinsame Haushalts- und Wirtschaftspolitik."

    Äh... da wird eine Aufzählung im Genitiv begonnen, dann folgt ein Dativ ("den Euro-Bonds") und dann ein Kasus, den es gar nicht gibt ("einer gemeinsame Haushaltspolitik"). Ist das eigentlich niemandem mehr peinlich? Oder kann man sich für gute Grammatik einfach nichts kaufen? Ja, ich nerve; aber mich nervt eben so etwas. (Korrekt: Es bedarf dreier Lösungen: einer Bankenunion, der Eurobonds und einer gemeinsamen Haushaltspolitik. Ist es so schwer, den Genitiv drei Aufzählungsglieder lang durchzuhalten?)
  7. #76

    Sehr guter Beitrag!

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Jaaa, mit Reallohnsenkungen, Absenkung der Mindestlöhne, Einschnitte in die Sozialetats, Abbau des Kündigungsschutzes, „Liberalisierung“ und „Flexibilisierung“ der Arbeit, Rentenkürzungen etc. den deutschen Schwachsinn in ganz Europa einführen.

    Und dann? Dann werden Merkel und Konsorten wieder auf die deutschen Arbeitnehmer zukommen und ihnen erzählen, dass jetzt die anderen Staaten „auch ihre Hausaufgaben gemacht hätten“, um weiterhin unsere Wettbewerbsfähigkeit und „unseren Wohlstand“ zu erhalten, müssten jetzt die deutschen Arbeitnehmer, Rentner, Sozialhilfeempfänger wieder mal ihren Gürtel enger schnallen … sowas bezeichnet man als „Race to the bottom“!

    Sie sind auch einer dieser Mainstreamdenker, die glauben, dass wir „so gut“ dastehen, weil wir eben unsere „Hausaufgaben gemacht haben". Dabei wird freilich übersehen oder verschwiegen, dass dieses Modell auf einer Asymmetrie beruht, also nur funktionieren kann, solange es nicht alle anderen genauso machen.

    Es ist ebenso banal wie offenbar schwer zu vermitteln, dass nicht alle Handelsbilanzen gleichermaßen positiv sein können, weil sie in der Summe notwendig Null ergeben. Der Überschuss des einen Landes ist also zwingend das Defizit eines anderen.




    Das wäre auch gut so, wenn's denn stimmt. Der Fiskalpakt wäre die Vollendung des neoliberalen Projekts in Europa: hier



    Ja, das weitere Räuchern der heiligen Dreifaltigkeit des freien Marktes – Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung – muss aufhören. Damit hat man den Karren in den Sumpf gefahren. Unsere „Geldelite“ hat den Karren gelenkt und musste mit Milliarden an Steuergeldern aus dem Sumpf geholt werden. Diesen Herrschaften ein „Wissen“ zu unterstellen ist vermessen, das sind bestenfalls Kalkulationsapparate, nur daraus, ihren Nutzen zu mehren.



    Ein dürftiges, armseliges Fazit!
    Ich gebe Ihnen vollständig Recht!
    Aber - natürlich brauchen wir Strukturreformen in Europa! Aber solche, die diejenigen zur Kasse bittet, die aus dem ganzen Desaster ihren Profit gezogen haben und ziehen. Und natürlich müssen wir die Verursacher des ganzen Desasters - angefangen bei Kohl über Schröder, Fischer, Steinbrück Merkel und Schäuble, endlich zur Rechenschaft ziehen. Für mich ist es ganz klar, dass da Kor...tion im Spiel ist - auf die eine odere andere Art!
  8. #77

    Zitat von Ossi Ostborn2.0 Beitrag anzeigen
    Danke das Sie mir Münchaus Aussage nochmal erkärt haben, jetzt ergibt es einen Sinn.



    Allerdings verstehe ich nicht, wozu man eine eigene Währung braucht, um seine Wirtschaft konkurrenzfähig zu machen. Was spricht gegen entsprechend niedrige Löhne, eigene billige Energieversorgung, ein entsprechend fexibles Arbeitsrecht und Innovation? In Deutschland ist man ja auch trotz D-Mark erfolgreich gewesen und in der Schweiz nicht minder trotz Franken...
    Was Sie ansprechen, gehört zur sog. realen Abwertung, zu der die südlichen Länder gezwungen sind: Löhne, Gehälter, Renten und Pensionen etc. müssen reduziert werden. Damit sinkt der Lebensstandard erst mal. Strukturreformen, Effizienzverbesserung, Innovationen und Investitionen können dem voe allem durch Ankurbelung der Wirtschaft und höhere Wettbewerbsfähigkeit entgegenwirken.

    Ein Staat bzw. dessen Bevölkerung muss allerdings auch bereit sein, diesen Weg zu gehen. Im Club Med ist das sehr schwierig, wie man besonders bei Griechenland sieht. Zudem brauchen grundlegende Reformen viel Zeit, die die betreffenden Länder nicht haben. Azuch fehlt den hochverschuldeten Ländern das Geld für notwendige Reformen, so dass entsprechende Massnahmen wiederum von anderen Staaten bzw. Geldgebern finanziert werden müssen. Mit dem sog. Wachstumspakt als Ergänzung zum Fiskalpakt soll dieser Weg beschritten werden.

    Sicher ist bei dieser Euro-Politik vor allem eins: es wird verdammt teuer.
  9. #78

    süüüß

    Wer nicht für die Weltrevolution ist wählt FDP? Wo kommen denn die ganzen anderen Wähler her? Ansonsten höre ich mir jetzt schon seit längerem hier an, wie ich furchtbar verarmen werde, wie ich nie einen Master finden werde, wie man danach keine Jobs findet oder allerhöchstens Praktika, und so weiter. Das ist zwar weder für mich noch für meinen Bekanntenkreis eingetreten, aber das beweist ja nur, dass die böse Verschwörung einfach viel subtiler gegen mich arbeitet, nicht wahr? Und inwiefern Sie die Welt verbessern, wenn andere Ihren Unterhalt zahlen, ist mir restlos unklar.

    Sie sind sicher grade über die Probezeit raus und eine Rezession davon entfernt ihre Familienplanung aufgeben zu müssen, weil Sie bürgen und die Bürgschaften gezogen werden (mal ESM googeln), es sei denn, Sie rechnen damit, dass target 2 Salden ausgeglichen werden ,Griechen, Spaniern und Portugiesen ewig 10 % Zinsen für Ihre Schulden abgenommen werden kann, ohne dass Sie dafür ins Heer eingezogen werden müssen.
  10. #79

    Wow, der Schuldentilgungsfond ist Mist?
    Richtig, Münchau, endlich mal eine richtige Bemerkung.

    Allein der Vorschlag ist aberwitzig alle Schulden der Eurozone in einen Pott zu packen und dafür zu haften...
    Die SPD - Gabriel und Trittin - wollen, dass Deutschland diesen Fond einführt - da kommen einige Billionen Euro zusammen.
    Die Gefahr ist gigantisch für uns und wir hängen auf ewig an den verschwenderischen Südländern.

    Ein Zurück wird es nicht geben, da ja angeblich schon die Weltfinanzen durch einen Austritt Griechenlands aus dem Euro in Gefahr sind.

    Die SPD hat ja gute Aussichten auf einen Wahlerfolg, da bleibt dann nur noch die Flucht in Sachwerte ....
    Letztlich wäre das eine Enteignung der Deutschen durch die eigenen Leute - es ist so abenteuerlich, dass man es kaum glauben kann..
    Gabriel hat ja mal Germanistik und Soziologie auf Lehramt studiert, Trittin Sozialwissenschaft - supi, echte "Finanzexperten" kümmern sich dann bei uns um die Staatsfinanzen ....
    Gute Nacht Deutschland!








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