S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: "Wer nicht meiner Meinung ist, muss dumm sein"

Die deutsche Internet-Szene überschüttet die "ahnungslosen Offliner" regelmäßig mit Spott, Häme und Verachtung. Das darf nicht sein, findet Sascha Lobo - und beginnt mit der Kritik*bei sich selbst.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...769717,00.html
  1. #90

    Die Internetgemeinde

    Was Sascha Lobo schreibt, ist überhaupt nicht neu und wenig interessant. Die sogenannten Eliten, haben sich schon immer an der Unwissenheit des Gemeinbürgers delektiert. Ist im Internet nicht anders als offline. Fundiertes Wissen über die Funktionsweise des Internets ist auch eine Form von Herrschaftswissen. Und was bedeutet Herrschaft ? Der "oben" sagt dem "unten", wo's lang geht, oder lang gehen sollte.
    Alles wie gehabt. Den Text hätte es nun wirklich nicht gebraucht.
  2. #91

    .

    Zitat von justin_credible Beitrag anzeigen
    ...findet selbst die Allmacht namens Google das Wort "lulzheischend" nur genau ein einziges Mal--in diesem Artikel! Faszinierend, diese Etymologie.

    Im Übrigen halte ich es in der Tat für ein spannendes Experiment, einen kritischen Text über die potentiell intellektuelle Internetgemeinde nicht in Printmedien, sondern online unterzubringen--und die Angesprochenen damit direkt auf die Probe zu stellen.

    Leider hat Herr Lobo Recht. Wir haben alle unsere Schwächen, auch wenn wir uns das nicht immer einzugestehen bereit sind, schon gar nicht vor anderen. So zum Beispiel die Abhängigkeit von Anerkennung. Ich schriebe hier keine Zeile, wenn ich nicht darauf hoffte, dass irgendwo, irgendwer "Genau!" denkt und das vielleicht sogar schreibt.
    Das Zoon Politicon trachtet, nein, heischt nach Sympathiebekundungen--selbst wenn es nicht weiß, was Lulz ist.
    Genau!
    Und dieses Heischen nach Anerkennung haben wohl 99% der Menschen gemeinsam, ob sie das Internet nutzen oder nicht.
  3. #92

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Also ich persönlich halte von der "Internet Gemeinde" nicht so viel.

    Kein Mensch hat was dagegen, wenn jemand eine Meinung vertritt bzw. man darüber diskutiert...

    Nur bieten doch gerade die meisten Internet Diskussionen ein absolut peinliches Bild der Beteiligten.

    Gerade wenn bei Diskussionen die Meinung bzw. Überzeugung mit Fakten untermauert werden soll, wird es i.d.R. doch peinlich. Ich würde behaupten, über 50% der vorgebrachten Fakten sind schlicht weg falsch! Peinlich wird es i.d.R. weil man mit wenigen "Klicks" die richtige Faktenlage raus finden kann.

    Ich persönlich bin absolut der Meinung, die Internet Gemeinde sollte sich nicht allzuviel einbilden. Weil nirgends kommt man an soviel und so schnell an Fakten wie im Internet. Und doch wird das i.d.R. ja eben nicht genutzt.

    Wenn man dann noch die Leute dazu nimmt, die ständig behaupten, die Fakten seien erfunden und alles eine Verschwörung, dann rundet das das Bild nur noch ab....

    Wie gesagt, jeder kann sich u.a. auch hier, ein beliebiges Thema raus suchen und die Fakten ja mal überprüfen. Nicht Meinungen, sondern Sachen die als Fakten dargestellt wurden.
    Schon mal überlegt, daß man zu jeder beliebigen Meinung die passenden "Fakten" im Internet finden kann? Die Angabe von "Quellen" oder "Belegen", nach denen viele Foristen immer schreien, heißt noch lange nicht, daß die darin dargelegten Fakten auch stimmen. Noch nicht einmal wikipedia ist absolut fehlerfrei.
  4. #93

    Was gibt es mir?

    Dieser Multi - Kommunizierer ist überflüssig.
  5. #94

    .

    Zitat von maxmovie77 Beitrag anzeigen
    Da beschreibt Lobo ein Phänomen und bekommt in Form der Antworten den unfreiwilligen Hinweis auf die Richtigkeit seiner Vermutungen, und diejenigen bekommen es nicht einmal mit, dass sie zu dem rechthaberischen Foristen-Volk gehören.

    HERRLICHE IRONIE!
    Das sind wir alle, wahrscheinlich auch Sie. Ich muß gestehen, daß ich mich beim Lesen des Artikels mehrmals selbst angesprochen gefühlt habe.
  6. #95

    Woher

    kommt den dieser Übermut?
    Niemand kann wohl verleugnen das zwischen den Informationen die einem im Rundfunk oder in gedruckter Form angeboten werden eine geringere Bandbreite vorhanden ist als die welche das Netz bietet. Wer nur aus 20% abwägen kann hat nunmal einen Nachteil.
  7. #96

    ohne diese diskussion vertiefen zu wollen...

    Zitat von Wurstkopf Beitrag anzeigen
    Die meisten Wissenschaftler, die sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen werden vom Staat gezahlt...aber egal.
    die wissenschaftler, die damals das waldsterben herbeizauberten, wurden auch vom staat bezahlt. und einige wenige, die dagegenargumentierten, wurden auch in den liebenswerten printmedien zum teil auch persönlich angegriffen.
    was herrn lobo angeht: vielleicht bin ich mit 23 jahren noch zu jung ( ganz ehrlich? ich hab keine ahnung was tumblr und twitter eigentlich für einen sinn haben) aber diese selbstgerechte internetblablaeinstellung ist meiner erfahrung nach bei leuten zu finden, die beruflich auch was "mit medien" machen.
    des weiteren ist es interessant, wie hochnäsig leute an der uni auf den beruf des handwerkers herabschauen...zumindest solange bis der fernseher/wagen/klospülvorgang streikt. lagerdenken ist leider nur keine erfindung des internets...
  8. #97

    "Nicht "Medien" töten Menschen,

    sondern Menschen töten Menschen."

    Ist es nicht alles eine Frage der Definition? Mag ja sein, dass die Netzgemeinde Deutschlands sich geradezu digital faschistoid verhält. Sich für unwahrscheinlich Klug hält, aber genau diese fatale Selbsteinschätzung unsere realistische Wahrnehmung verzerrt - also wir uns für Intelligent halten, aber eigentlich nur Durchschnitt sind.

    Man merkt es in vielen Internetforen. Eine Debatte entsteht, wird zum Diskurs und schneller als den meisten Nutzern lieb ist, rutscht das ganze Thema, der Thread ab - weil der Eine oder der Andere eben selbst eine logische Argumentation nicht anerkennt und nur Recht haben will.

    Wenn man sich allerdings die Themen und den Inhalt des Mediums der vergangenen zwanzig, dreißig Jahre anschaut, ja, dann ist das Gros unserer Bevölkerung dumm. Das ist nicht arrogant gemeint, sondern meiner Meinung nach Fakt.
    Aber nicht weil ich so klug bin, sondern weil es eine phlegmatische, eine passive Dummheit ist; die Menschen lassen sich lieber passiv von Müll, Rotz und Dreck berieseln, anstatt sich aktiv selbst auf den Weg zu machen, Dinge, Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen. Nicht nur im Internet, auch über Bücher, indem man Leute aufsucht und mit ihnen redet und sich so ein eigenes Bild macht.

    Stattdessen? Stammtisch-P(a)rolen. Passivität. Wenn, dann ... aber nur heiße Luft passiert, "wenn" überhaupt.

    Irgendwie ist es erschreckend. Ja die Gesellschaft verroht, hat immer weniger Streitkultur, geschweige denn eine Fähigkeit, sich in Debatten mit Argumenten zu befruchten. Die Gesellschaft hat nur noch die Denkweise des "ich habe Recht!". Das Zugeben, wenn jemand eine bessere Sichtweise hat, die besseren Argumente und somit vielleicht auf dem Weg ist, eine bessere moralische oder ideelle und reflektierte Sichtweise zu bekommen, verkümmert immer mehr!

    Nein. Ich habe keine Antwort warum Das so ist. Ich wundere mich nur. Vielleicht ist es unsere Amerikanisierung, die dafür verantwortlich ist. Diese immer Höher, Schneller, Weiter-Ideologie, dieses Profit um jeden Preis, dieses der wirtschaftlich Starke siegt über den emotional und menschlich Empathiefähigen ... das ist aber auch nur eine These.

    Ja, ich bin hilflos. Vielleicht hat jemand eine interessante Sichtweise.
  9. #98

    warum nur...

    Zitat von CSCX Beitrag anzeigen
    Der Lobo ;) Ohne seine roten Haare würde dem keiner zuhören, verkörpert er damit doch optisch das was die Offline-Generation von der Online-Generation denkt: Alles Freaks.

    Das wirklich gefährliche daran für die Offline-Generation ist jedoch der Umstand das dort vermutet wird das es sich um reine Technik und Schrauberei handelt, die nicht wirklich einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft haben. Nichts könnte aber falscher sein als diese Annahme. Warum?

    Nehmen wir mal als Beispiel die Vorratsdatenspeicherung...
    Die Offline-Generation denkt sich dabei nicht wirklich was böses, denn es wird nicht verstanden welche Implikationen das Ganze hat. Die Wahrnehmung schwankt zwischen der Verfolgung von religiös-durchgeknallten vollbärtigen Arabern und der Annahme das man selbst ja NIE betroffen wäre. Dabei ist dieses Instrument jedoch in seiner Schlagkraft vergleichbar mit dem Schritt von der Keule zum Scharfschützengewehr, das es repressiven Regimen erlaubt Druck auf den einzelnen auszuüben um die Bildung einer Masse zu verhindern.

    Garniert wird die Ahnungslosigkeit der Offline-Generation auch noch durch Boulevardmedien, die mit dieser Geisteshaltung kokettiert und ihre eigene Propaganda betreibt.

    Kurzum: Wenn die Offline-Generation sich auch weiterhin vor externem Einfluss schützt dann sind wir alle der Verdammnis freigegeben.
    schön dass sie gerade gezeigt haben, wie sehr herr lobo wohl doch recht hatte.
    denkanstoß: wie alt sind wohl die richter gewesen, die die gesetzesvorlage gekippt haben? na? glauben sie jeder von denen hat einen blog/twitteraccount/facebook/xing...wasauchimmer zugang? falls ich mich irren sollte, tuts mir leid, aber: was soll diese arroganz anzunehmen, nur weil man "nicht online" ist, hat man keine ahnung was die vorratsdatenspeicherung will?
  10. #99

    nieder mit den titeln

    Zitat von bidebotchi Beitrag anzeigen
    ich finde der artikel hat grundsätzlich recht. es sei denn jemand überzeugt mich mit der beantwortung folgender Frage vom gegenteil:

    "Warum schreiben wir sonst in Foren, wenn wir nicht nach Bestätigung suchen oder unser Selbstwertgefühl durch die Klugscheißerei gg.über anderen aufpeppen wollen?"

    euer bidebotchi :)
    ...weil heute abend leider der debatierklug zuhat und keiner zeit hat um in die kneipe zu gehen ;)