S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Das Nerd-Dilemma

Die Piratenpartei klettert in den Umfragen immer höher. Dieser Erfolg ist auch ein Zeichen für den Aufstieg der Internet-Nerds. Um ihre digitale Heimat zu verteidigen, müssen sie sich mit Politik, Konzernen und Kulturschaffenden anlegen - ein Dilemma.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...826515,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einmal XOR bitte :)
  2. #2

    Fans, Begeisterte, Spielkinder

    Weder haben Nerds den Rechner erfunden noch sind sie technohistorisch eine Besonderheit- die Erfindung des Automobils brachte Analoges hervor. Ihr Empathiedefizit ist dabei genauso gewöhnlich wie ihr eindimensionales Denken.
    Ich erinnere mich noch an die Psychoanalysewelle Anfang der 70er - es gab da Leute, die alles, wirklich alles in dieses Weltbild integrierten - irgendwann war die Einseitigkeit unbestreitbar.
    Wer das Netz als Heimat begreift, überhöht ein simples, aber mächtiges Werkzeug - und er verrät etwas über seine reduzierte emotionale Ausstattung.
    Das Netz ist Werkzeug, das eventuell wegen seiner strukturellen Robustheit, gegründet auf infrastrukturelle Redundanz, Freiheiten schafft und garantiert - Grund genug, das Netz zu schätzen.
    Wie sagt Gustav Heinemann: =Ob ich Deutschland liebe? Ich liebe meine Frau.=
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei klettert in den Umfragen immer höher. Dieser Erfolg ist auch ein Zeichen für den Aufstieg der Internet-Nerds. Um ihre digitale Heimat zu verteidigen, müssen sie sich mit Politik, Konzernen und Kulturschaffenden anlegen - ein Dilemma.

    S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Das Nerd-Dilemma - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Nur mal so am Rande: Dieses ganze Gerede von "Digitalen Ureinwohnern", die ihre "Heimat" gegen Zuzügler verteidigen müssten, um einen idealisierten Status Quo zu erhalten (bzw. Zuzügler müssten sich gefälligst den althergebrachten Gebräuchen anpassen) ist im Grunde Chauvinismus, Ab- und Ausgrenzung pur. Man ersetze als Gedankenspiel einfach mal die digitale Heimat durch die geographische....
  4. #4

    Sascha, warum immer denglish/germish

    Lieber Sascha Lobo,
    das Wort Nerd in allen Variationen in diesem Artikel liest sich extrem merkwürdig.
    Haben wir in unserer Sprache keinen wirklich passenden Begriff dafür?
    Ich weigere mich alles denglisch oder germish zu machen.
    Es klingt so hölzern.
  5. #5

    Eigenartige Analyse

    diese analyse ist eigentlich nicht so schlecht. denn der nerd wird wohl tatsächlich teil dieser gesellschaft. genauso wie der bauarbeiter und der beamte.
    mit der piratenpartei hat das ganze aber nur bedingt zu tun. der autor scheint sie nicht verstanden zu haben. denn eine aktuell sehr starke anziehungskraft hat z.b. der kampf gegen acta. also genau gegen diese vernetzung. die piratenpartei macht sich gedanken darüber, wo die informationen frei fließen sollen, und wo nicht. genauso kämpft sie in bestimmten bereichen gegen das digitale. z.b. gegen wahlcomputer. denn sie kennen die gefahren der technik sehr gut und können daher besser beurteilen, wo chancen und risiken liegen.
    im übrigen sind in meinem bekanntenkreis piraten gerade bei den ü50ern zu finden und bei film, musik und softwareschaffenden. denn sie haben verstanden, dass das derzeitige recht auf geistiges eigentum gerade denen schadet, die es schaffen. es nützt nur den millionen oder milliardenschweren rechteverwertern.
    die jungen wähler wollen oft auch eines tages in genau diesem bereich arbeiten und ihr geld verdienen.
    bis die medien auf das niveau des normalen piratenwählers aufschließen, wird es aber wohl noch etwas dauern. bis dahin muss man wohl noch mehr abstruse analysen verdauen müssen.
  6. #6

    Ein Mensch der seinen Compi bedienen kann

    Ein Mensch der seinen Compi einschalten und ein Forum lesen kann, muß noch lange kein Nerd sein. Die Piraten haben sich der breiten Basis dieser Menschen bedient.

    Die etablierten Parteien haben sich in einem zur Trägheit tendierenden Machterhaltungssytem gemütlich eingerichtet. Sie haben sich schon zu lange am Staat bedient. Zum Schaden aller.

    Genau so wie Evolution funktioniert, wird dieser suboptimale Zustand verschwinden. Ich nenne unsere Repräsentanten mal ganz bewußt Zustand, denn wer ganz bewußt Jahrzehnte in der Selbstbeschäftigung verschläft, darf keine Rücksicht erwarten.

    Deutschland steht dank einer Reihe politischer Low-Performer und moralischen Nullnummern mit dem Rücken zur Wand. Der Schaden durch die soziale Schere, Chancenungleichheit, dem Wasserkopf des Föderalismus, der Gesetzesschwemme, der verschlafenen Energiewende, einer dümmlichen Subventionspolitik, der Bürokratie, u.v.m. ist nur noch mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung der gesamten Republik zu bewältigen.

    Dazu dienen Volksabstimmungen und basisdemokratische Werkzeuge.

    Dazu dienen Werkzeuge die unter der 4-Jahres-Periode das Volk mit bestimmen lassen.

    Es werden viele auslöffeln müssen, was uns wenige Schlafmützen eingebrockt haben.

    Aus diesem Grund Basisdemokratie und nie wieder Repräsentanten!
  7. #7

    Zitat von VRI Beitrag anzeigen
    Lieber Sascha Lobo,
    das Wort Nerd in allen Variationen in diesem Artikel liest sich extrem merkwürdig.
    Haben wir in unserer Sprache keinen wirklich passenden Begriff dafür?
    Ich weigere mich alles denglisch oder germish zu machen.
    Es klingt so hölzern.
    Netzwelt-Aktivist
    Digitaler Ureinwohner
    Streber (zu allgemein)
    Trekkie
    Cumputer-Freak (geht nicht - Denglisch)
    Aussenseiter
    Hochfunktioneller Soziopath (geklaut aus Sherlock - aber kein Denglisch)
    Urpiratenwähler
    Informatikstudent

    Hört sich Nerd jetzt immer noch hölzern an?
  8. #8

    Sonderbare Analyse

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Nur mal so am Rande: Dieses ganze Gerede von "Digitalen Ureinwohnern", die ihre "Heimat" gegen Zuzügler verteidigen müssten, um einen idealisierten Status Quo zu erhalten (bzw. Zuzügler müssten sich gefälligst den althergebrachten Gebräuchen anpassen) ist im Grunde Chauvinismus, Ab- und Ausgrenzung pur. Man ersetze als Gedankenspiel einfach mal die digitale Heimat durch die geographische....
    Aha. Dass man einen Raum - sei er virtuell oder konkret - , den man maßgeblich mitgestaltet hat, erhalten möchte, wie man ihn erschaffen hat, ist also Chauvinismus? Wer fühlt sich denn da wem wie überlegen? Ist man chauvinistisch, wenn man die Regeln der Sharia nicht anerkennen will?

    Es ist ja nicht so, dass der "Nerd" den Raum nicht teilen wollte. Das hat er ja. Er hat sogar die Werkzeuge erschaffen, die es Nicht-Nerds überhaupt erlaubten, diesen Raum zu bevölkern. Das nannte man dann Web 2.0. Was er nicht akzeptieren kann und will, ist, dass der Raum auf einmal neuen Regeln folgen soll, die Goldgräber aus einem anderen Raum mitgebracht haben und die diesen helfen sollen, Geld zu machen oder den Informationsfluss zu steuern und die dem Charakter dieses Raums fundamental widersprechen.

    Aber wie brauchen uns keine allzu großen Sorgen zu machen. Die alten Regeln sind auf das Netz gar nicht anwendbar. Wer die technischen Fähigkeiten besitzt, kann die Regeln allemal umgehen. Es sei denn, man schafft etwas neues, das so ähnlich ist wie das Netz, aber nach den alten Regeln beherrscht wird. Das hat dann aber mit dem Netz nichts mehr zu tun und wird auch die Menschheit nicht so beflügeln können. Das wäre dann nur noch ein großes Internetversandhaus.
  9. #9

    Schwarz/Weiss/Grau

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    So hat der Nerd über die Jahrhunderte nach dem Prinzip der Selbstähnlichkeit den Computer geschaffen, der nur Null und Eins kennt, nur den höchst rationalen Vorgang der Berechnung beherrscht und Ergebnisse liefert, die ohne Grauwerte allerhöchste Präzision versprechen. S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Das Nerd-Dilemma - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Naja...

    Pentium-FDIV-Bug

    ok...das war "nerdy"...