Lieber Herr Lobo,
gut und frisch geschrieben, nur leider hat nicht jeder seine eigene SPON Kolumne, um sich zu beschweren. Dass in Bezug aufs Internet keinen Adressaten gibt, haben Sie ja selber angerissen. Also: Was tun, was tun?
Da geht noch was: Das digitale Leben in Deutschland 2012 könnte so viel schöner sein, findet unser Kolumnist Sascha Lobo, wären da nicht bräsige Politiker und ängstliche Unternehmen. Abhilfe könnte eine in Verruf geratene Kulturtechnik schaffen: das beharrlich Beschweren.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...799088,00.html
Lieber Herr Lobo,
gut und frisch geschrieben, nur leider hat nicht jeder seine eigene SPON Kolumne, um sich zu beschweren. Dass in Bezug aufs Internet keinen Adressaten gibt, haben Sie ja selber angerissen. Also: Was tun, was tun?
Die Titelzeile macht Sinn! - Ich beschwere mich über alle Titel-Meckerer: "Shut up!" - Titelzeile leer lassen, statt dort 'Müll' einzutragen! - Wer den Sinn des Titels nicht erkennt, glaubt dort nicht zum Thema, sondern tumb gegen einen Titel pöbelt, ... DER sollte doch in diesem Forum nicht schreiben.
Ich orientiere mich gern am Titel. Ärgerlich, wenn dort so ein Dummen-Gag gegen den Titel steht und ich dafür Lesezeit verschwendet habe.
Beschwerden nützt nichts, solange es keine Qualitätskontrolle gibt, jedenfalls nicht bei deutschen Ämtern. Solange eine Beschwerde nicht mit einem Druckmittel verbunden ist, ist es leider nur ein Privatvergnügen.
Ich habe neulich mal übrigens etwas bei einem Amt reklamiert und mit beschwert über eine massive Schikane, die nichts mit dem eigentlichen Sachverhalt zu tun hatte - nicht ohne mich vorher durch einen anderen Beamten einer anderen Behörde fachlich beraten zu lassen, der die Arbeit seines Kollegen mit bemerkenswerter Offenheit bewertete ("grober Humbug"). Die Folge war: der schikanierende Beamte hat mich offenbar bei einigen Ämtern grundlos angeschwärzt und ich habe jetzt einen Haufen Theater am Hals.
Solange es keine unabhängigen Kontroll-Instanzen gibt, die auch Macht haben (ich rede hier nicht von Dienstaufsichtsbeschwerden, die man gleich in die Tonne hauen kann) ist eine Beschwerde schlicht für den Axxxx.
sehr richtig herr lobo!
beschweren lohnt sich sogar !
ich bin vor monaten gegen Mastercard vorgegangen, nachdem ich im TV den bericht über das neue securecard programm erfahren haben. kurzum handelt es sich hier um eine extrem schlampig gestaltete passwortabfrage zum zahlungsverkehr im internet mit dem eigentlichen ziel, dem KUNDEN nun die komplette haftung bei missbrauch aufzubürden.
ich habe mich bei der bank beschwert, daraufhin hat sich das ausstellende kreditkarteninstitut mit einer flasche sekt und weiteren geschenken bei mir gemeldet und besserung gelobt.
ergebniss: das system wurde geändert, einige wichtige sicherheitskomponente wurden eingebaut. die umkehr der haftung wurde noch nicht beseitigt, aber der verbraucherschutz ist dran. (den habei ch damals auch eingeschlatet)
anderes beispiel: EA und ORIGIN - kurzum: ein spywareprogramm welches ab sofort für jedes EA spiel mit installierrt weden MUSS. die dazugehörige EULA räumt absolut datenschutztehnische NoGos ein - nun laufen die user sturm, ea bittet zum klärenden geespärch, eula sowie das programm wurden schon ein wenig geändert. der verbraucherschutz wurde eingeschaltet und legt einen fragenkatalog an EA vor.
die leute müssen halt was tun und nicht wie das schlachtvieh alles so hinnehmen!
Ist ja schön und gut und viele Punkte finden durchaus meine Zustimmung (z.B. Hotel-WLAN). Aber dennoch: Im Kern wird hier eine Wunschliste aufgemacht - und bitte alles möglichst kostenlos. Ist okay. Aber wenn die Netzwirtschaft auf der anderen Seite dann nur noch prekäre Beschäftigungsverhältnisse ausspuckt (wenn überhaupt), dann bitte NICHT BESCHWEREN. Oder bei sich selbst. Aber da wären wir dann plötzlich im Bereich Selbstkritik, sicher die unangenehmste Form der Beschwerde.
Auch ich hab Grund mich zu beschweren:
- Warum gibt es nach jahrzentelangem Forschen noch immer kein Heilmittel für Krebs?
- Wieso gibt es nicht jede Woche tausend neue Lottomillionäre?
- Warum gibts noch immer keinen Weltfrieden?
- Und weshalb gibt es in Zeiten, in denen sich Leute über eine niedrige Datenübertragunsrate beschwerden immer noch Menschen, die Verhungern oder Verdursten?
Netter Artikel, originell geschrieben und weitgehend richtig. Jedenfalls beim Hauptthema "digitale Welt".
Schwierig wirds mit dem Thema in der realen, analogen Umgebung:
Wo ist denn zB beim jüngst emporgekommenen 'Wutbürger' die Grenze zwischen Beschwerde und Querulanz zu ziehen?
Welchen Einfluss hat die ausgeuferte 'politische Korrektheit' auf die Beschwerdekultur, die dadurch oft schon im Keim erstickt wird (Beispiele dazu kann sich wohl jeder selbst leicht ausdenken)?
Ist das ne Wiederholung? Das Thema gabs doch von dem Herrn schonmal.
Der Vergleich mit dem Twittern aus dem Weltall hinkt zwar ein wenig, weil eine Raumstation naturgemäß noch etwas besser ausgestattet ist als ein Bahnzug - witzig und treffend ist der Vergleich von den Entfernungen her natürlch nichtsdestotrotz. Beschweren mag zwar auch helfen. Aber es bedarf m.M. auch einer zentraleren Bündelung und forcierteren Bearbeitung solcher Schwachpunkte. Etwa in Technologiebehörden oder vielleicht in einer "Beschwerde-Bürgerinitiative", Innovations-Organisation o.ä.
Großen Bedarf für SMS-Bestellbenachrichtigungen ca. 10 Minuten vor Termin sähe ich auch in Arztpraxen. Wären die Wartezimmer nicht so voll, und man bräuchte dort nicht so lange "rumschmoren".