Forum


 

S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Euros nach Nordrhein-Westfalen tragen

DER SPIEGELAlle schimpfen auf unsere Nachbarn im Südosten Europas, weil sie sich den nötigen Veränderungen verweigern. Aber auch die Deutschen beherrschen den kollektiven Realitätsverlust, wie die Wahl in Nordrhein-Westfalen zeigt.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...833673,00.html
  1. #500

    Zitat von Moshpit Beitrag anzeigen
    Wir haben eine florierende Wirtschaft? ...... Das verstehen sie unter florierender Wirtschaft. Wenn wir damit in einem der reichsten Länder der Erde zufrieden sind dann gute Nacht.
    Was glauben sie wie das nach dem Krieg zerstörte Deutschland zu einem der reichsten Länder der Welt wurde wenn nicht durch eine florierende Wirtschaft?

    Zitat von Moshpit Beitrag anzeigen
    Mit welchem Land wollen sie Deutschland vergleichen damit wir noch gut aussehen?
    Mit fast jedem Land dieser Erde. Aber diese Vergleiche stellen natürlich auch Arbeitgebern wie General Motors an die jetzt die Astraproduktion von Deutschland nach Großbritannien und Polen verlegen.

    Zitat von Moshpit Beitrag anzeigen
    Wie kommt es dann, das der Staat trotz immer weiterer Kürzungen im Sozialsystem immer noch mehr Schulden aufnehmen muß? Kann das vielleicht daran liegen, das Vermögen viel zu gering besteuert werden?
    Die werden zum Glück gar nicht besteuert, denn Vermögen entwickeln sich aus bereits versteuerten Einnahmen.
  2. #501

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Ebenso spannend ist die Geschichtsklitterung bezüglich der bairischen Unternehmen Audi, BMW und Siemens. Die sind so bairisch wie Labskaus
    Das sind natürlich heute alles weltweit operierende Konzerne die nur noch einen kleinen Teil ihres Umsatzes in Deutschland machen. Aber aus gutem Grund haben sie Bayern zu ihrem Sitz gewählt.
  3. #502

    Sie

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Ja, und jetzt schauen Sie mal, wie es heute dasteht. Und warum. Bayern hat auf solide Bildung gesetzt und seine Hausaufgaben gemacht, grosse Industrieunternehmen angesiedelt, den Mittelstand gefördert und darum gekümmert, dass der Strukturwandel stattfindet.

    Das war einfacher als für NRW, denn NRW war (und ist immer noch) in der Schwerindustrie verhaftet und musste rückbauen, während Bayern sich vorwärts entwickelt hat. NRW hat leider viel Geld im Kampf gegen den Strukturwandel verbrannt, während Bayern diesen gezielt antrieb.
    übersehen, daß die Bergbau- und Schwerindustriesubvention keineswegs die alleinige Entscheidung von NRW-SPD-Regierungen war, sondern von allen Bundesregierungen mitgetragen, und sogar vorwiegend bezahlt wurde.
    Der Bayerische Strukturwandel wurde nur ermöglicht durch die Jahrzehntelangen Einnahmen aus dem Länderfinanzausgleich, in den NRW in Summe (bis 2008) 32.319 Mio als Geberland eingezahlt hat, gegenüber 20.985 Mio Zahlungen von BY.

    Heute finanziert eben als Ausgleich BY den Strukturwandel in NRW mit. So what?

    Es hat bis heute keine Bundes-Regierung - welcher Couleur auch immer - geschafft, ohne Neuverschuldung auszukommen, keine der letzten 60 Jahre hat auch nur eine DM/EURO Schulden abgebaut.
    Und selbst in diesem Jahr der "Sparzwänge durch Schuldenkrise" plant die Bundesregierung bei über Erwarten sprudelnden Steuereinnahmen eine Neuverschuldung von 31,5 Mrd, möchte (noch ungeplant1) weitere x-Mrd für Zusatzausgaben( Betreuungsgeld) ausgeben.
  4. #503

    Aber hallo - Logik zählt nicht zu Ihren Stärken, gell...

    Zitat von bodensalex Beitrag anzeigen
    ...Aha. Die armen Regierungen wurden mit vorgehaltener Waffe gezwungen, Kredite aufzunehmen ?!...
    Wohl kaum - Regierungen können sich aber am Markt nur deshalb Kapital leihen, weil Kapitalanleger ureigen eine rege Nachfrage nach Staatsanleihen erzeugen.
    Gäbe es im Kapitalismus genügend privatwirtschaftliche Investionsmöglichkeiten mit hinreichendem Rendite/Risiko Verhältnis, würden kapitalistische Geldverleiher doch prinzipiell planwirtschaftlich agierenden Staaten nicht einen Cent leihen.

    Zitat von bodensalex Beitrag anzeigen
    ...Die Zinslast wäre nicht so hoch, wenn die Wähler nicht seit 30 Jahren immer wieder Parteien wählen würden, deren einzige "Leistung" sich darauf beschränkt, schuldenfinanzierte Geschenke an die eigene Wählerklientel zu verteilen...
    Mit Verlaub - neuemitierte bundesdeutsche Staatsanleihen rentieren gegenwärtig deutlich unterhalb der Inflationsrate.
    Daraus resultiert für Deutschland beim Neuverschulden/Refinanzieren folglich gegenwärtig KEINE "Zinslast", sondern ein realer ZinsGEWINN.
    Das ist auch kein momentaner "Ausrutscher", denn die Umlaufrendite für deutsche Staatspapiere sinkt nunmehr bereits seit mehr als 15 Jahren mit linearem Trend von damalig über 6 % auf gegenwärtig gerade noch 1,15 Prozentchen (also grob 1 % UNTERHALB der Inflationsrate).

    Das Verteilen von "schuldenfinanzierten Geschenken an die eigene Wählerklientel" hat sich bei uns also OFFENSICHTLICH gelohnt. Denn heutig zahlen Gläubiger ja nachweislich aus eigenem Willen Aufbewahrungsgebühr, wenn der prinzipiell planwirtschaftlich agierende Staat sich erbarmt, die Blase der kapitalistisch erzeugten Zinseszinskohle zumindest partiell vor der Wasserspülung des Orkus der Geschichte zu bewahren.

    Sie sollten ihren putzigen ökonomischen Sandkasten mal der leicht überprüfbaren Renditen-Realität anpassen. Sonst glauben Ihre Leser noch, Sie Spitzenökonom litten unter kognitiver Hirnleistungsschwäche...:-)
  5. #504

    guter Grund

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Das sind natürlich heute alles weltweit operierende Konzerne die nur noch einen kleinen Teil ihres Umsatzes in Deutschland machen. Aber aus gutem Grund haben sie Bayern zu ihrem Sitz gewählt.
    Aber welcher "gute grund" ist hier zu nennen? Dieser lag in keinem Fall in der bairischen Politik, vielmehr an der herrschenden Militärregierung nach 45.

    wer Näheres wissen will, der muss sich nur den haushaltsposten für die staatliche Kampfmittelbeseitigung im bairischen und im nordrheinwestfälischen Haushalt genauer ansehen.
  6. #505

    Super Kommentar

    Zitat von wolly21 Beitrag anzeigen
    ...übersehen, daß die Bergbau- und Schwerindustriesubvention keineswegs die alleinige Entscheidung von NRW-SPD-Regierungen war, sondern von allen Bundesregierungen mitgetragen, und sogar vorwiegend bezahlt wurde.
    Der Bayerische Strukturwandel wurde nur ermöglicht durch die Jahrzehntelangen Einnahmen aus dem Länderfinanzausgleich, in den NRW in Summe (bis 2008) 32.319 Mio als Geberland eingezahlt hat, gegenüber 20.985 Mio Zahlungen von BY.

    Heute finanziert eben als Ausgleich BY den Strukturwandel in NRW mit. So what?...
    Habe so den Eindruck, dass hier Einige den Stab über NRW brechen obwohl Sie das Land nicht richtig kennen....
  7. #506

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    2010 veröffentlichten Wissenschaftler um Wilhelm Heitmeyer die Ergebnisse ihrer seit 2002 laufenden Langzeitstudie, mit der sie die Ausmaße, Entwicklungen und Ursachen von Vorurteilen in Deutschland untersuchten. Sie haben eine "deutliche Vereisung des sozialen Klimas", rohe Bürgerlichkeit und einen zunehmenden Klassenkampf von oben beobachtet. Die Feindbilder in einer durchweg wirtschaftlich geprägten Gesellschaft seien Muslime und "wirtschaftlich Nutzlose".

    Sie, Herr Flauschoid, sind ein Paradebeispiel für obige Erkenntnisse!

    In Ihrer Welt scheint es sich so zu verhalten, als ob plötzlich Millionen Menschen beschlossen hätten, sich auf die faule Haut zu legen und von Vater Staat aushalten zu lassen. Dass diese Aussortierten, Überflüssigen, Nutzlosen das Produkt eines gnadenlosen marktradikalen Transformationsprozesses sind, ist Ihrem autoritären Denken fremd. Das Schurigeln durch Ihre Eltern scheint Ihnen nicht gut bekommen zu sein.
    Sorry, aber mit Herrn Heitmeyer kann ich rein gar nichts anfangen. Der Name Heitmeyer steht für politisch korrekte, nicht für seriöse oder gar methodisch herausragende Sozialforschung.

    Das ganze hat absolut nichts mit einer "Vereisung des sozialen Klimas" zu tun, sondern mit der Realität. U die Realität ist:

    1. Die Schule abzubrechen u hinterher keinen Ausbildungsplatz zu finden, ist es nicht Wert die Miete für seine Wohnung u zusätlich noch mehr als 350 EUR Taschengeld gezahlt zu bekommen.

    2. Das Hören v lauter Musik in Bus u Bahn, sowie im Allgemeinen asoziales u primitives Verhalten, ist kein Ausdruck v Maskulinität.

    3. Sekundärtugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit, Disziplin, Selbstkontrolle, Bescheidenheit u Demut, sind kein überflüssiger Scheiß.

    u

    4. Die Sprache des Landes zu sprechen in dem man lebt, u zwar fließend in Wort u Schrift, ist nicht optional, sondern das absolute Minimum.

    Solange man diese simplen Dinge, all den Blöden, Dummen u Asoialen nicht permanent vor Augen führt werden sie sich nicht ändern. Im Sozialstaat passiert aber genau das Gegenteil. Alles was in irgendeiner Weise dumm u unerwünscht ist, wird bei uns auch noch unterstützt: Bildungsverweigerung, Integrationsverweigerung, zigfache Teenagerschwangerschaften, jugendliche Intensivtäter usw usf...

    Dann wird die Last all dieser Blödheit kollektiviert u somit verhindert, daß man aus Schaden klug wird. Das ist in etwa so, wie wenn man einem Hund, jedesmal nachdem er in die Wohnung gepisst hat, ein Leckerli gibt u sich dann Wundert, daß er nicht stubenrein wird. In einem Sozialstaat findet nicht nur keine natürliche Selektion mehr statt, es ist viel schlimmer: Es findet eine Negativ-Selektion statt!

    Sie sehen also, ein Sozialstaat ist allein schon auf Makroebene, vollkommen hirnloser Quatsch. Man hätte so etwas niemals einführen dürfen.
  8. #507

    Absolute Zustimmung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle schimpfen auf unsere Nachbarn im Südosten Europas, weil sie sich den nötigen Veränderungen verweigern. Aber auch die Deutschen beherrschen den kollektiven Realitätsverlust, wie die Wahl in Nordrhein-Westfalen zeigt.
    Der Autor beschreibt die Situation in NRW sehr zutreffend, wenn er auf die Implikationen der Kraft'schen Verschuldungspolitik für künftige Generationen verweist und er zieht daraus die richtigen Schlüsse. Wäre NRW ein EU-Land wie Griechenland (und dessen Verschuldung lässt einen Vergleich mit GR absolut zu), dann hätte sich schon längst die EU-Kommission eingeschaltet und hätte das Land durch die Drohung des Entzugs von Transferleistungen zur Änderung seiner Schuldenpolitik gezwungen. NRW kann diese Politik doch nur ungestraft fortführen, weil es andere Bundesländer gibt, die das Land über den Länderfinanzausgleich stützen. Es ist bedauerlich, dass das Wahlvolk diesem Umstand bei der Stimmabgabe offensichtlich nicht Rechnung getragen hat. Künftige NRW-Regierungen werden es extrem schwer haben, die jetzigen Versäumnisse, die man hätte verhindern können, zu kompensieren, und es ist zu befürchten, dass das Wahlvolk mit denjenigen, die die Folgen der Kraft'schen Verschuldungspolitik auszubaden haben, dann sehr viel gnadenloser verfahren wird als mit der Verursacherin.
    Auf die Bundesebene übertragen, kann einem Angst und Bang vor einer SPD-geführten Regierung werden, die gleichfalls das Land wieder in die Schuldenfalle treiben wird. Entsprechende Äußerungen von Sigmar Gabriel und seinen Genossen in der Vergangenheit lassen keinen anderen Schluss zu.
  9. #508

    Finde es immer witzig wie hier Foristen...

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Ja, und jetzt schauen Sie mal, wie es heute dasteht. Und warum. Bayern hat auf solide Bildung gesetzt und seine Hausaufgaben gemacht, grosse Industrieunternehmen angesiedelt, den Mittelstand gefördert und darum gekümmert, dass der Strukturwandel stattfindet.
    ...Bayern hochloben, als wäre es das Gelbe vom Ei. Zufällig war Bayern früher auch mal ein Nehmerland, was manche zu vergessen scheinen. Und was die Bildung betrifft, wenn Oktoberfest, FC Bayern München und das super "Vorbild" Herr Seehofer für die Bildung vom Freistaat Bayern stehen, dann kann ich ehrlich nur sagen, Gute Nacht Deutschland !

    Und übrigens, wenn man gebildet ist, dann weiß man auch folgendes:"Modesty is a virtue !" Davon seh ich in Bayern gar nichts...Also mal wieder zurück auf den Teppich kommen...
  10. #509

    xxx

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Prüfen Sie doch bitte mal, wie die Entwicklung der Reallöhne und Realrenten einerseits in Deutschland, andererseits im Rest Europas in den letzten 10 bzw. 20 Jahren verlaufen ist. Kann man googeln. Dann wissen Sie, wer profitiert hat und wer nicht. Die Arbeitnehmer und Rentner in Deutschland waren es nicht, und zur Verdoppelung der Strafe dürfen Sie jetzt noch die Kollateralschäden in Europa bezahlen.
    Sehen Sie es so:
    Hohe Löhne - wenig Jobs.
    Tiefe Löhne - viele Jobs.
    Wir sind einen Mittelweg gegangen und es hat dem Land gut getan.
    Unsere Löhne sind im übrigen im europäischen Vergleich hoch.
    Allem Gejammer zum Trotz.
    Im übrigen werden die Löhne zwischen den Tarifparteien ausgehandelt.
    Da brauchen Sie sich nicht einzumischen.
    Akzeptieren Sie einfach mal, dass etwas hier bei uns gut gelaufen ist.








TOP



TOP