Als Leser steigt man in die Kolumne mit freudiger Erwartung ein. Unter dem Titel "Dogma der Doofheit" verspricht der Anreißer (fett) eine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema "Komplexität der Märkte". Das Thema harrt schon lange einer kritischen Auseinandersetzung !
Tatsächlich kommt der Leitgedanke "Komplexität der Märkte" und das Wort "Markt" noch jeweils zweimal im Text vor. Das war's. Stattdessen verbreitet sich der Schreiber narrativ über alles das, was ihm während des Schreibens so einfällt. Der Text verliert sich im Ungefähren und mutiert im Verlauf zu einer Art Buchbesprechung.
Er hat wohl den Direktor im Vorspiel auf der Bühne in Goethe's, Faust I als Auftrag verstanden:"Bringt ihr ein Stück, so bringt es gleich in Stücken".
Im dritten Absatz des laufenden Textes taucht zum ersten Mal das Wort "Hebel" auf. Dieses Leitwort zieht sich durch neun oder zehn Absätze und verliert sich dann im zwölften Absatz in den Tiefen des Raums.
"Komplexität der Märkte" oder "Doofheit" ?
Was will uns der Schreiber sagen ? Dass er ein Idiot ist ? Dass alle Idioten sind ? "Alle sind Idioten, außer denen, die daran verdienen." Woran verdienen ? An der Doofheit ?
Rund 8000 Zeichen und 1280 Worte lang nichts außer laut gedacht. Ich empfehle drei Dinge:
a) nur schreiben, wenn man etwas zu sagen hat und
b) nachdem man klar im Kopf ist.
c) Texte vor dem Versand, wohin auch immer, lesen.
Auf gutes zukünftiges Gelingen.
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