Da verliert eine Turniermannschaft in einem Europameisterschaftsspiel in der Vorrunde gegen eine andere Mannschaft knapp mit einem Tor Unterschied, hat dadurch ein Weiterkommen in die nächste Runde nur knapp verfehlt und schon wird eine Stigmatisierung des Ereignisses mit dem Begriff "Schande" belegt. Bei minimal ausgeprägter Objektivität stellt sich die Frage, für wen dieses Resultat eine "Schande" darstellt, für die Spieler, für den Trainer, für das Land oder gar für die Zuschauer, die ihre akustischen Fähigkeiten zur Mannschaftsunterstützung nicht ausreichend eingesetzt haben?
Da geht ein runder Ball durch Kontakt mit dem Fuß oder einem sonst zur Spielanwendung erlaubten Körperteil eines gegnerischen Spielers ins eigene Tor und schon bricht eine landesweite Depression über dieses Großereignis aus. Das Tor als Hort der Schande, die Spieler als Versagerteam, hätten sie doch den "Sieg" durch Beinarbeit herbeiführen können, der Trainer, der den falschen Spieler zur falschen Zeit ins Spiel brachte, das Land, das in sportlicher Hinsicht abgebaut hat oder die Fans, deren flankierende Begeisterung nicht ausreichend war und die nun im Kollektiv Trauer praktizieren. Wenn je die Relationen verschiedener Ereignisse zueinander in totales Ungleichgewicht gebracht wurden, dann ist es hiermit exemplarisch geschehen.
Antworten / Zitieren


