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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Facebook ist nur ein Symptom
Ist Facebook schuld, dass die Privatsphäre im Netz verschwindet? Sind kommerzielle Datenkraken dafür verantwortlich, dass wir online immer mehr von uns Preis geben? Nein, meint Sascha Lobo: Die Veröffentlichung privater Information ist eine logische Folge digitaler Vernetzung.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...788777,00.html
- #50 29.09.2011 05:10 von
Wie im richtigen Leben
@ fishinspace:
Interessant ist, dass Sie sich extra für diesen Beitrag angemeldet haben. Ein "like" für Ihren Beitrag. Sie bringen die Sache auf den Punkt: Die möglichst selbstbestimmte Konstruktion einer Person (Persönlichkeit). Wie im analogen Leben. Dort sagt man Rolle. Soziale Rolle. Bei wikipedia ist dazu zu lesen:
"Die Soziale Rolle ist ein dem Theater entlehnter Begriff der Soziologie und Sozialpsychologie. Sie stellt die Gesamtheit der einem gegebenen Status (z. B. Mutter, Vorgesetzter, Priesterin etc.) zugeschriebenen „kulturellen Modelle“ dar. Dazu gehören insbesondere vom sozialen System abhängige Erwartungen, Werte, Handlungsmuster und Verhaltensweisen. Diesen Anforderungen muss sich ein Sozialer Akteur entsprechend seiner Position stellen.
Die Rollentheorie beschreibt und erklärt einerseits die Rollenerwartungen und -festlegungen und andererseits, welche Spiel- und Handlungsfreiräume dem Individuum und sozialen Gruppen in einer Rolle offenstehen. Sie beschäftigt sich damit, wie gesellschaftlich vorgegebene Rollen erlernt, verinnerlicht, ausgefüllt und modifiziert werden."
Wer bei facebook - wie Sie sagen - ein Bild von sich bastelt, tut das selbe, wie im richtigen Leben. Entweder er/sie füllt die Rolle realitätsnah aus oder nicht. - #51 29.09.2011 08:33 von
wie Stasi...
Ich kann jedem Interessierten nur dieses kleine 3-Minuten-Video über Facebook empfehlen:
http://www.youtube.com/watch?v=v5cZaaRzwGk
Hier bringt es der österreichische Kabarettist Michael Niavarani in amüsanter Weise auf den Punkt: Facebook ist wie Stasi auf freiwilliger Basis..
Im übrigen outet sich Möchtegern-Experte für digitale Medien, Sascha Lobo, hier einmal mehr als Schwätzer. Wer kann diesen unsäglichen Typ denn ernst nehmen? - #52 29.09.2011 08:45 von
Falsch gedacht
Das Problem liegt aus meiner Sicht woanders: Der Kern ist nicht, dass Menschen ihre privaten Daten öffentlich machen. Das möchten sie tatsächlich und sie haben oft Gründe. Problematisch ist der im Internet damit einhergehende Kontrollverlust und die Irreversibilität. Die Zeiten können sich ändern. Auch wenn das für des Menschen Phantasie schwer vorstellbar ist. Und falls es irgendwann mal nicht mehr angebracht oder gar gefährlich ist, seinen Ehestand bekanntzugeben, dann können die Schwarzwaldmädel ihre Hüte abnehmen. Das ist einfach. Einen Radierer für das Netz haben wir dann aber immer noch nicht.. Darüber gilt es - finde ich - nachzudenken.
- #53 29.09.2011 10:01 von Hesekiel
Auf Thema antworten
Ich finde auch den Vergleich von Privateinstellungen und Trachten albern, bei Dirndl&Co. legt man es ab und ist damit für keinen mehr als Jungfrau/Ehefrau/wasweissich zu erkennen, es kann auch nicht die ganze Welt Farbe oder Schleifenposition einsehen und die AGBs des Dirndltragens ändern sich nicht alle paar Monate zum Schlechteren.
Natürlich, der Mensch ist ein Selbstdarsteller und würde auch bei glasklaren AGBs und extra zuschaltbaren Freigabeeinstellungen teilweise noch (zu) viel von sich erzählen, trotzdem ist es mir in Ihrem Artikel viel zu verharmlosend dargestellt, Facebook&Co. tragen in Ihrem Bild null Verantwortung und auch das Interesse der Betreiber an privaten Daten für kommerzielle Zwecke wird völlig unterschlagen. Mit detailierten Informationssammlungen über User lassen sich schon ein paar Euros machen, fragen Sie doch einfach mal die entsprechenden Agenturen was 10.000 Datenpakete geschäftsrelevanter User im Umkreis von 100km Ihrer Firma so kosten.. - #54 29.09.2011 10:50 von
Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:
"Ähnlich funktioniert die Schleifensymbolik bei bayerischen Dirndl-Schürzen, die je nach Position anzeigen, ob die Trägerin ledig, vergeben, verwitwet ist - oder jungfräulich."
übel, daß lobo diese mittelalterliche frauen-als-ware- zurschaustellung auch noch als vorbildlich wahrnimmt. - #55 29.09.2011 14:18 von Der Bruddler
Überschrift
Erfrischend naiv das Ganze.
Möchte nur mal gerne wissen welcher Anteil der Text- und Bildbeiträge auf solch einer Plattform die Zustimmung sämtlicher präsentierter Beteiligten findet.
Das ist meiner Meinung nach das Problem - nicht Blödheit, welche man sich selbst zuzuschreiben hat, sondern die Blödheit, welche über einen verbreitet werden kann.
Natürlich - da könne Facebook & Co. nichts dafür. Nur könnte das ohne diese auch nicht geschehen. - #56 29.09.2011 14:29 von
Da fragt man den Richtigen...
...LOL!
Aber mal im Ernst: Ich verstehe diese Aufregung langsam nicht mehr. Niemand muss diesen Blödsinn mitmachen und je weniger es am Ende sind, desto geringer ist der soziale Druck.
Ich persönlich kann sehr gut auf "Freunde" verzichten, die meinen, ich könne nur "an ihrem Leben teilnehmen" wenn ich bei Facebook angemeldet bin.
Selbst das oft gehörte Argument, man könne nur mit Facebook mit Menschen in Kontakt bleiben, die weit in der Welt verstreut leben, ist Unsinn. Facebook ist zu Aufrechterhaltung der Kommunikation so nötig, wie Mietwagenunternehmen nötig sind, um den Straßenverkehr aufrechtzuerhalten. - #57 29.09.2011 16:42 von
...
Aber genau darum geht's doch. Die Hütte wurden nicht aufgezwungen, hatten aber Vorteile, also wurden sie getragen. Genau wie heute viele Leute versuchen, sich auf FB super hip und cool slebst darzustellen. Ich sehe da durchaus eine logische Folge.
Eben, freiwillig! Da hat jemand wohl nie die DDR erlebt oder Orwell wirklich gelesen. Niemand zwingt Sie zu FB, und wenn Sie trotzdem mitmachen, werden Sie nicht gezwungen, Bilder hochzuladen oder ein Tagesprotokoll zu schreiben...
Und wo wird diese Privatsphäre dann definiert und festgelegt, was erlaubt ist, und was nicht? Ab wann muß "die Menschen vor sich slbxt schützen" und folglich entmündigen und erst recht fremdbestimmen?
Absolute Freiheit kann es in einer Gesellschaft niemals geben, genauso wenig wie kein Konsum - und natürlich führt Konsum immer zwangsläufig zu Kommerz.
Wie viel Fremdbestimmheit man akzeptiert, entscheidet jeder für sich selbst. Und mir ist gezielte personalisierte Werbung Tausend mal lieber als mit allem einfach zugemüllt zu werden - oder wollen Sie Werbung an sich verbieten?
Momentan noch nicht, aber MZ arbeitet dran. Und ob sich "Timeline" überhaupt etablieren wird, bleibt genauso abzuwarten.
In dem Sinne schlage ich allen vor, einfach ein wenig locker zu bleiben. Facebook ist ganz sicher nicht das Ende der Zivilisation... - #58 29.09.2011 16:54 von
- #59 29.09.2011 17:09 von
...
Genau, erfrischend naiv.
Das deutsche Wort "Rufmord" ist älter als das Internet - obwohl es ohne nicht geschehen kann?
Das Internet kann nur die Gesellschaft wiederspiegeln, es ist kann am Ende nicht besser sein als die Welt an sich, aber auch nicht schlechter. Im Grunde hat es alle Verbrechen, die heute im Internet geschehen können (Betrug, Diebstahl, Rufmord, Verbreitung illegaler pornografischer Darstellungen, Urheberrechtsverletzungen) auch vorher schon gegeben. Einige wurden sicherlich einfacher und schwerer zu verfolgen - aber das ist in erster Linie ein Problem der Strafverfolgung, und nicht des Internets.
Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 5.000 Menschen im Straßenverkehr, aber der gesellschaftliche Vorteil der Massenmobilität ist mehr Wert als das Leben einzelner - so krass das klingen mag und schwer dies für die Betroffenen ist.
Genau so wird sich in der Zukunft zeigen, ob der gesellschaftliche Nutzen von Facebook größer ist als das Ungemach, das es für den Einzelnen vielleicht erzeugen kann. Und da es hier keinen Zwang zur Teilnahme gibt - im Gegensatz zur Massenmobilität, der entkommt niemand! - verstehe ich das Gezeter einfach nicht.
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