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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Spione, Krieg und Schufa

Für Unternehmen ist die digitale Welt ein Traum, für Datenschützer ein Alptraum: Der Konsument offenbart seine Geheimnisse und wird komplett durchleuchtbar. Die Schufa plante sogar ein Projekt zum Ausschlachten Sozialer Medien. Das ist verwerflich. Plädoyer für eine neue Wirtschaftsethik.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...838324,00.html
  1. #1

    Ethik entsteht im Kopf

    Ich stimme dem Autor zu. Allerdings möchte ich zu Bedenken geben, das Ethik nichts ist, was der Staat oder grosse Denker verordnen können. Ethik entsteht demokratisch in den Köpfen der Bürger.

    Die Franzosen halten Gänsestopfen für Kultur, wir in Deutschland halten es für Tierquälerei.

    Genauso ist es mit dem Datenschutz. Solange die Mehrzahl der Bevölkerung Datenschutz für ein abseitiges Hobby von Informatikern hält und nicht begreift was man mit persönlichen daten alles anfangen kann, wenn man automatische Verarbeitung zur verfügung hat, wird es auch keine entsprechende Ethik geben.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für Unternehmen ist die digitale Welt ein Traum, für Datenschützer ein Alptraum: Der Konsument offenbart seine Geheimnisse und wird komplett durchleuchtbar. Die Schufa plante sogar ein Projekt zum Ausschlachten Sozialer Medien. Das ist verwerflich. Plädoyer für eine neue Wirtschaftsethik.

    Sascha Lobo: Die Schufa und der Krieg - SPIEGEL ONLINE
    Für jemanden der eher technische angehaucht ist, ist vielleicht nicht unbedingt die "digitale Welt" ein Alptraum, die Sprache dafür schon. Besonders die Software betreffenden Artikel in Medien wie SPON und auch meine Linux Erfahrungen sind da allerdings alles was ich nennen kann. Sicher ist einiges bei Windows auch nicht grundsätzlich anders, und "Angreifer, Bedrohung, Schäden,Abwehr" so mantraartig, zu allen Belangen die mit Software zu tun haben, wiederholt zu lesen, machen die Assoziation zum "Soft-War" zwingend.

    Also, mit "Wirtschaftsethik" wäre ich da vorsichtig.
  3. #3

    Das Problem ist doch...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für Unternehmen ist die digitale Welt ein Traum, für Datenschützer ein Alptraum: Der Konsument offenbart seine Geheimnisse und wird komplett durchleuchtbar. Die Schufa plante sogar ein Projekt zum Ausschlachten Sozialer Medien. Das ist verwerflich. Plädoyer für eine neue Wirtschaftsethik.

    Sascha Lobo: Die Schufa und der Krieg - SPIEGEL ONLINE
    ...dass die heutigen Generationen es mit dem Datenschutz gar nicht ernst nehmen. Es ist ihnen egal, wer was von ihnen weiß. Ich bin Anfang der 60er geboren und bin in den 80er Jahren gegen die Volkszählung auf die Straße gegangen. Mich schauen heutige Generationen an wie ein seltenes Tier und geben fleißig weitere Infos bei Facebook preis.

    Ich meine, dass wir selbst Schuld haben, wenn beispielsweise die Schufa die Sozialen Medien für sich ausschlachtet. Und verwerflich ist das nicht, solange die Daten freiwillig abgegeben werden. Da ist Sascha Lobo - wie so oft - scheinheilig.
  4. #4

    Es wird gemacht ...

    was machbar ist, den Wirtschaft IST Krieg mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Das war und ist im Krieg schon immer so (siehe Syrien, da hat keine Seite eine 'weisse Weste', wenn man in dieser Situation überhaupt von so etwas reden kann), wird immer so sein und wird in der Wirtschaft genauso sein. Das Wort Ethik können wir da getrost vergessen.
    Die heutige Generation wird erst dann die Augen öffnen, wenn viele aus ihren Reihen gewaltig auf die ... gefallen sind. Wenn aber die Täter vorsichtig genug vorgehen, wird das nich lange dauern, denn das 'auf die ... fallen' geschieht langsam, leise und im Geheimen.
    Einer, der mit der Materie beruflich zu tun hat.
  5. #5

    Im Interesse der Wirtschaft kann es ja nicht liegen, uns Konsumenten "zu vernichten" - dann wären wir ja kein ausschlachtbares Wesen mehr.

    Interessant und wichtig wäre es mal, zu erfahren, WAS uns Konsumenten denn alles passieren kann. Bisher wird immer ein diffuser Drohteppich aufgebaut mit ganz viel "Achtung!" und "Das ist dein Untergang!" - aber WAS wäre der Wort Case, der passieren kann, wenn ich meine Daten im Netz preisgebe oder auf Facebook mitteile, dass ich mir gerade auf Amazon irgendwas gekauft hab.

    Denn wenn DAS im Bewusstsein der Menschen wäre, würden es vielleicht auch ein paar mehr ernst nehmen. Meistens wird doch so eine Diskussion von den Facebook- und Twitterjüngern immer nur mit einem "Ich hab ja nix zu verbergen" abgetan.

    Vielleicht kann uns Herr Lobo ja mal einen Blick hinter den Drohteppich gewähren ;-)
  6. #6

    Na und?

    Falls es sich bei den Daten, die dort ausgewertet werden sollten, um frei zugängliche Daten gehandelt hat, verstehe ich die Aufregung nicht wirklich. Wo sollen die Grenzen gezogen werden bei der Auswertung öffentlich zugänglicher Daten? An den verursachenden Kosten (in Indien "geht "dann mehr als in Europa)? An dem Ziel Gewinn = kein Gewinn? Was macht denn google? Daten "muss" man eben schützen, wenn man nicht ausgewertet werden will. Schlaue haben schon in den 80er Jahren Telefonbücher in den PC tippen lassen. Der "schöne" Kapitalismus ist eine Utopie, die niemals funktionieren kann, auch wenn es schön wäre.
  7. #7

    Zitat von callistonairi Beitrag anzeigen
    Interessant und wichtig wäre es mal, zu erfahren, WAS uns Konsumenten denn alles passieren kann. Bisher wird immer ein diffuser Drohteppich aufgebaut mit ganz viel "Achtung!" und "Das ist dein Untergang!" - aber WAS wäre der Wort Case, der passieren kann, wenn ich meine Daten im Netz preisgebe oder auf Facebook mitteile, dass ich mir gerade auf Amazon irgendwas gekauft hab.
    Also im Prinzip stelle ich mir das vor wie damals bei uns im Dorf mit dem Kaufmannsladen.

    Der Besitzer kannte alle seine Kunden in und auswendig. Wusste wer mit wem zusammen war, wer geheiratet hatte, wo jemand arbeitete und wieviel er verdiente, wo er wohnte und ob er ein Haus hatte etc.

    Danach richtete es sich, wieviel man bei ihm anschreiben konnte.

    So ähnlich stelle ich mir das vor, nur eben global.
  8. #8

    Aha

    Da sondert Herr Lobo zwar viele Worte ab, sagt aber: nichts. Für einen Posten als Sonntagsredner bei der SPD könnte das aber reichen.

    Was soll das denn heißen, "Es muß eine Diskussion über digitale Wirtschaftsethik stattfinden"? So eine Diskussion läßt sich doch nicht verordnen!
    Wenn überhaupt, kann sie eröffnet werden - mit einer pointiert vorgetragenen Position. Sven Regener hat es mit dem Urheberrecht vorgemacht.

    Die Akteure des Datensammelns und -auswertens haben aber daran überhaupt kein Interesse. Geschäftspraktiken, die nicht bekannt sind, können auch nicht kritisiert werden. Ich konnte schon vor 9 Jahren einen lumpigen Bürostuhl nicht auf Rechnung bestellen, weil ich im "falschen" Postleitzahlbereich wohne - unabhängig von meinen tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen. Das meinte jedenfalls Infoscore. Inzwischen sind wir 9 Jahre weiter und die Entwicklung "interessanter" Geschäftspraktiken ist sicher auch deutliche weiter gegangen. So lange solche dubiosen Praktiken aber nicht bekannt sind und disktutiert werden, nützen alle wolkigen Forderungen nach einer Diskussion über Wirtschaftsethik gar nichts. Die Wahrheit ist konkret, Herr Lobo.
  9. #9

    informationelle Selbstbestimmung

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Also im Prinzip stelle ich mir das vor wie damals bei uns im Dorf mit dem Kaufmannsladen.

    Der Besitzer kannte alle seine Kunden in und auswendig. Wusste wer mit wem zusammen war, wer geheiratet hatte, wo jemand arbeitete und wieviel er verdiente, wo er wohnte und ob er ein Haus hatte etc.

    Danach richtete es sich, wieviel man bei ihm anschreiben konnte.

    So ähnlich stelle ich mir das vor, nur eben global.
    Oh, das ganze geht noch viel weiter. Stellen sie sich vor, sie bekommen keinen Kredit, weil die Schufa aufgrund ihrer Facebook-Kontakte zu dem Ergebnis kam, sie seien nur begrenzt kreditwürdeg. Oder Sie bekommen keinen Job, weil man durch googlen ihres Namens auf dutzende peinliche Partyfotos stößt. Können Sie sagen, auf welchen schwarzen Listen sie stehen, weil man aus ihren persönlichen Daten ein Profil erstellt hat?
    Derartiges schränkt letztlich viele Freiheiten ein, die in unserer Gesellschaft als selbstverständlich gelten, denn schon wenn man nur Angst haben muss, dass jede Bewegung und jede Aktion die man unternimmt dokumentiert wird und einem in den Augen anderer vllt zum Nachteil gereicht, dann wird mancher auf die Betätigung seiner Freiheiten verzichten um nicht unangenehm aufzufallen. So hat es zumindest das BVerfG in seinem Volkszählungsurteil gesehen.








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