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S.P.O.N. - Der Kritiker: Die Lüge vom Hü und vom Hott

Der Staat ist böse, sagen die einen. Der Staat ist gut, sagen die anderen. Die simplen Wahrheiten der Wirtschaftswissenschaften prägen den US-Wahlkampf. Wieder einmal. Da hilft wohl nur der Rat eines weisen, alten Philosophen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...851840,00.html
  1. #1

    Leider

    kenne ich dieses Buch noch nicht.Aber ich denke so funktioniert die Politik,die Weltanschauung und auch die Foren der Diskussion.Fuer die meisten.Sind nicht die "Parasiten"diejenigen,die in der Mitte stehen,weil sie alles hinterfragen?Sie blicken zurueck,voraus,beleuchten die Gegenwart Die Mehrheit bezeichnet sie als Verschwoerungstheoretiker.
  2. #2

    Staat oder nicht Staat, das ist hier die Frage

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Staat ist böse, sagen die einen. Der Staat ist gut, sagen die anderen.
    Man darf das nicht so ernst nehmen.
    Wenn Amis zwischen Glück und Elend wählen dürften, würden nicht wenige Elend wählen, aus Parteitreue, aus Trotz, Ideologie, ...
    Eine gesunde Demokratie muss Idioten wegstecken können, und kann sich auf gebildete Bürger verlassen.

    In ferner Zukunft läuft's wohl auf eine Zwischending aus Kapitalismus und Kommunismus hinaus.
    Keine Ahnung wie sowas aussehen könnte.
    Staatsbetriebe im Wettbewerb zur Privatwirtschaft, oder so ähnlich.
    Im feindlichen Wettbewerb der Systeme hat die Menschheit die größten Sprünge gemacht, z.B. bemannte Raumfahrt.
    Diese Leistungsbereitschaft auf beiden Seiten müsste man friedlich zusammenbringen, und wir hätten viele Probleme gelöst.
  3. #3

    Nichts Neues unter Sonne

    Zitat: „Das Problem ist, dass es immer nur diese zwei Wahrheiten sind. Immer nur zwei.“

    Zwei Wahrheiten als Gegenpole in einem postulierten Ökonomie-Dualismus, der womöglich geistigen Fehlleistungen entspricht? Das geht nicht, denn es kann auch in dieser Konstellation der quasi-wissenschaftlich provozierten Gegensätze nur eine Wahrheit geben. Wenn Serres mit dem „Parasiten“ die Figur des Dritten entwickelt, dann will er einen Widerspruch in Widersprüchlichkeit auflösen, als philosophische Kategorie in Form einer existenziellen Konstante. Das ist aber nichts Neues unter Sonne, es stellt nur eine andere Variante dar – wesentliches Element des Dualismus ist ein Antagonismus, der sich in allem wiederfindet, in allen Erscheinungsformen der Existenz. Sofern überhaupt vorhanden, sind die Ausschläge des von Herrn Diez beschriebenen Pendels bei dem unterschiedlichen „Betreiben“ von Staaten dialektisch zu verstehen.
  4. #4

    Echte soziale Marktwirtschaft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Staat ist böse, sagen die einen. Der Staat ist gut, sagen die anderen. Die simplen Wahrheiten der Wirtschaftswissenschaften prägen den US-Wahlkampf. Wieder einmal. Da hilft wohl nur der Rat eines weisen, alten Philosophen.

    Georg Diez über Paul Ryan, Ayn Rand und Hayek im US-Wahlkampf - SPIEGEL ONLINE
    Hinter dem wirtschaftswissenschaftlichen Dualismus zwischen Keynes und Friedman, zwischen staatlich-nachfrageorientierter Ökonomie und freiheitlich-angebotsorientierter, stehn nicht nur zwei unterschiedliche Konzepte, sondern vor allem unterschiedliche Interessen. Exakt das ist der Grund, warum das Pendel immer hin- und herschwingt und gestritten wird.

    Grundsätzlich sind beide Theorien kapitalistisch hinsichtlich der mikroökonomischen Grundlagen wirtschaftlichen Handelns, Eigeninitiative und -verantwortung wird akzeptiert. Die Geister scheiden sich bei der makroökonomischen Rolle des Staates. Bezogen auf die USA wollen Republikaner möglichst wenig Staatsintervention (Staatsaufträge, Steuern, Sozialstaat usw.), während die Demokraten Ökonomie und Gesellschaft mit staatlicher Hilfe stabiliseren und voranbringen wollen.

    Wenn man jedoch das konkrete Handeln republikanischer und demokratischer Präsidenten in den letzten Jahrzehnten betrachtet, fällt auf, dass ein solcher strikter Dualismus nicht existiert. So hat beispielsweise ein Reagan die Rüstungsausgaben enorm erhöht, was natürlich ein staatliches Konjunkturprogramm darstellt. Die heutigen Reps wettern gegen die hohe Verschuldung, obwohl ihr G.W. Bush diese in astronomische Höhen getrieben hat, während der Demokrat Clinton die Staatsverschuldung stark zurückfuhr usw.
    Aber lassen wir die korrupte amerikanische Politik, in der Wenige sich auf Kosten der Allgemeinheit masslos bereichern können (was wir abgeschwächt bekanntlich auch in vielen anderen Ländern haben).

    Wie könnte ein dritter Weg aussehen, also quasi die Synthese? Da muss natürlich sofort echte soziale Marktwirtschaft genannt werden, also das, was es weder in den USA noch im heutigen Deutschland gibt. Unternehmerische Freiheit und Initiative müssen sich mit ökonomisch sinnvoller und sozial gerechter staatlicher Intervention verbinden. Über die konkrete Ausgestaltung im Einzelnen - wie z. B. die Verstaatlichung von Schlüsselunternehmen - muss in einem (direkt-) demokratischen Wettbewerb der Bürger und Parteien entschieden werden. Nur so lassen sich gefährliche soziale Schieflagen verhindern, wie wir sie heute haben. Auswüchse wie der heutige Sozialismus für Banken in Europa - zu Lasten der Bürger und Steuerzahler - haben in einer echten sozialen Marktwirtschaft selbstverständlich keinen Platz!
  5. #5

    da ist sie wieder - die einzige....

    "Wahrheit". So schreibt Ylex (u.a.) : "es kann auch in dieser Konstellation der quasi-wissenschaftlich provozierten Gegensätze nur eine Wahrheit geben."

    Lerne von der Naturwissenschaft: Wahrheit ist ein religiöser, wenn nicht gar ideologischer Teminus. Die reale Welt kennt keine Wahrheit. Sie kennt Annäherungen und Wahrscheinlichkeiten. Gäbe es eine "Wahrheit" wäre das System "Universum" im Eimer.

    Doch keine Sorge: Weder die Geisteswissenschaften noch gar die Wirtschafts"wissenschaften" scheren sich um die wirkliche Welt. Daher: Immer her mit den Wahrheiten! Gerne auch mit 2 bis 5, den den identischen Sachverhalt betreffen. S'ist Wahlkampf - stupid.
  6. #6

    Einspruch

    Zitat von cerberus99 Beitrag anzeigen
    Lerne von der Naturwissenschaft: Wahrheit ist ein religiöser, wenn nicht gar ideologischer Teminus. Die reale Welt kennt keine Wahrheit. Sie kennt Annäherungen und Wahrscheinlichkeiten.
    Einspruch – denn Sie sprechen damit eine Wahrheit aus... wenn es denn eine ist.
    Zitat von cerberus99 Beitrag anzeigen
    Gäbe es eine "Wahrheit" wäre das System "Universum" im Eimer.
    Das Universum ist die Wahrheit – der Mensch weiß bloß nicht, wie sie aussieht. Er wird es innerhalb seiner Lebenszeit auch nie erfahren.
  7. #7

    Parasiten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Der Parasit" heißt eines seiner schönsten Bücher, darin entwickelt Serres die Theorie der Figur des Dritten, der die Ambivalenz, das Paradoxe, das Sowohl-als-Auch verkörpert, eine Figur des Übergangs, eine befremdliche Erscheinung, weil sie die gewohnten Sicherheiten der dualistischen Semantik aufhebt: wahr/falsch, gut/böse, Gott/Mensch, innen/außen. Der Parasit, als Schädling definiert, ist für Serres eine Figur der Hoffnung.
    Diesen Parasit gibt es doch längst, und er heißt Hochfinanz. Ihm ist es völlig egal, ob links oder rechts, kapitalistisch, sozialistisch oder kommunistisch: Hauptsache die Kasse stimmt!

    Warum Parasiten jetzt allerdings für uns die "Figur der Hoffnung" sein sollen, leuchtet mir nicht ganz ein. Frau Merkel symbolisiert diesen Typus Mensch doch ganz perfekt - frei von jeder Überzeugung steuert sie stets entlang des geringsten Widerstandes; ob richtig oder falsch, gut oder böse: Völlig egal, Hauptsache es geht ein Stückchen weiter auf der Straße der Macht. Als Physikerin sollte sie aber eigentlich wissen, dass der Weg des geringsten Widerstands stets der nach unten ist.
  8. #8

    Wenig Interesse an den Zwischenwahlen

    In den USA werden die meisten Präsidenten für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Daher das relativ geringe populäre Interesse beim Wahlvolk. Hier liegt auch der Grund, weshalb sich seitens der jeweiligen Gegenpartei meist nur zweitrangige Bewerber bemühen. Romney verlor bereits vor vier Jahren gegen Obama, hatte also nichts mehr zu verlieren. Aber ein erstmaliger Bewerber würde durch einen jetzigen Verlust seine Chance für 2016 ruinieren.
  9. #9

    eine Wahrheit? eine Realität?

    schöner kommentar von cerberus99! aber warum denken bloss so viele leute, dass es nur eine wahrheit gibt? etwa in der schule nicht aufgepasst? bei der dissertation abgeschrieben, aber nichts verstanden? oder liegts allgemein an unserem bildungssystem? unsere zeit aus der zukunft betrachtet muss aussehen wie das finsterste mittelalter. in diesem zusammenhang sei auch folgender satz zitiert, den ich kürzlich gelesen habe: "nur der wahnsinnige ist sich absolut sicher".


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