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Rücktritts-Debatte bei Jauch: Mücke und Ehrensold

dapdSchon mehrfach hatte ARD-Cheftalker Günther Jauch über die Causa Wulff diskutieren lassen, am Tag des Rücktritts stand natürlich die große Nachlese an. In der Runde setzte sich nur einer für den Ex-Bundespräsidenten ein - und produzierte eine wahrlich denkwürdige Stilblüte.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,816116,00.html
  1. #190

    Nur ein Hinweis

    Zitat von chico 76 Beitrag anzeigen
    Den gesprochenen Inhalt einer Mailbox schriftlich an die "Oppositionspresse" zu geben, ist mit Vertauensbruch nur unzulänglich beschrieben.
    Es ist auch nicht moralisch, einen gezielten Vertauensbruch zu veröffentlichen.
    Mein Verhältnis zu den Medien ist nachhaltig gestört.
    Ich werde es nicht so schnell reparieren können, möchte Sie aber auf folgendes hinweisen: Der Drohanruf eines hochrangigen Politikers auf der Mailbox eines Journalisten verliert den Status einer vertraulichen Mitteilung und wird zum Politikum. Wie immer das Verhältnis Wulff-Diekmann einzuschätzen war und in welcher geistigen oder emotionalen Verfassung der Bundespräsident gewesen sein mag: seine Ausfälle auf der Mailbox waren per definitionem ein Angriff auf die Pressefreiheit. Ein Journalist, der einen solchen Vorfall nicht öffentlich macht, hat entweder selbst etwas zu verbergen, oder er missachtet seinen Auftrag in einer Demokratie.
    Ducasse
  2. #191

    Zitat von ducasse Beitrag anzeigen
    Es ist ja sehr schön, dass Sie Ihr Emdener Lokalblatt schwenken und sich im übrigen auf SPON und das Fernsehen verlassen. Nur blenden Sie die Vielfalt unserer Medienlandschaft vollkommen aus, und den medialen Diskurs über Wulff haben Sie offensichtlich gar nicht verfolgt. Fixiert auf das Monstrum BILD (und den in der Tat fragwürdigen Trick Diekmanns, den Anruf auf seiner Mailbox über andere Zeitungen zu lancieren) haben Sie nicht wahrgenommen, dass FAZ, FAS, SZ, FR, Stern und einige andere Zeitungen selbständig recherchiert und vor allem Hintergrund-Features
    Ist stark was die selber rescherchiert haben...Bobby-Car für den kleinen Sohn Wulffs, oder dass Wulff das Handy dieses Firmenchefs genutzt hat...Wow! ist das unabhängiger, ernsthafter Journalismus...dass ich nicht lache...Nein, FAZ, SZ und Co.. haben sie auch nicht mit Ruhm beckleckert..
    Aber schon früher hatten diese einst seriösen Zeitungen ab und zu ins Klo gegriffen. FAZ zum Beispiel im Falle Guttenberg, hat ja fast kommunistisch-mässige Hetzartikel gegen den ganzen Adel geschrieben, und SZ war zum Beispiel mitdabei den Bischof Mixa zu erledigen..den verrückten alten Hardliner, den man den Mißbrauch vorgeworfen hat und am Ende stellte sich raus dass an den Vorwürfen nichs dran war, aber man hat ja den Job erledigt.
    Die seriösen Zeitungen auch, werfen leider immer mehr die nötige Zurückhaltung über den Bord...und nähern sich immer mehr der BZ.
  3. #192

    .

    Zitat von ducasse Beitrag anzeigen
    Es ist ja sehr schön, dass Sie Ihr Emdener Lokalblatt schwenken und sich im übrigen auf SPON und das Fernsehen verlassen. Nur blenden Sie die Vielfalt unserer Medienlandschaft vollkommen aus, und den medialen Diskurs über Wulff haben Sie offensichtlich gar nicht verfolgt. Fixiert auf das Monstrum BILD (und den in der Tat fragwürdigen Trick Diekmanns, den Anruf auf seiner Mailbox über andere Zeitungen zu lancieren) haben Sie nicht wahrgenommen, dass FAZ, FAS, SZ, FR, Stern und einige andere Zeitungen selbständig recherchiert und vor allem Hintergrund-Features und gründliche Analysen geliefert haben. Dass eine "persönlich-hetzerische Wirkung" der BILD-Zeitung auf alle anderen Medien "ausgestrahlt" habe, ist eine ebenso aberwitzige wie infame Verschwörungstheorie. Es ist auch völlig schnuppe, ob ein Boulevardblatt (das ich ebenso wenig mag wie Sie) bei den Recherchen die Nase vorn hat oder eine "Qualitätszeitung".
    Was ich dazu auch geschrieben hätte:
    Zitat von oback-barama Beitrag anzeigen
    Ist stark was die selber rescherchiert haben...Bobby-Car für den kleinen Sohn Wulffs, oder dass Wulff das Handy dieses Firmenchefs genutzt hat...Wow! ist das unabhängiger, ernsthafter Journalismus...dass ich nicht lache...Nein, FAZ, SZ und Co.. haben sie auch nicht mit Ruhm beckleckert..
    Ich gebe zu, dass ich keine umfangreiche Medienrecherche durchgeführt habe. Sie etwa? Ich bin Querleser und -seher und bilde mir WIRKLICH meine eigene Meinung, ohne an EINER Quelle zu hängen.

    Und genau das macht mich stutzig. Obwohl ich praktisch NUR bei den wirklich etablierten Medien (v.a. FAZ.NET, SPON und öff. rechtl. Nachrichten) umgeschaut habe, fiel mir im Großen und Ganzen die Handschrift Kai Diekmanns im Hintergrund auf. Das macht mich schon stutzig.

    Zitat von ducasse Beitrag anzeigen
    Der Grundsatz "in dubio pro reo" gilt übrigens, wie die Unschuldsvermutung, nur vor Gericht. Im öffentlichen Diskurs rechtfertigt auch das, was die Juristen einen "Anfangsverdacht" nennen, die journalistische Recherche - mehr noch: sie ist bitter notwendig im Interesse der Demokratie. Und was die Staatsanwaltschaft betrifft: wäre sie nach der Häufung von Hinweisen, die einen Anfangsverdacht begründen, untätig geblieben, hätte sie sich der Strafvereitelung schuldig gemacht.
    Das habe ich nie bezweifelt.
    Die journalistische Recherche sollte nicht dem Zweck dienen, Anschuldigungen gegen eine Person zu sammeln, sondern alle Fakten objektiv und ausgewogen darzustellen. Das fand in den letzten Wochen nicht statt.
  4. #193

    Ehrensold

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon mehrfach hatte ARD-Cheftalker Günther Jauch über die Causa Wulff diskutieren lassen, am Tag des Rücktritts stand natürlich die große Nachlese an. In der Runde setzte sich nur einer für den Ex-Bundespräsidenten ein - und produzierte eine wahrlich denkwürdige Stilblüte.

    Rücktrittsdebatte bei Jauch: Mücke und Ehrensold - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Das ist ja noch raffinierter als es die Griechen machen, um aus des Deutschen Tasche Geld zu zaubern. Wird teuer, wenn die Präsidenten immer nur so kurz tätig sind ...
  5. #194

    war da

    Zitat von aprilapril Beitrag anzeigen
    Ich halte solche Bezahlungen für hochgradig obszön, aber woher nehmen Sie die Annahme, Jauch würde Herrn Wulff 200000/Jahr neiden. Darf man einen "Ehrensold", schon der Begriff ist irreführend, der samt Nebeneffekten niemandem verständlich gemacht werden kann, kritisch betrachten. Gegen eine angemessene Pensionsregelung wären keine Widerstände zu erwarten. Aber wir sind doch so spendabel, wenn es einer bestimmten Klientel zugute kommt.
    etwa von Ehre die Rede? Ehrlich das Volk getäuscht! Und DAFÜR gibts noch Geld! Den > Belohnungssold < sozusagen als DANKE für den raschen Abgang!
  6. #195

    alle neu

    Zitat von IrmaDieSaure Beitrag anzeigen
    Das ist ja noch raffinierter als es die Griechen machen, um aus des Deutschen Tasche Geld zu zaubern. Wird teuer, wenn die Präsidenten immer nur so kurz tätig sind ...
    gewählten Präsidenten sollten ihren Staatsdienst mit einem Jahr Probezeit, ohne Gehalt! beginnen müssen! Das könnte ihnen nach Ableistung ihrer fünf Jahre beim Ausscheiden nachbezahlt werden.
  7. #196

    dafür nicht

    Zitat von Luna-lucia Beitrag anzeigen
    Ehrlich das Volk getäuscht! Und DAFÜR gibts noch Geld!
    Nein. Den Ehrensold wird er bekommen, weil er einen Anspruch darauf hat.

    Das ist das schöne an einem Rechtsstaat. Das Schicksal der Bürger liegt nicht in der Willkür von Leuten, deren Entscheidung je nach Laune davon abhängt, ob Ihnen die Handlungen der jeweiligen Bürger genehm sind. Sondern es hängt an ohne Ansehen der Person bestehenden rechtlichen Ansprüchen.
  8. #197

    Reiche an die Macht!

    Zitat von Luna-lucia Beitrag anzeigen
    Alle neu gewählten Präsidenten sollten ihren Staatsdienst mit einem Jahr Probezeit, ohne Gehalt! beginnen müssen! Das könnte ihnen nach Ableistung ihrer fünf Jahre beim Ausscheiden nachbezahlt werden.
    Interessanter Ansatz.

    Zunächst stellt man auf diese Weise sicher, daß nur Leute das Amt antreten, sie sicher sind, durch ihren persönlichen Auftritt so überzeugend zu wirken, daß ihr Vertrag verlängert wird. Außerdem schränkt Ihr Vorschlag die Kandidaten auf diejenigen ein, denen es nichts ausmacht, ein Jahr ohne Bezahlung zu verbringen.

    Anders gesagt: Sie wollen nur von sehr selbstbewußten Reichen vertreten werden.

    Was ja keine schlechte Idee sein muß. Nur sollten Sie wissen, was Sie da fordern.
  9. #198

    Ehrensold ist rechtmäßsig

    Sie müssen sich damit abfinden, dass der normale Bürger beim Ehrensold des Herrn Wulff nicht das Geringste zu entscheiden hat. Wenn der Bundestag die Meinung vertritt, dass Herrn Wulff dieser zusteht, so wird er diesen ein Leben lang bekommen. Und ich versichere ihnen, dass er diesen beziehen wird. recht muß recht bleiben.
  10. #199

    ja, das

    Zitat von lezel Beitrag anzeigen
    Nein. Den Ehrensold wird er bekommen, weil er einen Anspruch darauf hat.

    Das ist das schöne an einem Rechtsstaat. Das Schicksal der Bürger liegt nicht in der Willkür von Leuten, deren Entscheidung je nach Laune davon abhängt, ob Ihnen die Handlungen der jeweiligen Bürger genehm sind. Sondern es hängt an ohne Ansehen der Person bestehenden rechtlichen Ansprüchen.
    wissen wir natürlich! Es sollte auch nur als Seitenhieb verstanden werden. Denn, oki, wir sehen es eben so. Wenn der Mann einen Funken Ehre empfinden würde, dann hätte er in seinem Schlusswort eine "Ehrenerklärung" anhängen können, dergestalt, dass er auf rechtsverbindliche Besoldung, einschließlich der Einrechnung seiner Amtszeit als BP. in die Pensionsanrechnungszeiten verzichtet. Noch besser wäre es gewesen, er hätte diesen Betrag einer Stiftung zukommen lassen. Okay, Recht ist eine Sache - Moral eine andere! Und wie gesagt, wir kennen die einschlägigen Gesetze. Aber Danke für Ihre freundlichen Hinweise.


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