S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Unter Apokalyptikern

Jetzt hat sich auch der Philosoph Jürgen Habermas in die Euro-Debatte eingeschaltet: Europa sei auf dem Weg in die "Postdemokratie", mit Angela Merkel als Erfüllungsgehilfin des Kapitals. Damit hat die Schuldenkrise endgültig das Stadium der Hysterie erreicht.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...796218,00.html
  1. #390

    Etwas entgangen

    Zitat von Manimal Beitrag anzeigen
    Bravo Herr Fleischhauer sehr treffend analysiert. Es sind nicht die banken, die Schuld an der Misere sind, sondern die Politiker, die jahrzehntelang mit geliehenem Geld Wahlgeschenke verteilt haben um ihre Karriere anzuheizen. Jetzt ist der Geldhahn zu und die Banken sollen Schuld sein?
    Ist mir da etwas entgangen? Seit wann ist der Geldhahn zugedreht. Schäuble macht doch auch heuer in einem Boom-Jahr gewaltige neue Schulden, die KfW überweist Milliarden an Griechenland.
  2. #391

    Immer noch kein Titel

    Zitat von klaus meucht Beitrag anzeigen
    Es war gerade 2 Wochen her, da hat Herr Fleischauer über die Beleidigungen der sogenannten Linken hergezogen....Herr Fleischhauer Sie erfüllen alle Vorwürfe selbst, die Sie den Linken (teilweise zurecht) vorwerfen. Mich belustigt Ihre Doppelmoral. Wieviel Geld bekommen Sie eigentlich von der Linkspartei, dass Sie den leicht vertrottelten Konservativen spielen?
    Gute Frage. Ich vermute das auch fast. Denn ganz im Gegensatz zu Fleischhauer, der greinte, Linke wollen, dass er aufhört, bezweifle ich das stark. Ich für meinen Teil bin da ganz und gar nicht dafür. Der Mann ist unverzichtbar, um "Lesern der Mitte", die sich Ihre Meinung noch nicht vollends vorBILDen lassen, die absurde Argumentation - wenn man das so nennen will - der dümmlichen neoliberalen Propaganda vor Augen zu führen. Wie ich schon mal schrieb, ersetzt der Jan locker 10 linke sich abmühende Foristen. Deshalb freue ich mich auch jedes mal über diesen lustigen Wocheneinstieg.
  3. #392

    Unerwünschte Analyse...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jetzt hat sich auch der Philosoph Jürgen Habermas in die Euro-Debatte eingeschaltet: Europa sei auf dem Weg in die "Postdemokratie", mit Angela Merkel als Erfüllungsgehilfin des Kapitals. Damit hat die Schuldenkrise endgültig das Stadium der Hysterie erreicht.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...796218,00.html
    Selbstverständlich hat Fleischhauer mit seiner Analyse größtenteils recht, auch wenn er polemisiert.
    Aber in unserem linksmedialen Wohlfühlsozialsstaat will das keiner hören.
    Es ist allerdings einfacher auf die böse Wirtschaft - insbesondere die Finanzwirtschaft -
    zu schimpfen, als selbst die Ärmel hochzukrempeln und etwas zur Wertschöpfung beizutragen.
    Wer von den Umverteilern will schon selbst ein Unternehmen gründen und Arbeitsplätze schaffen?
    Das wäre ja mit eigenen Entbehrungen und Arbeitszeiten oberhalb von 60 Wochenstunden verbunden.
    Da geht man lieber den einfachen Weg und verteilt das Privatvermögen der bösen Reichen, das meist über Generationen erarbeitet und vermehrt wurde, einfach um.
    Aber vielleicht sollten die Herrschaften bedenken, dass dies nur einmal möglich ist und auch weltweit schon einigemale ausprobiert wurde - mit bekanntem Erfolg.
  4. #393

    Der Markt kennt keine Moral

    Zitat von geroi.truda Beitrag anzeigen
    Und bei Ludwig v. Mises und insbesondere bei Murray N. Rothbard können Sie nachlesen, warum das absolut unzutreffend war (à propos: auch das Marx'sche Paradis (=Kommunismus) kommt ganz ohne Staat aus; seine Anhänger haben den Staat erst zu vergöttern begonnen, als sie sich.....
    Wer sich in einem echten Marktgeldsystem auf ungedecktes Papier, also Geld verläßt, der sei eben verlassen....
    Das klingt doch irgendwie unlogisch, oder wollen Sie uns damit nur erklären,dass der Markt sowieso Blödsinn ist?
    Außerdemheißt es doch immer so schön und wird von konservativen und Neoliberalen ständig heruntergebetet:

    Dr Markt kennt keine Moral.

    Das bedeutet doch im Klartext, Sie wollen ein unmoralisches Gesellschaftssystem.
    MFG
    jolip


    MFG
    jolip
  5. #394

    Bitte um Aufklärung

    Zitat von Manimal Beitrag anzeigen
    Bravo Herr Fleischhauer sehr treffend analysiert. Es sind nicht die banken, die Schuld an der Misere sind, sondern die Politiker, die jahrzehntelang mit geliehenem Geld Wahlgeschenke verteilt haben um ihre Karriere anzuheizen. Jetzt ist der Geldhahn zu und die Banken sollen Schuld sein?
    Dann müßten Sie doch in der Lage sein, uns aufzuklären welche Wahlgeschenke der gemeine Bürger und Steuierzahler denn inden letzten 20 Jahren erhalten hat.
  6. #395

    Köstlich

    Statt sich um den sozialen Ausgleich zu kümmern, besorgen die demokratischen Akteure das Geschäft der Märkte. Sie sind Getriebene oder, wie die deutsche Kanzlerin, willige Erfüllungsgehilfen des "verwilderten Finanzkapitalismus", der nur am kurzfristigen Wohl der Aktionäre interessiert ist und demokratische Legitimationsprozesse für überflüssig hält. Finis Europae.
    Besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Genauso ist es Herr Fleischhauer.
    Erstaunlich, dass sie zu solchen Analysen fähig sind. Ich hoffe nur ihre Geldgeber aus dem Banken und Agenturenhintergrund denken nicht sie hätten die Seiten gewechselt und sie müssen nun um ihr Auskommen fürchten.

    Der Spruch: Geld regiert die Welt erkärt schon seit jeher jedes Greul und Moral in diesem Bereich führt zum sofortigen Scheitern.
    Aber dass Politiker sich in großem Stil kaufen lassen und sogar ganze Staaten incl. ihrer Bürger von Agenturen zugrunde gerichtet werden und Politiker dabei fröhlich zuschauen, denn sie wollen ja weiterhin ihre Nebeneinkünfte sprudeln sehen, das ist in dieser Dimension neu. Auch wenn ein deutscher Bundeskanzler dem ehemaligen Klassenfeind beratend zur Seite steht.
    Es besteht sicher kein Zweifel daran, dass die Griechen und auch andere Länder jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt haben. Aber wer hat das denn ermöglicht und kassiert jetzt immer noch Miliarden dafür. Nun sie haben es im obigen Zitat selbst sehr schön auf den Punkt gebracht.
  7. #396

    xxx

    Zitat von adebalasser Beitrag anzeigen
    In der Nachbarschaft der schönen großen Höhle wohnten Uck und Kabuk. Sie waren neidisch auf den erfolgreichen Jäger von nebenan. Und eines Tages zack ... mit der Keule.
    Scherz bei Seite.

    Dummerweise ist der .....
    Na klar sind Steuern ok.
    Das rechte Maß sollte es aber auch sein.

    Neid, um im Bild zu bleiben, z.B. auf die schöne Steinaxt vom Höhlennachbarn, ist zum Teil ganz sinnvoll.
    Man strengt sich an um auch so eine schöne Axt zu bekommen.
    Bastelt eifrig und hat vielleicht noch eine tolle Idee um sie noch schärfer hinzubekommen.
    Wenn man aber dem anderen die Axt klaut oder den Clanchef überredet, das die Äxte zukünftig von allen benutzt werden dürfen, ohne das man erst die mühselige Bastelarbeit übernimmt, könnte es schwer werden im (über-)nächsten Winter im Neandertal.
  8. #397

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jetzt hat sich auch der Philosoph Jürgen Habermas in die Euro-Debatte eingeschaltet: Europa sei auf dem Weg in die "Postdemokratie", mit Angela Merkel als Erfüllungsgehilfin des Kapitals. Damit hat die Schuldenkrise endgültig das Stadium der Hysterie erreicht.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...796218,00.html
    Fleischhauer ist einfach ein kleiner Pöbler, der möglicherweise die intellektuellen Fähigkeiten hätte sich über komplexe Sachverhalte ernsthaft Gedanken zu machen oder auch die Gedanken und Bedenken anderer einmal nachzuvollziehen. Dass er stattdessen nur dümmlich rümpöbelt ist dem Umstand geschuldet, dass er in seiner pseudokonservativen Attitüde zwanghaft darum bemüht ist gegen alles zu sein was "links" ist oder was er dafür hält. Zugegebener Maßen ist es für "Konservative" heute schwer noch Ziel und Richtung zu finden, so dass viele - wie Fleischhauer - in Ermangelung klarer Normen und Werte dazu übergegangen sind marktliberales Gebrubbel abzusondern und dies für konservativ zu halten.

    Nur so ist es zu erklären, dass die durchaus bedenkenswerten Ausführungen Habermas', den er als "apokalyptisch gesonnenen Hysteriker" verunglimpft offensichtlich nicht bis zu seinem Hirn vordringen, sondern ihm reflexhaft wirtschaftspolitische Schlichtheiten entfleuchen.

    Dabei wäre es in einer Zeit, in der sich die Parlamentarier des Bundestages vom Verfassungsgericht zur Wahrnehmung ihrer Rechte drängen lassen müßen, anstelle diese von Anfang an für sich selbst zu reklamieren; in der ein demokratisches Vorhaben in einem Land der EU auf Druck anderer Länder abgeblasen wird, aus Angst vor dem Ergebnis; in der sich im Parteienspektrum der Ungeist der Alternativlosigkeit breit gemacht hat; in der eine antidemokratisch sozialisierte Altstasi auf Anweisung und Zuruf der Banken regiert und den Bankmanagern bei feinen Diners unwürdig die Stiefel leckt, schon einmal bedenkenswert, ob wir uns nicht schleichend auf antidemokratische Strukturen zubewegen und ob dies nicht Antidemokraten wie Merkel & Co. in die Hände spielt die Gesellschaft immer weiter zu entdemokratisieren.

    Wir sollten uns durch die Freiheit im Internet, dass man immer und überall alles sagen kann und 500 Fernsehprogramme, nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass im wahren leben der demokratische Gestaltungsspielraum kleiner wird, weil das Parlament kein Interesse an der Wahrnehmung seiner Aufgaben hat und wir nicht wachsam genug sind, um einer kleinen Gruppe von Leuten die dies für ihre Zwecke ausnutzt Einhalt zu gebieten.
  9. #398

    Reflexe: herausragend

    Zitat von HRC Beitrag anzeigen
    Sowohl Schirrmacher (der neuerdings vom angeblichen Konservativen zu einem Erz-Linken verwandelt scheint) als auch Habermas sehen die Hauptursache für die "griechische Tragödie" in den Märkten. [...]

    Aber soweit reicht es bei den beiden nicht. Sie wollen nur ihrem Haß auf "die Märkte" Ausdruck verleihen. Würden sie wirkliche Unabhängig der Politik von "den Märkten" wollen, würden sie diese auffordern, durch Sparen unabhängig von diesen zu werden.
    Ist schon interessant, dieser Reflex.
    Solange die Kritiker des gegenwärtigen Finanzsystems überschaubar waren, waren sie natürlich "linke Spinner".
    Kann man drüber streiten.
    Jetzt wird die Zahl der Kritiker stetig größer, selbst erwiesenermaßen konservative Menschen wie Moore oder eben Schirrmacher beginnen zu begreifen, daß die Lage ernst ist und die bisherigen Erklärungsversuche entweder gänzlich ins Leere laufen ("faule Griechen", was nur die Europa-Variante von "faules Hartz-IV-Pack" ist) oder zu kurz greifen ("Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt." Echt? War mir persönlich jetzt nicht so aufgefallen, kann man aber trotzdem als Erklärung für verschiedene Aspekte der gegenwärtigen Lage stehen lassen, beileibe aber nicht für alle).

    Und was macht der Durschnittskonservative, der seine Vorbeter (zu denen auch Schirrmacher gehört) bisher gegen jeden "linken Spinner" mit Zähnen und Klauen verteidigt hat?

    Richtig, er etikettiert hektisch um und erklärt Schirrmacher zum "Erz-Linken", damit er sich bloß nicht mit der unangenehmen Frage beschäftigen muß, ob es vielleicht noch mehr zu erklären gibt, als die verbliebenen Idole zugeben wollen (oder können).
    Fleischhauer (um den Bogen zur Kolumne zu bekommen) kann oder will jedenfalls nicht. Er ist - um es mit Georg Schramm zu sagen - ein "Herold eines maroden Systems".
    Dabei scheint er sehr gut zu verdienen (laut eigenen Aussagen), er hat also rein materiell wenig Grund, wirklich zu hinterfragen. Und intellektuell scheint ihm die Rolle als "Vorzeige-Konservativer" bei SPON zu genügen.
    Seine Entscheidung. Mir wärs zu wenig, das Zerrbild eines konservativen Quotenonkels zu sein, der den Kindern (aka Lesern) eins vom Marktpferd erzählt, ohne zu erwähnen, daß die Bahn, auf der es rennt, in Flammen steht.
  10. #399

    Spätfolgen

    Zitat von snickerman Beitrag anzeigen
    Zitat vom ungehörten Möchtegernphilosophen Jan F.:
    "Habermas gehört ins Lager der apokalyptisch gesonnenen Hysteriker"
    Dazu fällt mir nur das Sprichwort ein:
    "Was stört es die Eiche, wenn sich ein... Jan daran reibt"
    Es wird nun wirklich Zeit, dass Fleischauer auf die Couch geht. Sein 68er Verfolgungswahn gepaart mit einem Mutterproblem belästigt anspruchsvolle Spiegel-Leser.
    War ja mal ganz amüsant am Anfang. Der Focus braucht doch noch irrlichternde Autoren.