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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Prokrastinationsmaschine

Noch nie war das Nichterledigen eigentlich drängender Aufgaben leichter als heute. Das Internet beschert chronischen Aufschiebern unendliche Möglichkeiten der Selbstablenkung. Prokrastination, Trödeln, ist keine neue Erfindung - wie man von einem ihrer Großmeister lernen kann.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...835639,00.html
  1. #1

    Ein Beispiel, ja. Aber wofür?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch nie war das Nichterledigen eigentlich drängender Aufgaben leichter als heute. Das Internet beschert chronischen Aufschiebern unendliche Möglichkeiten der Selbstablenkung. Prokrastination, Trödeln, ist keine neue Erfindung - wie man von einem ihrer Großmeister lernen kann.

    Sascha Lobos Kolumne über Prokrastination und Aufschiebeverhalten - SPIEGEL ONLINE
    Vor allem ist der Fall Koeppen ein Beispiel dafür, wie großzügig und geduldig die angeblich so bösen Verlage sein können. Denn Unseld hat nicht nur gedrängt ... er hat Koeppen auch all die Jahre hindurch finanziell unterstützt. Davon sollte man an dieser Stelle nicht schweigen.
  2. #2

    Warum eigentlich werd ich das Gefühl

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch nie war das Nichterledigen eigentlich drängender Aufgaben leichter als heute. Das Internet beschert chronischen Aufschiebern unendliche Möglichkeiten der Selbstablenkung. Prokrastination, Trödeln, ist keine neue Erfindung - wie man von einem ihrer Großmeister lernen kann.

    Sascha Lobos Kolumne über Prokrastination und Aufschiebeverhalten - SPIEGEL ONLINE

    nicht los, dass Sasche Lobo einfach zu viel in einer virtuellen Welt rumcybert, während die Welt real greifbar nur fassbar bleibt?

    So kann er sich ja mal sein Schnitzel auf dem Grill cybermäßig produzieren und ich könnt mir vorstellen, der glaubt sogar dann es zu schmecken, leider wird aber sein Körper das nicht hinkriegen auch zu wissen, dass ein cyberschnitzel ihm als reine technische Anlage auch ne Energie verpasst die da rein dem Glauben unterliegt.

    Liebe Güte, was schafft eigentlich der Verstand bei dummen Menschen?

    MFG
  3. #3

    optional

    Man schiebt die Arbeit vor sich her, weil man keine Lust hat und keinen Sinn darin sieht. Die Zeit vergeht, aber man kriegt diesen "Kick" einfach anzufangen nicht. Mehr Arbeit kommt hinzu. Jetzt weiß man nicht mehr WO man anfangen soll, also gerät man in Panik. Im Notfall greift die sog. "Torschlusspanik", aber in wenigen Tagen oder Stunden die Arbeit von Wochen nachholen? Eher nicht... In der Uni bettelt man dann um Fristverlängerungen oder schreibt die Nächte durch.
    Ich mache mir immer eine "To-Do" Liste meiner Aufgaben mit den endgültigen Terminen dahinter. Erledigte Aufgaben streiche ich durch. Richtig schön wird es aber wenn die Liste fast komplett abgearbeitet wurde, lange bevor der letzte Termin fällig ist.
    Der Trick ist aber die Zerlegung der Arbeit. Keiner schafft es eine Hausarbeit in drei Tagen zu schreiben. Man kann den Stoff von acht Wochen Uni nicht in zwei Tagen für die Klausur nachholen. Jeden Tag etwas machen, im Schnitt bin ich bei 30 Min. - 1 Std. pro Tag. Mal mehr, mal weniger. Einen Tag mal nichts machen ist auch OK, denn bei Zwang steigt die Qualität nicht gerade.

    Das dumme Gefühl "Warum hat das jetzt eigentlich so lange gedauert?" kommt immer nach dem Abschluss der Arbeit. "Warum habe ich für vier Seiten drei Wochen gebraucht?".
  4. #4

    optional

    Man schiebt die Arbeit vor sich her, weil man keine Lust hat und keinen Sinn darin sieht. Die Zeit vergeht, aber man kriegt diesen "Kick" einfach anzufangen nicht. Mehr Arbeit kommt hinzu. Jetzt weiß man nicht mehr WO man anfangen soll, also gerät man in Panik. Im Notfall greift die sog. "Torschlusspanik", aber in wenigen Tagen oder Stunden die Arbeit von Wochen nachholen? Eher nicht... In der Uni bettelt man dann um Fristverlängerungen oder schreibt die Nächte durch.
    Ich mache mir immer eine "To-Do" Liste meiner Aufgaben mit den endgültigen Terminen dahinter. Erledigte Aufgaben streiche ich durch. Richtig schön wird es aber wenn die Liste fast komplett abgearbeitet wurde, lange bevor der letzte Termin fällig ist.
    Der Trick ist aber die Zerlegung der Arbeit. Keiner schafft es eine Hausarbeit in drei Tagen zu schreiben. Man kann den Stoff von acht Wochen Uni nicht in zwei Tagen für die Klausur nachholen. Jeden Tag etwas machen, im Schnitt bin ich bei 30 Min. - 1 Std. pro Tag. Mal mehr, mal weniger. Einen Tag mal nichts machen ist auch OK, denn bei Zwang steigt die Qualität nicht gerade.

    Das dumme Gefühl "Warum hat das jetzt eigentlich so lange gedauert?" kommt immer nach dem Abschluss der Arbeit. "Warum habe ich für vier Seiten drei Wochen gebraucht?".
  5. #5

    Prokrastination...

    ... hat auch etwas Gutes: wenn man lange genug damit wartet, etwas unangenehmes zu tun, dann erledigt es sich manchmal von selbst, oder die Aufgabe aendert sich oder loest sich auf. Habe genau diese Erfahrung schon oft gemacht; diese Lernerfahrung ist dann natuerlich nicht unbedingt hilfreich dabei, etwas gegen die Prokrastination zu unternehmen...
  6. #6

    Bei sich zu sein

    Der Sinn und die Notwendigkeit können einem glasklar sein. Es fehlt an Übung und gedanklicher Technik. 1. Ja, man hat die Freiheit der Ablehnung, des Auswegs. Es fehlt an der Reife des Umgangs mit der Freiheit. In einem selbstbestimmten Leben sich der Vernunft verpflichtet zu fühlen und zu sagen, "das ist das, was ich jetzt tun WILL, weil es der nächste Schritt ist auf dem Weg, den ICH gewählt habe.
    2. Eine gedankliche Technik, sich auf das anstehende einzulassen, das "Reinkommen". Nicht einfach, bei all der Diversität der Dinge, mit denen wir uns heute beschäftigen, die uns bewegen und die Bedeutungen für uns besitzen. Dies ist vielleicht der schwerste Teil. Eine gedankliche Fähigkeit, los zu lassen und in dem auf zu gehen, das als nächstes getan werden soll. Wer nicht das Vertrauen auf den Besitz dieser Fähigkeit hat, der hat im Gegenteil Unsicherheit und Unbehagen, auf die Aufgabe zu zu gehen - und verschiebt.
    3. Das Drinbleiben. Sich nicht wieder ablenken zu lassen, wenn man einmal rein gekommen ist. Erholungpausen so zu gestalten, dass sie nicht wieder in die unendliche Diversität führt, in der man sich wieder verlieren kann, sondern auch in der Erholungspause bei sich zu bleiben.
  7. #7

    Ablenkung und Internet

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch nie war das Nichterledigen eigentlich drängender Aufgaben leichter als heute. Das Internet beschert chronischen Aufschiebern unendliche Möglichkeiten der Selbstablenkung. Prokrastination, Trödeln, ist keine neue Erfindung - wie man von einem ihrer Großmeister lernen kann.

    Sascha Lobos Kolumne über Prokrastination und Aufschiebeverhalten - SPIEGEL ONLINE
    Eine nette "Koeppenikiade" von Lobo, wenngleich mit ernstem Hintergrund. Das Internet kann in der Tat als ideales Mittel zur Ablenkung eingesetzt werden, ohne dass man dabei ins Schwitzen kommt, Flatrate voausgesetzt. Man kann damit zwar auch unangenehme Aufgaben aufschieben, doch dürfte die Hauptfunktion im Bekämpfen mitunter quälender Langeweile bestehen, wie sie nicht nur Arbeitslosen einschliesslich manchen Rentnern und Pensionären droht, sondern auch dem einen oder anderen unausgelasteten Schreibtischarbeiter in Büro, Beamtenstube oder auch im Home Office.

    Dieses Phänomen dürfte in dem Masse, wie sich das Internet weiter verbreitet und seine Nutzung intensiviert wird, noch zu einem Problem für Bürger und Gesellschaft werden, weil es sich nicht mit der herrschenden und meist abverlangten Arbeitsmoral verträgt. Trieb früher auch die Angst vor der Langeweile viele Menschen in Büro und Werkhalle, so fällt dieses Motiv immer häufiger weg. Arbeitgeber dürften sich in absehbarer Zeit zum Kriegsrat zusammensetzen, denn im Kapitalismus muss man möglichst uneingeschränkt über die Arbeitskraft seiner Untergebenen verfügen können. Alles Andere schmälert Produktivität und Rendite. Ein durchgängiges Internetverbot bei Firmen und Behörden könnt die Folge sein - sofern die deutschen Michel sich das gefallen lassen.
  8. #8

    Einfach abwarten

    Zitat von rbehringer Beitrag anzeigen
    ... hat auch etwas Gutes: wenn man lange genug damit wartet, etwas unangenehmes zu tun, dann erledigt es sich manchmal von selbst, oder die Aufgabe aendert sich oder loest sich auf. ...
    Völlig richtig! Wenn dann wie bei Koeppen das letzte Stündlein schlägt, erledigen sich unangenehme Aufgaben von selbst. :-)
  9. #9

    Wieso schiebt Lobo nicht seine Kolumne mal ein paar Jahrzehnte vor sich her? Dann hätte die Aufschieberei auch mal etwas Gutes.


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