S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Ruf nach der Mama

Das Schicksal des Euro entscheidet sich in Italien. Leider reden sich viele Italiener ein, allein die Bundeskanzlerin könne ihr Land retten. Dabei müssten sie endlich die Macht der Gewerkschaften brechen, um ihre Wirtschaft in Schwung zu bringen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...840136,00.html
  1. #140

    Ansonsten würde es noch teurer

    Zitat von doofundick Beitrag anzeigen
    Ja ja ja. Die Sache mit den Wechselkursen. Eigentlich hat eine politische Union mit einer unantastbaren no-bailout Klausel gefehlt. Das hätte das Problem lösen können. Die EU-Leistungen sind recht gering, aber gucken wir mal, was beim Austritt passiert: Die EU zerbricht, mit ihr der Binnenmarkt, in der Folge bricht der Export ein. Zusätzlich wertet Südeuropa ab (dort kommt in der Folge der totale Kollaps) und die D-Mark wertet auf. Das lässt erst mal die Staats-und Bankverschuldung sinken. Und wir bekommen viel Geld aus aller Welt, weil alle die D-Mark für den neuen Franken halten. Ausländische Produkte/Importe/Sprit etc. und Urlaub werden auch viel billiger. Aber da endet der Spar auch schon. Erst werden die Target-2 Verpflichtungen fällig (rund 700 Milliarden Euro), durch die Aufwertung werden schnell Arbeitsplätze ins spott billige Ausland verlegt. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Steuereinnahmen fallen, die Sozialausgaben erhöhen sich, in der Folge auch die Zinsen für das Schulden machen. Das Geld, das an Portugal, Griechenland und Irland ging, ist auch weg (ca. 50 Milliarden Euro), dann sinken wegen der harten Mark die Exporte (bei einer Aufwertung von 20 Prozent rund 130 Milliarden Euro bei 40% schon doppelt so viel). Außerdem kollabiert der Finanzsektor in Südeuropa, wodurch der Steuerzahler mal wieder die heimische Finanzindustrie retten muss. Das sind die Aufwertung eingerechnet in den ersten beiden Jahren ca. Kosten in Höhe von 800 Milliarden Euro. Und das mit dem Exporteinbruch und der Deflation ist dann noch nicht vorüber. Ach ja, und sie wissen ja: Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen. Die ganzen Schulden werden wir alles irgendwann wieder herbei sparen müssen. Das bedeutet wiederum Rezession. Sollten Deutschland das Geld nicht auftreiben können, geht es pleite, mit ihm der Finanzsektor und viele Unternehmen. Die Kosten lägen dann weit über 100% des BIP.
    Ja unsere Politkoryphäen hab en uns in den Sumpf geführt - ein schmerzloser Ausweg ist jetzt nicht mehr möglich. Entweder jetzt noch einmsl ökonomisches Morphium mittels Bankenunion, Eurobonds, ESM und anderen Firlefanz einnehmen- oder kalter Entzug.
  2. #141

    NOCH höhere Mathematik.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Schicksal des Euro entscheidet sich in Italien. Leider reden sich viele Italiener ein, allein die Bundeskanzlerin könne ihr Land retten. Dabei müssten sie endlich die Macht der Gewerkschaften brechen, um ihre Wirtschaft in Schwung zu bringen.

    Eurokrise in Italien: Jan Fleischhauer über Monti und die Gewerkschaften - SPIEGEL ONLINE
    "die Macht der Gewerkschaften brechen," ist ein Rezept, "um ihre Wirtschaft in Schwung zu bringen."?
    So wie nach '45 die Macht der deutschen Gewerkschaften erstmal gebrochen werden mußte, damit Erhard (und zwar Ludwig!) das Wirtschaftswunder erfinden durfte?
    Ihre Geschichtsvergessenheit ist für einen Kolumnisten lächerlich.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon, dass man sich fragt, ob es der italienischen Wirtschaft inzwischen so schlecht geht, dass
    Sie hätten auch mal darauf eingehen können, wieviel von was die von Ihnen inkriminierten Prozentzahlen bedeuten. Vielleicht brauchen Sie hier selbst auch ein Übersetzungsprogramm.

    Wirklich kotzübel wird einem aber am Ende:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Grund, warum es Deutschland wirtschaftlich heute so viel besser geht als den meisten anderen europäischen Staaten,
    Deutschland geht es besser als wem? Wer ist 'Deutschland'? Auf wessen Nutzen[/B] werden Kanzler vereidigt? Etwa das Land? Sind Sie taub, Herr Fleischhauer? So taub wie Schröder?
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ist die relative Schwäche der deutschen Gewerkschaften.
    Kausalität schwache Gewerkschaften>starke Wirtschaft (siehe oben)?
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Verdienst, ihre Blockademacht gebrochen zu haben, gebührt Altkanzler Schröder.
    Genau. Gas-Gerd gebührt so einiges. Nach dessen -und offenbar Ihrer- Ansicht mehr, als der deutsche Steuerzahler zu leisten gewillt ist.
    Denken übrigens noch mal genau darüber nach, wer der letzte war, der in Deutschland die Macht der Gewerkschafen gebrochen hat!
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Hartz-Reformen waren auch eine Machtprobe, wer im Land das Sagen hat: die organisierten Besitzstandswahrer von Ver.di und IG Metall oder die demokratisch legitimierte Regierung.
    Mit Besitzstandswahrern haben Sie nicht mal Unrecht. Gewerkschaften vertreten die Interessen ihrer Mitglieder. Der Gegenpart ist die Unternehmerseite. Regierungen haben dabei nichts verloren. Tarifautonomie. Daß 'Senkung der Arbeitgeberbeiträge' in Wirklichkeit staatlich verordnete Lohnkürzung ist, lassen Sie mal am besten einen Finanzwissenschaftler erklären. Juristen -wie Schröder, die meisten Politiker sowie BVG-Richter-verstehen diesen Zusammenhang regelmäßig nicht.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Am Ende bezahlte die SPD diese Auseinandersetzung mit dem Regierungsverlust, weil etliche Gewerkschafter zur Linkspartei überliefern,
    Daß Gewerkschafter und SPD sich nicht mehr vertrugen, ist wohl eher letzterer anzulasten.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    aber die Früchte der Schröder'schen Reformpolitik ernten wir noch heute.
    Schröders faule Früchte gehören auf den Müll. Vor neuem Auskeimen. Und Sie, Herr Fleischhauer, zur 60-jährigen BLÖD-Zeitung.
    Grüße, tutmosis
  3. #142

    Zitat von nixkapital Beitrag anzeigen
    ....echt? Dabei ist das so einfach....
    Der war gut. Danke. :-)

    Schon auffällig, dass diese Null-Inhalt-Beiträge a la "Find ich total super, Herr Fleischhauer." meist in dieser Kolumne auftreten.
  4. #143

    Manchmal.

    Zitat von zynik Beitrag anzeigen
    Der war gut. Danke. :-)

    Schon auffällig, dass diese Null-Inhalt-Beiträge a la "Find ich total super, Herr Fleischhauer." meist in dieser Kolumne auftreten.
    Manchmal trifft er ja. Manchmal.

    Aber ein blindes Huhn bleibt ein blindes Huhn.

    Grüße, tutmosis
  5. #144

    Nö, nö!

    Zitat von citizen_kane Beitrag anzeigen
    @stefan-wenzel: Die 25 % beziehen sich nicht auf(!) das Vermögen sondern auf Einkünften aus(!) dem Vermögen. Und da ist vorher noch gar nichts versteuert worden.

    Wäre ja auch nicht einzusehen, warum ausgerechnet leistungslose Einkommen nicht besteuert werden sollten.
    Nein. Sie sprechen von der Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte (eine Vermögenssteuer = Substanzbesteuerung haben wir nämlich nicht), dieses Kapital ist vorherig aber erwirtschaftet worden. Ok? Das ist nämlich nicht vom Himmel gefallen. "Leistungsloses Einkommen" gibt es übrigens nicht - eine typische Lafontaine-Dummfloskel. Wenn Sie mir 1 Millionen Euro für 3 Jahre zur Verfügung stellen, ist sehr wohl eine Leistung, die als Gegenleistung mit dem Zins vergolten wird.

    Grüße
  6. #145

    erst mal nachdenken.....

    ... sicher geht es unserer Wirtschaft nun besser - aber den MENSCHEN geht es schlechter - Überstunden, weniger Urlaub, mehr Stress, später Rente, Billiglöhner - da verzichte ich doch auf die florierende Wirtschaft und mache mir solange es einigermaßen geht, einen guten Lenz!
  7. #146

    Die Restaurant Geschichte mit Banken, Markt & CDO‘s

    Zitat von yovanka Beitrag anzeigen
    Sie diese "Geschichte" hier nicht schon X-mal gepostet und jedes mal auf die Rückfrage: Und wo sind denn bei dieser Geschichte >systemrelevante< "Banken", "Investoren", "Märkte" zu finden? - kam überhaupt nichts mehr zurück...
    Als sich die 10 Freunde eines Abends wieder trafen hatte Nr.10 eine schlechte Nachricht. Jungs, meine Bank hat Liquiditätsprobleme weil ich Geld am Finanzmarkt in schlechte US Immobilien investiert habe. Wenn ihr mir beisteht, kann ich euch auch weiterhin helfen die Rechnung zu bezahlen sonst…

    Ach ja Nr. 9 du hast ja noch ein Darlehen für deine Firma bei mir, die bräuchte ich dann und ähm Nr. 8 deine Hypothek für dein Häuschen wäre dann auch fällig achja und Nr. 7 ich könnte mich dann nicht an deinem Startup beteiligen dass du am planen bist.

    Na was denken Sie, wie sollen sich die 9 Freunde verhalten?
  8. #147

    Vernünftige deutsche Gewerkchaften

    Ein guter Kommentar. Allerdings denke ich nicht, dass es an der angeblichen "Schwäche" der deutschen Gewerkschaften liegt, dass es in Deutschland so gut läuft. Vielmehr sind die Betriebsräte in den meisten Fällen sehr vernünftige Menschen, und das Verständnis für die Unternehmen ist auch in den Gewerkschaftszentralen - abseits aller rhetorischen Spielchen - sehr groß. Man sieht das sehr gut an der Zeitarbeitsdiskussion: Nicht einmal die Gewerkschaften wollen sie abschaffen, sie wollen sie nur eindämmen und nicht ausufern lassen. Weiter so! Wenn die radikalen Gewerkschaften in den Mittelmeerländern begreiffen würden, dass Einstellen von Mitarbeitern für das Unternehme kein existenzbedrohendes Abenteuer sein darf, ginge es diesen Ländern bedeutend besser.
  9. #148

    @Stefan Wenzel

    Zitat von Stefan Wenzel Beitrag anzeigen
    Nein. Sie sprechen von der Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte (eine Vermögenssteuer = Substanzbesteuerung haben wir nämlich nicht), dieses Kapital ist vorherig aber erwirtschaftet worden.
    Bitte das Posting ansehen, auf dass Sie sich da bezogen hatten. Dieser Forist sprach explizit von Einkünften aus(!) Vermögen. Und das ist vorher nicht besteuert worden. Würden Sie sich ihr tatsächlich vorher versteuertes Vermögen (z.B. durch Lohnsteuer) unters Kopfkissen legen, würde keine Steuer anfallen. Legen Sie's an, entfallen Steuern nur auf das, was Sie da an Gewinn mitnehmen (Zinsen, Dividenden, etc.)

    Zitat von Stefan Wenzel Beitrag anzeigen
    "Leistungsloses Einkommen" gibt es übrigens nicht - eine typische Lafontaine-Dummfloskel. Wenn Sie mir 1 Millionen Euro für 3 Jahre zur Verfügung stellen, ist sehr wohl eine Leistung, die als Gegenleistung mit dem Zins vergolten wird.
    Grüße
    Ich hab auch absolut nichts dagegen, dass man dafür Geld bekommt, wenn man anderen sein Geld zur Verfügung stellt. Allerdings ist es schon ein sehr großer Unterschied, ob ich dafür Geld bekomme, dass ich jeden Tag zur Arbeit gehe oder einfach dafür, dass ich lediglich mein Kapital zur Verfügung stelle. Dieser Unterschied sollte sich auch in der Besteuerung zeigen. Vor allem deshalb, weil die Einkünfte aus Vermögen zunehmen während die durch echte Arbeit abnehmen.

    Ist mir übrigens auch völlig egal, wer(!) eine Meinung vertritt. Ich orientier mich an der Aussage und nicht daran, wer sie vielleicht zufällig noch vertreten könnte.
  10. #149

    Ja die Italiener könnten ihre Probleme selbst lösen

    Zitat von Gerhard_Rohlfs Beitrag anzeigen
    Machen wir mal etwas ungewöhnliches: Rechnen wir doch einfach mal nach.

    In Italien liegt das Problem in der Politik: Natürlich ist nichts Gutes zu erwarten, wenn ein Land von einem US-Investmentbank-Berater gemissmanagt wird. Aber realwirtschaftlich steht Italien gar nicht so schlecht da:
    Handelsbilanz:
    2009: Überschuss 3 Mrd. US-Dollar
    2010: Defizit 25 Mrd. USD
    2011: Defizit 34 Mrd. USD
    Die italienische Leistungsbilanz, also inkl. Dienstleistungen, ist zwar stärker im Minus, aber eine stabile realwirtschaftliche Basis ist zumindest da.

    Und das Sparvermögen der Italiener beträgt 175 % des BIP. In Deutschland sind es gerade mal 127. Die Italiener könnten ihre Staatsschulden also mit ihren Ersparnissen aus der Westentasche bezahlen.

    Man kann natürlich auch versuchen, die Ersparnisse des nördlichen Nachbarn anzuzapfen, wenn der zufällig ein politischer Zwerg ist.

    Mit Gewerkschaften hat das leider gar nichts zu tun.
    zunächst kann ich Fleischhauers Argumentation bzgl. Gewerkschaften nicht nachvollziehen. Mag sein dass diese Macht in I zu gross ist (ein Beispiel wird genannt), deutsche Verhältnisse sind in I aber mit Sicherheit nicht durchzusetzen, so brav wie der deutsche Michel sind die Italiener nicht.

    Italien ist ein Land mit einer gut strukturierten Volkswirtschaft, einem hohen Pro-Kopf Privatvermögen und einem total überschuldeten Staat.

    Der Hauptgrund für den total überschuldeten Staat ist die immense Schattenwirtschaft - wo Geld am Staat vorbei "verdient" wird wachsen halt die Konten der Bürger und dem Staat fehlen die entsprechenden Steuergelder.

    Zahlen einer US Studie basierend auf Daten der Weltbank bezeichnen den Umfang der Schattenwirtschaft in D auf 16%, in I auf 27% und in GR auf 27,5%.
    http://www.tackletaxhavens.com/Cost_...d_Nov_2011.pdf

    11% Punkte Differenz bedeuten (bei einem BSP in I von ca. 1600 Mrd. EURO) ca 175 Mrd. EURO die relativ weniger versteuert werden. Pro Jahr. Bei nur 33% Steuer (die Studie beziffert die Taxrate in Italien noch weit höher) sind das ca. 60 Mrd EURO pro Jahr die dem Staat entgehen.

    Und Monti fordert die Einführung von EUROBONDS. Man muss ihm diese Zahlen solange unter die Nase reiben bis er mit diesem Unsinn aufhört. Für derartige nationale Folklore darf man den europäischen Steuerzahler nicht verantwortlich machen