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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Hurra Sinnlosigkeit!

Was braucht man und was nicht? Was ist sinnvoll und was nicht? Oft wird vorschnell geurteilt, welchen Dingen kein Sinn innewohnt. Der Irrtum der Urteilenden ist oft so drastisch, dass er sich später als umgekehrte Prophezeiung entpuppt, erklärt Sascha Lobo.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...784841,00.html
  1. #1

    ~

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was braucht man und was nicht? Was ist sinnvoll und was nicht? Oft wird vorschnell geurteilt, welchen Dingen kein Sinn innewohnt. Der Irrtum der Urteilenden ist oft so drastisch, dass er sich später als umgekehrte Prophezeiung entpuppt, erklärt Sascha Lobo.
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...784841,00.html
    Ein eindeutiges "vielleicht stimmt's" könnte man sagen. Nein kann gesagt sein, nein auch nicht, soll Zustimmung bedeuten können, nein........

    Ist möglich, aber ist das Urteil des Urteilenden denn tatsächlich ein universelles oder ein persönliches.
    Es ist etwas schwierig von Sokrates weg zu kommen und nicht in einfacher Sprachphilosophie zu bleiben wenn es um Sprache und Ausdrucksweisen geht. Nur, Deutsch ist leider nicht die Sparche die Sokrates sprach. Die ist strukturell philosophisch an anderen Leuten wie Sokrates, nicht nur orientiert, sondern aufgebaut.

    Also "Der Irrtum des Urteilenden" ist dem "Absolutismus der gängigen Sprache" unterworfen (worden(weil nach Sokrates)) wie der Sinn, der Dingen "innewohnt". ;)
  2. #2

    Danke!

    Ich brauchte den Artikel, um diesen Kommentar zu schreiben.
  3. #3

    Haha.

    Ganz ehrlich. Der youtube-Clip war informativer als das Geschreibsel von Lobo.
  4. #4

    Zustimmung

    Die Bewertung der Sinnhaftig- oder Sinnlosigkeit von Produkten ist auch einer der Gründe, weshalb die sozialistische Planwirtschaft versagt hat. Denn was sich die Planer als sinnvoll vorgestellt haben, hat sich so nicht verwirklicht und umgekehrt.
  5. #5

    ...brauchen oder wollen?

    Zitat von BlakesWort Beitrag anzeigen
    Ganz ehrlich. Der youtube-Clip war informativer als das Geschreibsel von Lobo.
    ...den Eindruck hatte ich auch. Gibt's eigentlich einen Unterschied zwischen:
    - das braucht niemand
    - das will niemand?
    Ich glaube, das hat Lobo übersehen. Seinen Beitrag braucht keiner, aber er nutzt ihm, er wird ja bezahlt dafür.
    Wie sagt der Lateiner: qui lobo? oder so ...
  6. #6

    Sinnvoll vs. sinnlos

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was braucht man und was nicht? Was ist sinnvoll und was nicht? Oft wird vorschnell geurteilt, welchen Dingen kein Sinn innewohnt. Der Irrtum der Urteilenden ist oft so drastisch, dass er sich später als umgekehrte Prophezeiung entpuppt, erklärt Sascha Lobo.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...784841,00.html
    Lobo beschwört also den Sinn der vermeintlichen Sinnlosigkeit von Neuerungen und Erfindungen. Natürlich wird der Nutzen solcher Neuerungen nicht selten zunächst einmal falsch eingeschätzt: Was braucht es ein Auto, wo man doch zwei Beine und bewährte Pferdefuhrwerke hat? Der Nutzen eines Objekts erschliesst sich eben nicht jedem sofort, vor allem wenn wenn alte Gewohnheiten in Frage gestellt werden.

    Lobo versäumt es leider auf die Tatsache einzugehen, dass in unseren kapitalistischen Gesellschaften Innovationen den Zweck haben, Absatz und Gewinn zu steigern. Im Vordergrund steht die neue Ware und nicht der konkrete Nutzen für den Konsumenten. Deshalb muss der vermeintliche Nutzen durch Werbung erst klar gemacht werden: aus geweckten Bedürfnissen soll ein marktwirtschaftlicher Bedarf werden. Da bleibt es nicht aus, dass de facto ein Überangebot an Waren existiert, die alle den gleichen Zweck erfüllen, seien es Handys, Plattformen oder anders. Braucht es 300 Wurst- und 500 Käsesorten, wovon der Normalbürger viele gar nicht kennt? Gemessen an den menschlichen Grundbedürfnissen sicherlich nicht. Es gibt also durchaus eine grosse Zahl an Produkten, die dauerhaft schlicht überflüssig und sinnlos sind.
    Natürlich gibt es keinen objektiven Masstab für die Sinnhaftigkeit eines Produktes. Sokrates freilich hätte den gesunden Menschenverstand bemüht und wäre zu dem Urteil gekommen, dass heutzutage so Manches ohne wirklichen Nutzen und Sinn ist!
  7. #7

    Anti-historische Besserwisser

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was braucht man und was nicht? Was ist sinnvoll und was nicht? Oft wird vorschnell geurteilt, welchen Dingen kein Sinn innewohnt. Der Irrtum der Urteilenden ist oft so drastisch, dass er sich später als umgekehrte Prophezeiung entpuppt, erklärt Sascha Lobo.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...784841,00.html
    Endlich bringt es mal jemand auf den Punkt. Die regelmaessigen und lautstarken "Das braucht kein Mensch"-Kommentare etlicher besserwisserischen SPON-Foristen, sobald wieder mal Twitter, Facebook, Google StreetView oder irgendeine neue Social Media Entwicklung diskutiert wird, gehen mir schon seit Jahren auf den Zeiger.

    Das Statement kann i sinnvollerweise mmer nur lauten "Das brauche ich nicht", aber zig Millionen Leuten permanent und pauschal den Nutzen absprechen zu wollen, den diese davon haben, ist schlicht dämlich.
  8. #8

    Ich brauche keine Überschriften! ;-)

    Zitat von hr_schmeiss Beitrag anzeigen
    ...den Eindruck hatte ich auch. Gibt's eigentlich einen Unterschied zwischen:
    - das braucht niemand
    - das will niemand?
    Ich glaube, das hat Lobo übersehen.
    Fehlt mir auch ein bisschen. Was ich *brauche*, ist schnell zusammengefasst: Essen, Trinken, Schutz vor Naturgewalten, bei Bedarf gesundheitliche Versorgung und laut diversen Psycho-Typen ein gewisses Maß an sozialer Integration.
    Was ich *will* ist dagegen schon weitaus mehr, und was ich ab und an *gern hätte* (und sei es nur für kurze Zeit) würde Larry Ellisons Konto leeren... ;-)
    Und dazwischen sind noch all die Sachen, die sehr nützlich sind, aber die man streng genommen nicht wirklich "braucht", z.B. Job, Konto, Auto/ÖPNV, Telefon, ...

    Wie sagt der Lateiner: qui lobo? oder so ...
    Cui lobo?
  9. #9

    Hallo Lobo, Sartre lesen!

    Nichts ist sinnlos, der Sinn allen Seins steckt in seiner Existenz an sich. Alles daraus und darauf folgende ist reiner Gegenstand menschlicher Deutung und schon diese Gegenständlichkeit ist Sinn in sich.
    Es wird beobachtet, also ist es (da um beobachtet zu werden).
    Selbst Sinnlosigkeit ist nicht sinnlos, findet sie doch ihren Sinn in der Bedeutungsnegierung des Seins durch die Seienden. Selbst wer diesen Beitrag für sinnlos hält, hat ihn doch gelesen und ihn damit einem Zweck unterworfen, der ihm Sinn gibt.

    Andere wiederum suchen den höheren oder tieferen Sinn in einer Sache und irren genauso. Der Sinn an sich ist absolut und wertfrei, er existiert aus der Existenz der Sache an sich und entzieht sich der objektiven Wertung. Sinn ist Sinn, wie Existenz Existenz oder Menschlichkeit Menschlichkeit ist. Der Versuch des Wertens ist der Versuch Göttlichkeit auf den Wertenden zu übertragen und Urteilsfähigkeit über das Sein an sich zu beanspruchen. Eine zutiefst menschliche Hybris und oft der Ausgangspunkt für tragische Entwicklungen. Beschränken wir uns also selbst, urteilen nicht über das Absolute und überlassen das Göttliche als post-kantische Gesellschaft der Mystik.


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