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Russland-Experte Rahr: "Deutschlands Ostpolitik hat die Balance verloren"
DPA"Die Amerikaner haben den Deutschen das Hirn amputiert": Ein umstrittenes Interview des Russland-Experten Alexander Rahr befeuert den Streit um Berlins Kurs gegenüber Moskau. Rahr fühlt sich missverstanden, fordert aber eine deutlich stärkere Partnerschaft mit Präsident Putin.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-889270.html
- #1 18.03.2013 16:11 von
Was soll man sagen... der Mann hat Recht. Deutschland hat noch immer nicht den Mut, wieder eigene Interessen zu vertreten. Lieber spielt man den Erfüllungsgehilfen der USA, statt mit Russland ein Gespräch unter Gleichberechtigten zu führen.
Nicht, dass ich ein übermäßiger Fan des aktuellen russischen Kurses bin, aber wieso sollten die Russen auch auf uns hören, wenn wir sie immer noch wie Untergebene oder gar Feinde behandeln? Führende US-Politiker haben Russland wiederholt als die größte strategische Bedrohung der USA bezeichnet. Ist es ein Wunder wenn die Russen da Werte ablehnen, die ihnen diese Leute versuchen einzuhämmern?
Deutschlands, ja Europas Zukunft liegt im Osten. Nicht am Festhalten an der transatlantischen Hundeleine.
Ich weiß, wir sind es gewohnt, Andere den Kurs vorgeben zu lassen. Unser wohlbekanntes WW2-Trauma. Wenn Jemand anders die Entscheidungen trifft, kann man uns keine Schuld geben, nur weil wir mitziehen. Sicher. Aber irgendwo müssen wir auch mal wieder Eigenverantwortung gewinnen. Und erkennen, dass es absolut legitim ist, eigene Interessen zu haben und zu verfolgen. Die letzten Jahrzehnte lang hat unsere Wirtschafts- und inzwischen auch Währungspolitik die Rolle übernommen, die früher mal unsere Außenpolitik innehatte. Aber irgendwann wir es auch mal wieder Zeit, uns ein bisschen mehr wie eine Wirtschaftsmacht mit 82 Millionen Einwohnern zu benehmen und nicht wie eine Horde trockener Alkoholiker, die beim ersten Tropfen wieder auf ihr Jahrtausendtief zurückfallen. - #2 18.03.2013 16:19 von
Irrtum
Herrn Rahr sind seine Kontakte mit Putin wichtiger als eine objektive Darstellung der Lage in Russland. Es ist bekannt, dass in Moskau Putin die Wahl verloren hat. Warum? Die gebildete Schicht hat von seine Diktatur, Korruption, Vetternwirtschaft, kleben an sein Stuhl und illusorische Großmacht Ansprüche mehr als genug. Er sollte schon längst gehen
- #3 18.03.2013 16:19 von
Den Ansichten von Herrn Bahr
pflichte ich vorbehaltlos bei. Es scheint mir dringend notwendig, dass sich die bundesdeutsche Politik nicht mehr oder minder ständig im US-Fahrwasser bewegt. "Westliche Werte" das sind hehre Worte, ebenso wie die Demokratie des Westens keineswegs die optimalste Form des Zusammenlebens innerhalb von Staaten darstellen dürfte. Es gab Zeiten, da hatten wir durchaus ein gutes Verhältnis Rußland. An einem solchen zu arbeiten, sollte eine hohe Prioriät in der bundesdeutschen Politik geniessen.
- #4 18.03.2013 16:20 von
Herr Rahr ist anscheinend ein kluger Mann. Leider wird die deutsche Außenpolitik nicht von intelligenten Menschen gemacht, sondern moralisierenden Dummschwätzern.
Es wäre durchaus sinnvoll sich vom amerikanischen Einfluss zu emanzipieren und deutsche Interessen in eine sinnvolle Außenpolitik umzuwandeln.
Ebenfalls gilt es die allgemeine deutsche Heuchelei hinsichtlich von Werten und Moral endlich abzulegen und realistische Politik zu betreiben. Werte und Moral können immer noch die konkrete Durchführung von Transaktionen oder Politikentscheidungen beeinflussen, sollten aber nicht Grundvoraussetzung für die Verfolgung nationaler politischer Interessen sein. - #5 18.03.2013 16:23 von
- #6 18.03.2013 16:23 von
Mit Russland verbindet uns mehr, als mit Saudi-Arabien
deshalb wollen wir in Russland eher demokratische Entwicklungen unterstützen. Deutschland kann ein sowjetisches Russland, das lange genug auch die DDR gegängelt hat, nicht ertragen. Wenn Putin dieses sowjetische, also eher diktatorische, Russland will, auch wenn er glaubt, es ginge nicht anders, findet er in Deutschland keine Freunde, allenfalls Geschäftspartner, um Rohstoffe zu erschließen.
- #7 18.03.2013 16:24 von
- #8 18.03.2013 16:25 von
Moskau ist jedoch nicht Russland. Und die Interessen der Bevölkerung Moskaus zählen auch nicht mehr als die der russischen Landbevölkerung.
Sollte eine Wahlmanipulation vorgelegen haben, ändert dies jedoch nichts daran, dass ein Großteil der russischen Bevölkerung Putins Kurs stützt.
Weiterhin sollte auch nicht die Person eines Landes unsere Außenpolitik bestimmen, sondern die Interessen die Deutschland hat. Jede andere Orientierungsgröße ist einer realistischen und erfolgreichen Außenpolitik nicht dienlich. - #9 18.03.2013 16:26 von
Was für ein Zyniker
Die Welt krankt gerade daran, dass geopolitische oder geostrategische Interessen für wichtiger gehalten werden als Werte wie Demokratie und Menschenrechte.
Mir sind moralische Werte jedenfalls wichtiger.
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