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Rückzug von Finanz-Investoren: Warum der Käuferstreik die Euro-Retter antreibt

Früher fluchte man, wenn die Hedgefonds kamen. Jetzt flucht man, wenn sie europäische Staatsanleihen verschmähen. Der Käuferstreik ist alarmierend - doch er könnte auch heilsam sein. Denn er befördert eine Lösung der Euro-Krise.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...828211,00.html
  1. #40

    Eurobonds verlängern nur die Krise.

    Wenn die Eurobonds kommen, wird irgendeine Institution diese an die Euro-Länder verteilen - nach einem bestimmten Schlüssel.
    Denn dass die GIPS-Ländern selbst Eurobonds in unbegrenzter Höhe herausgeben dürfen ist undenkbar.

    Was aber wenn ein Land mit der zugeteilten Quote nicht auskommt? Dann muss es mehr Eurobonds zugeteilt bekommen oder Staatsbankrott anmelden?

    Alternative: Die Länder geben neben den Eurobonds weiter eigene Anleihen heraus, falls sie überhaupt diese am Markt plazieren können. Doch dann wird wieder die Situation eintreten, dass Euro-Länder diese eigenen Anleihen nicht mehr bedienen können. Also wieder: Hilfe von aussen oder Staatsbankrott.

    So oder so es werden die anderen Länder wieder helfen müssen, also dieselbe Situation wie heute. Eurobonds werden nichts daran ändern

    Doch Eurobonds werden die notwendige Bereinigung nur hinaus zögern. Diese heisst: Staatsbankrotte und Auflösung der Währungsunion
  2. #41

    Pimco und Staatsfonds als Hedgefonds zu bezeichnen kann
    ich nicht nachvollziehen.
  3. #42

    Euro...

    Zitat von analysatorveritas Beitrag anzeigen
    Ein Blick auf die Entwicklungen der nationalen Leistungsbilanzsalden seit der Euroeinführung deuten doch auf gravierende und gefährliche ökonomische Ungleichgewichte innerhalb dieser Währungsunion hin, die nicht mehr durch einen flexiblen, zeitnahen und marktkonformen Wechselkurs ausgeglichen werden konnten und können. Dies hat zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen und Marktverwerfungen geführt. Es entstanden, zusätzlich gefördert durch einen viel zu niedrigen Zinssatz in den heutigen Europroblemländern, Immobilienblasen und Verschuldungen. Uns hingegen wurden durch die fehlenden Aufwertungseffekte einer eigenen, unabhängigen Währung alle volkswirtschaftlichen Sozial- und Wohlfahrtsdividenden entzogen, ein Euro ist immer gleich einem anderen Euro...
    Sehen Sie, Sie haben einen wichtigen Aspekt angesprochen, wir leben in einer Währungsunion. Speziell auch die gemeinsame Währung hat dafür gesorgt, daß das Geld kreuz und quer in der Eurozone angelegt wurde. Wie immer man zu Wolfgang Münchaus Meinung stehen mag; es ist sehr schwierig(wenn nicht gar unmöglich) daß sich Deutschland, seine Wirtschaft und seine großen Finanzhäuser, von der EU/€-Zone entkoppeln kann. Ein geschätzter Mitforist hat viel besser als ich beschrieben um welches Geld es eigentlich geht...
    Zitat von Flugor Beitrag anzeigen
    Genau genommen geht es darum, dass dadurch dass DE ein Exportüberschussland ist und Geldvermögen nun einmal woanders Kredite sind (der Gewerbetreibende weiß ja dass seine Forderungen woanders Verbindlichkeiten sind) und dass DE davon in den letzten Jahren eine Menge "eingesammelt" hat:

    Die Bundesbank weist ca. 5000 Mrd. € an derartigem Guthaben aus. Bei anderen exportstarken Eurostaaten ist das zwar nicht so extrem, aber jene Beträge sind auch heftig.

    Dieses Geldvermögen wird nun durch diese Krise gefährdet, wenn wenn in den "Schuldnerstaaten" die Wirtschaft nicht funktioniert, entsteht in DE der zugehörige Verlust.

    Somit hat DE ein massives Interesse daran, dass in jenen Staaten die Wirtschaft wieder in Gang kommt, d.h. dort Strukturreformen umgesetzt werden.

    Die nächsten drei Jahre stehen nun ca. 1700 Mrd. € zur Refinanzierung an und jener Betrag bestimmt auch das Absicherungsvolumen des EFSF/ESM...
  4. #43

    Fortsetzung...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher fluchte man, wenn die Hedgefonds kamen. Jetzt flucht man, wenn sie europäische Staatsanleihen verschmähen. Der Käuferstreik ist alarmierend - doch er könnte auch heilsam sein. Denn er befördert eine Lösung der Euro-Krise.

    S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Warum der*Käuferstreik die Euro-Retter antreibt - SPIEGEL ONLINE
    Man kann getrost davon ausgehen, daß bei einem Crash/default des € dieses Geld großteils weg ist. Genauso wie die ganzen Verbindlichkeiten, die sich heute in den target2-Salden verstecken. Speziell die der Spanischen Notenbank sehen derzeit fürchterlich aus. Mehrere Schritte sind bereits vorgezeichnet. Bereits in der Vergangenheit haben die Zuspitzungen der Krise 'Lösungen' und neue Schritte befördert. man denke nur an die de facto Verdoppelung des ESM nachdem die deutsche Regierung monatelang heftigsten Widerstand geleistet hatte. Hat man die ganzen 'Niemals, Never, Nada' bereits vergessen...?
    Die wahrheit ist daß sich Deutschland(und die Eurozone) den Fall Spaniens nicht leisten können, klar ist ebenfalls daß Esp keinen Spielraum mehr hat. Ohne daß der Euro(und Spanien selbst) auseinanderfliegen. Im Sommer kommt der ESM, nun ist er groß genug um notfalls Spanien vom Markt zu nehmen und gleichzeitig ein Polster für andere Verpflichtungen&Risiken zu haben. Was der ESM alles darf...
    Finanzkrise in Spanien: Gedrängel unterm Rettungsschirm
    Er kann "Natürlich darf der Fonds auch direkt Staatsanleihen kaufen (am Primär- und Sekundärmarkt; Artikel 17 und 18), daher wird er permanent die Kurse am langen Ende der Zinskurve kontrollieren."
    (Zitat aus dem verlinkten Artikel)
    Das heißt daß der ESM letztendlich Eurobonds ausgeben kann; und das als letzte Konsequenz...
    "im Artikel 21 ist juristisch und völkerrechtlich schon der Kern der Euro-Bonds festgelegt, also die Vergemeinschaftung der neuen Euro-Schulden. Der ESM-Fonds wird diese Euro-Bonds ausgeben können, eine weitere Vertragsänderung auf EU-Ebene ist daher nicht notwendig."
    Der Zeitplan stimmt, bis zum Sommer kommt man durch...

    Schian Gruaß aus Südtirol...
  5. #44

    Dann aber richtig!

    Wir nehmen Münchau mal beim Wort,
    wenngleich das wirklich schwer fällt.

    Führen wir also Euro-Bonds ein.
    Schön.

    Dann aber richtig!
    Damit meine ich:
    Dann aber richtig verschulden!

    Jeder Bundesbürger erhält folgerichtig
    zum 1. Juli 200.000 EUR -
    quasi als Einführungsprämie!
    Ja - Sie lesen richtig!
    Schluss mit dem Totsparen!
    Und dem ständigen Gemeckere
    über unsere mediteranen Freunde.
    Wir setzen dann endlich mal positive Maßstabe im Euro-Raum:
    Die 200%-Marke (im Verhältnis zum BIP)
    muss doch wohl zu toppen sein.
    Die Verschuldung schultern dann unsere Freunde.
    Im Übrigen gibt's ja den Rettungsschirm.
    Unter den Bedingungen
    plädiere ich übrigens
    für eine deutliche (!) Aufstockung.
    Die Griechen, Portugiesen, Spanier und Italiener
    können uns dann die nächste Tranche
    in Höhe von weiteren 200.000 EUR
    zum Jahreswechsel finanzieren.
    Falls unsere lieben Mitbürger
    aus den südlichen Gefilden
    zu murren anfangen sollten,
    erhalten sie sogleich die Replik,
    dass sie offensichtlich Europa-feindlich seien.
    Das friedliche Miteinander lassen wir uns
    von diesen Abweichlern auf keinen Fall nehmen.

    Noch ein kleiner Tipp:
    Die 400.000 EUR bitte ganz schnell ausgeben -
    leichte inflationäre Tendenzen sind nämlich nicht auszuschließen.
  6. #45

    Sicherheit ist weniger das Problem, aber die Verzinsung ist eher zu gering!

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    Das ist doch schlechter Stil, wenn uns niemand mehr die
    Sparstrümpfe seiner Kunden
    (die handeln ja nicht mit Eigenkapital) überweisen will...
    Schämt euch! Europäische Staatsanleihen sind doch sicher!
    Bill Gross, Gründer des Rentenfondsmanagers Pimco, sagt:
    "Für die Märkte ist nicht die Zufuhr von Liquidität, sondern deren
    Entzug bedrohlich." (wiwo)

    Die EZB will die Zinsen niedrig halten und weitet das Kreditwachstum
    aus. Das führt zu hoher Verschuldung und damit zu weiterer
    Instabilität auf den Finanzmärkten und last not least wird das
    die Zinsen niedrig halten.

    So lassen sich keine attraktiven Renditen für Anleger
    inflationsbereinigt mehr erwirtschaften. Das ist
    das Problem.
  7. #46

    Verrat am Volk

    Ich habe es bei dem Autor schon geahnt: Alles wird gut, wenn wir nur die Schulden (noch mehr) vergemeinschaftlichen und nun endlich Eurobonds kommen. Unglaublich. Allerdings wird es irgendwann egal sein, ob uns die Eurobonds den Rest geben oder der ESM oder Target2. Es ist alles Verrat am eigenen Volk.
  8. #47

    Euro-Bonds sind gegen die Demokratie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher fluchte man, wenn die Hedgefonds kamen. Jetzt flucht man, wenn sie europäische Staatsanleihen verschmähen. Der Käuferstreik ist alarmierend - doch er könnte auch heilsam sein. Denn er befördert eine Lösung der Euro-Krise.

    S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Warum der*Käuferstreik die Euro-Retter antreibt - SPIEGEL ONLINE
    Oh Gott, gibt es einmal einen Artikel, bei dem ein Experte, der all diese Probleme 1999 NICHT gesehen hat, der heute NICHT nach Euro-Bonds schreit?

    Wiederlich, erst die Nähe von Banken und Staaten kritisieren, und dann Euro-Bonds fordern.

    Die Gewinne bitte an die Banken, die Verluste an die dt. Steuerzahler.
  9. #48

    Zitat von firlefranz2 Beitrag anzeigen
    Eurobonds verstossen gegen das Grundgesetz, wie das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zum ESM angedeutet hat.
    Dies ist so nicht richtig, es sind durchaus Konstellationen machbar, die absolut im Einklang mit der Verfassung stehen. Wichtig ist, daß das Budegtrecht des Parlaments erhalten bleibt
  10. #49

    Rückgang deutscher Investitionen in Deutschland

    Wirtschaftsförderung a là Berlin

    Na wartet nur bis die Deutsche Kohle aus der Schweiz nach Berlin in die Staatskasse fliesst...........

    Dann fliesst ganz einfach von Deutschen in Deutschland investiertes Geld von der Wirtschaft Richtung Staat um günstige Papiere (Anteile) für die Chinesen zu fördern ;-)

    Und die tausend Deutschen Banker in Zürich, Basel, Genf ,Vaduz und ganze Abteilungen in der BRD deren Job es war deutsches Schwarzgeld für deutsche Banken zu verwalten stehen dann im deutschen Arbeitsamt auf der Matte weil die Deutsche Bank etc. nun redimensionieren muss.

    Der Erfolg der Politiker wird zur reinen Ansichtssache?


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