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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Angst vor dem Volk im Netz

Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...823842,00.html
  1. #80

    Mein Profil

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.

    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Angst vor dem Volk im Netz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    In Burma wäre dieser Artikel passender, als wenn in Deutschland das Volk nichts zu melden hätte.
    Außerdem: Netz- und sonstige Medienmehreheiten sind oft keine wirklichen, sind nur gefühlte Mehrheiten; siehe Stuttgart 21.
    Nein, wir sind mit dem stetigen Wechsel von CDU und SPD immer gut gefahren.
    Zu den Piraten gibt es hier einen treffenden Kommentar:
    Piratenpartei: Naives Schmalspur-Programm der analogen Biederkeit - Nachrichten Debatte - Kommentare - WELT ONLINE
  2. #81

    autorität

    Zitat von klappermaus Beitrag anzeigen
    Ob's euch passt oder nicht, kommt zweifellos auch bald die Zeit, in der die große Mehrheit der Bevölkerung es nicht mehr nötig hat, sich von SPON, Spiegel, Stern, Zeit, und sämtlichen Tageszeitungen erzählen zu lassen, was unsereins wissen darf und was wir dazu gefälligst zu denken haben.(...)
    Ich sehe ebenfalls das Revolutionäre des Internets eher in der reduzierten Autorität des Journalisten. Vielleicht wird durch das Internet die öffentliche Meinung weniger kontrollierbar. Und somit der traditionelle, altmodische Urnengang alle vier Jahre ebenfalls.
  3. #82

    Wobei sich aber auch die Frage stellt,

    Zitat von klappermaus Beitrag anzeigen
    Ach, mein lieber Robert_Rostock, es reicht völlig aus, sich -unter Auslassung allem Untergroundigen - über das Netz regelmäßig in die großen US-, GB-, FR-, Südamerikanischen, Afrikanischen und Südost-Asiatischen Medien rein zu klicken, um täglich Sachen zu erfahren, die wir, wenn es nach den hiesigen Medien geht, gar nicht erst erfahren und schon mal gar nicht verstehen sollen.
    Allerdings wird hierzulande ohnehin gerne alles misstraut, was aus dem Ausland kommt. Man glaubt lieber was BILD oder RTL uns mitzuteilen geruhen.
    ob dies für uns relevant ist.
    Größe ist im Netz nicht sonderlich sichtbar und vor allem wer jetzt hier Meinungsbildend ist.
    Es ist zu leicht im netz Stimmung zu machen, nur später möchte dann keiner die tatsächlichen Konsequenzen tragen.

    Zum Hype der Piraten.
    Laßt sie erst mal im politischen Alltag ankommen und ihre tatsächliche Arbeit betrachten dann sehen wir weiter.

    Anders gesagt, in vier oder fünf Jahren sind die nächsten Parlamentswahlen für die Piraten und dann wird sich zeigen wie beständig sie sind und b sie Wiedergewählt werden.

    Es war schon bei mancher Partei das sie mit überzogenen Wahlversprechen einen kurzzeitigen Sieg errangen und bei der nächsten Wahl, begann dann wieder ihr langsamer Untergang oder es sprach dann schon keiner mehr von ihnen.

    Siehe Schillpartei in Hamburg, siehe REPs in Baden Württemberg, etc. pp.
  4. #83

    Ist es das?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Massen der Leute im Internet beginnen, ihren politischen Willen zu artikulieren - und zwar häufiger als nur alle vier Jahre.
    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Angst vor dem Volk im Netz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Vielleicht ist es auch so:
    Der Mensch möchte gern mitreden. Aber er darf nicht. Nicht umsonst haben die "Oberen" dafür gesorgt, dass ja kein Wahlvolk mal seine Meinung zum Euro oder zu den EU-Verträgen äußern darf. Wieso ist es nötig, das EU-Parlament zur Abnick-Bude abzuqualifizieren?
    Es geht genau darum, dass das Wahlvolk nicht mitreden darf. Natürlich kann man das auch als Demokratie verkaufen. Aber es ist erfrischend zu sehen, wie die Piraten in diese Aussperrung des Wählers etwas Wind bringen - und dafür auch honoriert werden.

    Vielleicht sind die heutigen Journalisten nicht alt genug. Aber zu Zeiten von Bürgerinitiativen wollten die Menschen mitreden. Und auch damals ging den "Oberen" ruckzuck die Angst in die Glieder, und wie! Immerhin wurden damals wenigstens Volksabstimmungen eingeführt.
  5. #84

    Machen Sie die KLAPPERMAUS nicht so Barsch runter

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Klar. Wenn etwas nicht im SPON oder Stern oder in der Tagesschau geagt wird, dafür auf irgendeiner fremdsprachigen, möglichst undergroundigen Webseite steht, dann muss das ja zwangsläufug die absolute Wahrheit sein. Vor allem dann, wenn das, was da berichtet wird, mir gefällt.
    denn die hält SPON et.al. nicht per se für Desinformanten.
    Wie ich sie verstehe, will sie sich auf dem internationalen Forum
    umsehen und sie tut gut daran. Mir selbst ist es im deutschsprachigen
    Inforaum ebenfalls zu eng und ich bin dem Weltnetz unendlich
    dankbar, dass es mir da raus hilft.
    Seit immer mehr Länder sich auch auf englisch verlauten lassen,
    kann ich mich auf der ganzen Welt umhören und damit dem leicht
    klaustrophobischen Unbehagen entkommen, das sich beim Rühren
    im hauseigenen Problemkreis einstellt.
    Damit falle ich als Adressat für deutsche Politiker immer mehr weg
    und werde zum Weltnetzbuerger.
    Diese Horizonterweiterung, das will auch Klappermaus sagen, wird
    Folgen haben, die noch kaum jemand abschätzen kann und sie wird das
    Gesicht der kleinen und der grossen Welt verändern.
    Eher zum Guten, glaube ich.
  6. #85

    "wir wollen.."

    Zitat von Schlumperli Beitrag anzeigen
    So ist es, das Volk, der "Demos" will endlich mitreden.
    Wir wollen endlich Volksentscheide auf Bundesebene.
    Und wir wollen per Volksbegehren entscheiden, worüber wir per Volksentscheid abstimmen wollen.
    ein volk, das 'mitredet', sollte sich - wenigstens mehrheitlich - aus mündigen subjekten zusammensetzen.
    leider wurde das projekt des 'ausgangs aus der selbstverschuldeten unmündigkeit' (quasi mangels rentabilität) auf halber strecke eingestellt bzw. kurzerhand für vollendet erklärt.
    bildung beschränkt sich denn auch weitgehend auf die ausbildung für ökonomische zwecke, und die verstandesleistungen der 'individuen' erschöpfen sich meist in der rationalisierung des eigenen unterworfenseins unter die ökonomischen anforderungen.
    ein lustiges bespiel für die selbstentmündigung und verbetriebswirtschaftlichung des 'bürgerichen subjekts' lieferten kürzlich die schweizer, als sie die gelegenheit, wenigstens zwei zusätzliche wochen im jahr auf sinnvolle, selbstbestimmte tätigkeiten verwenden zu können, zugunsten von kollektiv und vaterland ausschlugen.
  7. #86

    Entfremdung

    Zitat von Quagmyre Beitrag anzeigen
    Es ist schon erstaunlich, dass sich die Politik "daran gewöhnen" muss, dass das Volk mitreden will, obwohl uns die Politik dauernd erzählt, was für ein vorbildliches, freiheitlich-demokratisches Gebilde Deutschland doch sei.
    Dazu passen ja auch gut die ganzen Bestrebungen in Bezug auf Vorratsdatenspeicherung und Internet-Zensur/Sperren.

    Es zeigt sich ganz klar, dass eine echte Beteiligung des Volkes im Sinne einer wirklichen Demokratie nie gewünscht war und es auch nicht ist, ja das alles sogar als Bedrohung des politischen Etablissements gesehen wird.
    Unsere "Volksverteter" sehen sich selbst eher als Erzieher und Vormunde des Volkes.

    Es wird Zeit, dass sich das ändert und die Politik wieder in den Dienst des Volkes tritt.
    Solange die Vertreter der Altparteien folgenlos Politik gegen die Mehrheit der Bevölkerung machen können und sich dabei auf die "repräsentative Demokratie" berufen, solange wird die Entfremdung zwischen Bürgern und politischer Klasse weitergehen. Ich denke nicht, dass es in der Bevölkerung eine Mehrheit für EFSF und ESM gibt, auch nicht für gigantische Geldtransfers in Richtung Griechenland oder Portugal.
    Leider gibt es bisher keine seriöse Partei, die die Wünsche und Sorgen der Bürger aufgreift und den Etablierten gehörig einheizt. Die Piraten mit ihren teils utopischen Vorstellungen sind für das bürgerlich-konservative Lager keine Alternative, allenfalls eine Möglichkiet, Protest zu artikulieren.
  8. #87

    Wer Angst hat, ist ungeeignet

    Ich finde die Piraten gar nicht schlimm. Bei ihnen und Stuttgart 21 wird zum ersten Mal überhaupt medial wirksam eine Meinung eines Volksteils bekannt gemacht. Auch wenn die Piraten bei bereits existierenden Fragen im Wesentlichen keine Meinung haben und Stuttgart 21 gar nicht Meinung der Mehrheit ist, so läuft deren Marketingmaschine insgesamt schon auf "direkte Mitbestimmung".

    Bisher konnte auch schon jeder mitbestimmen, der wollte, nur war das bisher sehr, sehr anstrengend. Heute geht vieles mit einem Klick. Auch etablierte Parteien sind im Netz aktiv, aber der Hype ist lange nicht so groß wie bei den Piraten, das sind die teilweise selbst schuld.

    Die Massen haben die französische Revolution, die deutsche Einheit und den arabischen Frühling hervorgebracht. Vor solchen großen Rücken habe ich keine Angst. Tatsächlich ist die Masse der Menschheit für ein friedliches Miteinander, egal in welchem Land. Gefahren gingen stets von einzelnen oder wenigen Machthabern und Blendern, politischen wie religiösen, innerhalb der Staaten aus.

    Eine Kandidatenaufstellung, die anscheinend eher einer Castingshow als inhaltlicher Auseinandersetzung mit Themen gleicht, halte ich für die eigentliche Gefahr.

    Aber tatsächlich können die Piraten einen wesentlichen Beitrag leisten, wenn sie Demokratie neu definieren. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte ist es überhaupt möglich, relativ einfach mitzubestimmen. Das hat ja seinen Grund, dass man Repräsentanten wählt, nämlich, weil es unheimlich teuer gewesen ist, jeden für alles zu befragen und abstimmen zu lassen. Das war in den Siebzigern schon mangels Infrastruktur undenkbar.

    Wählen ist dank Internet billig geworden und wird sich in jedem Fall durchsetzen. Falls Herr Döring tatsächlich Angst davor hat, ist ER fehl am Platz.
  9. #88

    Hehre Ziele

    Zitat von mikeythinks Beitrag anzeigen
    Mitreden können und dürfen nur die, die sich die Mühe gemacht haben, möglichst viele Informationen zu einem Thema zu sammeln und auf dieser Basis versucht haben, sich eine Meinung zu bilden.
    Ach so. Mmmh, wieso kommt dann von bestimmten Politikern immer wieder das Thema Netzsperren und allgemeines Geschimpfe über oft fundierte Widersprüche aus Fachkreisen?
    Wenn das von Ihnen formulierte auch von unseren Politikern eingehalten würde, das große Schweigen bräche aus.
    (Und wenn Sie bei Netzsperren anderer Meinung sind, es finden sich noch genügend andere Themen. Von Informationssammlung keine Spur, eher hat man das Gefühl, der Lobbyist hat's gesagt.)

    Zitat von mikeythinks Beitrag anzeigen
    Und wenn ich mir die Parteiprogramme der Piraten anschaue, wirds mir schlecht: Man spricht über Netzfreiheit und direkte Demokratie und DAS WAR'S. .
    Und das reicht. Das würde schon viel verbessern. Das krampfhafte "wir müssen zu allem was sagen können" ist Unfug, da dann doch einfach als Partei, im Sinne des von Ihnen gern zitierten Nuhr, einfach die Fresse halten.
  10. #89

    Warum

    Zitat von SaigonWhiteChristmas Beitrag anzeigen
    Dann sollte also in Zukunft das Volk entscheiden? Dann gebe ich Ihnen mal ein Beispiel: Todesstrafe für Kinderschänder?
    Wollen SIe so etwas vom Volk entschieden wissen?
    Das Volk ist NICHT das das sie sich wünschen..
    sagt man dann bei Gericht "Im Namen des Volkes.."?
    Ihr Beispiel trifft es wohl nicht so ganz. Der Forist dachte sicher z.B.
    mehr an die irrwitzigen Summen, die uns von der derzeitigen Politik präsentiert werden, um alles Mögliche rund um den Euro und Europa
    zu retten. Die Mehrheit kann dies nicht nachvollziehen und der
    Wunsch nach Mitsprache und z.B. Volksentscheiden ist deshalb
    mehr als legitim.


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