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S.P.O.N. - Der Kritiker: Verleiht einen, zwei, viele Preise!

Der Adorno-Preis ausgerechnet für die Israel-Kritikerin Judith Butler? Skandal! Meint jedenfalls das Feuilleton. Dabei werden Preisverleihungen überschätzt. Interessant werden sie erst, wenn jemand dagegen protestiert, weil sie nur dann als Triebfeder des Diskurses funktionieren.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...853261,00.html
  1. #1

    Mmmmh,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Adorno-Preis ausgerechnet für die Israel-Kritikerin Judith Butler? Skandal! Meint jedenfalls das Feuilleton. Dabei werden Preisverleihungen überschätzt. Interessant werden sie erst, wenn jemand dagegen protestiert, weil sie nur dann als Triebfeder des Diskurses funktionieren.

    Georg Diez über die Vergabe des Adorno-Preises an Judith Butle - SPIEGEL ONLINE
    Preise sind schon deshalb wichtig, weil sie (wenn auch auf ziemlich umständliche und selbstgefällige Weise) als Kulturförderung wirken können. Ansonsten fand ich den Artikel eher verwirrend. Aber wenn es stimmt, dass einige Israelis die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen, dann ist das eine gute Nachricht.
  2. #2

    Her mit neuen kontroversen Preisen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Adorno-Preis ausgerechnet für die Israel-Kritikerin Judith Butler? Skandal! Meint jedenfalls das Feuilleton. Dabei werden Preisverleihungen überschätzt. Interessant werden sie erst, wenn jemand dagegen protestiert, weil sie nur dann als Triebfeder des Diskurses funktionieren.

    Georg Diez über die Vergabe des Adorno-Preises an Judith Butle - SPIEGEL ONLINE
    Es ist doch völlig in Ordnung, wenn der Adorno-Preis an die jüdische Israelkritikerin Butler geht. Sie beklagt lediglich die Missachtung legitimer Rechte der Palästinenser durch die Israelis. Wer einfach bedingungslose Solidarität mit israelischer Politik fordert, der tut dem israelischen Volk keinen Gefallen. Mit dieser Einstellung läßt übrigens auch Grass grüssen.

    Herr Diez würde es begrüssen, wenn mehr Preise verliehen werden - möglichst an Personen, deren Auszeichnung Protest und öffentliche Diskussion provoziert. Warum nicht, vorausgesetzt, die Verleihung ist nicht gänzlich unbegründet.

    Vielleicht schwebt Diez in diesem Zusammenhang auch ein Kolumnisten-Preis vor, der eines Tages seine SPON-Beiträge prämiert und adelt. Allerdings sollte dann auch ein Foristen-Preis eingeführt werden, es soll ja gerecht zugehen!
  3. #3

    "ich halte Preisverleihungen an sich für überschätzt."

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Adorno-Preis ausgerechnet für die Israel-Kritikerin Judith Butler? Skandal! Meint jedenfalls das Feuilleton. Dabei werden Preisverleihungen überschätzt. Interessant werden sie erst, wenn jemand dagegen protestiert, weil sie nur dann als Triebfeder des Diskurses funktionieren.

    Georg Diez über die Vergabe des Adorno-Preises an Judith Butle - SPIEGEL ONLINE
    Vielleicht, vielleicht auch nicht aber sie eignen sich prima für Wikipedia, wahrscheinlich auch wenn es um Aufträge geht und nicht zuletzt ist ja meist auch ein Scheck dabei.

    In der DDR haben sie es hingekriegt, dass viele Leute sich auch ohne materielle Zugabe über die Teile freun, unverständlich, zumal die meisten aus angemaltem Alu waren.
  4. #4

    Das war wohl..

    Diese Preisverleihung war wohl gerade richtig und möglicherweise im Sinne Adornos.
  5. #5

    Ich habe jedes Wort von Dietz verstanden,

    aber was ist sein Standpunkt? Dietz ist im Vergleich zur Preisträgerin ein Feigling. Damit ist er bzgl. Israel in guter (Medien)gesellschaft. Diese uns verordnete Öffentlichkeit druckt glühende Bekenntnisse zu einer bedingungslosen Unterstützung Israels, jedoch keine harten Gegenpositionen (ausser es sind Zitate aus dem Iran), die dann im nächsten Satz verteufelt werden.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen

    Wenn sie über ein Israel nachdenkt, in
    dem Palästinenser die gleichen Rechte haben
    wie Juden?
    Das ist schon jetzt so. Abgesehen davon, dass sie nicht eingezogen werden, haben die israelischen Araber alle Bürgerrechte. Und so gut wie keiner will auf seine israelische Staatsangehörigkeit verzichten.
  7. #7

    Sensationell

    Zitat von spiekr Beitrag anzeigen
    Ich habe jedes Wort von Dietz verstanden,...
    Ich auch, aber es waren so viele – und trotz der vielen Worte wird Grass wird nicht einmal mehr erwähnt, der ist durch. Hier also die nächste Kontroverse um Isreal, wieder eine literarisch-philosophisch-politischer Natur, sensationell, das lässt den sinnenden Deutschen aus dem Trott seiner Trauerarbeit aufschrecken, das muss umfassend besprochen und analysiert werden: Frau Butler hat den Adorno-Preis bekommen, doch sie verhält sich nicht jüdisch genug, Mangel an patriotischer Loyalität, dafür gefährlich differenziertes Denken, vielleicht Selbsthass – was soll man davon halten? Keine Ahnung, auch nicht nach dem Lesen der Kolumne. Immerhin ist interessant, was es so alles für Literaturpreise und Literaturpreisträger gibt, beeindruckend. Ja, vielleicht sollte es noch viel mehr Preise dieser Art geben, dann könnte man neben der Literaturwissenschaft noch die Literaturpreiswissenschaft einführen, super geeignet für einen Bachelor-Abschluss.
  8. #8

    Gekonnt!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Adorno-Preis ausgerechnet für die Israel-Kritikerin Judith Butler? Skandal! Meint jedenfalls das Feuilleton. Dabei werden Preisverleihungen überschätzt. Interessant werden sie erst, wenn jemand dagegen protestiert, weil sie nur dann als Triebfeder des Diskurses funktionieren.

    Georg Diez über die Vergabe des Adorno-Preises an Judith Butle - SPIEGEL ONLINE
    Nicht jeder kann derart Kompliziertes verstehen. Greor Diez kann. Und unter denen, die es verstehen, ist noch längst nicht jeder in der Lage, die Dinge so strukturiert zu durchdenken, dass er dabei zu einer griffigen Antwort kommt. Und mit dem Lösungskonzept auf der Zunge oder vor dem geistigen Auge, findet noch längt nicht jeder passende Worte für ein brillantes Essay. Herr Diez schon. Abermals Chapeau! Von einem, der nicht immer Ihrer Ansicht ist.
  9. #9

    optional

    Menschen die behaupten, dass auch das biologische Geschlecht sozial konstruiert sei verdienen in meinen Augen höchstens einen Preis bei einem Talent Wettbewerb in der psychotiker Abteilung eines psychiatritischen Krankenhauses. Aber auch Adorno selbst war ja nicht dafür bekannt sonderlich wissenschaftlich vorzugehen sondern eher ein talentierter Sprach-Jongleur zu sein also vielleicht passt der Preis doch.


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