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S.P.O.N. - Der Kritiker: Der Dichter, der nicht auf seine Worte achtet

Günter Grass hat das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte: Er hat die Debatte über Israel nicht geöffnet, sondern vergiftet. Was bleibt, ist die ernsthafte Frage nach der Zukunft des Landes. Die Antwort darauf gibt allerdings ein anderer Autor.

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  1. #100

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass hat das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte: Er hat die Debatte über Israel nicht geöffnet, sondern vergiftet. Was bleibt, ist die ernsthafte Frage nach der Zukunft des Landes. Die Antwort darauf gibt allerdings ein anderer Autor.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Der Dichter, der nicht auf seine Worte achtet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

    Der Autor hat Recht. Die Deutschen sind zwar eine Grand Nation was Organisation und Industrie angeht, aber im geistigen Bereich ist das deutsche Volk dämlich nationalistisch. Selten trifft man einen Deutschen der sich für Kultur und Probleme anderer Völker interessiert. Man gefällt sich in der Rolle des Exportweltmeisters. Andererseits sollten alle anderen Völker der Welt morgen verschwinden, würde ein Deutscher das kaum registrieren. Und am wenigsten brauchen die Deutschen die Juden. Sie haben in Deutschland und halb Europa einen judenfreien Raum geschaffen. Und einen starken Israel brauchen sie auch am wenigsten. Würden die Deutschen damals bei der Frage über die Gründung des Staates Israel eine gewichtige Rolle spielen können, würde es Israel nie geben.
  2. #101

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Sein Anliegen ist die Profilierung seiner selbst. Wie glaubwürdig ist eine Person, die ihre Mitgliedschaft in der Waffen-SS erst jahrzehntelang verheimlicht und sie dann ganz plötzlich wieder entdeckt und zur Verkaufsförderung ihres neuesten Machwerks gebraucht? Die für sich selbst das naive Ungestüm der Jugend beansprucht, die sie jahrzehntelang für andere nicht gelten ließ?



    Dass Israel -- je nach Zählweise -- vier- bis achtmal überfallen worden ist und alle Kriege, die Israel geführt hat, Verteidigungskriege waren, muss Sie natürlich nicht interessieren. So ungeschickt sprechen Sie Israel (und dem jüdischen Volk, das dort lebt) das Recht zur Selbstverteidigung ab. Ihre Motive sind durchsichtig.
    Wie glaubwürdig ist eine Person, die ihre Mitgliedschaft in der Waffen-SS erst jahrzehntelang verheimlicht und sie dann ganz plötzlich wieder entdeckt und zur Verkaufsförderung ihres neuesten Machwerks gebraucht? Die für sich selbst das naive Ungestüm der Jugend beansprucht, die sie jahrzehntelang für andere nicht gelten ließ?

    Meine Antwort:

    Wie glauwürdig sind die Aussagen eines Schreibers, der das Umfeld eines geschriebenen Textes als Kriterium für den Wahrheitsgehalt des Inhaltes betrachtet?
    Ich denke, hier hat der Mut jemanden verlassen, den Text sachlich zu durchleuten, weil sonst offenkundig würde,
    DAS DIE AUSSAGEN DES TEXTES RICHTIG WAREN:

    SEIEN SIE DOCH MAL MUTIG!
  3. #102

    So läuft die jüdische Geschichtsinterpretation

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Aus jüdischer Sicht handelt es sich bei der "dort lebenden Bevölkerung" um die Nachfahren der arabischen Besatzer, die das Land um 630ff. mit Gewalt überfallen und seither besetzt haben, aber das betrifft nur einen verhältnismäßig kleinen Teil der palästinensischen Araber. Die meisten arabischen Familien sind erst nach Palästina gekommen, nachdem gut (aus)gebildete jüdische Einwanderer die damaligen Wüsten und Sümpfe urbar gemacht und damit für einen Aufschwung in der Region gesorgt hatten. All das kann man natürlich nur wissen, wenn man sich wenigstens einmal halbwegs seriös mit der Geschichte der Region beschäftigt hat. Mit Verlaub: diesen Eindruck machen Sie nicht gerade.



    Schon Jahrzehnte und Jahrhunderte zuvor hat es immer wider Pogrome und Massaker an den Juden im Nahen Osten gegeben -- das hat mit der Einwanderung nichts zu tun. Dass die Muslime den Juden niemals eine würdige, sichere und gleichberechtigte Existenz in ihrer Heimat möglich machen konnten und wollten, ist ja gerade einer der Gründe dafür, dass das jüdische Volk einen eigenen Staat gründen wollte -- um sich vor den Übergriffen, Verfolgungen und Massakern schützen zu können.

    Insofern stelle ich fest, dass Sie offensichtlich a) die Tatsachen verdrehen, wie es Ihnen gerade in den Kram passt, welcher b) immer genau diejenige von allen möglichen Interpretationen ist, die Israel und das jüdische Volk möglichst schlecht, böse und rechtlos darstellt. Man trifft Sie dann auch in so ziemlich jedem Israel-Thread, wo Sie Ihr hasserfülltes Gedankengut immer und immer wieder heraus posaunen -- ganz im Sinne eines Herrn, nach dem man eine Lüge nur oft genug wiederholen muss, bis die Leute sie für die Wahrheit halten. Zum Glück finden sich immer wider mutige und aufrechte Menschen, die Sie nicht damit durchkommen lassen.
    Für jede jüdische Aktion gibt es eine Rechtfertigung -meistens in Hinblick auf die bösen anderen. Da wird mit Vertreibung von Juden schon aus Ägypten, die Vertreibung der Palestinenser gerechtfertigt. Wenn das keiner mehr hören kann, kommt man mit dem staus quo, dass nun mal Israel existiert und mit Gewalt verteidigt werden muss.
    Ich sage vorraus, dass in kürze keinen mehr interessiert, wer geschichtlich im Recht ist. Man will nur noch den Kriegsherd beendingen wie Apartheids-Südafrika, die DDR, Nordkorea usw.
  4. #103

    Zitat von Cotti Beitrag anzeigen
    Ich muss gestehen, das machen die wirklich fast schon perfekt. Die denken einfach an alles, und drehen den Leuten die Worte im Mund um. Noch nicht einmal auf kritische Stimmen in Israel selbst darf man mehr hinweisen, (...)
    Man darf, aber -- das scheint Ihnen nicht zu gefallen, warum nur? -- die Auswahl und die Aussagen dieser Stimmen dürfen eben auch kritisiert werden. Zumal es bei den Stimmen, die dann so gerne genannt werden, nur um eine winzige Handvoll von Leuten geht, die in Israel völlig zurecht keinerlei Beachtung finden und sich dadurch auszeichnen, genau das zu sagen, was die Israelhasser, -kritiker, Antizionisten und -semiten gerne hören wollen. Damit verdienen diese Leute ihr Geld oder heischen mediale Aufmerksamkeit.

    Der durchschaubare Trick basiert nur auf dem dummnaiven Trugschluss, dass Israelis oder Juden doch keine Antisemiten sein könnten. Henryk M. Broder nennt so jemanden einen "Alibijuden", der eine ähnliche Funktion hat wie das beliebte "ich kann nichts gegen Ausländer haben, weil einige meiner Freunde Ausländer sind". Ersetzen Sie "Ausländer" doch einfach mal durch "Juden". Es geht dabei nicht um die Erkenntnis einer wie auch immer gearteten objektiven Wahrheit, sondern lediglich um Ihre eigene Rechtfertigung. Sie lassen andere sagen, was auszusprechen Sie sich selbst nicht wagen, weil Ihre Ansichten und Motive dann allzu offensichtlich zutage träten.

    Es gibt eine ganze Reihe von seriösen Stimmen, die man zitieren könnte. Warum zitieren Sie denn nicht zum Beispiel Daniel Schueftan? So wegen der Ausgewogenheit und so. Und der Mann hat wenigstens den Vorteil, dass er sich mit dem Thema aus sicherheitspolitischer, wissenschaftlicher und geostrategischer Perspektive beschäftigt und im Schwarzen unter seinem kleinen Fingernagel mehr Sachverstand zum Thema hat als all die Finkelsteins, Avnerys, Chomskys, Zimmer- und Zuckermanns zusammen.

    Aber wenn Sie wollen, dann gehen Sie ruhig weiterhin den Scharlatanen auf den Leim. Nur wundern Sie sich nicht, wenn diese -- und Sie -- dafür kritisiert werden. Sie wollen Andersdenkenden doch nicht etwa den Mund verbieten, oder?
  5. #104

    Interessen

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Sein Anliegen ist die Profilierung seiner selbst. Wie glaubwürdig ist eine Person, die ihre Mitgliedschaft in der Waffen-SS erst jahrzehntelang verheimlicht und sie dann ganz plötzlich wieder entdeckt und zur Verkaufsförderung ihres neuesten Machwerks gebraucht? ...
    GG kann man selbstverständlich Selbstbezogenheit vorwerfen und daß er mit seiner Kritik überzogen hat.
    Auf der anderen Seite bin ich persönlich entsetzt, wie allzu leichtfertig 'Antisemit' geschrien wird und vor allem, wie die deutsche Verantwortung den jüdischen Menschen weltweit gegenüber in eine erwartete Kritiklosigkeit gegenüber Israel umgemünzt wird.
    Mir wäre es lieber, wenn wir mittlerweile als Freund wahrgenommen würden und nicht nur als an unserere Schuld Gekoppelte. Das können wir (und sollten wir) auch bleiben, aber als Freund wäre man schon in der Lage sich die Meinung zu sagen.
    Wer ist denn wirklich gegen ein Existenzrecht Israels? Wer verurteilt nicht die Bedrohung durch seine Nachbarn? Aber muß man deshalb die Politik Israels selbst gutheißen?
    Ich jedenfalls bin es leid, sämtliche Probleme immer nur auf die arabischen Nachbarn zu schieben. Wir haben es 2012 und nicht mehr 1948 oder 1967. die Welt hat sich verändert.

    Und noch etwas: Eine gefühlsbetonte Betrachtung des NO liegt mir nicht. Hier geht es um handfeste Interessen.
    Nicht nur Israel fühlt sich (zurecht) bedroht, auch der Iran ist nicht grade von Freunden umgeben, zumal er das Beispiel des Irak vor Augen hat, wo auch eine gefühlte Bedrohung ausreichte mit einem Krieg letztendlich elementare US-wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.
    Vielleicht gibt Israel einfach mal dem Iran eine Nichtangriffsgarantie?
    Die erfolgreichste Wirtschaftssparte in Israel sind Hightech und Waffentechnik. Auch die wollen verdienen, aber das nur nebenbei.
  6. #105

    Zitat von kogno Beitrag anzeigen
    Meint Herr Diez, es gäbe eine ehrliche, rückhaltlose, tiefgehende und informierte Diskussion ohne Grass Gedicht?
    Welche "Diskussion" gibt es denn, die es ohne GraSS' perfides "Gedicht" nicht gegeben hätte? Kein Land der Welt wird so oft und so intensiv kritisiert wie Israel, nicht zuletzt übrigens in Israel selbst. Aber Grass' vermeintlicher Tabubruch ist Wasser auf die Mühlen der Israelhasser, -"kritiker", Antizionisten und -semiten, und daher hat Georg Diez vollkommen Recht: Grass vergiftet eine Debatte, die ohnehin schon mit Giftpfeilen gespickt war.

    Zitat von kogno Beitrag anzeigen
    Die israelischen Nuklearwaffen sind kein Spielzeug.
    Es gibt nicht einmal einen Beweis für deren Existenz. Das Zweitbeste nach dem Besitz einer Atomwaffe ist ein Feind, der an sie glaubt.

    Zitat von kogno Beitrag anzeigen
    Und Israels nukleare Einsatzdoktrin sieht sehr wohl einen Erstschlag vor,
    Ganz sicher nicht -- sonst wäre dieser nämlich längst erfolgt.

    Zitat von kogno Beitrag anzeigen
    die Vernichtungsdrohung durch den iranischen Präsidenten ist eine westliche verfälschende „Übersetzung“,
    Diese Übersetzung stammt aber gar nicht vom "Westen", sondern von den iranischen Staatsmedien INSI, IRIB und der englischsprachigen Homepage des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmachenjihad. Möchten Sie etwa behaupten, deren Macher beherrschten ihre eigene Muttersprache nicht?

    Zitat von kogno Beitrag anzeigen
    Von Leuten, die im Hinblick auf Israel so durcheinander sind, kann man doch keine ernstzunehmende Reflektion über dieses Land erwarten.
    Richtig -- aber auf eine ganz andere Weise, als Sie sich gedacht haben.
  7. #106

    Zitat von ewspapst Beitrag anzeigen
    Aber haben Sie Grass' Pamphlet nicht gelesen?
    Doch. Leider sogar mehrmals. Und jedes Mal ist mir ein kleines bisschen schlechter geworden.

    Zitat von ewspapst Beitrag anzeigen
    Nein, mir ist nur Ihr Pamphlet vor die Brille gekommen und das sagt mir, dass Ihre Kriegserfahrungen gegen Null gehen.
    Das würde ich sehr begrüßen, aber leider ist das nicht der Fall. Wenn es so wäre, könnte ich sicherlich besser schlafen.

    Zitat von ewspapst Beitrag anzeigen
    Bei einem Angriff Israels gegen den Iran wird sich der Iran doch nicht christlich verhalten und die andere Wange auch noch hinhalten. Er wird sich wehren und das fordert natürlich eine Reaktion von Israel und seinem engsten Verbündeten USA heraus.
    Das könnte Iran ganz leicht verhindern, indem er sich an seine Verträge hält, mit der IAEO kooperiert und so den Beweis erbringt, dass seine Nuklearaktivitäten von friedlicher Natur sind. Es ist alleine Iran, welcher seine geschlossenen Verträge verletzt, seine hochheiligen Versprechen bricht und die Eskalation gezielt und bewusst provoziert. Niemand sonst.
  8. #107

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Nein. Von einem Atomschlag gegen Iran war nie und ist auch keine Rede...
    Natürlich war und ist von einem Atomschlag die Rede, denn getroffen werden sollen Atomanlagen. Dass es sich dabei um Atombombenproduktionsanlagen handelt, ist dabei nichts, als bloße Behauptung.
  9. #108

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Man darf, aber -- das scheint Ihnen nicht zu gefallen, warum nur? -- die Auswahl und die Aussagen dieser Stimmen dürfen eben auch kritisiert werden...
    Das Problem ist doch, dass Zimmermann selbst eigentlich Grass kritisieren wollte - dafür aber auf die Kriegslüsternheit der National-Zionisten verwies. Nach dessen Logik müsste es offenbar so sein: 'Wer einen Kriegstreiber kritisiert, erreicht das Gegenteil - also sollte man ihn lieber anstacheln.' Ich persönlich kann daran eher nicht glauben. Nordkorea wird von aller Welt für einen einfachen Raketenstart kritisiert - aber Israel sollte man nicht kritisieren dürfen, wenn sie offen von einem Schlag gegen die vorgeblichen Atombombenfabriken im Iran sprechen?
  10. #109

    Zitat von smelmoth Beitrag anzeigen
    "Das deutschsprachige Internet ist nicht links, es ist nicht progressiv, es ist nicht revolutionär - es ist dagegen. Das Netz hat sich zu einer dauerstampfenden Empörungsmaschine entwickelt, Neinsagen ist sexy, Neinschreien noch sexier. Positiv scheinendes Engagement muss unter Ironieverdacht gestellt werden,
    Das Internet ist inzwischen vor allem eins: Eine riesige Verdummungsmaschine.
    Das liegt daran, dass man Bildung nicht downloaden kann.


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