Auch in solchen Fällen (und die müssen m.E. genau und kritisch untersucht werden, denn von einer "wehrhaften Demokratie" hin zu einem "Gesinnungsstaat" kann es ganz fix gehen) halte ich es für unsäglich, fristlos zu kündigen ohne vorherige Abmahnung. Wie will man Extremismus bekämpfen, wenn man die Extremisten an den gesellschaftlichen Rand drängt? Was ist damit gewonnen? Lösen die sich dann in Luft auf?
Oder passiert dann nicht genau das Gegenteil: Es bilden sich Zirkel, die von der Öffentlichkeit unbemerkt in eine Parallelgesellschaft abdriften, deren Weltbild sich verfestigt, weil es frei von Kritik und der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden wachsen und gedeihen kann. Wenn es so weit ist, dann ist mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht mehr viel zu machen. Dann ist es faktisch zu spät.
Durch solche Reaktionen wird uns ein Bärendienst erwiesen. Und die Gefahr, dass solche Maßnahmen bald als Vorwand benutzt werden, um arbeitgeberfreundlich Personal zu reduzieren, sollte besser nicht voreilig weggewischt werden. Ich jedenfalls habe ein Problem damit, wenn mein Arbeitgeber meine politischen Ansichten be- und verurteilen darf.
Welcher Mensch wäre schon vorurteilsfrei? Ich kenne keinen.
Aber ich weiß, dass Banker z.B. per Kreditscoring die Vertrauenswürdigkeit eines Kreditnehmers einschätzen anhand seiner Adresse, seines Geschlechts, seines Alters ... Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass die kulturelle Herkunft ebenfalls eine Rolle spielt. Dieser Heini, von dem im Artikel die Rede ist, ist im Bankwesen eher genau richtig, würde ich sagen.

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