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S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Ruf nach der Mama
Das Schicksal des Euro entscheidet sich in Italien. Leider reden sich viele Italiener ein, allein die Bundeskanzlerin könne ihr Land retten. Dabei müssten sie endlich die Macht der Gewerkschaften brechen, um ihre Wirtschaft in Schwung zu bringen.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...840136,00.html
- #130 21.06.2012 19:06 von
na klar
Andere als dumm beschimpfen ("Gleichung für Dumme"), aber selbst manches vielleicht auch ein wenig zu naiv betrachten.
Der deutschen Wirtschaft mag es seit Schröder relativ gut gehen, aber kommt davon etwas bei den Menschen in Deutschland an? Vielen geht es seit Schröder schlechter. Ein Staat, der nur für die Wirtschaft gut ist, kann kein guter Staat sein.
Außerdem hat Deutschland natürlich sehr davon profitiert, dass die sozialen Standards und Löhne im europäischen Vergleich plötzlich gar nicht mehr so hoch waren. Deutschland hat die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (vor allem die am unteren Ende der sozialen Leiter) gegen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in anderen europäischen Staaten ausgespielt. Am Ende hat keiner etwas davon gehabt, außer einigen wenigen, denen es sowieso schon immer gut ging.
Der Neoliberalismus ist einfach - aber das ist auch schon alles, was er zu bieten hat. Das Gegenteil von "dumm" ist er bestimmt nicht. - #131 21.06.2012 19:09 von
Ja ja ja. Die Sache mit den Wechselkursen. Eigentlich hat eine politische Union mit einer unantastbaren no-bailout Klausel gefehlt. Das hätte das Problem lösen können. Die EU-Leistungen sind recht gering, aber gucken wir mal, was beim Austritt passiert: Die EU zerbricht, mit ihr der Binnenmarkt, in der Folge bricht der Export ein. Zusätzlich wertet Südeuropa ab (dort kommt in der Folge der totale Kollaps) und die D-Mark wertet auf. Das lässt erst mal die Staats-und Bankverschuldung sinken. Und wir bekommen viel Geld aus aller Welt, weil alle die D-Mark für den neuen Franken halten. Ausländische Produkte/Importe/Sprit etc. und Urlaub werden auch viel billiger. Aber da endet der Spar auch schon. Erst werden die Target-2 Verpflichtungen fällig (rund 700 Milliarden Euro), durch die Aufwertung werden schnell Arbeitsplätze ins spott billige Ausland verlegt. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Steuereinnahmen fallen, die Sozialausgaben erhöhen sich, in der Folge auch die Zinsen für das Schulden machen. Das Geld, das an Portugal, Griechenland und Irland ging, ist auch weg (ca. 50 Milliarden Euro), dann sinken wegen der harten Mark die Exporte (bei einer Aufwertung von 20 Prozent rund 130 Milliarden Euro bei 40% schon doppelt so viel). Außerdem kollabiert der Finanzsektor in Südeuropa, wodurch der Steuerzahler mal wieder die heimische Finanzindustrie retten muss. Das sind die Aufwertung eingerechnet in den ersten beiden Jahren ca. Kosten in Höhe von 800 Milliarden Euro. Und das mit dem Exporteinbruch und der Deflation ist dann noch nicht vorüber. Ach ja, und sie wissen ja: Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen. Die ganzen Schulden werden wir alles irgendwann wieder herbei sparen müssen. Das bedeutet wiederum Rezession. Sollten Deutschland das Geld nicht auftreiben können, geht es pleite, mit ihm der Finanzsektor und viele Unternehmen. Die Kosten lägen dann weit über 100% des BIP.
- #132 21.06.2012 19:34 von
Die Italiener könnten ihre Staatsschulden aus der Westentasche bezahlen
Machen wir mal etwas ungewöhnliches: Rechnen wir doch einfach mal nach.
In Italien liegt das Problem in der Politik: Natürlich ist nichts Gutes zu erwarten, wenn ein Land von einem US-Investmentbank-Berater gemissmanagt wird. Aber realwirtschaftlich steht Italien gar nicht so schlecht da:
Handelsbilanz:
2009: Überschuss 3 Mrd. US-Dollar
2010: Defizit 25 Mrd. USD
2011: Defizit 34 Mrd. USD
Die italienische Leistungsbilanz, also inkl. Dienstleistungen, ist zwar stärker im Minus, aber eine stabile realwirtschaftliche Basis ist zumindest da.
Und das Sparvermögen der Italiener beträgt 175 % des BIP. In Deutschland sind es gerade mal 127. Die Italiener könnten ihre Staatsschulden also mit ihren Ersparnissen aus der Westentasche bezahlen.
Man kann natürlich auch versuchen, die Ersparnisse des nördlichen Nachbarn anzuzapfen, wenn der zufällig ein politischer Zwerg ist.
Mit Gewerkschaften hat das leider gar nichts zu tun. - #133 21.06.2012 19:43 von
Exportübnerschüsse und Früchte der Schröder'schen "Reformen"
Die Früchte der Schröder'schen Reformpolitik und der deutschen Exporterfolge WÜRDEN wir ernten.
Wenn wir die Exportüberschüsse behalten dürften.
Die Realität sieht auch hier anders aus:
Oder warum hat der Exportvizeweltmeister Deutschland schon jetzt fast keine Reserven mehr?
Gute Frage, was?
Weltmeister China wie Vize Deutschland erwirtschaften riesige Handelsüberschüsse, jeweils ca. 200 Mrd. USD im letzten Jahr.
Aber nur die unabhängige Weltmacht China darf ihre Überschüsse behalten: Devisenreserven: ca. 3.200 Mrd. USD.
Die deutschen Reserven: ca. 50 Mrd. USD, noch nicht einmal ein Jahresertrag.
(Die deutschen Goldreserven im Wert von ca. 135 Mrd. USD können hier nicht mitgerechnet werden, weil sie zwar deutsches Eigentum sind, sich aber nicht in deutschem Besitz befinden. Denn sie lagern fast komplett in USA, GB, FR.)
M.a.W., Exportvizeweltmeister Deutschland hat schon jetzt fast keine Reserven mehr.
Die Verlustquellen sind folgende:
1. „Freiwillige“ Verluste in US-amerikanischen und englischen Schrottpapieren und „Finanzinnovationen“. Nicht umsonst war es in den USA verboten, im Grunde wertlose zweitrangige (Subprime) Hypotheken an US-Bürger weiterzuverkaufen.
2. Zahlungen an EU und Eurosystem: Exportüberschüsse in wertlose Target-2-Konten umgewandelt.
3. Erzwungene „Rettungspakete“ und jetzt „unwiderrufliche und uneingeschränkte" Zahlungen über den ESM (Eurobonds u.ä. sind nur ein anderer Name dafür). - #134 21.06.2012 19:44 von
- #135 21.06.2012 19:46 von
- #136 21.06.2012 19:50 von
- #137 21.06.2012 19:53 von
Ist das Satiere?
.. dieser "schwarze Kanal"?
- #138 21.06.2012 19:57 von
- #139 21.06.2012 19:58 von
Das wird auch mit dem € passieren. Exporte gegen Target2-Salden sind ohndies der dümmstmögliche Selbstbetrug. Größe ist keine Erfolgsgarantie, die kleinen, schnellen Staaten sind erfolgreicher als die großen sklerotischen Gebilde. Imperien helfen nur den Poltikern ihre kostspieligen Großmachtspiele durchziehen zu können. Es spricht viel dafür mit möglichst vielen Ländern einen freien Handel (ohne irgendwelche Institutionen) zu treiben. Freihandel muß man nur zulassen, hierzu wird kein Gatt oder dessen Nachfolgeorganisation benötigt. Ich heirate auch nicht jede Frau, nit der ich je geschlafen habe. Und Italien will ich nur f...... Heiraten kommt hier nicht in Frage.
Einen noch schöneren Gruß in die Niederungen Südistans.
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