S.P.O.N.: Der fatale Euro-Domino-Effekt

Das Schuldendesaster in Europa greift auf immer mehr Länder über. Und die Politik reagiert hilfloser denn je.*Das Hauptproblem der Krisenbekämpfer: Sie lernen nicht*aus den Fehlern anderer Länder - und noch nicht einmal aus ihren eigenen.*

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,798118,00.html
  1. #180

    Also nochmal!

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Ich bin es müde, ständig die für jeden offensichtlichen ökonomischen Vorteie des Euro herunterzuleiern, suchen Sie selbst.

    Vernünftiges Wirtscahften kann auf bedien Seiten ansetzen, zuerst einmal keine weiteren sozialen Wohltaten mehr. Die Herdprämie ist überflüssig.

    Steuererhöhungen für Einkommen ab 100.000 auf 50%, ab 500.000 auf 60% und an 1 Mio auf 75%

    Einführung Vermögenssteuer, deutlich höhere Erbschaftssteuer
    ab einer gewissen Grenze

    Es gibt viele Möglichkeiten, die Ausgaben den Einnahmen anzupassen ohne Not und Elend auszulösen
    Wieder konkrete Fragestellung:
    - ökonomische Vortei(l)e des TEURO?
    Wenn Sie immer noch müde sind, nennen
    Sie uns wenigstens die Quellen zur
    Selbstsuche!
    - Ihre Steuersatzvorschläge sind im Ansatz
    gut, setzen jedoch vom Einkommen her gesehen
    zu niedrig an. Warum wollen Sie jemandem,
    der 100.000,00 TEURO im Jahr verdient,
    die Hälfte wegnehmen? Diese Grenze würde
    ich höher ansetzen.

    Vermögensteuer, Erbschaftsteuer ist in
    Ordnung.

    Zu Ihrer letzten Ausführung:
    dann nennen Sie doch nur mal eine Möglichkeit,
    konkrät, was gätt.
    Der Vorredner, der Sie hier zitiert hat,
    hat Recht, und es deckt sich mit meinen
    Beobachtungen Ihrer Beiträge hier:
    eigentlich labern Sie nur dumm rum.
    Sind Sie Versicherungsvertreter?
  2. #181

    Die anderen Staaten

    Zitat von t.o`malley Beitrag anzeigen
    Die Probleme haben diejenigen, welche über ihre Verhältnisse lebten.
    Die anderen Staaten konnten nur über ihren Verhältnissen leben, weil zuallervorderst wir und China, aber gemessen ander Wirtschafts- und Bevölkerungsgröße Deutschland weltweit an erster Stelle weit unter seinen Verhältnissen gelebt hat. Denn die chronischen Export-Überschüsse sind die chronischen Defizite der anderen. Addition und Subtraktion werden Sie ja wohl nicht außer Kraft setzen wollen?

    Zitat von t.o`malley Beitrag anzeigen
    Wenn ich als Unternehmer meine Abende und Wochenenden dazu nutze, mein Einkommen und meinen Wohlstand zu steigern, so geschieht dies einzig durch Nutzung meiner Ressourcen, keineswegs jedoch zu Lasten anderer.
    Das ist genau der Denkfehler, den Sie hier machen. Der Handwerksmeister oder kleine Selbständige, der am Wochenende und an den Abenden arbeitet zählt ja selbst mit zu den unteren 95%. Aber auch falls Sie irgendwelche größere Unternehmer gemeint haben, machen Sie schon im Ansatz einen Denkfehler. Denn dieser verwendet keineswegs von ihm selbst erwirtschaftete Ressourcen, um seinen Wohlstand zu vergrößern, sondern seine Mitarbeiter finanzieren ihm mit ihrer Arbeitskraft und ihrem KnowHow diese Ressourcen. Aber er beteiligt seine Mitarbeiter in vielen Fällen nicht genug an dem, was diese erwirtschaften. Er nimmt sich einen größeren Anteil, als ihm zusteht. Kein Chef, und sei er noch so fähig, könnte ohne die Arbeitskraft seiner Mitarbeiter erfolgreich sein. Den eigenen Erfolg verdankt der Unternehmer seinen Mitarbeitern und nicht umgekehrt.

    Zitat von t.o`malley Beitrag anzeigen
    Au ja, jetzt packen Sie gleich sicher noch die Schauermärchen von Spartakus aus, wie? :-)
    Schauen Sie mal in die Geschichtsbücher. Da werden Sie in jedem Land alle 20 bis 50 Jahre eine soziale Revolution finden, die das Land von vorne bis hinten umgekrempelt hat und das seit Jahrtausenden. In Deutschland müssen Sie nichtmal so weit zurückschauen. 20 Jahre reichen schon. Und Sie sehen, wie es in einem Land zugehen kann, indem sich mehr und mehr Menschen sowohl finanziell als auch gesellschaftlich und politisch benachteiligt fühlen. Dabei ist es völlig egal, in welchem politischen oder wirtschaftlichen System die Menschen sich benachteiligt fühlen. Das Ergebnis war am Ende immer dasselbe.
    Aber so wie Sie waren auch andere Verteidiger korrupter und innerlich verfaulter Systeme in früheren Zeiten unfähig, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und glaubten, die Bevölkerungen würden sich mit den Ungerechtigkeiten abfinden und sich das für immer gefallen lassen.
    Es dauert immer viele Jahre, in denen sich solche Unzufriedenheitsstimmungen in der Bevölkerung aufbauen und aufstauen. In Deutschland erleben wir das seit gut 10 Jahren, mal mehr mal weniger stark, je nachdem wie die aktuelle wirtschaftliche Lage gerade ist, aber tendenziell nimmt die Unzufriedenheit immer mehr zu, bis irgendwann mal ein auslösendes Ereignis kommt, an dem der Topf überkocht. Wann das natürlich sein wird, kann Ihnen keiner sagen. Das kann nächstes Jahr sein (falls der Euro und damit das Weltfinanzsystem zusammenbricht) oder in 3 oder 4 Jahren sein. Tatsache ist aber, dass das derzeitige Finanzsystem aufgrund seiner Struktur ein Verfallsdatum hat, das bald erreicht sein dürfte ... wann genau, kann natürlich auch keiner vorhersagen. Aber, wie Sie, davon auszugehen, danach würde alles haargenauso weitergehen wie jetzt, ist ziemlich blauäugig.

    MfG
  3. #182

    Alte Hüte

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass die Umverteilung von unten nach oben, die statistisch nachweisbar und unbestritten ist, darauf zurückgeführt werden kann, dass die "oben" immer häufiger am Wochenende fleißig arbeiten und die "unten" alles faule Säcke sind?
    Es erschließt sich nicht, worauf Sie hinauswollen.
    Ich spreche da hingegen aus täglicher Praxis: wenn meine Mitarbeiter schon längst daheim sind oder (tief in der Nacht) schlafen, sitze ich im Betrieb, erledige Chefsachen (besonders heikle Aufträge), tüftle an neuen Verfahren, baue z.B. einen Prototypen usw.
    Den daraus enstandenen Mehrwert schöpfte ich allein aus meinen eigenen Ressourcen, das geht niemanden etwas an.
    Nun kommt der durchschnittliche Kommunist daher, sieht den entstandenen Betrag X auf dem Konto, welcher seine Begierde weckt.
    Mit dem hohl-lakonischen Satz "Da können wir doch abschöpfen!" sucht er sich dann das liebe Geld einzusacken.
    In der hiesigen "Diskussion" wird nämlich gern unterschlagen, wie unendlich viele Menschen ihr Geld sauber und hart erarbeiten. Unternehmer, Selbständige, auch viele Manager.
    Die alle unbedacht in eine Kiste zu sperren mit irgendwelchen Finanzhaien und Super-Milliardären, zeigt genau auf, daß es hier einmal mehr nur um Neid auf die erfolgreichen Mitmenschen geht.


    Wir erleben international ein rasantes Anwachsen privaten Reichtums und wachsende Verschuldung der Staaten.
    Die Staaten mögen sich insofern disziplinieren, daß sie nur soviel ausgeben, wie sie einnehmen. Verschwendung und Großmannssucht müssen beendet werden. So einfach geht das.

    Die Lösung ist eigentlich klar: man muss Vermögen einsammeln, und damit die Schulden abtragen.
    Überdenken Sie das erneut und Sie werden feststellen, daß es Unsinn ist. Die Erfahrung lehrt äußerst präzise, daß gerade Staaten in keinster Weise mit Geld umgehen können - in den Ministerien sitzen zuhauf Leute, die in der freien Wirtschaft nichts werden konnten. Wenn man denen noch mehr Geld gibt, verschwenden sie schlicht noch mehr.
    Der Sumpf der Vergeudung muss endlich trockengelegt werden. Sparsame Haushaltsdisziplin ist das Gebot der Stunde, keineswegs jedoch die Enteignung der Bürger.
    Der Staat hat sich auf ein Minimum zu beschränken und seinen Bürgern die größtmögliche Freiheit zu gewähren. Ansonsten: hallo DDR 2.0

    Allerdings ist das eine Frage der politischen Machtverhältnisse...
    Ich halte es nicht für denkbar, daß die Ihnen offensichtlich vorschwebende knallrote Regierung in Deutschland nochmals kommen wird - diese Spezies wurde erst 1989 in einer Revolution angesägt.
    Weiter würde ein Rückfall in sozialistisch-kommunistische Strukturen umgehend eine Flucht der Vermögenden, Leistungsträger und Unternehmer auslösen.
    Wen wollen Sie dann noch enteignen, an wessen Eigentum wollen Sie sich dann noch laben und gesundstossen?
    Alles noch gar nicht so lange her, erinnern Sie sich? ;-)
  4. #183

    Interessanter Test

    Zitat von Robert Rostock Beitrag anzeigen
    Hmm, was könnte wohl das ;-) in meinem Beitrag bedeuten...
    Grübel, grübel...

    Ich bitte aber diesen Beitrag insofern zu entschuldigen, als dass er eher ein Test war, ob ich heute überhaupt einen Beitrag am Zensor vorbeikriege. Ich sehe also, wenn der Beitrag nur hinreichend schwachsinnig ist und nichts zum Thema beitzrägt, wird er veröffentlicht.
    Wenn man das so sieht, war der Beitrag sehr hilfreich. beruhigt mich, dass es nicht nur mir so geht
  5. #184

    Nein, nein, nein, NEIN!

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Was man in letzterem Artikel auch lesen kann, ist, das Italien vor dem Euro mit der hoeheren Inflationsrate durchaus klarkam, weswegen ich das auch nicht kritisieren will. Aber als sie in den Euro rein sind, haetten sie stattdessen jedes Jahr den Lebensstandard senken oder die Steuern erhoehen muessen, was nicht geschehen ist. Und meiner Meinung nach auch nicht der Sinn des Euros sein kann.
    Also, ich habe zufällig in den Jahren um die Euro-Einführung ungefähr zur Hälfte jeweils in Deutschland und in Spanien gelebt (und zwar nicht als Expat). Daher ziehe ich dieses Land als Beispiel heran und extrapoliere auf Italien.

    Spanien hatte vor dem Euro einen Lebensstandard deutlich unter dem Deutschlands. Geld war zwar da, aber sehr ungleich verteilt. Insbesondere der "normale Mann" hatte ein geringes Einkommen bei geringen Ausgaben (niedrige Grundstückspreise und schlechte Bausubstanz sorgten für geringe Wohnkosten, außerdem hatte man niedrige Preise für lokal produzierte Lebensmittel). Die Lebensqualität war trotzdem gut -- nicht nach dem derzeit vorherrschenden, konsumistischen Weltbild, aber nach der damaligen spanischen Lebensphilosophie. Man arbeitete das Nötigste für die monatliche Zahlung an die Bank (Primat des Wohneigentums statt Miete, war dafür oft auf 50 Jahre verschuldet), der Rest des Einkommens wurde verzehrt (im wahrsten Sinne des Wortes).

    Schulden wurden nur für Immobilien gemacht. Konsumgüter wie TV, Mobiltelefon oder teure Autos waren in normalen Kreisen irrelevant. Freizeit fand im Park, am Strand und in der Familie statt -- allesamt günstige Aktivitäten.

    Dann kam der Euro. Durch ihn sanken die (Kredit-)Zinsen plötzlich auf ein für Spanier VOLLKOMMEN ungekannt niedriges Niveau. Um es kurz zu machen: erst die niedrigen Zinsen ermöglichten den Konsumwahn in Spanien, bei dem ALLE mitmachten -- der kleine Mann, die lokale Politik, die Wirtschaft. Der (materielle) Lebensstandard in Spanien explodierte in wenigen Jahren. Ganz Spanien lebte auf Pump, der Wohlstand ist nie erwirtschaftet worden.

    Und jetzt wundern die sich, dass sie ihre Zinsen nicht bedienen können?

    j
  6. #185

    Krise des Verstehens

    "Selbst eine Rendite von sieben Prozent kann das Risiko eines italienischen Zahlungsausfalls nicht ausgleichen. Italiens Schulden betragen 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, das Wachstum liegt bei null, und das Land stürzt gerade in eine tiefe Rezession. Es ist eine Frage mathematischer Unausweichlichkeit, dass Italien seine Schulden nicht bedienen kann, wenn die Zinsen nicht sinken."
    Münchau bestätigt mit dieser Beschreibung, dass es mit ihr schwierig ist und er die Schwierigkeit hat, den Weg eines falschen Verstehens zu vermeiden. Denn: Münchau wollte sicher nicht irreführen.
    Es ist ja aber auch vertrakt, überzeugt zu sein, dass einerseits "Rendite von sieben Prozent" das "Risiko" "nicht ausgleichen", auch wenn ein "Risiko" nicht ausgeglichen werden kann. Und andererseits mathematisch unausweichlich sei, dass Schulden bedient werden könnten, wenn die Zinsen sänken, auch wenn das Wachstum bei Null liege, aber wenigstens das "Risiko" ausgeglichen werde.
    Krise des Verstehens ist Folge des herrschenden Verständnisses. Auch Münchau sollte den Weg nicht meiden, sich davon zu befreien
  7. #186

    Unabhängigkeit sollte Europa etwas wert sein

    Zitat von altmannn Beitrag anzeigen
    machen wir doch genau das Gleiche. Was ersparen wir uns da eigentlich als EU Mitglied?
    Die EU kostet uns jährlich ca. 9 Mrd Euro, ich finde das ist ein geringer Preis dafür, daß wir als vereintes Europa auch in Zukunft unabhängi beliebn können. Ich mag Amerika aber möchte nicht unbedingt die dortigen Verhältnisse
  8. #187

    Pauschal-Kritik ohne Lösungsvorschlag

    Toller Kommentar von Herrn Münchau! Eine Rundum-Schelte an alle Politiker, aber kein einziger konstruktiver Lösungsvorschlag! Nicht mal ansatzweise! Wieder ein paar Minuten meiner Lesezeit verschenkt.
  9. #188

    Kurssicherungen

    Zitat von Schleswig Beitrag anzeigen
    Natürlich konnten Firmen in ECU fakturiert. Sogar Reisechecks gab es in ECU.


    Keine Ahnung woher sie ihre Zahl haben. Aber die Bundesregierung spricht in ihrer Euro Laudatio nur von 10 Mrd. Sie können dann davon ausgehen das es viel weniger sind.
    Ich habe noch die Zahl von 3-5 Mrd DM im Gedächtnis, vor der Einführung des Euros.
    http://www.bundesregierung.de/Conten...ahre-euro.html



    Das ist mir zu simpel.
    Es mag Reisechecks gegeben haben, Unternehmen haben aber in realer Währung faktuiert.

    Die Sumem von 30 Mrd errechent sich einfach durch ein Exportvolumen von 1 Bio, einem Import von 800 Mrd und durchschnittlichen Kurssicherungen von 1-3 %. In diesem Rahmen könen Sie sich eien Wert aussuchen
  10. #189

    Zwei Seiten der Selben Münze

    Zitat von Hari Seldon Beitrag anzeigen
    ich finde die Idee zwar verlockend, aber geht das überhaupt?
    Das wäre die Notenpresse ohne jeglichen Deckmantel, Schulden weginflationieren für alle gleich.
    Direkte Zuwendungen verstehe ich als Staatsanleihen zu 0% kaufen. Nehmt und esst.
    Prinzipiell tolle Idee, aber irgendwo ist da ein Haken.
    Der Hacken ist trivial - sie inflationieren das "Geld" immer mit weg - verwässern es also!
    Schulden und Geld lassen sich nicht "wirklich trennen" sie sind nur die zwei Seiten der selben Münze sozusagen!
    Geld ist kein Objekt, sondern ein "Schuldverpflichtung auf alle mitbenutzer der selben Währung" - und ohne diese "Schuldverpflichtung" nimmt keiner Geld an.
    Deshalb führen alle Aktionen die sie auf "Geld" oder auf "Schulden" ausführen immer gleichzeitig auf der anderen Seite der Münze statt.
    Die einzige Möglichkeit im Geldsystem "Schulden" loszuwerden ist sie - so wie es jetzt mit den Schulden von GR und den anderen Staaten passiert das "Geld und Die Schulden wieder zusammen in die gleiche Bilanz zu stecken" und dann einen Strich durchmachen - also eine Bilanzverkürzuung vornehmen - heißt in Fakt aber das die Menschen ihre putzigen Konten räumen!

    Das verläuft ein wenig anders bei Golddeckungen - aber die haben wir nunmal nicht - sondern eine Schuldgelddeckung - es bleibt also nichts "Übrig" wenn man das eine oder das andere manipuliert ...
    Das Schulden weginflationen ging nur solange wie man keine "direkten Schuldner hatte" sondern drauf gehofft hat das die Menschen mit dem klitzerkarm Gold zufrieden sind. Aber inzwischen führen eben Banken die "Werte in den Handelsbüchern" und da geht das nicht mehr!