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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Falsch liegen lernen

Schönreden, dreistlügen, aussitzen: Die aufgeklärten Digitalbürger können mit diesen Taktiken von Politikern nichts anfangen,*glaubt SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Sascha Lobo.*Denn das Internet lehrt sie*einen anderen Umgang mit Fehlern.*Fehler sind dazu da, ganz transparent korrigiert zu werden.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...801898,00.html
  1. #1

    titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schönreden, dreistlügen, aussitzen: Die aufgeklärten Digitalbürger können mit diesen Taktiken von Politikern nichts anfangen,*glaubt SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Sascha Lobo.*Denn das Internet lehrt sie*einen anderen Umgang mit Fehlern.*Fehler sind dazu da, ganz transparent korrigiert zu werden.

    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Falschliegen lernen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Dass stimmt nur zur Hälfte. Die Freude und das Verständnis über ständige Adobe-Updates und Bug Fixes hält sich z.B. stark in Grenzen. Wenn der im Artikel beschriebene Effekt zur Entschuldigung dafür wird, eine Sache nicht auch mal fertig zu kriegen und verbindlich zu machen, geht der Schuss früher oder später nach hinten los. In einer Politik-Talkshow mag es ja sympathisch sein, sich um den Faktor 1000 zu vertun. Im technischen Bereich kann das Menschenleben kosten.

    Das ständige, kleinliche Herumreiten auf "Fehlern", die mit der Sache nur bedingt zu tun haben, mit dem Ziel, sich um die Sachdiskussion herumzudrücken, nervt aber wirklich.
  2. #2

    Failmann und die Selbststärkung

    Mit Fehlern gehen Regierungen und Politiker aber gerne auch mal ganz anders um. So wird mal eben ein Wikipedia-Eintrag selbst verbessert, zig Leserbriefe selbst geschrieben und ein Social Media Profil angelegt und mit tausenden Fake-Profilen hinter denen die eigenen Berater stecken befreundet.
    Da braucht man sich nur den österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann - inzwischen auch Werner Failmann genannt - anschauen:
    Faymann vs. Failmann ¦ Newsgrape.com

    So wird präventiv gearbeitet, denn man weiß, dass es nicht ganz so stimmt, was man sagt. Da schafft man sich den digitalen Rückhalt eben selber. Zu dumm, dass das oft auffliegt. Ich bin mir aber sicher - viel öfter tut es das nicht.
  3. #3

    Lernen, schön wäre es!

    Lobo erkennt hier zwar etwas richtig, hängt es aber am falschen Beispiel auf. Ich finde schon, ein Politiker sollte die Schuldenzahl des Bundeslandes kennen, das er reformieren möchte. Andererseits sind seine Beobachtungen innerhalb der Foren richtig. Überall gibt es Experten, selbsternannte oder echte, die leider oftmals nicht voneinander unterscheidbar sind. Wie soll ich erkennen, ob ich falsch liege, wenn viele Informationen des Internets ebenfalls falsch sind?

    Anders sieht es wirklich bei der Kommunikation im Internet aus. Wer gefragt wird: "Kennst du diesen Schauspieler?" googelt ihn kurz und kann sagen: "Ja", und fühlt sich ein stückweit besser, obwohl er keinen Schimmer hat. Das Netz mit seinem Informationsüberangebot als Gedächtnisstütze sagt leider nichts mehr über das Wissen eines Probanden aus. Es ist eher der Taschenrechner für Leute, die nur noch begrenzt im Kopf rechnen können.
  4. #4

    .

    Zitat von Donald Duckk Beitrag anzeigen
    Mit Fehlern gehen Regierungen und Politiker aber gerne auch mal ganz anders um. So wird mal eben ein Wikipedia-Eintrag selbst verbessert, zig Leserbriefe selbst geschrieben und ein Social Media Profil angelegt und mit tausenden Fake-Profilen hinter denen die eigenen Berater stecken befreundet.
    Da braucht man sich nur den österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann - inzwischen auch Werner Failmann genannt - anschauen:
    Faymann vs. Failmann ¦ Newsgrape.com

    So wird präventiv gearbeitet, denn man weiß, dass es nicht ganz so stimmt, was man sagt. Da schafft man sich den digitalen Rückhalt eben selber. Zu dumm, dass das oft auffliegt. Ich bin mir aber sicher - viel öfter tut es das nicht.
    Wichtig ist bei Wikipedia, ob Textabschnitte zitiert sind. Selbst dann muss man allerdings aufpassen und Zitogenese studieren:
    xkcd: Citogenesis
  5. #5

    Zitat von BlakesWort Beitrag anzeigen
    Lobo erkennt hier zwar etwas richtig, hängt es aber am falschen Beispiel auf. Ich finde schon, ein Politiker sollte die Schuldenzahl des Bundeslandes kennen, das er reformieren möchte. Andererseits sind seine Beobachtungen.....
    Das Internet vergisst nicht, wenn ein Politiker sich selber widerspricht.
  6. #6

    Lobo macht es sich zu einfach

    Zitat von BlakesWort Beitrag anzeigen
    Das Netz mit seinem Informationsüberangebot als Gedächtnisstütze sagt leider nichts mehr über das Wissen eines Probanden aus. Es ist eher der Taschenrechner für Leute, die nur noch begrenzt im Kopf rechnen können.
    Das ist richtig - und ich finde, dass Lobo es sich etwas zu einfach macht. Wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, kann man nicht immer noch mal schnell im Netz schauen. Und ich weiß: Jetzt kommt der Hinweis, dass man ja auch nicht übereilt entscheiden soll.
    Bringen wir es auf den Punkt - dieses ganze Abfeiern der Apps und des immer online verfügbaren Wissens sind ein Abgesang auf Bildung. Die hat aber noch nie geschadet, sie ermöglicht erst Querverbindungen und neue Erkenntnisse und sie stellt sich eben nicht durch schnell mal googeln ein. Und man kann und darf sie durchaus von Menschen, die Verantwortung tragen - wie von jedem sonst natürlich auch -, erwarten. Das heißt: Weder hat sich der Piraten-Mann noch der Adelige mit Ruhm bekleckert, jeder auf seine Weise. Wer von beiden es schlimmer getrieben hat, muss man unter dem Bildungs-Aspekt natürlich gar nicht erst diskutieren.
  7. #7

    Schade

    ...dass Lobo nicht stärker auf die möglichen negativen Auswirkungen dieser ständigen Korrekturen durch's Netz eingeht:

    Die Entstehung (oder besser: verstärktes Auftreten) eines Typs Politiker, der wie eine rückgradlose Amöbe durch die Netzwelten flutscht und sich jedem Trend, jedem neuen Ranking, jedem neuen Mem innerhalb von Nanosekunden anpasst. Also wie Angela Merkel, aber in Echtzeit.

    Natürlich haben Politiker sich auch früher schon nach Meinungsumfragen ausgerichtet, aber die direkte Rückkopplung von Personen an Feedback aus sozialen Netzwerken und Meinungsaggregatoren könnte dazu führen, dass Politiker sich überhaupt nicht mehr eigenen Ideen und Plänen verpflichtet fühlen, sondern dem Informationsoutput eines diffusen Schwarms, der einen unendlichen Strom an Informations- und Meinungsfetzchen absondert.

    Lobo macht auch viele gute Beobachtungen, aber er wirkt immer noch zu sehr als Internet-Fanboy, finde ich.
  8. #8

    Kopfnicken

    Dem Artikel stimme ich gern zu. Ein Plädoyer für Transparenz.
    Die Diskussion um Wissen oder Pseudowissen kann ich nicht nachvollziehen.
    Natürlich macht das Internet schlau.
    Allerdings ist es auch in der digitalen Welt so, dass es verschiedene Erkenntnisstufen gibt. Die einen bleiben auf der ersten Stufe und begnügen sich mit rasch gegoogelten Namen, Zahlen und Statements. Andere recherchieren akribisch auf vorhandenen Datenbanken, je nach Bildungsstand.
  9. #9

    Patches: Fluch oder Segen?

    Man kann sich mal irren und auch mal einen Fehler machen, sicherlich. Wenn man sich aber zu sehr auf Nachbesserungen verlässt, wird man schlampig. Man siehts im Software-Bereich, wo es üblich ist Programme zu veröffentlichen, die mal lieber noch ein halbes Jahr länger hätten entwickelt werden sollen.
    Neue Gesetze möchte ich nicht gerne schon zwei Tage nach Inkraftreten in Version 1.15.079 vorliegen haben, weil man an allen Ecken und Enden noch rumschrauben muss.








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