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S.P.O.N. - Der Kritiker: Der Dichter, der nicht auf seine Worte achtet

Günter Grass hat das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte: Er hat die Debatte über Israel nicht geöffnet, sondern vergiftet. Was bleibt, ist die ernsthafte Frage nach der Zukunft des Landes. Die Antwort darauf gibt allerdings ein anderer Autor.

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  1. #30

    Eines hat er erreicht...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass hat das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte: Er hat die Debatte über Israel nicht geöffnet, sondern vergiftet. Was bleibt, ist die ernsthafte Frage nach der Zukunft des Landes. Die Antwort darauf gibt allerdings ein anderer Autor.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Der Dichter, der nicht auf seine Worte achtet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Eines hat Grass erreicht, indem er merkwürdigerweise genau zu dem Zeitpunkt seine Bombe platzen ließ, als in Syrien ein Massaker an der Bevölkerung in unvorstellbarem Ausmaß stattfand und noch stattfindet: Dieses Thema findet in den - von ihm als gleichgeschaltet diffamierten Medien - nun dank seiner poetischen Ergüsse nicht statt.

    In mir verstärkt sich der Eindruck, dass Grass - ob absichtlich oder nicht - sich als Einflussagent im Auftrag des Iran als engem Freund des syrischen Regimes betätigt und erfolgreich von den Vorkommnissen in Syrien abgelenkt hat.

    In Illners Talkshow zeichnete sich besonders Franziska Augstein durch eine ausgesprochen feindliche Haltung gegenüber Israel aus. Ihre einzige Äußerung zu Syrien bestand in der Unterstellung, dass der Westen auch dieses Land militärisch angehen wolle.

    Ich hätte gern mal die Kommentare gehört, wenn Israel auch nur annähernd so in Gaza operieren würde, wie Assads Truppen in Homs und anderen Städten.
  2. #31

    recht auf denken?

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Im übrigen, vielleicht hat ja der Iran jedes Recht der Welt, Atomwaffen zu entwickeln? Welches Recht haben denn die USA und Israel für ihre Atomwaffen? Und wieso sollte sich der Iran nicht auch bedroht fühlen?
    und wieso sollte der einbrecher nicht das recht auf grosskalibrige bewaffnung haben? er könnte sich doch vom hausbesitzer bedroht fühlen? oder wenigstens gescheites werkeug? nein?
  3. #32

    ...

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen
    Das von Grass gebrochene Schweigegebot ist ein speziell deutsches Problem: Wer wie die Deutschen eine gewaltige historische Schuld gegenüber Juden auf sich geladen hat, scheint für alle Zeiten jegliche Berechtigung zur Kritik an israelischer Politik verloren zu haben.
    Keineswegs. Kritik sollte allerdings berechtigt und inhaltlich fundiert sein. Wer, wie Grass und viele seiner Mitbürger, offensichtlich nicht weiß, wovon er spricht, sollte sich lieber zurückhalten.
  4. #33

    Hobbypsychologen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass hat das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte: Er hat die Debatte über Israel nicht geöffnet, sondern vergiftet. Was bleibt, ist die ernsthafte Frage nach der Zukunft des Landes. Die Antwort darauf gibt allerdings ein anderer Autor.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Der Dichter, der nicht auf seine Worte achtet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Vergiftet wurde die Debatte durch die hysterischen Reaktionen eines Broders, Friedmann, Reich-Ranitzkis und eben auch von Ihnen, Herr Diez.

    Da heißt es immer, Kritik an Israel sei doch erlaubt, und wenn es dann passiert, dann ist der Teufel los. Denn ausgerechnet diese Kritik und dann auch noch von Grass oder von dem oder dem, das dann nicht. Es ist doch eigentlich nur abstrakt gemeint, mit der erlaubten Kritik, wenn sie dann real stattfindet, dann möchte man sich nicht ausgerechnet von einem Deutschen kritisieren lassen, das dann gerade nicht.

    Ich möchte, dass Israel in Frieden und Sicherheit leben kann, aber ich möchte das auch für die Palästinenser. Die Israelis müssen aus ihrer Wagenburg heraus und die „Angst vor dem Frieden“ (Moshe Zimmermann) überwinden.

    An Diez, Broder & Co. gerichtet: Obige Zeilen haben mir wieder Erleichterung verschafft, der Holocaust, die sechs Millionen getöteter Juden lasten schon nicht mehr gar so zentnerschwer auf meiner Seele - Ihr Hobbypsychologen, haltet Ihr uns Deutsche für so unmündig, dass wir nicht zwischen unserer Verantwortung für Israel und zwischen dem brutalen Besatzungsregime und dem Landraub durch die Siedler unterscheiden können?
  5. #34

    Wer will wem vernichten

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Arendt-Art, der "Stürmer" des Antizionismus.

    Zionismus ist der Traum des jüdischen Volkes von einem eigenen Staat. Diesen Traum, und seine heutige Realisierung im Staate Israel, gibt es nur deswegen, weil sowohl Christen als auch Muslime über Jahrtausende nicht dazu fähig waren, den Juden eine halbwegs würdige, gleichberechtigte und sichere Existenz in ihren Staaten zu ermöglichen.

    Der Antizionismus verwehrt dem jüdischen Volk als einzigem Volk der ganzen Welt einen eigenen Staat. Das ist nichts anderes als eine, vor dem Hintergrund des vorher Gesagten, "Sonderbehandlung" für Juden. Antizionismus ist nicht zwangsläufig deckungsgleich mit Antisemitismus, enthält aber immer auch Elemente desselben.



    "Empfindlichkeit", soso. Wenn man Sie in den letzten sechzig Jahren etliche Male überfallen und ständig terrorisiert hätte, mit dem erklärten Ziel, Sie zu vernichten, würde niemand auf der Welt Ihre berechtigten Sorgen als "Empfindlichkeit" verniedlichen -- und wenn es dennoch jemand täte, würden Sie sich das zurecht verbitten.
    Ovadja Josef sollten Sie mal lesen
  6. #35

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass hat das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte: Er hat die Debatte über Israel nicht geöffnet, sondern vergiftet. Was bleibt, ist die ernsthafte Frage nach der Zukunft des Landes. Die Antwort darauf gibt allerdings ein anderer Autor.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Der Dichter, der nicht auf seine Worte achtet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    grass hat recht. die berichterstattung und meinungsmache, sowie die persönlichen angriffe auf ihn bestätigen ihn nur. das die bild ständig von dem "irren" gedicht redet sagt eigentlich schon alles. es geht nicht um grass, es geht um israel und den iran sowie die erst zu nehmende gefahr einen weltkrieges!

    ein "präventiv"angriff ist unter keinen umständen hinnehmbar.
  7. #36

    deja vu?

    Zitat von Cotti Beitrag anzeigen
    Wenn die Masse selbst denkt und das immer öfter entgegen der Politiker- und Pressemeinungen steht - dann ist die Meinung der Menschen "Mainstream", während die anderen geistige Geisterfahrer sind.
    und hinterher hesst es dann (wieder) 'wir haben von nichts gewusst'. schade nur, dass sie das vorher nicht im geringsten gestört hat.
  8. #37

    Sehr geehrter Herr Diez,

    es ist, wenn man Ihren Artikel liest, und außerdem Ihren Artikel im gedruckten SPIEGEL, Heft 15, S. 117, nicht zu verkennen, dass es Ihnen nicht darum geht, ein gutes Haar an Günter Grass zu lassen. Bei Licht betrachtet enthält Grass’ Gedicht freilich nichts, was nicht auch andere sagen, schreiben oder befürchten, auch viele Israelis. Warum also klopfen Sie (und andere) das Gedicht auf Erkennungszeichen ab, die es ermöglichen, Grass am Zeuge flicken?

    Im gedruckten SPIEGEL, a.a.O., schreiben Sie:

    „Wow. Es ist das gleiche Muster wie bei Martin Walser und seiner "Moralkeule" Auschwitz, und es ist doch immer wieder atemberaubend zu sehen, mit welcher Dreistigkeit es die Männer der heute über 80-Jährigen schaffen, Ursache und Wirkung zu verdrehen und mit ein paar Sätzen ihre eigene Wirklichkeit zu konstruieren. Wir sind die Opfer, wir dürfen nicht sagen, was wir denken, behaupten sie und schieben damit die Schuld den eigentlichen Opfern zu. Es ist das ewig dämliche Spiel dieser Flakhelfergeneration.“

    Dazu erlaube ich mir die Bemerkung, dass Grass mit der "Blechtrommel" ein immerhin mit dem Nobelpreis ausgezeichnetes Sittenbild darüber hinterlassen wird, wie der Einzelne im Nationalsozialismus seinen Teil dazu beitrug, der NSDAP und also auch den Antisemiten und Mördern der Juden zur Macht zu verhelfen.

    Keine Kleinigkeit, damals wie heute und in Zukunft, wie ich finde.

    Als ich Ihre beiden Artikel las, musste ich an ein vieldiskutiertes Interview denken, welches Manfred Bissinger im Jahr 2006 zusammen mit Döpfner und Grass im SPIEGEL führte:

    DER SPIEGEL*25/2006 - Wir Deutschen sind unberechenbar

    Grass meinte damals

    „Die Hypotheken, die wir nach dem Krieg mittlerweile in die dritte Generation hineintragen - das Stichwort Holocaust ist genannt -, müssen bewusst in die nächsten Generationen getragen werden.“

    Das ist doch wohl Beweis genug dafür, dass es ihm jedenfalls nicht entfernt darum geht, Ursache und Wirkung zu verdrehen, wie Sie meinen. Es mag ja sein, dass Ihnen sein erhobener Zeigefinger nicht passt, oder sein altmodisch gewordener Stil, schließlich sind sie über 40 Jahre jünger als er. Vielleicht hat man Sie auch in der Schule mit seinen Werken geplagt. Aber es ist schlicht infam, ihn so boshaft zu charakterisieren, wie Sie es in Ihren beiden genannten Artikeln taten. Denn das hat er nicht verdient.

    Mit freundlichen Grüßen
    Conny2
  9. #38

    Sie vergessen die Opfer des Zionismus

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Arendt-Art, der "Stürmer" des Antizionismus.

    Zionismus ist der Traum des jüdischen Volkes von einem eigenen Staat. Diesen Traum, und seine heutige Realisierung im Staate Israel, gibt es nur deswegen, weil sowohl Christen als auch Muslime über Jahrtausende nicht dazu fähig waren, den Juden eine halbwegs würdige, gleichberechtigte und sichere Existenz in ihren Staaten zu ermöglichen.

    Der Antizionismus verwehrt dem jüdischen Volk als einzigem Volk der ganzen Welt einen eigenen Staat. Das ist nichts anderes als eine, vor dem Hintergrund des vorher Gesagten, "Sonderbehandlung" für Juden. Antizionismus ist nicht zwangsläufig deckungsgleich mit Antisemitismus, enthält aber immer auch Elemente desselben.



    "Empfindlichkeit", soso. Wenn man Sie in den letzten sechzig Jahren etliche Male überfallen und ständig terrorisiert hätte, mit dem erklärten Ziel, Sie zu vernichten, würde niemand auf der Welt Ihre berechtigten Sorgen als "Empfindlichkeit" verniedlichen -- und wenn es dennoch jemand täte, würden Sie sich das zurecht verbitten.
    Der Rest der Welt hat keinerlei Verantwortung, den Juden ein Stück Land bereitzustellen, schon gar nicht gegen den Widerstand der dort lebenden Bevölkerung. Die meisten Volksgruppen (auch größere als die Juden) haben keinen eigenen Staat. Den Zionisten war schon vor der ersten Einwanderungswelle klar, dass sie die dortigen Einwohner vertreiben müssen.
    Trotzdem riefen sie einen Staat aus mit dem Risiko, für sich und ihre Nachkommen ein weiters tausendjähriges Problem zu kreieren.
    Der Zionismus hat sich in einen Alptraum verwandelt, was den Rest der Welt im angesichts von Atomwaffen zunehmend beunruhigt. Israel ist in der jetzigen zionistischen Ausrichtung nicht zu halten ohne ausländische Unterstützung - und die bröckelt.
    Ihre Vermischung von Antisemitismus und Antizionismus kennzeichnet den aktuellen weiteren Versuch einer Deutungshoheit.
  10. #39

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass hat das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte: Er hat die Debatte über Israel nicht geöffnet, sondern vergiftet. Was bleibt, ist die ernsthafte Frage nach der Zukunft des Landes. Die Antwort darauf gibt allerdings ein anderer Autor.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Der Dichter, der nicht auf seine Worte achtet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    außerdem. auch wenn ich gegen krieg, waffen und gewalt bin: als souveräner staat hat der iran das recht, uran für zivile zwecke anzureichen. ebenso hat er das recht eine bombe zu bauen wenn er möchte. wie bei so vielen kriegen ist es wieder ein informationskrieg der vorher ausgetragen wird. wer den ganzen mist noch glaubt, der uns täglich aufgetischt wird ist einfach nur naiv.


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