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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: "Wer nicht meiner Meinung ist, muss dumm sein"

Die deutsche Internet-Szene überschüttet die "ahnungslosen Offliner" regelmäßig mit Spott, Häme und Verachtung. Das darf nicht sein, findet Sascha Lobo - und beginnt mit der Kritik*bei sich selbst.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...769717,00.html
  1. #100

    frage der definition...

    Zitat von loky mcqueen Beitrag anzeigen
    sondern Menschen töten Menschen."

    Ist es nicht alles eine Frage der Definition? Mag ja sein, dass die Netzgemeinde Deutschlands sich geradezu digital faschistoid verhält. Sich für unwahrscheinlich Klug hält, aber genau diese fatale Selbsteinschätzung unsere realistische Wahrnehmung verzerrt - also wir uns für Intelligent halten, aber eigentlich nur Durchschnitt sind.


    Wenn man sich allerdings die Themen und den Inhalt des Mediums der vergangenen zwanzig, dreißig Jahre anschaut, ja, dann ist das Gros unserer Bevölkerung dumm. Das ist nicht arrogant gemeint, sondern meiner Meinung nach Fakt.
    Aber nicht weil ich so klug bin, sondern weil es eine phlegmatische, eine passive Dummheit ist; die Menschen lassen sich lieber passiv von Müll, Rotz und Dreck berieseln, anstatt sich aktiv selbst auf den Weg zu machen, Dinge, Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen. Nicht nur im Internet, auch über Bücher, indem man Leute aufsucht und mit ihnen redet und sich so ein eigenes Bild macht.


    Nein. Ich habe keine Antwort warum Das so ist. Ich wundere mich nur. Vielleicht ist es unsere Amerikanisierung, die dafür verantwortlich ist. Diese immer Höher, Schneller, Weiter-Ideologie, dieses Profit um jeden Preis, dieses der wirtschaftlich Starke siegt über den emotional und menschlich Empathiefähigen ... das ist aber auch nur eine These.

    .
    wie wollen sie eine debatte in gang setzen, wenn sie es schon als fakt anerkennen, dass das groß der bevölkerung dumm ist? wer definiert was "müll und dreck" ist? sie? eine selbsternannte elite? warum wird das dschungelcamp und scripted-reality soaps von überwiegend von akademikern gesehen? also bitte...im übrigen gibt es an amerikanischen unis unglaublich gute debatierkurse / clubs...so viel zum letzten absatz "der ami ist schuld". ich fand sie haben gut angefangen...und sind wieder im lagerdenken angekommen.
  2. #101

    Demokratisierung

    Zitat von loky mcqueen Beitrag anzeigen
    ...Man merkt es in vielen Internetforen. Eine Debatte entsteht, wird zum Diskurs und schneller als den meisten Nutzern lieb ist, rutscht das ganze Thema, der Thread ab - weil der Eine oder der Andere eben selbst eine logische Argumentation nicht anerkennt und nur Recht haben will. ...
    Ja die Gesellschaft verroht, hat immer weniger Streitkultur, geschweige denn eine Fähigkeit, sich in Debatten mit Argumenten zu befruchten.
    Haben Sie sich schon mal gefragt, warum es einmal verschiedene Gesellschaftsschichten gab? Mit eigenen Spielregeln, die zu beachten waren, wenn man dazu gehören wollte?

    Zitat von loky mcqueen Beitrag anzeigen
    Nein. Ich habe keine Antwort warum Das so ist.
    Nennen Sie es Demokratisierung. Die hat eben auch Schattenseiten.
  3. #102

    -

    Entweder hat Herr Lobo aus Faulheit den größten Teil des Vortrags von Herrn Dueck geschwänzt, oder er hat Dueck schlicht nicht verstanden.

    Letztlich ist Dueck den Ausführungen in dieser Kolummne einfach nur voraus. Er stellt nicht die Frage, wie Internet-Themen den "Offlinern" bekannt gemacht werden können, sondern fragt, was aus manchen Jobs angesichts des Internets wird.

    Am Beispiel des Kfz-Meisters zeigt er, wie früher persönliche Kompetenz zählte und heute die IT die Autobewertung vornimmt. Banken wie EasyCredit machen es vor, nicht die kompetenten Berater entscheiden, sondern IT. Im Autohaus entscheidet nun das DAT-Programm. Wer braucht dann noch den Meister hinter dem TFT? Was bedeutet dies für diese Jobs? Klar, für die Reparatur wird man kompetente Leute benötigen. Ein Teil ihrer Arbeit fällt aber weg.

    Beeindruckend finde ich die Vision der Apotheke - ein Automat, an dem man via Videocall. einen zentralen Apotheker erreicht, das Rezept in den Scanner legt und aus dem Ausgabefach ferngesteuert das Medikament bekommt. Klingt für mich leider sehr plausibel, wenn auch erschreckend. Auch Dueck macht im letzten Teil seines Vortrags sehr klar, dass er diese Entwicklungen nicht toll findet, aber für wahrscheinlich hält. Lobo hätte halt nur bis zum Ende mitdenken sollen.
  4. #103

    Klima-Schwindel

    Ich befürchte, dass hier zwei Seiten versuchen mit dem Schwindel Geld zu verdienen.
    Aber eines sollte uns ganz klar sein:
    Der größte Klimaverursacher ist des gleißende Ding, was da tagsüber über unsere Köpfe hinweg zieht. Und dieses Ding durchläuft lange Zyklen, wo immer mehr und dann wieder immer weniger gestrahlt wird. Und diese Faktoren sind nicht in die Modelle des IPCC eingerechnet.
    Und mittlerweile gibt es genügend Eisproben, die uns zeigen, wie sich das Klima in den letzten 2-3 Tausend Jahren entwickelt hat. Und da gab es immer schon solche Schwankungen, wie wir sie jetzt sehen.
    Ich für meinen Teil glaube an den Klima-Schwindel nicht mehr!
    Das soll uns aber nicht davon abhalten, auf Energien, die durch Wassser, Wind und Sonne gewonnen werden, umzusteigen.
    Energie aus Biomasse dagegen lässt under Bienen sterben und noch viel schlimmer, die Armen weiter Hungern, da die Nahrungsmittel dadruch teurer werden!
  5. #104

    Endlich...

    spricht es mal einer aus. Genau so ist es doch!
    Man hat definitiv mehr Ahnung von einer Krankheit als sein Arzt, wenn man tagelang darüber googelt.
    Es müssen halt die richtigen Seiten sein. Klar.

    Und genau so verhält es sich meiner Meinung nach auf allen Ebenen. Ob´s um´s Auto, die Fußboden-Heizung oder was auch immer geht. Wenn man RICHTIG googelt, weiß man definitiv mehr als die "Experten"
    Zigfach erlebt...
  6. #105

    einfältig-berechtigter Hochmut

    Zitat von Rudolf Anders Beitrag anzeigen
    ... diese Minimalkommentatoren!

    Argumentieren Sie doch, bitte, einmal: WAS finden Sie denn an diesem Aufsatz SCHÖN? Wenn Sie ein solches Gefühl haben oder einen solchen ästhetischen Eindruck, dann sollten Sie ihn doch wohl auch artikulieren können, oder? Warum nur zwei nichtssagende Worte, wenn es drei, vier fünf vernünftige und nachvollziehbare Sätze besser ausdrücken würden? Nehmen Sie sich oder uns nicht ernst? Wir wollen Ihnen gerne zuhören, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben.

    Ich höre!
    Also dieses Forum krankt ja wirklich nicht an Einsilbigkeit, hier entfaltet sich ja gesamt gesehen eine große Sprachgewalt.
    Zum Thema: Ich denke die Realität besteht im Vorhandensein von 3 Gruppen: den Nerds, den Lamers und den Offliners, die alle ihren Stellenwert haben und zwischen denen sich immer weitere Verschiebungen ergeben. Der Hochmut der Nerds ist genauso einfältig und gleichzeitig berechtigt, wie es etwa der Hochmut der Maschinenbauer wäre
  7. #106

    Hut ab

    Angesichts des beliebten Sascha-Lobo-Bashings: Vielen Dank für diesen Denkansatz.
    Ergänzend: Viele Offliner sind ja online. Sie teilen nur nicht die vehemente ... Gläubigkeit trifft es nicht ganz, aber es geht in diese Richtung. Sagen wir, nicht wenige Menschen räumen in ihrem Leben dem Web nicht die Priorität ein, die es in der "Internetszene" hat. Einfach so. Weil sie das so wollen.
    Ich selbst bin seit der Ära des Akustikkopplers und der Bulletin Boards online, in den ersten zehn Jahren absolut begeistert. Heute nutze ich das Web so: in hohem Maße beruflich, privat zur Information, zum Kontakt mit Freunden, aber eben über die altmodische Mail. Dazu Online-Banking, Online-Einkauf und zugehörige Recherche, selten eBay. Mäßig aktiv bei XING, flickr und in einem Motorradforum. Und dem Medium gegenüber inzwischen sehr skeptisch eingestellt. Ich freue mich über verschwindend wenige Google-Treffer zu mir.
    So. Was bin ich? Offliner? Internetszene? Es gibt viele wie mich.
    Ich habe mich in Sascha Lobos Kolumne als Offliner wiedererkannt, denn mir gehen manche Protagonisten der Internetszene (für die Zahl 50 000 hätte ich übrigens gern zumindest den Hauch einer Quelle gelesen) mittlerweile extrem auf die Nerven. Und zwar exakt wegen der von ihm diagnostizierten Attitüden.
    Beim Mainzer Medienforum gab es vor einigen Jahren einen vieldiskutierten Begriff. Es ging dort um die Konkurrenz des Webs für das Fernsehen (und implizit für alle anderen Mediengattungen). Nach der damaligen Einschätzung selbst der privaten Rundfunkbetreiber gibt es die "anthropologische Konstante".
    Mit 17 jongliert ein heutiger Jugendlicher mit vier verschiedenen Devices gleichzeitig, natürlich. Aber lass´ ihn mal eine Ausbildung machen, die erste längere Beziehung haben, Familie gründen und 41 werden. Jemand in einem normalen Erwerbsprozess außerhalb des Mediengeschäfts freut sich dann vielleicht über zeitversetztes 3D-Fernsehen, Online-Sportwetten oder eBay, aber er wird kein digitaler Citoyen mehr sein. Wahrscheinlich war er es nie.
    Manchmal wirkt die deutsche Intetnetszene, was immer das sein mag, auf mich wie die K-Gruppen, in den 70er Jahren die maoistischen Überbleibsel der - für eine kurze, schöne Zeit - überbordend phantasievollen Studentenbewegung. KPD/ML und KBW wunderten sich auch immer, warum ihnen die Arbeiterschaft nicht millionenfach folgte. Auch damals waren entweder die klassischen Medien schuld, oder der Arbeiter an sich war eine große Enttäuschung. Vulgo: dumm.
  8. #107

    Guter Beitrag

    Ja, ich gebe dem "Herrn" Lobo so ziemlich in allen Punkten Recht. Interesant ist auch, dass Frauen, wenn sie es denn wagen, mit den Intelektuellen Herren der Schöpfung mitdiskutieren wollen, selten ernst genommen werden. Ich lese ein wenig mit, schreibe als "Frau", werde milde belächelt. Da ich aber ernstgenommen werden will, erstelle ich mir ein Konto mit "männlichem" Nick, und bin sofort in die Diskussion indegriert. Und nein, ich bin so gar keine Emanze oder gar ein Männerhasser, ich finde dieses "Phänomen" eher sehr belustigend.
  9. #108

    !

    Zitat von calido46 Beitrag anzeigen
    das Tollste sind doch die Internetforen an sich. Wer sich nicht einer allgemeinen In-Meinung anschließt
    Sie verkennen da etwas. Die Leute, um die es im Artikel geht, sind nicht die Leute, die in den Spon-Foren campieren. Jedenfalls nicht in der Mehrzahl und gleich gar nicht zwangsläufig.
  10. #109

    Bitte eine Platte mit Schall

    Zitat von freiheitodertod Beitrag anzeigen
    ... Sie kommen 15 Jahre zu spät mit dem Elitendünkel man wäre was besonderes, weil man sich im Internet bewegt. ...
    Da ist was dran. Schließlich fand die Mutter aller Offliner-Häme bereits 1994 statt (Kohls Datenautobahn). Da war iLobo erst 19 und womöglich noch nicht so sehr an Politik interessiert.

    Dennoch ist der Ansatz zu würdigen. Er geht ja mit seinesgleichen wegen der beschriebenen (und von Ihnen ergänzten) Allüren ins Gericht. Allein - wenn mieses Benehmen aufscheint, stammt es von den gleichen Charakteren wie im analogen Dasein. Dort verhalten sich Menschen bisweilen genauso. Gehen Sie mal zu einem Kreisliga-Fußballspiel und fragen in die Runde, was Abseits ist.

    Oder, um Karl Valentin die Ehre zu geben: "Eine runde, dunkelschwarze Platte hätte ich gerne." :-D


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