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S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Ruf nach der Mama

Das Schicksal des Euro entscheidet sich in Italien. Leider reden sich viele Italiener ein, allein die Bundeskanzlerin könne ihr Land retten. Dabei müssten sie endlich die Macht der Gewerkschaften brechen, um ihre Wirtschaft in Schwung zu bringen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...840136,00.html
  1. #120

    Zitat von Maynemeinung Beitrag anzeigen
    Man kann der alten Schrulle ja einiges nachsagen (marode Infrastruktur, kaputtgespartes Gesundheitswesen), nicht aber dass sie nicht die Grundlage dafür geschaffen hätte, dass es Großbritannien in den 90er Jahren wirtschaftlich deutlich besser ging als den meisten anderen europäischen Ländern (einschließlich Deutschland). Das hat maßgeblich mit ihrer Wirtschafts- und Sozialpolitik in den 80er Jahren zu tun.
    Aber nachdem die Macht der bösen Gewerkschaften gebrochen war, hätte es doch eigentlich dauerhaft aufwärts gehen sollen/müssen. Der Aufschwung, von dem Sie sprechen, war ja aber ganz offensichtlich von sehr kurzer Dauer, und danach ging's wieder bergab. Was also soll es eigentlich gebracht haben, die Macht der Gewerkschaften zu brechen? Auch ohne Gewerkschaften gab es offensichtlich keinen substantiellen Aufschwung für das Land.

    Letzten Endes war Maggie aufgrund Ihrer persönlichen geistigen Disposition einfach der Meinung, dass jeder sich im Leben selbst durchkämpfen muss und sowas wie eine Solidargemeinschaft ein Luxus ist, den sich eine moderne Gesellschaft gar nicht leisten kann. Wie es sich zeigt, geht ein Land vor die Hunde, wenn das zur Staatsideologie wird, es ist ein fataler, katastrophaler Irrweg. Hätte Thatcher recht gehabt, hätte das Land durch ihre "Reformen" einen nachhaltigen Aufschwung erfahren müssen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten ist klar, dass das nicht passiert ist. Gestärkt wurde doch nur der Bankenplatz London, also mithin die Leute, die das desaströse, womöglich zivilisationsbedrohende Finanzsystem geschaffen haben, das wir jetzt haben.
  2. #121

    Vermögenskrise

    Zitat von DF2000 Beitrag anzeigen
    Willenskrise der Politiker - ein interessanter Gedanke! Habe bis vor einiger Zeit in ähnlichen Schienen gedacht. Inzwischen bin ich aber der Meinung, dass das Problem noch tiefer steckt. Das wir es mit einem Demokratieproblem zu tun haben.

    Politiker werden in unseren Demokratien nur wiedergewählt, wenn sie dem Wahlvolk höhere soziale Transferleistungen und/oder geringere Steuern versprechen. Dieses führt automatisch in den Schuldenstaat. Auf diesem Wege ist die weltweite Schuldenkrise entstanden. Für mich ist die Schuldenkrise deshalb eine klare Demokratiekrise!
    Gestern wurde im Fernsehen gesagt, dass wir eine Vermögenskrise haben. Dem Geldvermögen stehen in gleicher Höhe Schulden gegenüber.
    Die Kapitalanleger wissen nicht mehr, wo sie sicher anlegen können.

    Es ist keine Willenskrise, wenn die Vermögenssteuer abgeschafft wurde und
    Gewinn aus Vermögen nur mit 25 % dagegen Arbeit mit 42 % besteuert wird. Dagegen die Mehrwertsteuer erhöht wurde.
    Das und anderes führt zur Umverteilung von unten nach oben, siehe
    ReichtumsUhr.de
    Das Volksvermögen z.B. Bahn wird demnächst an Vermögende verkauft.
  3. #122

    Wieder so ein Kommentar ....

    ... des geschätzten Autoren bei dem ich mich frage: Darf man als Konservativer so was eigentlich rauchen? ;-)
  4. #123

    Fleischhauer schon richtig gut, aber auch nicht mutig genug!

    Aber was auch Fleischhauer sich nicht anzurühren getraute, ist die Frage, welche Rolle die italienische (Steuer-)Ehrlichkeit spielt. Deshalb werden Montis Steuererhöhungen leider nur wieder die Falschen, nämlich die Ehrlichen treffen. Wir haben häufig nach Kalabrien und Kampanien geliefert, viele Aufträge aber dann deshalb verloren, weil wir sie so abgerechnet haben, wie sie abzurechnen waren.

    Bei Griechenland ist es nun einmal - leider Gottes - ähnlich. Das sagt Ihnen auch jeder Grieche hinter vorgehaltener Hand. Aber offen würde das niemals gesagt, weil man Sorge hat, den moralischen Anspruch auf die deutsche Steuerkasse zu verlieren. Bei der ganzen Nazikeulenrhetorik, die jetzt schon aus dem Süden kommt, hat man deutlich den Eindruck, dass man genau diesen Fragen vorbeugen will. Aber was will man denn? Warum soll der griechische Steuerbürger ehrlich gegenüber einem Staat sein, der sich seinen Eurobeitritt mit gefälschen Zahlen erschlich - - - und (was immer verschwiegen wird) dann noch 8 (acht) weitere Jahre solche unzutreffenden Zahlen ungestraft vorlegte.

    Dass trauen sich die Medien auch nicht weiter aufzurollen. Dabei liegen die Zahlen auf dem Tisch (bzw. können seit 2001 online abgerufen) und mit der Realität verglichen werden. Das Aufzubereiten wäre dann einmal echter Journalismus. Bei SPON kommen dafür nur Fleischhauer und Steingart in Betracht. Jakob Augstein hingegen würde über den Brüsseler Überwachungsstaat schwadronieren.
  5. #124

    Desaster ohne Licht am Ende des Tunnels...

    Zitat von DF2000 Beitrag anzeigen
    Jetzt wird es wirklich mal spannend!
    Wo bitte ist das Problem, wenn wir aus dem Euro austreten?

    Dann bricht zwar das ganze Schneeballsystem der Transferleistung in der EU zusammen, da Deutschland den Löwenanteil der EU-Transferleistungen bezahlt. Aber so what... das Leben geht weiter.
    Mit viel weniger Verschuldung für uns und die nachfolgenden Generationen.

    Der Euro ist Aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftskraft der EU-Länder von Anfang an eine Totgeburt gewesen, da die notwendigen Wechselkursanpassungen der EU-Länder durch die Einheitswährung nicht mehr möglich sind.
    Ein Mitforist hat das sehr gut beschrieben...
    Zitat von Flugor Beitrag anzeigen
    Neben den durchaus abschätzbaren Abschreibeverlusten, sowie dem Verlust der Exportüberschüsse (und dem resultierend ebenfalls einkrachenden Binnenmarkt) gibt es noch den unkalkulierbaren Panik-Effekt.

    Man bekommt also ein sehr düsteres Basisszenario, auf welches noch ein unkalkulierbarer Teil an Panik-Effekten kommt.

    Man kommt dabei auf Ausfallschäden im Bereich 1000-5000 Mrd. €, was nicht gerade verlockend wirkt.

    Aber weil eben keiner Genaues sagen kann, führt jene Ungewissheit dann zu einer sich selbst verstärkenden Panik, denn wie verhält man sich, wenn auf einmal ein Schaden an einer Stelle erscheint, an welcher man ihn nun wirklich nicht erwartet hätte.

    So ungefähr sieht jenes "Austrittsszenario" aus.
    Man sollte solch ein unbekanntes Terrain besser vermeiden.
    Speziell dann, wenn schon das Basisszenario sehr düster ausschaut.
    Ihren Arbeitsplatz bzw. Ihre Rente könnte es nachher schlicht nicht mehr geben; ihre private Altersvorsorge wahrscheinlich auch nicht. Die möglichen Lösungen die weder ein Schrecken ohne Ende noch ein Ende mit Schrecken sind, wurden bereits beschrieben. Ein Mix aus mehreren Maßnahmen könnte für die nötigen Reformen sorgen ohne einer Selbstbedienungsmentalität Vorschub zu leisten. Es ist weder schön anzuschauen, noch leicht erklärbar und zudem in einzelnen Punkten angreifbar. Weil es auch eine Situation ist für die es keine Präzedenzfälle gibt. Aber der Versuch lohnt sich; und nochmals; Fleischhauer und Konsorten haben keine Lösungen außer den Stecker zu ziehen. Wollen Sie das...?
    Wir sind eben gezwungen die Systemfehler des Euro selbst und zudem die Systemfehler in den Staaten zu korrigieren. Italien hat keine Alternative zu Reformen; Deutschland keine außerhalb seiner heutigen Handelspartner in der EU. Fleischhauer übersieht geflissentlich daß in D die Konjunktur abschmiert. Der €Raum macht mehr als die Hälfte der deutschen Exporte aus. Schmiert dieser ab werden die Schwellenländer sowie USA und China kaum den Verlust auffangen können; und auch wollen...
    Zurecht verweist man im Ausland Europa auf sich selbst; 'werdet erwachsen und löst eure Probleme'...
    Machen wir uns nix vor; einzelne Länder sind zu klein um in Zukunft mitmischen zu können; andere Staaten schließen sich wie die EU zu Gemeinschaften wie Asean, Nafta, Mercosur zusammen. Es gibt kein Zurück; ein Zurück ohne Desaster sowieso nicht...
    Fleischhauers Bashing dient nur dazu seine Argumentelosigkeit zuzudecken...

    Schian Gruaß...
  6. #125

    Zitat von Maynemeinung Beitrag anzeigen
    Man kann der alten Schrulle ja einiges nachsagen (marode Infrastruktur, kaputtgespartes Gesundheitswesen)
    Thatcher hat die Infrastruktur nicht marode gemacht. Die war bei ihrem Machtantritt marode. Und das Gesundheitssystem hatte sich gebessert. Bitte lesen Sie noch mal nach, über die Zustände des NHS vor(!) Thatcher. Dagegen ist das NHS nach Thatcher geradezu paradiesisch, auch deshalb, weil das NHS genug Schmiermittel bekam, d.h. Geld. Das NHS ist zudem ein Heiligtum der Briten. Sie hatte nie wirklich die Gelegenheit, das NHS zu reformieren. Dem Versuch, es zu reformieren, folgte der "Putsch" durch Major.



    Etwas Ähnliches sehen wir ja in Deutschland, und Fleischhauer spricht das auch an: Dass in Deutschland heute das Wachstum höher und die Arbeitslosigkeit geringer ist als in anderen Ländern Europas, verdanken wir nicht unbedingt Mutti, sondern vor allem Gerhard Schröder.
    Die Hartz-Reformen waren wichtig und richtig und daher hat die damalige Opposition aus Union und FDP Hartz auch unterstützt. Und Merkel wäre die letzte, abzustreiten, dass Hartz ein großer Verdienst Schröders ist.
  7. #126

    Oh heilige Einfalt ...

    Zitat von tatsache2011 Beitrag anzeigen
    Gestern wurde im Fernsehen gesagt, dass wir eine Vermögenskrise haben. Dem Geldvermögen stehen in gleicher Höhe Schulden gegenüber.
    Wo ist jetzt das Problem? So ist jede Bilanz aufgebaut und der lustige kleine Geldschein in Ihrer Börse verbrieft letztlich auch nur eine Forderung (resp. Verbindlichkeit der Zentralbank) . und zwar "in gleicher Höhe".

    Zitat von tatsache2011 Beitrag anzeigen
    Die Kapitalanleger wissen nicht mehr, wo sie sicher anlegen können..
    Wo ist jetzt das Problem für die Realwirtschaft? Ganz im Gegenteil. Zinsen sind niedrig - das schafft Raum für notwendige Investitionen. Warum die deutsche Wirtschaft so gut läuft, haben Sie offenbar auch noch nicht im Ansatz verstanden. Oder sorgen Sie sich jetzt etwas um das Kapital, das nicht mehr die gewohnten 5,5 Prozent für den Langfristschatzbrief bekommt? Keine Sorge, Spanien und Griechenland bieten Ihnen locker 12 Prozent! Die wollen Sie aber gar nicht? Ja, komisch!

    Zitat von tatsache2011 Beitrag anzeigen
    Es ist keine Willenskrise, wenn die Vermögenssteuer abgeschafft wurde und
    Gewinn aus Vermögen nur mit 25 % dagegen Arbeit mit 42 % besteuert wird.
    Wo ist das Problem? Dass Vermögen aus zuvor schon bereits versteuerten Einkünften (bspw. Arbeitslöhnen) resultiert, haben Sie sich aber schon überlegt. Und zudem ist es wohl besser, es wird angelegt und für Investitionen zur Verfügung gestellt, als für Konsum (Flachbildschirme) verbraten. T

    Zitat von tatsache2011 Beitrag anzeigen
    Das und anderes führt zur Umverteilung von unten nach oben, siehe
    ReichtumsUhr.de
    Das Volksvermögen z.B. Bahn wird demnächst an Vermögende verkauft.
    Ach hier ist das Problem! Warum überrascht mich das jetzt nicht mehr wirklich, dass Sie jetzt mit einem solchen Spruch kommen. Sorry, nehmen Sie es mir nicht übel, aber wenn Sie im Leben vielleicht ein bißchen besser aufgepasst hätten oder eínfach einmal nachdächten, bevor Sie Haarsträubendes in öffentlichen Foren niederschreibenen, dann hätten Sie vielleicht auch keine Umverteilungsprobleme.

    Sorry, aber nicht an allem Problemen sind immer die Anderen schuld!
  8. #127

    Zitat von tatsache2011 Beitrag anzeigen
    Gestern wurde im Fernsehen gesagt, dass wir eine Vermögenskrise haben. Dem Geldvermögen stehen in gleicher Höhe Schulden gegenüber.
    Die Kapitalanleger wissen nicht mehr, wo sie sicher anlegen können.

    Es ist keine Willenskrise, wenn die Vermögenssteuer abgeschafft wurde und
    Gewinn aus Vermögen nur mit 25 % dagegen Arbeit mit 42 % besteuert wird. Dagegen die Mehrwertsteuer erhöht wurde.
    Das und anderes führt zur Umverteilung von unten nach oben, siehe
    ReichtumsUhr.de
    Das Volksvermögen z.B. Bahn wird demnächst an Vermögende verkauft.
    Na da haben sie es doch. Die Politiker haben etliche Möglichkeiten (wobei das beseitigen der Staatsschulden derzeit nicht oberste Priorität haben sollte) aber irgendwen wirklich mal etwas härter anzupacken (die Jugend mal ausgenommen. denen werden Leistungen in der Schulde gestrichen) wäre ja aufwendig und das will man dann trotz Krise auch wieder nicht.
  9. #128

    Zitat von DF2000 Beitrag anzeigen
    Jetzt wird es wirklich mal spannend!
    Wo bitte ist das Problem, wenn wir aus dem Euro austreten?
    Kleiner Denkanstoß: Wie würde sich wohl der Wert der "neuen" D-Mark einpendeln im Vergleich zu den Währungen der anderen Länder und was würde das für unseren Export bedeuten, für den sich einige hier immer so stolz auf die Schultern klopfen? Und weil wir ja so eine "tolle" Binnennachfrage haben....
  10. #129

    Zitat von londonpaule Beitrag anzeigen
    ... Fleischhauer lobt die SPD, das gabs nun wirklich schon lange nicht mehr....
    Das sagt vielleicht mehr über die sPD als über Fleischhauer aus ;-)

    Man muss sich ja auch nur mal betrachten, aus welche Ecke der jetzige Gasableser Putins gelobt wird. Und da wundern sich doch tatsächlich noch einige, warum die sPD massiv an Wählern und Mitgliedern verloren hat.


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