S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Digitaler Mauerbau

Erfolg macht einsam: Firmen, die sich einst offen für jeden und alle gaben, werden plötzlich verschlossen, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben. Das Resultat dieses Effekts ist eine zunehmende Zersplitterung des offenen Internets.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/s...-a-857748.html
  1. #1

    sehr richtig!

    die Analyse bzw. die Gedanken. Ich glaube sogar, dass die zunehmende Geschlossenheit des Internets bzw. der im Internet agierenden Unternehmen mit der zunehmenden Zahl der Investoren und dem Preisverfall bzw. abnehmenden Klickrate der Werbung zusammen hängt. Je mehr Geld reinfliesst, desto mehr Geld soll rausfliessen und das geht scheinbar nur, wenn man die Nutzer gefangen hält oder von der Kostenlos-Kultur zu Paid Content geht. Da hilft nur eins: Die abstimmung mit den Füßen und öfter mal offline bleiben.
  2. #2

    Oh ha

    Der dritte Google kritische Beitrag in Folge.
    Herr Lobo, so wird das nichts mit dem Beratervertrag bei Google.
  3. #3

    gähn

    Ach das Internet... Wann hört diese Blase endlich auf?
    Irgendwann werden die Leute (hoffentlich) merken dass es noch ein analoges Leben gibt.

    Bemerkenswert ist, dass die Netzwelt und Facebookparties ein angelsächsisches Phänomen ist, aber die Südeuropäer das Feiern von echten Parties einfach besser frauf haben. Bitte kein Neid, Netzwelt!
  4. #4

    Da mögen Sie recht haben.

    John Batelle wünscht sich ein demokratischeres Internet - was auch absolut wünschenswert wäre.
    Nur vergessen wir bei dieser Diskussion um die neuen, geschlossenen Webs oft zwei Dinge:
    1: Das tatsächliche Internet existiert immer noch.
    2: Die Herde, die mit geschlossenen Systemen kein Problem hat, wäre und war auch mit dem alten Internet nicht in dem Sinne produktiv.

    Das Einzige, was wirklich zu bedauern ist, ist die Naivität der Menschen, was diese geschlossenen Systeme angeht.
  5. #5

    So ist unsere Welt nun mal.

    Warum etwas verschenken, was man auch verkaufen kann? "Das Internet" als Institution ibt es sowieso nicht, es bezeichnet nur eine Technologie. Die bietet Möglichkeiten zur Vernetzung. Die transportierten Inhalte haben damit überhaupt nichts zu tun, ebensowenig die Strategiene, mit den (eigenen und fremden) Daten umzugehen. Der Handel mit privaten Daten wie Adresse, Kaufverhalten, Bonität ist ein großer, einträglicher Markt. Unternehmen versuchen, diese Daten mit wenig Aufwand zu erlangen und möglichst teuer zu verkaufen. Da ist weltweite Offenheit natürlich kontraproduktiv. Und es macht ökonomisch auch Sinn, eigene Universen aus "Apps" und Hardware zu erhalten, um die Kunden im eigenen Garten festzuhalten - damit lässt sich praktisch jede Preispolitik durchsetzen, wie in einem Monopol.
  6. #6

    weg vom Web....

    Es sollte also einen Datenaustausch zwischen diversen Geräten geben, weil diese digital funktionieren?
    Ebenso könnte man sich wünschen, analoge Schallplatten auf einem Magnetbandgerät abzuspielen.
    Und eine Suche über alle Medien soll es auch geben, weil alles digital ist?
    Wenn Herr Lobo vor ein paar Tagen eine gewisse Information auf dem Bildschirm hatte und sich heute nicht mehr daran erinnert, ist es vielleicht seiner digitalen Demenz zuzuschreiben. Was hat denn meine Mama/Oma früher gemacht, wenn sie sich der Zeilen „...zum Augenblicke könnt ich sagen,...“ aber nicht des Autoren erinnerte?

    Nein der Weg weg vom Web ist kein unguter. Er ist der logische Verlauf der Begeisterungssinuskurve für dauerhaft verfügbare unwichtige Bildchen und Halbwissen, mit denen wir (?) viel Lebenszeit verbringen. Und dieser Abschwung kann durchaus ein guter sein, wenn man eben seine Zeit wieder damit verbringt, den Nachbarn zu fragen „Sag mal, das war doch Goethe? Oder?“
  7. #7

    Zitat von meta_matze Beitrag anzeigen
    Je mehr Geld reinfliesst, desto mehr Geld soll rausfliessen und das geht scheinbar nur, wenn man die Nutzer gefangen hält oder von der Kostenlos-Kultur zu Paid Content geht. Da hilft nur eins: Die abstimmung mit den Füßen und öfter mal offline bleiben.
    Es spricht doch nichts dagegen, SPON zu lesen, eine mail zu verschicken oder bei wikipedia etwas nachzuschlagen.
    Internet ist ftp, www, email,...
    Dass da auch proprietäre Öko(nomische)-Systeme entstehen tut der guten Sache ja keinen Abbruch.

    Wenn mein Arbeitgeber mir ein iphone zur Verfügung stellt, dann benutze ich es eben das, in der Zeit, in der er mich dafür bezahlt. Das ist ja seine Entscheidung, welche Werkzeuge er mir an die Hand gibt.
    Und wenn ich dafür gut bezahlt würde (anonym) im Auftrag der Firma bei facebook zu "kommunizieren", dann würde ich das auch machen.

    Ich bin seit fast 20 Jahren im Internet unterwegs (und war's auch schon in dessen Vorläufern), und mich stört weder die Existenz von Apple, noch von facebook, noch von google, ....
    Das schöne am Internet ist doch, dass es nie voll wird.
    Da findet jeder sein Plätzchen.

    ...sowohl die, die verstehen, was sie tun - wie auch die digital Naives :-)
  8. #8

    Das Inter-Nichts

    Sehr geehrter Herr Lobo und alle anderen Digital-Pastoren,
    das Internet ist nichts, Sie kommen mir alle vor wie Pastoren, Prediger und Mullahs oder sonstige Priester, die uns erzählen wollen es gäbe eine digitale Seele. Und wenn das Inter-Nichts abschaltet wird, dann schreibe ich dem Spiegel wieder Lesebriefe wie früher und freue mich wie ein Honigkuchenpferd, wenn ich es einmal in fünf Jahren schaffe, abgedruckt zu werden.

    Programmieren kann ich dann immer noch so wie heute (dafür ist der Computer geschaffen) und meinen Freunden schreibe ich handgeschriebene Briefe mit Briefmarke und fahre mit dem Fahrrad zur Post. Dafür habe ich dann auch viel Zeit, weil ich mir nicht die Ergüsse meiner Zeitgenossen im Minutentakt und Spams in Millionenzahl antuen muss. Und was ist das den für eine Freiheit anonym meine Meinung ins digitale Nirwana zu blasen. Die kennt doch sowieso schon jeder.
  9. #9

    Krank

    "Und so muss man auf das Internet bezogen gegenwärtig bereits froh sein, wenn die Politik nichts macht."

    Das ist gut erkannt, denke ich. Man hat überall schon froh zu sein, wenn nicht fortwährend gute Qualität durch schlechtere ersetzt wird.
    Einfach nichts tun oder nicht schon wieder etwas Neues ohne Grundlagen ausprobieren. Das könnte vielleicht helfen bei Zeitnot, Geldnot, Arbeitsgeiltheit und anderen Krankheiten.

    Vergeilung