Und wer entscheidet, wer sich legitim engagiert und wer "Trittbrettfahrer" ist? Sascha Lobo?
Wenn die Webwut losbricht, steckt dahinter oft Missgunst. Das könnte sich rächen: Trittbrettsurfen auf der Empörungswelle als Zeitvertreib gegen Langeweile schadet dem legitimen und notwendigen Netzprotest.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...849925,00.html
Und wer entscheidet, wer sich legitim engagiert und wer "Trittbrettfahrer" ist? Sascha Lobo?
In so mancher sehr aufgeregten "Diskussion" im Netz (ich nenne mal z.B. das Thema Urheberrecht) ist Missgunst durchaus eine Triebfeder des sich über Musiker, Labels & Plattenfirmen und kürzlich der GEMA ergiessenden Shitstorms. Daneben gibt es aber auch noch andere Triebfedern wie Gier, Egomanie oder das, was man vielleicht sogar schon Netzfaschismus nennen kann, wenn quasi technodarwinistisch die Abschaffung aller möglichen Rechtsschranken gefordert wird, weil das Netz das eben so mit sich bringt. Wenn die Gesellschaft nur noch nach dem Lex Internet gestaltet werden kann/darf und jegliche ethisch/moralische oder auch schlicht solidarische Überlegung dem göttlichen Internet mit seinen ach so gewaltigen Möglichkeiten unterworfen werden muss.
Weil angeblich ist das Internet ja das Synonym für Freiheit, was natürlich nur gilt, wenn man alle Unfreiheiten und Ungerechtigkeiten des Netzes ausblendet.
So was nennt man dann gerne auch "modern" oder "fortschrittlich". Mir persönlich fallen da andere Vokabeln ein.
Aber bevor ich jetzt meinen persönlichen Shitstorm aus der Ecke der üblichen Verdächtigen (nennen die sich nicht Netzaktivisten?) kommt, lasse ich es hiermit bewenden....
sollte überall eingeführt werden. Allerdings wurde auf Ursachen von Missgunst nicht eingegangen. Ich gönne Jedem Erfolg, wenn er ehrlich erarbeitet wurde, da kann ich nicht der Einzige sein, weil z.B.: nachahmenswert. Andererseits muss es rein statistisch gesehen immer Kommentare geben die absolut nicht durchdacht und unsachlich sind. Die die Summe der Qualität von Kommentaren wird sich sicherlich in der gauß'schen Normalverteilung wiederfinden. Man tendiert aber dazu nur auf die völlig unsachlichen einzugehen, um dann 80% der Ernstzunehmenden zu diskreditieren. Vor allem wenn einem die Kritik bis zum Hals steht.
Aber nicht nur beim Shitstorm auch bei der Mißgunst muss man differenzieren Herr Autor.
Wie sagen Sie so schön "Man muss auch mal was gönnen können". Stimmt. Aber gönnen können wird wertlos ohne die Möglichkeit jemanden etwas missgönnen zu können. Dann wird es zum Gönnzwang, dann muss ich auch dem Ausbeuter seinen erbeutetetn Reichtum gönnen, und das tue ich definitiv nicht. Da ist Missgunst angebracht.
In diesem Sinne, für differenzierte Missgunst und differenzierte Netzempörung!
Exzellenter Beitrag, hervorragend zum Einstieg in die Materie geeignet
Autor und Strategieberater, Schwerpunkte Internet und Markenkommunikation
Wenn er sich schon anhört wie die etablierten Politiker, dann sollte er auch seine Frisur ehrlicherweise daran anpassen???
Außerdem ist das Angebot der Fee nachhaltigigkeitsbezogen nicht wirklich zeitgemäß ;)
oder wie es Wilfried Schmickler mal rezitierte (auszugsweise): „Und plötzlich sind sie dann zu zweit, die Gier und ihre Brut, der Neid. (…) Da hört er aber auf, der Spaß. So kommt zu Neid und Gier, der Hass. Und sind die erst einmal zu dritt, fehlt nur noch ein ganz kleiner Schritt, bis dass der Mensch komplett verroht und schlägt den anderen halbtot.“
Nimmt man also die Gier als Vorstufe des Neides (= Missgunst), erbaut sich der Tatort „Shitstorm“ via Internet womöglich nur auf einer Gier nach Aufmerksamkeit, geht schnell, kostet (fast) nichts, keiner sieht mich, und am Abend beshitstormed man sich womöglich schon selber, warum verflixt habe ich nur so fix den „senden“ Button betätigt
ob nicht vielleicht die Missgunst - wie auch die Gier z.b. - für die Menschheit durchaus sinnvoll und gar notwendig sein kann. Möglicherweise ist sie nicht ohne Grund evolutionär entstanden? Nur so als Denkanstoß.