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Rückzug von Finanz-Investoren: Warum der Käuferstreik die Euro-Retter antreibt

Früher fluchte man, wenn die Hedgefonds kamen. Jetzt flucht man, wenn sie europäische Staatsanleihen verschmähen. Der Käuferstreik ist alarmierend - doch er könnte auch heilsam sein. Denn er befördert eine Lösung der Euro-Krise.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...828211,00.html
  1. #1

    Eurobonds verstossen gegen das Grundgesetz, wie das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zum ESM angedeutet hat.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher fluchte man, wenn die Hedgefonds kamen. Jetzt flucht man, wenn sie europäische Staatsanleihen verschmähen. Der Käuferstreik ist alarmierend - doch er könnte auch heilsam sein. Denn er befördert eine Lösung der Euro-Krise.

    Rückzug von Finanzinvestoren: Warum der*Käuferstreik die Euro-Retter antreibt - SPIEGEL ONLINE
    Eurobonds sollen die Lösung sein? Das ich nicht lache. Das Schulden machen geht munter weiter, bis auch Deutschland am Abgrund steht. Das ist keine Lösung. Es wird nur für sehr sehr viel Geld Zeit gekauft. Probleme werden dadurch nicht gelöst. Es wird an den Symptomen herum gedoktort, und nicht die Ursachen beseitigt. Immer nur neue Schulden machen kann auf Dauer nicht funktionieren. Und wenn die heimische Wirtschaft vom Staat mit Schulden gefüttert wird, dann bedeutet das logischerweise, das bei der Reduktion der Neuverschuldung die Wirtschaft leidet. Das ist eben so, wenn man über seine Verhältnisse lebt. Und das machen die Spanier, und nicht nur die!
  3. #3

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher fluchte man, wenn die Hedgefonds kamen. Jetzt flucht man, wenn sie europäische Staatsanleihen verschmähen. Der Käuferstreik ist alarmierend - doch er könnte auch heilsam sein. Denn er befördert eine Lösung der Euro-Krise.

    Rückzug von Finanzinvestoren: Warum der*Käuferstreik die Euro-Retter antreibt - SPIEGEL ONLINE
    Ach, wieder Euro-Bonds als Heilsbringer.

    Was machen wir eigentlich, wenn diese tolle Erfindung in ein paar Jahren auch wieder versagt hat - was passieren wird, weil die grundsätzlichen Fehlkostruktionen der Währungsunion damit nicht angetastet werden - und sich Eurobonds verkaufen wie heute Anleihen aus Spanien? Machen wir dann Nordatlantik-Bonds? Oder Eurasien-Bonds?
  4. #4

    Netter Bericht …

    … nur die Schlussfolgerungen mag ich so nicht stehen lassen, denn auch die Euro-Bonds werden das grundlegende Problem nicht beseitigen. Und dieses Kernproblem ist nach wie vor ein völlig kaputtes und marodes Geldsystem, welches auf exponentiellem Geldwachstum basiert, ein Umstand der der Realwirtschaft schon physisch nicht gegeben ist. Damit ist der Eklat vorprogrammiert, ob nun mit oder ohne Hedgefonds oder auch mit Euro-Bonds.

    Lieber Herr Münchau, wenn sie dem kaputten System schon das Wort reden und für dessen Erhalt eintreten, dann machen sie einfach mal einen Vorschlag der das alles kombiniert, so einen wie diesen hier:

    BfA will Banken-Gründungswelle in Deutschland … da machen wir die Hartz IV Bezieher zu Bankern, mit der Auflage nur mündelsicher an Staaten verleihen zu dürfen und die Zinseinnahmen aus der Differenz zwischen EZB und Markt beseitigt zunächst jegliche Not im Staate. Keine Hartz IV Ich AG Bank wäre „too big to fail“ und der Staat würde dank der straffen Regulierung dieser kleinen Banken auch noch im Geld ersaufen.

    Damit wäre dann das kranke System wenigstens etwas sozialer, man könnte direkter Weise die Piraten mit ihrer Bürgergeld-Vorstellung übertrumpfen und allen Menschen ginge es gut … eben nicht nur den Eignern der Banken, dem legendären 1% … also wie wäre es, jetzt mal eine Lösung zugunsten echter Sozialstaatlichkeit, oder wollen wir doch lieber dessen endgültige Abschaffung ohne es offen zu sagen?
  5. #5

    Eurobonds sind gegen die deutsche Verfassung, gegen die Europaverträge, und gegen die Interessen der Bürger Deutschlands.

    Und zu allem: sie lösen keine Probleme sondern schaffen welche. Zwischen 2001 und 2008 gab es bereits de facto Eurobonds, die Spreads zwischen deutschen Anleihen und denen der GIPSIFs lagen um die 0,25%.

    Das Ergebnis ist bekannt - die GIPSIFs haben das allzu billige Kreditgeld nicht zum Abbau der Staatsverschuldung und Aufbau der Wettbewerbsfähigkeit genutzt, sondern zum verteilen von Wohltaten.

    Es gibt aber auch nicht den geringsten Grund für die Annahme, dass das bei der nächsten Runde billigen Geldes anders würde.

    Im Gegenteil: bei jeder wie auch immer gearteten Konstruktion, die Risiken und Schulden europaweit vergemeinschaftlichen würde, also zu den Steuerzahlern in Deutschland etc. transferiert, würden die GIPSIFs noch bedenkenloser prassen. Sie wüssten ja, dass andere die Rechnung zahlen.

    Also verschonen Sie uns bitte endlich mti dem Eurobonds-Unsinn, Herr Münchau.
  6. #6

    Warum will keiner Eurobonds kaufen?

    Zitat von Zereus Beitrag anzeigen

    Was machen wir eigentlich, wenn diese tolle Erfindung in ein paar Jahren auch wieder versagt hat - was passieren wird, weil die grundsätzlichen Fehlkostruktionen der Währungsunion damit nicht angetastet werden - und sich Eurobonds verkaufen wie heute Anleihen aus Spanien? Machen wir dann Nordatlantik-Bonds? Oder Eurasien-Bonds?
    Vermutlich verdanken wir den Käuferstreik der zuverlässigen Arbeit der Ratingagenturen, die ihre weltweiten Investoren rechtzeitig vor Europa gewarnt haben, so dass sie noch aussteigen konnten.
  7. #7

    Altersheim Europa

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher fluchte man, wenn die Hedgefonds kamen. Jetzt flucht man, wenn sie europäische Staatsanleihen verschmähen. Der Käuferstreik ist alarmierend - doch er könnte auch heilsam sein. Denn er befördert eine Lösung der Euro-Krise.

    Rückzug von Finanzinvestoren: Warum der*Käuferstreik die Euro-Retter antreibt - SPIEGEL ONLINE
    Einige Euroländer sind pleite. Jeder weiß das. Einige Euroländer sind noch nicht pleite. Mit den Eurobonds sollen also die noch nicht bankrotten Länder für die bankrotten Geld mit leihen, solange bis sie auch pleite sind.

    Sorry, ich kann darin keine Lösung der Euro-Krise sehen, nur eine Verlängerung. Aber okay, macht ruhig. Vielleicht läßt sich die Schuldenmacherei ja unendlich verlängern und Europa explodiert nicht. Stattdessen erwartet uns ein langsames Siechtum im Altersheim Europa, betreut von den Brüsseler Nannys.
  8. #8

    ...

    Zitat von Wolfgang Münchau
    Die Anleger werden ohne Euro-Bonds, also gemeinsame Anleihen der Euro-Länder, nicht zurückkommen.
    Mag ja sein, aber ich seh auch nicht, dass sie mit gemeinsamen Anleihen zurueckkommen.
    Das D fuer die Schulden von Spanien und Italien einstehen kann, ist Unsinn, egal ob mit oder ohne Eurobonds.

    Dei Investoren sind wegen des Hinterzimmerdeals der EZB im Rahmen der griechischen "freiwilligen" Umschuldung in Streik, weil sie naemlich befuerchten, dass ihnen bei der naechsten PIIGS-Pleite dasselbe blueht. Die EZB haelt sich schadlos und die gesamte Last wird von den paar Privatinvestoren geschultert, die dem Land bis dahin die Stange gehalten haben.

    Eurobonds wuerden daren genau gar nichts aendern. Im Gegenteil, sobald es damit Stress gibt, fangen die Diskussionen an, wer, wann, wie, ob und gegenueber wem haftet und der eigentlich verbindliche Wertpapierprospekt wird nicht mehr das Papier wert sein, auf das er gedruckt ist.

    Und natuerlich hat auch niemand Lust, jemandem Geld zu leihen, der ihn pausenlos als Kredithai und Heuschrecke beschimpft.
  9. #9

    Herr Münchau und sein Thema!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bislang haben Befürworter von Euro-Bonds - wie ich selbst - argumentiert, man brauche Gemeinschaftsanleihen, um die betroffenen Länder zu entschulden. Andere sehen Euro-Bonds als politisches Instrument zur Integration. Der Investorenstreik liefert den wichtigsten Grund für eine gemeinsame europäische Schuldenpolitik: Man braucht Euro-Bonds, um den Markt für Staatsanleihen in Europa wiederzubeleben.

    Rückzug von Finanzinvestoren: Warum der*Käuferstreik die Euro-Retter antreibt - SPIEGEL ONLINE
    Man braucht Eurobonds, damit die Südperipherie endlich wieder die billigen Schulden machen kann, an die sie seit Einführung des EURO gewöhnt ist. Das geht dann so lange gut, bis auch die geliehene Bonität aus der Euro-Nordzone beim Teufel ist und gar keine Staatsanleihen der Euroländer mehr gekauft werden. Was Herr Münchau hier anbietet, ist der Währungsuntergang auf Raten. Aber egal, er muss es ja nicht ausbaden.


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