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S.P.O.N. - Der Kritiker: Irre Spiele

Wer sprintet am schnellsten? Wer springt am weitesten? Nach gängiger Meinung gibt es Olympia, um uns solche Fragen zu beantworten. Vielleicht geht es aber auch darum: Die Spiele sollen uns den Wahn der Welt vorführen. Der großartige Autor Iain Sinclair weiß darüber mehr.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...846704,00.html
  1. #1

    Nun ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer sprintet am schnellsten? Wer springt am weitesten? Nach gängiger Meinung gibt es Olympia, um uns solche Fragen zu beantworten. Vielleicht geht es aber auch darum: Die Spiele sollen uns den Wahn der Welt vorführen. Der großartige Autor Iain Sinclair weiß darüber mehr.

    Georg Diez über Olympia in London - SPIEGEL ONLINE
    ... Sie müssen die Olympischen Spiele nicht mögen, es ist mir auch Schnurtz ob Sie für Sport überhaupt eine Ader haben.
    Iain Sinclair kenne ich nicht und empfinde das auch nicht als Verlust.

    Vielleicht könne Sie mir aber erklären, warum Sie hier die Spiele so madig machen wollen, obwohl doch Millionen von Menschen mit Begeisterung die Wettkämpfe verfolgen.
    Organisatorisch ist das von den Britten bisher eine Top-Leistung, daran ändern auch die wohl typisch deutschen Unkenrufe im Vorfeld nichts.
    Freuen Sie sich mit den Athleten und den Veranstaltern und lassen Sie den vielen Millionen Sportfans ihren Spaß.
    Wenn Sie das alles aber nicht interessiert, schreiben Sie doch einen Artikel z.B. über das Sexualleben der Zitronenfalter.
  2. #2

    Warum habt ihr eigentlich...

    ... keinen gescheiten Sportschreiber unter euren "Kolumnisten"? Dann müsste sich Herr Diez nicht einen so bedauerlich klischeebeladenen Text aus den Rippen schneiden ("Was ist eigentlich ein Problemviertel?") und man könnte vielleicht was Kluges über Olympia lesen. (Further reading für Herrn Diez: "Ghost Milk", Iain Sinclairs letztes Buch - viel aktueller und vor allen Dingen eine dezidierte Abrechnung mit London 2012.)

    Ansonsten würde ich mir wünschen, dass alle "Olympia-Kritiker" bitte aus Gründen der Ausgewogenheit auch mal über die "Blöden-Kommerz-Paralympics" schreiben.
  3. #3

    Eigentlich

    fehlt noch eine Kolumne von Frau Berg zu den Spielen, dann wären die Olympischen Spiele in London komplett, aber wir haben ja erst Freitag.
  4. #4

    Eine gute Veranstaltung für die Welt.

    Zitat: „"Mehr und mehr in Hackney wird verbessert - das heißt, weniger und weniger ist für Fußgänger zugänglich. Der Weg am Kanal entlang ist versperrt, weil dort authentische viktorianische Eisengeländer angebracht werden können. Öffentliches Geld für private Projekte, Hobbyismus läuft Amok."
    Zitat: Es ist eine Beschreibung von Olympia vor Olympia: Amok-Hobbyismus, das ist natürlich die beste Definition für Olympia - und dass Sinclair seiner Zeit voraus war, hat damit zu tun, dass er als Schriftsteller immer auch Seher und Schamane ist.“

    Herr Diez ist auch eine Art Schamane, er redet, bzw. schreibt zunehmend in Rätseln, seine Kolumnen gleichen zuweilen abenteuerlichen Trips in seine Innenwelt – hat sich ihm der Begriff „Amok-Hobbyismus“ im Zustand journalistischer Trance offenbart? Ich rätsele immer noch darüber, wieso damit Olympia am besten definiert wird... vielleicht ist mit Hobbyismus die Professionalisierung des Sports gemeint, irgendwie, na ja, vielleicht auch nicht, doch das Wort „Amok“ will so gar nicht dazu passen – möglicherweise geht es um den Sicherheitsaufwand, möglicherweise geht es um die terroristischen Gewalttaten, von denen die Spiele bedroht sind. Nein, so wird das nichts – „Amok-Hobbyismus“ geht im Zusammenhang mit Olympia gar nicht, meine Oma ist auch nie im Hühnerstall Motorrad gefahren.

    Ohne ein Olympiade-Fan zu sein, frage ich mich, warum die Berichterstattung über dieses globale Sportereignis von manchen Medien grundsätzlich sehr kritisch ausfällt: Man beklagt das Doping, das vermeintlich sinnlose Hecheln nach immer neuen Rekorden, den riesigen Kapitalaufwand, mit alle vier Jahre wieder ganze Stadtteile umgepflügt werden, um Stadíen zu bauen, man beklagt die Gigantomie dieser Welt-Veranstaltung und die blinde Jubel-Mentalität im Hunger nach Medaillen – gut, das kann man tun, diese Einwände haben alle ihre Berechtigung, man könnte Bücher darüber schreiben, aber: Wenn man die Gigantomanie bei den Olympischen Spielen im Verhältnis zu den Gigantomanien in anderen Bereichen betrachtet, dann kommt die Olympiade ganz gut weg, ich denke hier zum Beispiel an den Aufwand für Kriegsgerät oder an den Wahnsinn Mega-Citys zu erschaffen, wie etwa Shanghai oder Dubai. Die Olympiade ist immerhin ein völkerverbindender Groß-Event, der für Gemeinschaftlichkeit und Friedfertigkeit steht, für die Überwindung von Rassenschranken und – kurz gesagt – für das Gefühl, in einer Welt zu leben, ein globales Kollektiv-Erlebnis, das in der Gegenwart in seiner Bedeutung mit keinem anderen vergleichbar erscheint. Bei allen Abstrichen erweist sich die Olympiade als eine gute Veranstaltung für die Welt.
  5. #5

    Zitat von bundeskindergeburtstag Beitrag anzeigen
    ... keinen gescheiten Sportschreiber unter euren "Kolumnisten"? Dann müsste sich Herr Diez nicht einen so bedauerlich klischeebeladenen Text aus den Rippen schneiden
    In der Tat. Als vor kurzem in London die Suburbs brannten und es die Unruhen gab, da klang das alles noch ganz anders. Dies und das und jenes müsse getan werden. Nun wird's getan, da heisst es, man solle die Viertel in Ruhe lassen und überhaupt, es gibt ja gar kein Problem.

    Wie's halt gerade passt. Nein - Moment... wie's sich halt gerade gut verkaufen lässt. Was dem einen der Olympiajubel, ist dem anderen sein Olympiabashing. An das Olympiageschäft dranhängen tun sich aber beide!
  6. #6

    Na ja,um Sport

    geht es für die Sportler auch aber in erster Linie geht es um Geld,viel Geld na und das reicht dann auch schon.
  7. #7

    Zitat von Lemmi42 Beitrag anzeigen
    geht es für die Sportler auch aber in erster Linie geht es um Geld,viel Geld na und das reicht dann auch schon.
    Um "viel Geld" geht es den meisten Sportlern, die bei Olympia teilnehmen sicherlich nicht, denn sonst müssten sie nicht noch einen Beruf nebenbei haben. Die Olympia-Absage von deutschen Tennis-Herren zeigt ja auch, dass andere Turniere finanziell deutlich attraktiver sein dürften.
  8. #8

    Zitat von peter-49 Beitrag anzeigen
    ... Sie müssen die Olympischen Spiele nicht mögen, es ist mir auch Schnurtz ob Sie für Sport überhaupt eine Ader haben.
    Iain Sinclair kenne ich nicht und empfinde das auch nicht als Verlust.
    Vielleicht könne Sie mir aber erklären, warum Sie hier die Spiele so madig machen wollen, obwohl doch Millionen von Menschen mit Begeisterung die Wettkämpfe .....
    Wie kommen Sie dazu jemanden vorzuschreiben zu welchem Thema er eine Meinung äußern darf?

    Im Gegenzug könnte ich Sie fragen was Sie hier suchen? Es geht um Olympiakritisches. Machen Sie doch mit Ihrerer Meinung nicht unsere Meinung kaputt!

    Davon abgesehen, Olympia ist eine Veranstaltung auf die man in dieser Form und dieser Organisation verzichten kann. Fängt schon damit an, dass ich Intransparenz und Heimlichtuereien nicht leiden kann und auch nicht unterstütze. Aus verschärfteren Gründen kommt mir auch kein FIFA oder UEFA ins Haus und finde auch jeden Euro an GEZ daran verschwendet.
  9. #9

    Die Menge macht das Gift

    Ob nun viel Geld oder Ehre...Meinetwegen kann man Fragen, warum tut sich ein Leistungssportler eigentlich sein Leben an? Jeden Tag schwimmen. Bahn rauf, Bahn runter. Ach so, und die wenigsten Schwimmer nehmen übrigens an lukrativen Tennis-Tunieren teil. Oder gibt es hochdotierte Schimmwettbewerbe? Letztlich geht es um den vielleicht Werbevertrag. Vielleicht nicht allen, aber Werbeverträgeablehnen ist sicher keine olympische Disziplin.
    Letztlich zeigt dieser Sommer, dass es einfach ein Zuviel an Sport geben kann. EM und Olympia als Dauersendung bei ARD und ZDF. Mir fällt es zunehmend schwer dem Fiebern der Reporter beizuwohnen. Herr X ist 3 Millisekunden schneller Geirgendwast...Ju hu, mein Tag ist gerettet. Irgendwie bekomme ich den Verdacht, dass Sport letztlich eine Volksverdummungsangelegenheit ist. Jedenfalls ins seiner medialen Form. Alles andere kommt dann...








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