dapdDer Rücktritt von Linke-Chefin Lötzsch hat selbst Parteifreunde überrascht, dennoch kommt der Schritt manchen Genossen gelegen: Der Streit über die künftige Führung könnte sich so von selbst lösen. Vieles spricht jetzt für das Duo Wagenknecht und Bartsch, mit Oskar Lafontaine als Spitzenkandidat.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...826794,00.html
An diejenigen, die hier auf zum Teil unflättige Art ihren Antikommunismus frönen, habe ich ein paar Fragen:
Unlängst wurde in Berlin die Oper "Al gran sole caricio d' amore" von Luigi Nono gezeigt. Der italienische Komponist war Anhänger der dortigen kommunistischen Partei und fühlte sich Zeit seinnes Lebens der marxitischn Linken verbunden. Dürfen seine Werke nich mehr gezeigt werden?
Der Komponist Hans Werner Henze war Mitglied der DKP und verteidigt bis heute den Sozialisms auf Kuba. Dürfen seine Werke aufgeführt werden?
In Berlin läuft gerade die Ausstellung "Konstruktionen der Revolution". Es geht um sowjetische Baukunst in den Dreisiger Jahren des vorigen Jahhunderts. Muss diese Ausstellung abgesetzt werden?
Pablo Picaso war Linker, flüchtete vor den spanischen Faschisten nach Frankreich. Sein malerisches Statment gegen die Greultaten der faschistische Legion Condor ist legendär. Dürfen Picasos Bilder in Museen hängen?
Müssen alle Tatort-Folgen mit Peter Sodan in die Tonne gekloppt werden, weil er Bundespräsidentkandidat der Linkspartei war?
Dürfen Kommunisten, die gegen den Hitler-Faschismus Widerstand geleistet haben, geehrt werden?
Soll man allen Hochschullehrern, die Mitglied der DKP waren, die Pension aberkennen?
Dürfen die Bücher der Frauenrechtlerin und Anarchstin Emma Goldman in öffentlichen Büchereen stehen?
Sollen die Theaterstücke von Franz-Xaver Kroetz - er war Mitglied der DKP - gezeigt werden? Muß die Fernsehserie Kir Royal in die Tonne gekloppt werden?
Habe ich als parteiloser Linker - und Wähler der Linkspartei - eine Daseinsberechtigung?
nur für sich selber interessiert. Das kann man jedoch von nahezu jedem Politiker der etablierten Parteien sagen, damit können Sie höchstens der Linken unterstellen, dass sie sich dem Establishment annähert.
Auf der anderen Seite ist er durchaus einer der intelligentesten Politiker Deutschland. Das kann man den wenigsten Politikern der etablierten Parteien vorwerfen.
Somit also eine klassische "Einerseits / Andererseits"-Situation, wie Garfield sagen würde.
Helmchen
och ja, nun wollen Sie uns Ihre ökonomische Kompetenz vorstellen und das einzige was Sie drauf haben, sind Spar-und Billigmodelle.
Zunächst einmal ist Unsinn, zu behaupten, daß ein bestimmter Mindeslohn per se zu hoch sei, nur weil das eine oder andere Unternehmen behaupte, ihn nicht bezahlen zu können. Entscheidend ist vielmehr die Produktivität bzw. die Lohnstückkosten und deren Zuwachs. Tatsächlich ist dieser Zuwachs seit 30 Jahren (mit einer Ausnahme 1991) in Deutschland geringer als er sein müßte. Wären in den letzten 30 Jahren die Lohnzuwächse am Produktivitätszuwachs orientiert gewesen, dann wären 10 EURO heute ein Hungerlohn.
Deutschland lebt aufgrund seiner Exportlastigkeit hoffnungslos unter seinen Verhältnissen und kann man kann daher durch einen höheren Durchschnittslohn den Binnenmarkt verbessern und damit im übrigen auch die Eurokrise mitbekämpfen helften.
Und 50% Steuersatz für Grossverdiener ist das Minimum des Erträglichen. Auch und die ganzen Wirtschaftsflüchtlinge, die wegen hoher Steuersätze das Land verlassen, existieren nur in Ihrer Fantasie.
Wagenknecht ist deshalb so wichtig, weil es Zeit wird, daß wenigstens eine Parteivorsitzende in Deutschland wirtschpolitischen Verstand hat.
Zu ihrem Vorposter: Am 26.3. war Frau Wagenknecht Gast bei Frank Plasberg und die jüngste Presseerklärung datiert vom 5.4. d.J. Vielleicht ist sie gerade im verlängertem Osterurlaub. Gönnen Sie es ihr. Und an Sie: Gehen Sie nicht so sehr nach dem Aussehen einer Person, sondern nach den politischen Inhalten. Hier hat Frau Wagenknecht sehr viel zu beten.
Da Problem ist doch, das was zu viel oder zu wenig hoechst subjektiv ist. Ein zwei amerikanische Kollegen von mir haben vor ein paar Wochen in der New York Times den Vorschlag gemacht, man moege ein Einkommens- und Vermoegenssteuersystem einfuehren in der Art (sehr vereinfacht), der bestverdienenste darf nur x-mal mehr verdienen als Schlechtestverdienende, dies wuerde weder einer Einkommenssteigerung per se entgegenstehen, jedoch dann, wenn nur noch Gehaltssteigerungen der Gutverdienenden realisiert werden wuerden, dann wuerde die Steuer diesen Mehrverdienst ganz auffressen. Man mag gerne ueber das x abstimmen lassen und dann waere ein Grossteil des Verteilungskonflikts geloest. Uebrigens ist die Steuerlast in DE relativ niedrig im internationalem Vergleich, in Staaten in denen die Menschen gluecklicher sind (DK, SE, NL), sind die Steuern wesentlich hoeher und absolut geht es denen auch nicht schlechter.