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S.P.O.N. - Der Kritiker: Bereit, die Welt zu umarmen

Marc Fischer war ein Journalist, ein Reisender, ein Suchender, ein Romantiker. Vor etwa einem Jahr ist er gestorben, doch mit dem Reportagen-Band "Die Sache mit dem Ich" lebt er wieder auf - als einer, der einem gute Laune machen kann, selbst wenn man Rückenschmerzen hat.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...821609,00.html
  1. #1

    Interessanter Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Marc Fischer war ein Journalist, ein Reisender, ein Suchender, ein Romantiker. Vor etwa einem Jahr ist er gestorben, doch mit dem Reportagen-Band "Die Sache mit dem Ich" lebt er wieder auf - als einer, der einem gute Laune machen kann, selbst wenn man Rückenschmerzen hat.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Bereit, die Welt zu umarmen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Es ist natürlich für alle nur erfreulich, wenn Herr Diez auch mal gute Laune hat. Da ich zwar etliche Fischer kenne, diesen jedoch nicht, kann ich nichts darüber aussagen, ob er generell gegen Rückenschmerzen hilft. Aber die Sache mit dem Ich klingt auf jeden Fall interessant!
  2. #2

    Guter Tipp

    Zitat: „...nach den neunziger Jahren, in denen ein paar Mutige angetreten sind, um den Journalismus zu verändern, ihn auf das Niveau der USA von 1960 zu bringen oder von Weimar 1920 - aber irgendetwas fehlte, irgendetwas ging schief, jedenfalls waren die Mächte der Beharrung so stark, jedenfalls war die Provokation, die keine war, so groß: Und so muss man es eben immer noch erklären, die Sache mit dem Ich, bei der es nicht darum ging, grundlos Narzissmus oder Subjektivität zu feiern, sondern mit diesen Mitteln und auch einer Portion Fun und Verzweiflung den Panzer dieser Welt zu knacken, die zusammengehalten wird, mühsam, mit dem Diktat der Objektivität und der Angst davor, dass irgendjemand diesen Spuk mal entlarvt.“

    Muss ein faszinierender Mensch gewesen sein, dieser mir bislang leider unbekannte Herr Fischer, ein guter Tipp und auch noch erschwinglich, seine Bücher.

    Das Zitat von Herrn Diez ist entlarvend, wenn er das „Diktat der Objektivität“ mehr oder weniger als Spuk bezeichnet – die Presse unterliegt in Wirklichkeit dem Diktat einer scheinobjektivierten Subjektivität, die man auch als konsensuale Meinungsbildung durch den Mainstream bezeichnen könnte. Immerhin wird eine Sehnsucht fühlbar, dem korsettierten Weltbild zu entkommen, zumindest innerlich. Watergate war Ende der sechziger Jahre der Höhepunkt nicht nur eines investigativen, sondern eines quasi-revolutionären Journalismus. Im Jahr 1920 putschten die Rechten, die Stimmung war aufgewühlt, die Weimarer Republik begann schon in ihre letztlich finale Krise zu taumeln. Man hat heute wieder den Eindruck, dass sich wieder etwas Ungeheuerliches anbahnt, dass etwas passieren muss, dass ein gesellschaftlicher Aufbruch bevorsteht. Überall Krisen, sogar große existenzielle Krisen... doch die Berichterstattung und die Einschätzungen wirken merkwürdig lustlos, irgendwie saturiert. Keine Krise reißt die Journalisten noch vom Hocker, Krise ist der Normalzustand, ein ganz gemütlicher, solange er nicht zu einer unmittelbaren Gefährdung wird.

    Marc Fischer hat als „schreibender Star“ auf lukrative Festanstellungen verzichtet zugunsten eines Lebens als Journalist in einer Freiheit des unverstellten Blickes, der dann allerdings auch die Brutalitäten direkt wahrnimmt – kein Grund für voreilige Spekulationen, doch das muss ein psychisch aufreibendes Leben gewesen sein. Ich glaube, es gibt nur sehr wenige Journalisten, die sich der Welt so kompromisslos stellen wollen. Denn wer begibt sich schon gern mitten in das Chaos vor unseren Augen? Wahrscheinlich nur jemand, der sich im Chaos wohlfühlt.
  3. #3

    Atemlose Kolumne umschwebt die Welt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Marc Fischer war ein Journalist, ein Reisender, ein Suchender, ein Romantiker. Vor etwa einem Jahr ist er gestorben, doch mit dem Reportagen-Band "Die Sache mit dem Ich" lebt er wieder auf - als einer, der einem gute Laune machen kann, selbst wenn man Rückenschmerzen hat.

    S.P.O.N. - Der Kritiker: Bereit, die Welt zu umarmen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Hallo Herr Diez,
    liest Ihre Texte eigentlich jemand gegen, so auf Stil und auf Ausdruck und Duktus und so, ich meine am ehesten, echt, den Duktus und so, weil dann werden Ihre Texte vielleicht noch besser, ich mein' das, noch besser, nicht daß es dann heißt, im Eimer ein Loch, oder das lenkt dann ab von dem, was Sie sagen, schreiben, bewegen wollen, vom wesentlichen und des Pudels Kern - das woll'n wir doch nicht, oder, nicht daß wir den Blick auf den Fischer verlieren, wie soll'n wir ihm denn dann noch ins Netz geh'n ...
  4. #4

    Ihr Beitrag

    Zitat von Milmo Beitrag anzeigen
    Hallo Herr Diez,
    liest Ihre Texte eigentlich jemand gegen, so auf Stil und auf Ausdruck und Duktus und so, ich meine am ehesten, echt, den Duktus und so, weil dann werden Ihre Texte vielleicht noch besser, ich mein' das, noch besser, nicht daß es dann heißt, im Eimer ein Loch, oder das lenkt dann ab von dem, was Sie sagen, schreiben, bewegen wollen, vom wesentlichen und des Pudels Kern - das woll'n wir doch nicht, oder, nicht daß wir den Blick auf den Fischer verlieren, wie soll'n wir ihm denn dann noch ins Netz geh'n ...
    hat mir heute den Tag versüßt. Den Text nach Ihrem Posting noch mal gelesen und dabei viel Spaß gehabt. Danke.








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