Forum: Blogs
S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die Angst vor dem Volk im Netz
Die Piraten erobern die Landtage und FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat Angst vor der "Tyrannei der Masse". Der verunglückte Kommentar zum Wahlerfolg der Konkurrenten ist entlarvend: Die Politik muss sich daran gewöhnen, dass das Volk mitreden will - und zwar nicht nur alle vier Jahre.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...823842,00.html
- #110 27.03.2012 12:44 von
Oh nein
Liebe Betty,
es ist keine "Selbstentmündigung" wenn man eine selbstbestimmte Entscheidung trifft.
Genau das tut das Volk in der Schweiz per direkter Demokratie.
Das von Dir erwähnte Beispiel zeigt doch gerade die Vernunft der Leute.
Eben nicht: keine Steuern, immer Urlaub etc.
Sondern eine vernünftige Entscheidung. - #111 27.03.2012 12:46 von
Transparente Durchblicker
In den 70er hatte man einen schönen Begriff hauptsächlich für die einseitig Technik-Fixierten: Man nannte sie "Fachidioten".
Und wenn ich mir in den Foren deren Auffassungen so anschaue, hat das, was damals gegen solche Fachidiotie helfen sollte, nämlich eine gehörige Portion gesellschaftlicher/politischer Bildung neben der Technikausbildung, überhaupt nicht geholfen. Schade. - #112 27.03.2012 12:47 von
Diese Parteien werden von bestimmten Netzwerken mit internationalen Interessen geführt mit direkten Draht zu den Medien. Wie stellen Sie sich denn eine Übernahme dort vor wenn die Bestrafung finanziell und medientechnisch sofort gegengesteuert wird. Glauben Sie etwa das diese Netzwerke und die Interessen dahinter ihre Investition so einfach aufgeben ?
Als Beispiel sollte man sich den Fall Özdemir genau anschauen, der als Asset gewisser US Eliten nach dem Bonusmeilen Rücktritt in den USA wieder neueingestellt wurde und dann über die EU wunderlicher weise als Vorsitzender der Grünen wieder in Deutschland auftauchte.
Normalerweise wäre bei dem Lebenslauf der Politiker verbrannt worden und bei einer "nicht verfilzten" Partei einen Wiedereinstieg unmöglich machen. Dummerweise sieht die Realität ganz anders aus. Zu dem Thema der *realen* Grünen und den Hintergründen kann man genug im Internet finden. Die SPD ist für mich nur noch eine Alibiveranstaltung, damit sich keine wirkliche Opposition Mehrheiten erarbeiten kann. - #113 27.03.2012 12:49 von
Zum Einen hat die Linkspartei sehr wohl schon in einigen Parlamenten mitregiert, zum Anderen verstehe ich nicht, warum die Piraten das nicht mittelfristig auch können sollten. In Berlin leisten sie bereits jetzt m.E. gute Oppositionsarbeit. Mit noch etwas mehr Erfahrung wird das schon werden.
- #114 27.03.2012 12:50 von
Vergessen Sie nicht, dass die Todesstrafe immernoch Grundgesetzwidrig ist und auch durch einen Volksentscheid nicht gekippt werden kann. Das kann nur mit einer 2/3 Mehrheit des deutschen Bundestages geändert werden. Es bräuchte also etwas mehr als diese magere Horrorvorstellung um Argumente gegen mehr direkte Demokratie zu finden.
Viel Erfolg bei Ihrer Suche. - #115 27.03.2012 12:50 von
Die Piraten- Gretchenfrage lautet:
Auch ich halte die Äußerungen von Patrick Döring für verunglückt und zu scharf formuliert.
Sie hören sich natürlich gerade jetzt so an als könnte da jemand schlecht verlieren.
Was er aber denke ich meinte, ist dass sich die Netzgemeinde und allen voran die Piraten
als deren politische Vertretung gerne für ein demokratischen System halten, dass es so (noch)
nicht gibt. Obwohl die Piratenpartei, so wie ich sie verstanden habe, sich redlich bemüht bessere demokratische
Strukturen im Internet zu schaffen, tun sie sich gerade mit dem Punkt der Netzkontrolle also der Überprüfung
wer da eigentlich was ins digitale Medium sendet schwer.
Viele, vor allem aber die Medien halten einen Twitter-Shitstorm umgehend für DIE Herzens-
angelegenheit des gesamten Volkes. Es ist aber nur die lautstark, weil meistens anonym, geäusserte
Meinung von höchstens 1,8 Millionen hauptsächlich jungen Twitternutzern in Deutschland.
Niemand möchte sich gegen die politische Teilnahme per Internet aussprechen, vor allem wie ich hoffe,
die FDP nicht. Aber sie darf nun mal auch nicht mit einer Wahl oder Volksabstimmung registrierter Bürger
mit bezifferbarer Wahlbeteiligung und vergleichbarem Ergebniss verwechselt werden.
Solange eine "netzdemokratische" Debatte nur unter Nicknames und IP-Adressen stattfindet, taugt sie auch nur
bedingt zur politischen Entscheidungsfindung.
So verstehe ich auch Patrick Dörings Satz,"er habe nichts gegen intellektuelle Debatten im Netz - aber dann
bitte unter vollem Namen". - #116 27.03.2012 12:52 von
Die Totalüberwachung kommt unaufhaltsam
Vor ein paar Jahren dachte ich noch, man müsse sich unbedingt mit allen demokratischen Mitteln dagegen wehren. Aber wozu eigentlich?
Erstens lässt sich die bevorstehende Totalüberwachung sowieso nicht mehr abwenden - und zwar ganz einfach deswegen, weil es überall in der Welt immer mehr Menschen gibt, denen "Freiheit" und "Würde" offensichtlich nichts bedeuten.
Zweitens wimmelt es überall in der Welt von hoffnungslos merkbefreiten Vollpfosten, die sich für derartige politische Themen überhaupt nicht interessieren. Die stecken einfach ihre Köpfe in den Sand und hoffen, dass der Kelch schon irgendwie an ihnen vorübergehen wird, lol!
Drittens wird der internationale Druck zum Thema Überwachung immer grösser - in gewissen anderen Ländern herrschen schon Zustände, die man kaum noch artikulieren kann!
Alleine schon aus diesen Gründen wird sich die Totalüberwachung nicht mehr aufhalten lassen. Dazu kommt noch der technische Fortschritt, der extreme Überwachungsmassnahmen überhaupt erst möglich macht und die ständig wachsende Zahl von Geheimdiensten trägt ebenfalls dazu bei, dass es schon sehr sehr bald keine Anonymität mehr geben wird...
Die Industrie diktiert den totalitären Kurs, so einfach ist das. Versucht es doch bitte mal aufzuhalten, viel Spass, viel Glück und viel Erfolg dabei!
Eins steht jedenfalls fest: Freiheit ist stets nur ein temporärer Zustand, für den man pausenlos kämpfen muss. Wird man auch nur eine einzige Sekunde lang unachtsam oder nachlässig, dann ist schon wieder ein zusätzliches kleines Stück Freiheit für immer im Nirvana.
Zumindest solange, bis man sich diese verlorene Freiheit eines Tages wieder zurückerobern kann. Was jedoch alles andere als einfach oder leicht werden wird...
Fazit: Ist ein Stück Freiheit erstmal eliminiert worden, dann ist das in 99 von 100 Fällen endgültig und natürlich überaus nachhaltig!
Meiner Meinung nach soll die Totalüberwachung ruhig kommen. Weil erst wenn es dann tatsächlich soweit ist, werden die Menschen begreifen. Vorher leider nicht, zumindest ist das die Summe meiner persönlichen Erfahrungen. - #117 27.03.2012 12:53 von
Sie argumentieren unredlich oder ungenau..
Die Schweiz sollte hier nur ein Beispiel geben das eine direkte Demokratie im Prinzip funktionsfähig ist. Kaum jemand bestreitet das auch diese Regierungsform Fehler und Dummheiten macht(Welche Regierungsform macht sie nicht?)
Diese Fehler hängen aber auch teilweise damit zusammen, das das Volk auf der Grundlage von Plakaten, Propaganda und der Boulewardpresse entscheidet. Eben das ist bei der Netcom etwas anders: Eine Behauptung kann in Sekunden (u.a. auf Wiki!) überprüft werden, und die Beiträge unangenehmer Gäste wie Trolle und Radikalinskis werden inzwischen routinert überhört. Propaganda und Hetze auf einer Piratenseite? Versuchen Sie es, viel Spass dabei!
Natürlich hat die Netöffentlichkeit ihre Schattenseiten: Wenn jede Stunde eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird, kommt es schon mal zu übereillten Reaktionen und Kurzschlussentscheidungen. Nur im Gegensatz zum Volksentscheid, sind Netentschlüsse genau so schnell revidierbar wie sie zustande gekommen sind. Oder anders gesagt: Man hat auch noch was zu sagen, wenn man seine Stimme abgegeben hat.
Im Übrigen könnte man die Diskussion zu diesem Thema leicht beschleunigen, wenn man die Gründe und Befürchtungen aussen vor lässt, die damals die Monarchisten gegen eine Demokratie vorgebracht hatten. Der Rest wäre wohl ziemlich überschaubar. - #118 27.03.2012 12:53 von
- #119 27.03.2012 12:54 von
Also die Linke saß und sitzt schon in Regierungen (Mecklenburg,Berlin,Brandenburg). Wieso sind die nicht Koalitionsfähig? Wegen einiger schmollender Parteiführer in der SPD? Wegen Ex-SEDler in ihren Reihen( Wo man dabei dann immer die Blockflöten aus der Ost-Cdu und anderen Parteien zu erwähnen vergißt,die genauso das "Regime" getragen haben)?
Der berühmte Marsch durch die (Partei)Institutionen. Nach dieser Logik hätten die Grünen auch keine neue Partei gründen dürfen ,sondern einfach in die damaligen Parteien eintreten müssen.
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

