Beste SPON-Kolumne die ich bisher gelesen haben. Liebe Piratenpartei, vorrausmarschieren ersetzt nicht die Notwendigkeit von Zielen und Werten.
Ist das Netz rechts, links, liberal? Sascha Lobo ergründet, ob Technologie eine Weltanschauung haben kann - oder nur ein Instrument mächtiger Konzerne ist.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...797909,00.html
Beste SPON-Kolumne die ich bisher gelesen haben. Liebe Piratenpartei, vorrausmarschieren ersetzt nicht die Notwendigkeit von Zielen und Werten.
… als er versuchte diverse Schleier um die aktuellen Geheimnisse der jetzt endenden Epoche lüften zu wollen. Brandgefährlich dieses Thema, dem man sich nicht ohne feuerfeste Gesinnung nähern sollte.
Lieber Lobo, um das Bild der Mensch-Maschine zu komplettieren, sollte man noch wissen, dass die Eine-Welt-Regierung längst da ist. Ähnlich demokratisch wie wir auf dem harten Wege des Geschochers in höchsten Kreisen zu unser aller neuem EU-Präsidenten Herman van Rompfui gekommen sind, kommen wir jetzt auch an unseren neuen Weltpräsidenten. Es ist kein geringerer als der [b]allseits beliebt und berühmte Spanier „Caero Autonatico“ … Link, er hat schon längst die Geschicke der Menschheit in die Hand genommen und wird es nicht ganz wertfrei, völlig demokratisch, nach den Möglichkeiten der einzelnen Geldbeutel, die Demokratie neu verteilen. Wer hat, der wird haben … wer nicht, der sollte gehabt haben, Game over … so das neue Verhältnis Mensch-Maschine, täglich in allen Medien zwischen den Zeilen zu lesen und ganz praktisch auch ohne Piraten am Automaten zu erfahren … (°!°)
Es erscheint offensichtlich, dass das Internet Mittel und nicht Zweck ist. Viele Stimmen warnen vor Verblendung und ideologischer Verführung durch das Internet, als hätte es vor Internetzeiten niemals Medien gegeben, die die Massen verblendeten, als wäre das Internet schon vor dem 2. Weltkrieg dagewesen. Wenn man diese Stimmen hört, hat man das Gefühl, es müsste noch viel öfter und viel stärker betont werden, dass das Internet alle Möglichkeiten offenlässt und "von sich aus" keine Ideologien schafft.
Ideologien habe die maßgebenden Firmen des Internets jedoch schon. Sie wollen Geld machen und nicht die Welt verbessern, das darf man auch nicht vergessen.
Andere Ideologien müssen von Menschen geschaffen werden. Politiker und politisch interessierte Menschen sollten sich dabei mehr anstrengen und nicht den für die breite Bevölkerung leicht verständlichen Populismus ausschließlich dem rechten Lager überlassen.
- ich muß aber jetzt nicht unbedingt Mitglied von "Fratzenbuch", "Zwitscher" oder "Kugelmich" werden, um "vorne" zu sein, oder?
Es ist so, wie die Betreiber und gegebenenfalls die Aufsicht es funktionieren lassen. Hierzulande ist man über die geäußerte öffentliche Meinung derart schockiert, daß man mittels Zensur eine Pseudoöffentlichkeit produziert.
Wenn die Meinung der Bürger zur Gefahr für ein selbstherrliches System wird, muß man sich halt die eigene genehme Meinung zusammenbasteln.
"Jobs, prägend für die vernetzte Informationstechnologie der Nullerjahre..."
Was ist denn das für ein Quatsch? Jobs war prägend für Markenwahn im Hardwarebereich und Bezahldienste im Internet. Der Rest ist Mythologie.
Ich wüsste auch nicht was Jobs unbedingt zu dieser Netzideologie beigetragen haben soll. Er wird ja nicht einmal von Netzidealisten verehrt. Wenn man eine Reihe aus Bill Gates, Mark Zuckerberg, Larry Page passt Jobs da überhaupt nicht mehr hin. Eher noch Jimmy Wales, der Wikipedia Gründer, oder Julian Ansange. Diese Menschen haben alle ihren Beitrag zur technologischen Liberalisierung beigetragen. Steve Jobs hingegen hat lediglich Produktsklaven dazu bewegt sich für Technik zu interessieren. Die technich bewusst eingeschränkten, bevormundenden Systeme der Firma Apple haben für mich aber wenig mit Freiheit zu tuen.
Ansonsten finde ich die Kolumne allerdings gelungen. Wenigstens mal eine nachvollziehbare Kritik an der Piratenpartei. Das erlebt man nicht alle Tage.
Guter erster Satz - falsche Schlussfolgerung. Denn das Netz ist politisch. Die Technologie selbst ist es. Es ist eine Interventionspolitik, die darauf aus ist, eine Gesellschaft in perfekter Homöostase, einem kybernetischen Gleichgewicht zu halten. Nicht 'der Staat' überwacht den Bürger, sondern die Bürger überwachen sich gegenseitig. Dadurch, dass sich im Netz niemand verstecken kann, wird der 'friend' zum großen Bruder.Das Internet ist nicht links oder rechts, sondern vorn. Das Digitale ist politisch - aber erst, wenn man es dazu macht.
Die fortschreitende Individualisierung, die die Technologie forciert, dadurch, dass jedem gemäss seiner Interessen ein individueller Informationsraum geschaffen wird, den nur der einzelne Benutzer selbst durchdring und versteht, bewirkt ein zunehmendes Unverständnis der Menschen untereinander - und zwar trotz oder gerade wegen der totalen technischen Kommunikation. Die Menschen verlieren eine gemeinsame Basis, weil sie alle in ihren individuell eingerichteten, virtuellen Wirklichkeitsräumen befinden, die immer weniger miteinander gemeinsam haben. Gruppenbildung und gemeinschaftliche Ideologien in der 'wirklichen' Welt sind per Definition suspekt.
Ich verlinke immer wieder gern diesen Artikel. Der bringt es eigentlich auf den Punkt:
http://www.verbundkolleg-berlin.de/K...2008_07_03.pdf
Lobos Analyse gehört zu den besten Artikeln zu diesem Thema, die ich hier gelesen habe. Nur die letzte Konsequenz, eine Herrschaft der Technologie, ist für Ihn (noch) kein Thema. Dabei ist in der gesamten politischen Diskussion - von rechts bis links - eines immer gleich: der kybernetisch/technische Informationsraum, in dem die Diskussion stattfindet. Dieser Raum wird von den genannten Unternehmen zur Verfügung gestellt. Sie wissen um die politische Dimension der totalen Vernetzung.