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Rufmord, Klüngel, Chaos: Enttäuschte Piraten packen aus
DDPZerreiben sich die Piraten in Machtkämpfen und Personaldebatten? Mehrere Mitglieder äußern sich tief enttäuscht: Von Rufmord und Mobbing spricht der geschasste Pressesprecher, eine Ex-Beisitzerin prangert die Hinterzimmerkultur des Vorstands an. Das Klima in der Partei wird rauer.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...836836,00.html
- #70 05.06.2012 07:30 von
Klüngel in der Piratenpartei
Das kommt dabei heraus, wenn die isharegossip-Generation eine Partei gründet. Statt wie groß angekündigt eine offene Diskussionskultur zu etablieren, kommt nun Stück für Stück der wahre Charakter dieser Polit-Clowns ans Licht. Ist ja auch so einfach, sich hinter dem Laptop zu verstecken, als dem Gegenüber in den eigenen Reihen in die Augen zu schauen und ihm seine Meinung zu sagen. Diskussions- oder Streitkultur? Fehlanzeige. Immer schön hintenrum agieren. Und wenn man seinen Kopf nicht durchsetzen kann, wird’s eben eklig. Hat man ja auf diversen Internet-Plattformen so gelernt. Und damit es hinterher keiner gewesen ist, kann man sich schön hinter der „Schwarmintelligenz“ verstecken. Mann, seid ihr eklig.
- #71 05.06.2012 07:33 von
- #72 05.06.2012 07:36 von
Im Prinzip haben Sie recht. Man muss gar keine dunklen Kräfte am Werk sehen, um das jetzige Chaos bei den Piraten zu erklären. Was jetzt passiert ist total menschlich. Eine Gruppe von Menschen kann solange
gut und friedlich zusammenleben, wie es kein Geld, Macht oder Einfluss zu verteilen gibt. Wenn sich das ändert fangen die Verteilungskämpfe an.
Dann schafft die Gruppe es entweder sich verbindliche Regeln zu gaben und diese auch durchzusetzen oder sie geht durch interne Streitigkeiten unter. Das wurde in der Weltgeschichte schon so oft exerziert, dass auch die Piraten da keine Ausnahme bilden.
Persönlich wundert nur die Geschwindigkeit mit der diese Selbstzerfleischung bei den Piraten umsich greift. Ich denke dass die modernen Medien wie ein Brandbeschleuniger für solche Prozesse wirken. Früher hatten die Leute noch Zeit über das was sie sagen wollten nachzudenken, heute kann es jeder sofort in die Welt posaunen und alle können es mitbekommen. Das muss auf Dauer zu Problemen führen. - #73 05.06.2012 07:37 von
That´s the game...
Im Artikel steht das Wort Professionalisierung, was soll man darunter verstehen?
Spinner, Idealisten, Träumer gehören gefälligst weggemobbt, was wir brauchen sind knallharte Netzwerker, Menschen die sich dafür bezahlen lassen, die Masse zu belügen, zu betrügen und womöglich möglichst lange vorzuführen.
Der Ausleseprozess ist nun auch bei den Piraten in vollem Gang - natürlich lamentieren die rausgemobbten nur weil sie enttäuscht sind.
Was da nachkommt ist ja vieeeeel intelligenter, hat sich ja schon laaaaaange Gedanken über neue Modelle in der Politik gemacht und wird vor allem eines sein - professionell!
Leute - ihr habt die Wahl - nur - Idealisten sollen in den Wald gehen, oder an der Basis brav den Soldaten mimmen, nur ja niemals irgendwo hin kommen, wo man Dinge tatsächlich bewegen könnte - dass muss mit allen Mitteln verhindert werden.
Idealisten sind immer Sand im Getriebe - im Getriebe einer wirklich gruseligen Maschine. - #74 05.06.2012 07:38 von
Es freut mich zutiefst,
dass sich die Partei nun demontiert. Die Piraten sind die sechste Partei voller Linker nach SPD, SED Reloaded, Dagenpartei, CDU und CSU. Die braucht kein Mensch. Die Piraten sind die erste Parte, die sich zerlegt,i bevor sie überhaupt an die Macht gekommen ist. Das ist so etwas wie eine frühzeitige Ejakulation auf politischer Ebene. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Piraten.
Jetzt wachen so viele Gutmenschen auf, die unendlich viel Arbeit in einen Chaotenklub investiert haben, in dem sich nun eine kleine Belriner Bande innerparteilich an die Macht twittert. Diesen Quereinsteigern aus meist sozial prekären Lebensumständen geht es einzig darum, ein möglichst gut abgesichertes Pöstchen im Plenum zu ergattern. Da kann man schön rumquatschen und nach kürzester Zeit eine richtig dicke Altersversorgung absahnen.
Und was mach der Durchschnittspirat, der schaut zu und applaudiert auch noch. Währenddessen kommen die "Beschenkten" vor Lachen nicht mehr in den Schlaf.
Was in diesem Land aber fehlt, das ist eine echte Partei mit konservativen Grundtonus. Dazu brauchen wir eine liberale Sichtweise auf viele Dinge. Jetzt sind wir von Politikern umgebne, die die Leitungsträger in diesem Europa versklaven wollen für all jene, die keinen Bock haben sich dem Wettbewerb zu stellen. Egal ob Nahles, Steinbrück, die Dagegenschlümpfe oder Merkel mit nichtssagendem Anhang, alle haben die Leistungsträger aufs Korn genommen. Während die einen im sonnigen Süden das entspannte Leben genießen, sollen die anderen richtig ran genommen werden mit noch höheren Steuern und noch höheren Abgaben. Da wird rausgepresst was das Dummvolk hergibt.
Aber eines ist sicher. Derzeit ist ja scheinbar noch alles im Lot. Noch wird jede Kritik dagegen niedergeschrien. Das wird so aber nicht bleiben. Es gibt einige in diesem Land und in anderen Ländern Europas, die das anders sehen. Es wird die Zeit kommen, in denen man diesen Leuten zuhört. Die Triebkraft dahinter wird der Mittelstand sein. Das ist die Schicht, die die Linken nicht als ihre Klientel betrachten. Das sind aber die, die dafür sorgen, dass ein Internetnaschluss funktioniert, dass Licht aus der Decke und Wasser aus der Wand kommt. Auch sind das die, die dafür sorgen, dass jemand einen Arzt im Krankenhaus sieht. Und so weiter und so weiter. - #75 05.06.2012 07:41 von
Sie basteln schon an einer Dolchstoßlegende.
- #76 05.06.2012 07:42 von
Gestaltungserfahrung
Gestalten kann man nur, wenn man das entsprechende Rüstzeug (Erfahrung, Ausbildung, professioneller Hintergrund) dafür mitbringt. Die Piraten sind die Partei des "jungen Prekariats". Die Partei der jung Gescheiterten. Die haben sich die Politik als Beschäftigungsort ausgesucht. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Jede politische Bewegung der vergangenen 100 Jahre hatte Köpfe in Verbindung mit deren Ideen, die sie zogen. Den Piraten fehlen diese Köpfe und deren Ideen. Das ist insoweit sehr schade, weil das politische "Establishment" gerade jetzt frische Ideen braucht. Die Piraten liefern diese nicht.
- #77 05.06.2012 07:47 von
Konsistenz
Oh ja - nur der Basis ja keine Macht geben - stimmt, in den anderen Parteien ist die Konsistenz der Führungsklique wesentlich weiter fortgeschritten - dort gibt es dann schon richtige "Flügelkämpfe" - wobei die Basis auch viel besser erzogen ist und damit entsprechend berechenbar wird.
Im Grunde haben sie dass hervorragend auf den Punkt gebracht - nur - gerade das was sie wünschen hat die Grünen vernichtet und wird die Piraten wohl entweder als Mandatsargentur weiterleben lassen und somit vernichten - oder es bleibt eine engagierte kleinere Gruppe, die auserparlamentarisch weiterarbeitet oder sich tatsächlich mal dazu durchringt ihre Mandatsträger z.B. mit dem im Programm geforderten Bürgergeld zu allimentieren - der Rest - den so ein Parlamentarierer bekommt fließt an die Allgemeinheit zurück!
Natürlich vollkommen utopisch - also - es wird sich nichts ändern - wer Gewinnt - der gewinnt alles, wer verliert, der verliert alles - genau so spielen wir das Lebensspiel - die Gewinner werden weniger - die Verlierer werden mehr - irgendwann - gibt es keine Gewinner mehr! - #78 05.06.2012 07:48 von
Tja und ewig grüßt das Murmeltier, die gleiche Methodik wie bei der Linkspartei. Dort fing die Hetze in gleicher Weise an, mit einigen Parteigängern, die enttäuscht (weil der gewünschte Posten nicht zufiel?) der Partei den Rücken kehrten. Im übrigen dort wo eine größere Gruppe von Menschen mit einander aggiert wird es immer Zwischenmenschliche Konflikte geben.
- #79 05.06.2012 07:51 von
Tja, das ist eben Politik ...
Wer meint, dass das Leben in einer politischen Partei einer Männergruppe gleicht, sollte sich nicht auf politisches Terrain begeben.
Besonders die Generation Internet hat es ja nunmal richtig drauf, den anderen per Gruppenmobbing weg zu kicken. Dass diese Methode gerade bei den Piraten zum Problem werden würde, war vorauszusehen. Man sieht auch wunderbar, warum Politik zum größten Teil von Älteren gemacht wird. Die haben keine Angst um ihre unbeendete Ausbildung, haben mehr Platz in ihrem Arbeitszimmer als der Jungpirat im Jugendzimmer oder der Studenten-WG.
Natürlich sind die Piraten nur eine Eintagsfliege, aber sie zeigen dem Bürger mal deutlich, was es heißt, nachhaltige Politik zu machen. Momentan haben die Piraten keinen soliden Kopf, der dafür sorgt, dass Machtspielereien nicht das Parteiwohl gefährden. Es wurschtelt und intrigiert halt jeder so vor sich hin, und versucht, das beste Pöstchen zu bekommen.
Dass die Piraten wie behauptet ein Sammelbecken für Möchtegerns, Politversager und Selbstverwirklicher ist, ist gut nachzuvollziehen. Das sah man auf internationaler Ebene ja auch bei den "Wirtschafts-Piraten" im Bereich des Neuen Marktes. Viel Gerede, viel Aufmerksamkeit, baldiger Absturz.
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